| Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm | · · ![]() | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
quest bis quetschbirne (Bd. 13, Sp. 2365 bis 2366) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| 1) im 15. und 16. jahrh. was quast 1, perizoma voc. 1482 aa 3a: und brechen also bletter und machen questen (perizomata) von feigenblettern. sünden d. munds 16b, vgl. 12b; birkin questen. 16c; er sammlet loub z eim questen. post. 2, 36a; aber der quest ist z schmal, mag dir dein unflot und schamm nit bedecken. 36b; sich im bad weschen mit der questen. bilg. 155a; als Adam und Eva gesündiget hetten und nun entblöszt und auszgezogen questen und schandteckel schten. Melanchthons anweis. in die heil. schrift 80; wie hübsch können sie irer schand ein questen und entschuldigung flechten aus den blettern dieses heiligen feigenbaums und evangelii. 1, 375a; helgoländ. quest, ast vom baum 3, 34. 2) was quast, quaste 3: güldene, silberne, seidene u. s. w. questen 1489, nun veraltet. 3) botanisch die questen, eine zunft liegender kräuter 3, 1620 ff. (vgl.questenkraut); quäste, die flockenblume volksspr. in Nassau 1, 316. 1) transitiv, mit der queste (1) bedecken, perizomare voc. 1482 aa 3a, im bade peitschen, dann überhaupt peitschen, peinigen, bedrängen, quälen (mit anlehnung an queschen, questen = quetschen): mein kind leit in dem haus und hat in das perli geschlagen und wirt übel gequest und getruckt. evang. 30b; schles. questen, quälen, drängen 74b, oberlaus. quästen 3, 8; dasz er sol endlich werden gequest. 2) intransitiv, störend, unruhig hin und her laufen, aus-, hinaus questen, exire saepius et sine causa 1490, leipz. questen und quästern (s. DWB questern) 188b. vergl. das intransitive quetschen. [Bd. 13, Sp. 2366] 1) druck, bedrängnis (s. DWB quetsche 1): er musz manchen druck und quetsch des teufels leiden. morgenr. (1835) 173. 2) das weiblin (des dompfaffen) allein für sich selbs wirt quetsch von seiner stimme wegen genennt. Gesners vogelbuch 44. 2, 78c. 2, 455. vgl. DWB quetschen 1, 1, quetschfink, quitsch, quietsch. 3) tirol. polizeidiener (s. polliquetsch bei polizei 2, d) 522. vgl. das intransitive quetschen 2.
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