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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
quest bis quetschbirne (Bd. 13, Sp. 2365 bis 2366)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) quest, queste, m. f. , ältere form für quast, quaste, mhd. queste, mnd. quest m. (neben quast), s. DWB koste th. 5, 1861.
1) im 15. und 16. jahrh. was quast 1, perizoma voc. 1482 aa 3a: und brechen also bletter und machen questen (perizomata) von feigenblettern. Keisersberg sünden d. munds 16b, vgl. 12b; birkin questen. 16c; er sammlet loub z eim questen. post. 2, 36a; aber der quest ist z schmal, mag dir dein unflot und schamm nit bedecken. 36b; sich im bad weschen mit der questen. bilg. 155a; als Adam und Eva gesündiget hetten und nun entblöszt und auszgezogen questen und schandteckel schten. Spalatin Melanchthons anweis. in die heil. schrift 80; wie hübsch können sie irer schand ein questen und entschuldigung flechten aus den blettern dieses heiligen feigenbaums und evangelii. Luther 1, 375a; helgoländ. quest, ast vom baum Frommann 3, 34.
2) was quast, quaste 3: güldene, silberne, seidene u. s. w. questen Stieler 1489, nun veraltet.
3) botanisch die questen, eine zunft liegender kräuter Oken 3, 1620 ff. (vgl.questenkraut); quäste, die flockenblume Kehrein volksspr. in Nassau 1, 316.
 
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questen, s. DWB quetschen 2, 1.
 
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questen, verb.
1) transitiv, mit der queste (1) bedecken, perizomare voc. 1482 aa 3a, im bade peitschen, dann überhaupt peitschen, peinigen, bedrängen, quälen (mit anlehnung an queschen, questen = quetschen): mein kind leit in dem haus und hat in das perli geschlagen und wirt übel gequest und getruckt. Keisersberg evang. 30b; schles. questen, quälen, drängen Weinhold 74b, oberlaus. quästen Anton 3, 8;

dasz er sol endlich werden gequest.
Vilmar 309 (vom jahre 1597),

vgl. Schiller-Lübben 3, 405b, bequesten th. 1, 1485 nachzutragen): die Gothen hatten sie (Germani) fast bequestet. Waissel chron. 11a.
2) intransitiv, störend, unruhig hin und her laufen, aus-, hinaus questen, exire saepius et sine causa Stieler 1490, leipz. questen und quästern (s. DWB questern) Albrecht 188b. vergl. das intransitive quetschen.

[Bd. 13, Sp. 2366]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) questenkraut, n. ononis arvensis (s. DWB queste 2, 3) Nemnich 2, 767.
 
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questenwedel, m. was queste 2, 1: Eckius mit dem questenwedel. Schade sat. 2, 190, 10.
 
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quester, m. einer der questet, vagabundus Stieler 1490.
 
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questerei, f. bedrückung, plage, s. DWB questen 1: ettliche von den gebietigern gar unordentliche questereien machen. Waissel chron. 162b.
 
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questern, verb., iterativ zu questen 2 Schmeller2 1, 1397. Albrecht Leipziger mundart 188b.
 
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questigen, verb. was kästigen (s. kasteien) Peters beitr. (1864) 10.
 
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quetsch, m.
1) druck, bedrängnis (s. DWB quetsche 1): er musz manchen druck und quetsch des teufels leiden. J. Böhme morgenr. (1835) 173.
2) das weiblin (des dompfaffen) allein für sich selbs wirt quetsch von seiner stimme wegen genennt. Heuslin Gesners vogelbuch 44. Frisch 2, 78c. Nemnich 2, 455. vgl. DWB quetschen 1, 1, quetschfink, quitsch, quietsch.
3) tirol. polizeidiener (s. polliquetsch bei polizei 2, d) Schöpf 522. vgl. das intransitive quetschen 2.
 
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quetschbirne, f. eine sorte wolschmeckender, ziemlich groszer weicher birnen Nemnich 3, 451.