| Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm | · · ![]() | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
questen bis quetsche (Bd. 13, Sp. 2365 bis 2366) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| 1) transitiv, mit der queste (1) bedecken, perizomare voc. 1482 aa 3a, im bade peitschen, dann überhaupt peitschen, peinigen, bedrängen, quälen (mit anlehnung an queschen, questen = quetschen): mein kind leit in dem haus und hat in das perli geschlagen und wirt übel gequest und getruckt. evang. 30b; schles. questen, quälen, drängen 74b, oberlaus. quästen 3, 8; dasz er sol endlich werden gequest. 2) intransitiv, störend, unruhig hin und her laufen, aus-, hinaus questen, exire saepius et sine causa 1490, leipz. questen und quästern (s. DWB questern) 188b. vergl. das intransitive quetschen. [Bd. 13, Sp. 2366] 1) druck, bedrängnis (s. DWB quetsche 1): er musz manchen druck und quetsch des teufels leiden. morgenr. (1835) 173. 2) das weiblin (des dompfaffen) allein für sich selbs wirt quetsch von seiner stimme wegen genennt. Gesners vogelbuch 44. 2, 78c. 2, 455. vgl. DWB quetschen 1, 1, quetschfink, quitsch, quietsch. 3) tirol. polizeidiener (s. polliquetsch bei polizei 2, d) 522. vgl. das intransitive quetschen 2. 1) die presse, klemme (vergl. DWB quetsch 1): quetze, prelum (preszbaum, kelter) voc. 1420 nr. 2171 Schröer; darumb musz das edle körnlin öfters in groszer quetsche stehen. von der menschwerdung J. Christi (1682) 99; schles. quetsche, presse 75b (vergl.nasenquetsche); sprichwörtlich einen in die quetsche bringen. 2, 211; er ist in die quetsche gekommen. 3, 1441; wie konnte er aber auch in einer so vermaledeiten quetsche, worin geist und körper zugleich steckten, ... eine vertheidigungsrede halten? schriften 6, 102; leipz. enger raum, enge gasse, stube u. s. w. 188b; westerw. vulva 154. 2) schlesisch nasse stelle im acker, wo das wasser gleichsam herausgequetscht wird a. a. o. 3) märkisch ein unter dem hammer zerdrücktes stück birkenholz, dessen man sich sonst als fackel bediente 3, 262, 60.
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