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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
questen bis quetsche (Bd. 13, Sp. 2365 bis 2366)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) questen, verb.
1) transitiv, mit der queste (1) bedecken, perizomare voc. 1482 aa 3a, im bade peitschen, dann überhaupt peitschen, peinigen, bedrängen, quälen (mit anlehnung an queschen, questen = quetschen): mein kind leit in dem haus und hat in das perli geschlagen und wirt übel gequest und getruckt. Keisersberg evang. 30b; schles. questen, quälen, drängen Weinhold 74b, oberlaus. quästen Anton 3, 8;

dasz er sol endlich werden gequest.
Vilmar 309 (vom jahre 1597),

vgl. Schiller-Lübben 3, 405b, bequesten th. 1, 1485 nachzutragen): die Gothen hatten sie (Germani) fast bequestet. Waissel chron. 11a.
2) intransitiv, störend, unruhig hin und her laufen, aus-, hinaus questen, exire saepius et sine causa Stieler 1490, leipz. questen und quästern (s. DWB questern) Albrecht 188b. vergl. das intransitive quetschen.

[Bd. 13, Sp. 2366]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) questenkraut, n. ononis arvensis (s. DWB queste 2, 3) Nemnich 2, 767.
 
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questenwedel, m. was queste 2, 1: Eckius mit dem questenwedel. Schade sat. 2, 190, 10.
 
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quester, m. einer der questet, vagabundus Stieler 1490.
 
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questerei, f. bedrückung, plage, s. DWB questen 1: ettliche von den gebietigern gar unordentliche questereien machen. Waissel chron. 162b.
 
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questern, verb., iterativ zu questen 2 Schmeller2 1, 1397. Albrecht Leipziger mundart 188b.
 
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questigen, verb. was kästigen (s. kasteien) Peters beitr. (1864) 10.
 
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quetsch, m.
1) druck, bedrängnis (s. DWB quetsche 1): er musz manchen druck und quetsch des teufels leiden. J. Böhme morgenr. (1835) 173.
2) das weiblin (des dompfaffen) allein für sich selbs wirt quetsch von seiner stimme wegen genennt. Heuslin Gesners vogelbuch 44. Frisch 2, 78c. Nemnich 2, 455. vgl. DWB quetschen 1, 1, quetschfink, quitsch, quietsch.
3) tirol. polizeidiener (s. polliquetsch bei polizei 2, d) Schöpf 522. vgl. das intransitive quetschen 2.
 
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quetschbirne, f. eine sorte wolschmeckender, ziemlich groszer weicher birnen Nemnich 3, 451.
 
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quetsche, f.
1) die presse, klemme (vergl. DWB quetsch 1): quetze, prelum (preszbaum, kelter) voc. 1420 nr. 2171 Schröer; darumb musz das edle körnlin öfters in groszer quetsche stehen. J. Böhme von der menschwerdung J. Christi (1682) 99; schles. quetsche, presse Weinhold 75b (vergl.nasenquetsche); sprichwörtlich einen in die quetsche bringen. Steinbach 2, 211; er ist in die quetsche gekommen. Wander 3, 1441; wie konnte er aber auch in einer so vermaledeiten quetsche, worin geist und körper zugleich steckten, ... eine vertheidigungsrede halten? Langbein schriften 6, 102; leipz. enger raum, enge gasse, stube u. s. w. Albrecht 188b; westerw. vulva Schmidt 154.
2) schlesisch nasse stelle im acker, wo das wasser gleichsam herausgequetscht wird Weinhold a. a. o.
3) märkisch ein unter dem hammer zerdrücktes stück birkenholz, dessen man sich sonst als fackel bediente Fromm. 3, 262, 60.
 
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quetsche, quetschke, f., s. DWB zwetsche, zwetschke und DWB krause im jahrbuch des vereins für nd. sprache 12, 97—105. hier mögen ein paar belege genügen: pruna damascena sind die besten quetschken. Alberus dict. Gg 2b; da er einen schiebkarn voller quetzschken auf dem dorfe geholet. polit. maulaffe 64; quätschke Rädlein 715b, quätsch, prunum Schottel 1380; eingemachte spanische quetschen. Stieler 1491; quetschen schütteln der j. Göthe 1, 363 (br. 142. 2, 79); gedörrte quetschen Bettina in Brentanos frühlingskranz 1, 237. — zusammensetzungen, z. b.: quetzschenbaum Stieler 1491, quetschenbaum H. Heine 14, 52, -mus Vilmar 309 (vom jahre 1682), -wasser Siegwart 1, 261.