Wörterbuchnetz
Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
bis quäckelbusch (Bd. 13, Sp. 2289 bis 2290)
Abschnitt zurück Abschnitt vor

[Bd. 13, Sp. 2289]


Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) Q mit nachfolgendem u (qu) der siebzehnte buchstabe unseres alphabets (vor der scheidung des I und J der sechszehnte Hederich 1808).
1) die schon im (fränkisch-)ahd. auftretende schreibung qu ist dem lateinischen alphabet entnommen (q ist kein teutscher buchstabe. Weise erzn. 66 neudr.) und entspricht dem goth. doppelconsonanten kv d. i. kw (wofür Vulfila ein einfaches, in der transscription gewöhnlich mit q wiedergegebenes schriftzeichen hat, ähnlich wie für das dem lat. qu etymologisch entsprechende hv), das sich im ahd. regelrecht zu chw (chuu, chu, qhu, quh, qu, s. gramm. 12, 196. Braune ahd. gr. § 144) verschiebt, im mhd. und nhd. aber vollständig auf die stufe der ersten lautverschiebung zurückkehrt, denn qu lautet wie (goth.) kw, welche schreibung sich neben qu bis ins 17. jahrh. erhalten hat, z. b. kwatter N. Manuel ablaszkrämer 242, kwackelei Wiedemann märz 37, kwacken juli 24, kwal Lohenstein geistl. gedanken v. 1020. 1046, kwehr Butschky Patmos 22, kwälle 23. 50.
2) wechsel zwischen dw tw und qu findet statt z. b. in md. quehele, querch, querh, quingen u. s. w. (Weinhold mhd. gr.2 § 153. 229), zwischen zw und qu z. b. in zwecksilber zeitschr. für deutsches alterthum 14, 175, quitschern und zwitschern, zwacken und quacken (Elis. Charl. 1879 s. 82) und vielen andern, s. gesch. d. d. spr. 269. J. Grimm kl. schriften 4, 188. Weinhold al. gr. § 219, bair. gr. § 189.
3) vor folgendem ë oder a haftet qu zäher im md. (quemen, quam u. s. w. Weinhold mhd. gr.2 § 229) als im oberd., wo das w (von kw) mit ë, â in o zusammenschmilzt (koden, kolen, kone u. s. w.) oder ganz schwindet (kam, kacken, kacketzen, keck, kecken, kerren), wie auch vor u: kumft, kunft (aus ahd. chwumft denkm.2 s. 519), s. Weinhold a. a. o. § 227. alem. gr. § 218, bair. gr. § 189. Paul-Braune beiträge 7, 162.
4) wechsel mit k in quandel, quehle 1, zusammenziehung aus gew (z. b. quantsnîder Altprager stadtrecht 73, 118).
5) abfall des k (von kw) findet statt in weinen aus goth. quinôn (kwainôn, vgl. kärnt. quienzen Lexer 170) gesch. der d. sprache 73, in wabbeln aus quabbeln, in wachtel aus ahd. quahtila (vgl. quackel).
6) in fremdwörtern entspricht qu einem lat.-romanischen qu (quader, quart, quinte, quitt u. s. w.), einem romanischen gu (s. DWB quarde, quartian); andere qu sind zweifelhaften ursprungs, s. DWB quappe, DWB quendel, DWB quitte.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
qua qua! vom geschrei der frösche (s. DWB quack, DWB koä, koax):

so lang sie sitzen
in ihren pfitzen,
so fluechens fort ihr qua qua qua. (
J. Khuen) munera pastorum (München 1651) 381.


 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
quaal, s. DWB qual.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
quab-, quabb-, s.quapp-.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
quack, adj., s. DWB queck.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
quack, quak! vom geschrei der frösche (vgl. DWB qua, koax) Schottel 1379. Stieler 1487: was half ihm (dem frosch), dasz er ihr sein quack quack quack so laut nachschrie als er konnte? Grimm märchen (1880) 2, ak ak ak 31;

da macht es fröschli: quag! quag! quag!
Usteri 1, 249,

der enten Wackernagel voces 11 (queck, queck queck Lindener schwankb. 105), der raben Kehrein volksspr. in Nassau 1, 315.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
quack, quak, m. einer der quack oder einen ähnlichen ton hören läszt: der frosch Spiesz henneb. id. 188, der rabe Kehrein volksspr. in Nassau 1, 315; was nestquack, ein kleiner quack, infans vagiens Frisch 2, 75b, dimin. quakelchen Göthe 16, 42 (vergl. dazu Heynatz 2, 332); was pfingstquak Bavaria 4, 2, 359 f.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
quacke, quack, f. ein kleines kind oder stück vieh Kehrein volksspr. in Nassau 1, 315. Pfister nachträge 215 ('ein munteres thierchen, ein lebhaftes kind', s. DWB queck n.).
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
quackel, quakel, f. tetrao coturnix Nemnich 2, 1440. Kilian 419b. Dief. 154b, mlat. quaquila, quacula 480b, s. DWB wachtel und Wackernagel voces 20. Diez4 259.

[Bd. 13, Sp. 2290]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) quackelbeere, f. juniperus communis Nemnich 2, 268. vgl. queckholder, wachholder.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
quäckelbusch, m. dasselbe ebenda, osnabr. quakelbusk Pritzel-Jessen 197a.