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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
bis paarmonatlich (Bd. 13, Sp. 1389 bis 1394)
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[Bd. 13, Sp. 1389]


Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) P, der harte lippenlaut, der sechszehnte buchstabe unseres alphabets (vor der scheidung des I und J der fünfzehnte Hederich 1744), über den schon bei b th. 1, 1049—1055 ausführlich gehandelt worden ist, womit noch Weinhold s beobachtungen in alem. gramm. § § 148—154 und bair. gramm. § § 121—123 zu vergleichen sind. — p haissen die teutschen schreiber den plaser, hat gar ein klaine underschaid von b, wird eins für das ander genomen. Aventin. 4, 30, 14; das b und p wird gemachet mit den lebtzen, durch des athems gewalt aufgerissen, das einer den athem helt mit zgespertem mundt, das er im die backen auftreibet wie einem pfeiffer, und läszt dann den athem durch geöffnete lebtzen faren; das p ist herter. Ickelsamer B 2b. — in der redensart ich will ein p für das haus schreiben (Frank 2, 71b. Eyering 3, 72 mit dem zusatz mein lebenlang heraus zu bleiben), nd. een p vor schreven, dafür sorgen, dasz sich niemand daran wagt oder vergreift (brem. wb. 3, 278. Dähnert 341a. Danneil 150. Schütze 3, 183) bezeichnet p wahrscheinlich die in einem hause herrschende pest, s. Schiller-Lübben 3, 288a ff. Wander 3, 1164.
 
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paar, adj. und n. im älteren nhd. par, auch bar (th. 1, 1121 f.), entsprechend dem aus lat. par (franz. paire) entlehnten ahd. mhd. pâr, par.
I. adjectiv, einem andern gleich: mhd.

pâr und gelîch sint ebensleht
und ist an in kein underbint.
Konrad troj. kr. 665;

nhd. par oder geleich voc. 1482 y 3b; paar mit dem gegensatze unpaar in der schriftsprache nicht üblich (vergl. paarig), zusammengehörig: paare handschuhe; gleich, von zahlen durch 2 ohne rest theilbar. Adelung.
II. das, ein paar als zählendes substantiv, zwei von gleicher beschaffenheit, besonders wenn sie der natur gemäsz zu einander bestimmt sind (zwei ding, da eins ist wie das ander und derhalben zusamen gehörn. Roth dict. L 8b); dann überhaupt zwei und abgeschwächt als unbestimmtes zahlwort.
1) als zählendes substantiv.
a) im singular
α) mit einem artikel oder pronomen:

dâ wâren ouch ..
geistlîcher lûde harte gnuoc,
hêrlîcher paffen manic par (: schar). Elisab. 9839;

sie sollen von einem ieden par schuche mit lengern spitzen .. gemainer statt zu pusze verfallen sein anderhalb guldin. Nürnb. polizeiordn. 109 (15. jahrh.); ein pare seil. Tucher baumeisterb. 111, 5. 11. 18; ein par ochsen, ein par schch, par hosen u. s. w. Roth dict. L 8b. Stieler 1411; er nam ein par ochsen und zerstückt sie. 1 Sam. 11, 7; wenn einer ein böse weib hat, so ists eben, als ein ungleich par ochsen, die neben ander ziehen sollen. Sir. 26, 9; ein par dorteltauben Luc. 2, 24 (zwo turteltauben cod. Tepl., goth. gajuk hraivadubônô); das sie ... die armen umb ein par schuch verkeuffen. Amos 2, 6; ein nw par schuo. F. Platter 236 B.; am pfingstag leidt ich ein nw rot par hosen an. 204;

im nächsten bett war aufgewacht
ein paar verrätherohren.
Bürger 53b;

der mond prunkirt auf sein paar silberhörner.
Schiller 1, 244;

arme poeten, die keinen schuh anzuziehen hatten, weil sie ihr einziges paar in die mache gegeben. 2, 95 (räuber, schausp. 2, 3);

hier ist sein (des pantoffels) andres ich, sie sind ein paar.
Platen 3, 100;

mit einem paar, aber auch wie bei 3, a mit ein paar: da begegenet im Ziba .. mit einem par esel gesattelt 2 Sam. 16, 1;

ich endige mein abenteuer
mit einem paar gesottner eier. d. j.
Göthe 1, 263;

zugleich sah sie mit ein paar augen an ihn hinauf, aus denen ihre ganze neigung hervorsprach. werke 22, 52.
Besonders von lebenden wesen verschiedenen geschlechtes, namentlich von einem liebes- oder ehepaare: ain par der vogel, daʒ

[Bd. 13, Sp. 1390]


ist ain er und ain si. Megenberg 229, 20; und du solt in den kasten thun allerlei thier .. ja ein par, menlin und frewlin. 1 Mos. 6, 19; es ist einer stadt .. ein par ehevolks gewesen. Luther tischr. 314a; ein jung par eevolk. F. Platter 176 B.;

o, wären wir ein paar!
Logau 1, 8, 99 v. 32;

zauberer und gnomen,
die einem treuen paare nachgestellt.
Gotter 1, 42;

ich belausch ein zärtlich paar. d. j.
Göthe 1, 98;

das iunge paar ist schon aufgeboten. 1, 386; dem neuen paar viel glück! 1, 305; kommt in die kirche, der pater wartet, ihr sollt mir in einer viertelstunde ein paar sein. 2, 128;

ein verliebtes paar
sehnt sich herzlich zum altar. werke 1, 124;

das gute und natürliche ehgattenverhältnisz des allerhöchsten paares der christenheit. 24, 319; das eine paar war heimlich verheirathet. 27, 124; liebende paare 26, 346; das zärtliche paar Heinse Ardingh. 2, 267; das erste paar, das die furien einsegnen. Schiller 3, 40 (Fiesko 1, 12);

raum ist in der kleinsten hütte
für ein glücklich liebend paar. 14, 250 (parasit 4, 4);

vater, macht uns zum glücklichsten paar!
Körner 260a;

wie könnten sie (frostige späsze) dem neuen paare munden
in seiner ehe goldnen flitterstunden?
Uhland (1879) 2, 281.

von einem tänzerpaare: du versprachst, das paar mit mir zu machen (mit mir zu tanzen). Klinger theater 2, 229; übertragen auf personificationen: Luise. es ist nichts schrecklicher als macht und übereilung. amtmann. aber macht und schwäche sind auch ein trauriges paar. Göthe 15, 34 (die aufgeregten 2, 1). — das prädicat kann, da die einheit aus zwei wesen besteht, auch pluralisch sein: nicht weit von der burg .. wohnten ein paar frommer hausleute. Möser 2, 351.
β) ohne artikel, ahd. pâr (var. bâr) giwet, jugis boum. gl. Mons. 329 (Steinmeyer-Sievers 1, 441, 5); nhd. par adler, par ochszen, par rosz, par tauben. Maaler 315c; sodann in den adverbialen ausdrücken: paar und paar, paar bei paar, paar um paar, paar zu paar, immer je zwei zusammen, paarweise (vergl. b, γ):

da gselt sich allmal par und par
und meeren sich mit groszer schar.
H. Sachs 1, 30, 36;

secht, wie treffen sie par und par,
wie erklingt ir harnasch klar. 8, 14, 13;

sie gehen par und par, bini eunt. Aler 5509b; die krüg müssen paar und paar gehen, wie die schulerbuben in der procession. Abr. a S. Clara Jud. 3, 58;

wie schön! wenn paar und paar sich biegen (beim tanze).
Hagedorn (1729) 18 neudruck;

als jede spann, und jeder pflügte,
in eintracht, paar und paar.
Voss ged. 4, 232;

dort an den strand aussteigend, beschickten sie ämsig die nachtkost,
paar und paar. Theokrit 13, 33;

seht, wie fleugt der vogel schaar
in den lüften paar bei paar.
J. Neander bundeslieder (Bremen 1680);

tirol. paar und paar oder zu paar und paar gehen. Schöpf 487.
b) im plural, der bei vorgesetzter zahl gewöhnlich flexionslos ist (gramm. 4, 285), sonst die paare (appenz. die päärer Tobler 31a) lautet.
α) mit einem zahlwort oder numeralen adjectiv: tûsent par guoter kleider. Seifrid Alexandreis (Wiener handschrift) 54b; der hat nur dreu pare solicher groszen seil gemacht. Tucher baumeisterbuch 111, 8; zwei par, duo paria Dasyp. (1556) L 3c; ich hab viel par ehevolks gesehen. Luther tischr. 314a; wäre wohl hübsch so zwei paare. d. j. Göthe 1, 343; unten im hofe sind etliche paare pfauen. Haller tageb. 43 Hirzel; jeder hat fünf paar pistolen geladen. Schiller 2, 99 (räuber, schausp. 2, 3); bei Opitz wol nur dem reime zu lieb auch schwachformig:

zehn hundert tausend paren (: fahren)
der engel sahen zu. (1645) 3, 233.

[Bd. 13, Sp. 1391]



β) die paare, besonders von tänzerpaaren:

wie brausen und sausen die paare dahin!
F. Dahn ged., zweite samml. 1, 147;

die jauchzenden paare zogen zum tanz. Freytag ahnen 1, 149.
γ) ohne artikel in den adverbialen ausdrücken bei, in, zu paaren, je zwei zusammen, paarweise (vergl. a, β).
bei paaren, mnd. bî pâren Schiller-Lübben 302b: sie giengen zu im in den kasten bei paren, ja ein menlin und frewlin. 1 Mos. 7, 9. 15. Stieler 1411;

man sagt, das wenn die aff gebert
bei paren, sie ir kinder nert.
Waldis Es. 2, 16, 2;

das sie pei paren komen zsamen. 2, 60, 3;

drumb müssens .. bei parn
mit einander zum teuffel fahrn. 4, 4, 115;

zur hochzeit kommen sie bei parn. 4, 56, 21;

die jagthunde bei paren an einander binden. Ludwig 1370;

sie reibt zum punsch mit ihrer zarten hand
zitronen ab, er aber presst bei paaren
.. sie aus.
Gökingk 2, 212.

auch paar bei paaren:

man schaut sie (sterne) paar bei paaren stehn.
Hofmannswaldau 2, 93.


in paaren, mnd. in pâren Schiller-Lübben 3, 303b: er wünschte sich ... mit Albrecht Dürer in paaren zu gehn. J. Paul holzschnitte x, 93;

(ich) verderbe so das menschenvolk in paaren.
Göthe 41, 37.

zu paaren:

was an ihr Spurca hat zu paaren.
Logau 1, 10, 97;

zu paaren gehn. Stieler 1411;

die reime lauffen mir zu paaren in den kiel.
Günther 582;

dieser erde glück zu finden
müsset ihr zu paaren sein.
Göthe 10, 332;

(du sollst uns) zu paaren unter zweigen
süszer ruhe pflegen sehn.
Bürger (1778) 10;

wo (unterm tische) kleine seidne füszchen stehn zu paaren.
G. Keller ges. ged. 411.

genauer zu gleichen paaren. Kant 6, 16. 177; weidmännisch zu paaren fallen (von rebhühnern) = sich paaren. Kehrein 222.
Aber in der redensart zu paaren treiben (zur ruhe bringen, bändigen, bewältigen), die, wenn die schreibung und heutige auffassung richtig wäre, eigentlich nur von mehrern, die man paarweise vor sich hertreibt, gebraucht werden könnte, ist zu paaren aus zum barn, zum barren (th. 1, 1138) entstanden und die redensart bedeutet also ursprünglich jemanden zu seiner krippe treiben wie ein thier das aus dem stalle entflohen ist. im 16. jh. heiszt es noch deutlich an den barn (parn), zu dem barn, zum parn bringen oder treiben, führen (kärnt. einen zi'n pôrn treiben. Lexer 16), wofür th. 1, 1137 f. 1139 belege gegeben sind. erst im 18. jahrh. kommt die falsche und zum misverständnisse führende schreibung zu paaren auf: gänzlich zu paaren getrieben. ehe eines weibes 172; die aufrührer zu paaren getrieben werden möchten. Pierot 4, 131; um euch alle zu paaren zu treiben. Lessing 4, 391, vergl. 13, 607; das unbändigste temperament kann zu paaren getrieben werden. Wieland 2, 266;

kein schelten treibt ihn mehr zu pahren (: fahren). 18, 100;

doch durch seines goldes kraft
trieb er jedes herz zu paaren.
Gotter 1, 48;

gott gebe nur, dasz der antichrist auf irgend eine weise zu paaren getrieben wird. Lichtenberg 8, 181; er trieb manche spröde tugend zu paaren. Sturz 1, 241; wir treiben sie zu paaren. F. Müller 1, 363. 2, 112; noch unverhallt war der jubel, dasz Preuszens groszer könig die übermütigen zu paren getrieben. J. Grimm kl. schriften 1, 379.
2) das häufig gebrauchte ein paar (seltener die paar) nimmt schon im 16. jahrh. die natur eines unbestimmten zahlwortes an (über eins, wenig an der zahl, einige) und wird als solches in der regel flexionslos gebraucht.
a) ein paar unflektiert:

es gilt ein par taler darneben.
H. Sachs 3, 62, 26;

ich schenkte ihr alsbald ein bar ducaten. Albertinus landstörzer 187; wann nur ein paar volk zusammen kommt. A. Fritschi opifex peccans (Nürnb. 1685) 81; wann er ein paar löffel davon genossen. Zigler Banise 88, 14 Bobert.; er hat sie ersucht, ein pahr zeilen mitzunehmen. Hermes Sophie (1774) 2, 58; so werde .. ich ihr ein pahr gulden zuwenden. 206; wer sich ... bei ein paar trocknen metaphysikern einsperrt. Engel 4, 205; hirt .. mit ein paar ziegen. Herder relig. 7, 10; wie möchte ich ein paar hübsche abende bei ihrem lieben vater sein. d. j. Göthe 1, 53; wolltet ihr nicht ein paar

[Bd. 13, Sp. 1392]


ausschicken, meinen knaben zu suchen und meine knechte? 2, 160; ein paar auszerordentliche gerichte. werke 25, 179; er faszte abermals ein paar hefte an .. und warf sie ins feuer. 18, 132; die auf ein paar bündeln stroh bei einander saszen. 18, 69; sah ichs nicht, wie sie ein paar diebische tränen in den wein fallen lies. Schiller 2, 133 (räuber, schausp. 4, 2);

vater, da kommen ein paar (soldaten) aus der küche. 12, 15 (Wallensteins lager 1).

in verbindung mit zahlwörtern ein paar tausend thaler, mit ein paar hundert soldaten u. s. w.; ein paar hundert dukaten. Schweinichen 3, 98; du kannst nachstehende ankündigung ein paar hundertmal .. abdrucken lassen. Lessing 12, 509;

oh wär ich doch ein wind mit ein paar hundert flügeln. d. j.
Göthe 1, 206;

(ich will) ein paar dutzend schneider unterhalten.
Schlegel Shakesp. 9, 29 (Richard III. 1, 2).


b) ein paar mit flexion des artikels: auch diese hatten sich seit einem paar tagen immer lebhafter bemüht, sich ihrem vorgesetzten ziele zu nähern. Klopstock 12, 389; die vereinigte weisheit von einem paar dutzend spanischen mänteln und langen perücken. Wieland 11, 208; noch seltener mit flexion des unbestimmten zahlwortes: unter ein paaren ists (das würfelspiel) nicht der mühe werth, man gewinnt einander geld ab, das ist fatal. Göthe 11, 2, 180 H.
c) die paar, besonders wenn es sich um eine bestimmte kleine summe handelt: die paar jahre, als ich lebe. d. j. Göthe 1, 59; wenden sie die paar groschen an mich. 63; sie sahen ja, wie er sich abäscherte, nur um dem schmidt die paar groschen verdienst zu nehmen. Immermann Münchh. 1, 263; ich übersende .. die paar thaler kostgeld. Holtei Lammfell2 3, 25.
 
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paarecht, s. paarig.
 
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paarel, s. pärlein.
 
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paaren, verb. erst im nhd. von paar abgeleitet, paarweise zusammenstellen oder zusammenfügen, gesellen, zu einem paare machen, womit innig verbinden (äuszerlich oder innerlich).
1) absolut im transitiven oder reflexiven sinne, wobei das object zu ergänzen ist: man sicht sy lauffen und (sich) paren auf dem anger (vergl. DWB barlaufen th. 1, 1134). H. Raminger bei Schm.2 1, 401 (vom j. 1464);

lasz doch fahren,
dasz was du jetzund denkst, lasz mich nun mit dir (mich) paren
(vereinigen zur ehe).
Opitz (1637) 1, 139;

wie man da pflegt (sich) zu paaren,
hab ich gar wohl erfahren.
J. Chr. Göring liebes-mayen-blühmlein (Hamburg 1654) 106;

was liebenswürdig ist, zu lieben,
hat uns die paarende natur
mit unserm blut ins herz geschrieben.
Hagedorn 2, 74;

wir verstehn,
in dem reigen uns zu drehn,
wie er mischt, wie er trennt, wie er paaret!
Voss ged. 5, 75;

doch zum tanz ich bitte
gieb mir die hand; so paaren (sich) turteltauben,
die nimmer scheiden wollen.
Tieck winterm. 4, 3.

paaren zu: er ist der ärmste, gröszte narr, da alle ihre leidenschaften und narrheiten zu den seinigen (sich) paaren, die er als seine eigne schleppen musz. Klinger theater 3, 128.
2) transitiv, handschuhe paaren (je zwei zusammengehörige zusammenlegen). Ludwig 1370; sie sucht nichts als eine äuserliche tendelei mit Sohlanden zu haben, die hände zu paaren, in arm zu nehmen, zu küssen und dergleichen. polit. stockf. 107;

der (gott) die hertzen pflegt zu paaren.
S. Dach 778 Öst.;

der masken scherz, wo mummerei und list
verliebte paart, gepaarten günstig ist.
Hagedorn 1, 57;

sie wechseln oder paaren
oft dinge, die, seitdem den elementenstreit
ein gott entschied, noch nie gepaart gewesen waren.
Wieland 9, 167;

der witz paart (assimilirt) heterogene vorstellungen. Kant 10, 237;

er, der alles wol gepaart.
J. G. Jacobi 3, 85;

lieb und gegenliebe paaret
dieses gottes freundlichkeit.
Bürger (1778) 2;

die liebe
baut dem vogel die nester,
paart blumen und blüthen.
Hölty 191 Halm;

wie that er schön, wie kukt' er grell,
als man bei tisch uns paarte (zusammensetzte).
Voss ged. 4, 173.

paaren mit:

ein andrer paart die Hanna
mit ihr (Susanna) in frömmigkeit.
Scultetus bei
Lessing 8, 306;

[Bd. 13, Sp. 1393]



da wallt, da springt es (herz) in der brust,
da will es sich genau verbinden,
ach paare doch mit ihm die lust,
und lasz es seine ruh-statt finden.
Günther 291;

sie war ganz heimlich von der art,
die keusche reden gern mit liebeswerken paart.
Hagedorn 2, 105;

des königs seneschall,
der höflingsart mit rittersitten paarte.
Wieland 18, 20;

wo sympathie nicht gleich
die herzen paart mit herzen.
Gökingk 1, 253;

ausgeartetes kind (Karthago) ...,
das mit des Römers trotz paaret des Tyriers list.
Schiller 11, 95.

bergmännisch, zwei züge paaren, zu dem in der grube gemessenen zuge den entsprechenden zu tage abstecken. Jacobsson 3, 181a.
3) reflexiv, gleich und gleich paaret sich am besten. Stieler 1411;

da ein unzehlichs volk der engel sich gepahrt (paarweise aufgestellt).
Opitz (1646) 3, 237;

hier paaren sich natur und liebe,
die jugend und die fröhlichkeit,
die lust und die gelegenheit.
Hagedorn 3, 34.

mit dativ:

ich pflege mich dir (fichte) bei in freies blau zu paaren.
Logau 1, 8, 99 v. 77;

ach! stütze leib und geist und lasz bei grauen haaren
nicht grüne sündenlast sich meinem hertzen paaren.
Hofmannswaldau verm. ged. 3.

sich paaren mit:

er (löwe) ist nimmermehr bedacht
mit wölffen falscher art und füchsen sich zu paren.
Opitz (1644) 1, 29;

weil sie (weine) nun täglich mit ihnen sich paren (zusammengegossen,
gemischt werden).
Logau 2, 2, 7;

wer verlachet dich papier?
part sich kluge hand mit dir,
wird der marmor nicht bestehn,
werden cedern eh vergehn. 3, 9, 29;

ob der donner sich mit lichten blitzen part.
Gryphius lyr. ged. 530 Palm;

es paart immer sich folge mit that.
Herder 1, 190 H.;

bedien einmal die welt nach ihrer art,
und zeige, dasz vernunft sich auch mit thorheit paart.
Wieland Idris 1, 3;

denn wo das strenge mit dem zarten,
wo starkes sich und mildes paarten,
da giebt es einen guten klang.
Schiller 11, 308;

auch lern' er im geiste verstehn,
wie fülle sich paart mit der höchsten art.
Platen 2, 258.

sich paaren zu, sich zusammen paaren:

es läszt sich übel paaren
die erde zu der luft; dann die wil oben fahren
und jene sinkt in sich.
Logau 2, 1, 38 v. 37;

die köpf sich nicht zusammen paaren.
der ein will disz, der ander das.
Moscherosch, zeitschr. f. d. alterth. 23, 81.


4) reflexiv, im engeren sinne, sich zur fortpflanzung verbinden, sich begatten.
a) von thieren, besonders von vögeln: in dem monat (april) scheidet sich winter und sommer, dann nun beginnen sich alle creaturen zu paaren und zu gatten. Colerus 1, 49a;

sepus, die fisch, sich paren tund,
das sielein (weibchen) empfecht durch den mund.
H. Sachs 7, 460, 13;

o der schönsten frühlingszeit ...,
da die vögel paaren sich.
Rist Parnasz 292;

und jeder vogel scherzt und paart
sich fröhlich dann in seiner laube.
Herder 1, 132 H.;

o gott! was zieht sie (tauben) so an einander, hast du sie so gelehrt oder paaren sie sich aus eignem triebe? F. Müller 1, 85; ja selbst der löwe und der tiger paaren sich. Brehm thierl. 1, 210.
b) von menschen, sich zu einem ehelichen paare verbinden, vermählen; sich begatten:

bisz ihr denn nach langen jahren
schauet durch des priesters hand
euer kindes-kind sich paaren
in den süszen liebe-stand.
Logau 1, 1, 47;

was sich paaren soll kommt wunderlich zusammen.
Günther 536;

er überdenket einen plan,
sich vortheilhaft zu paaren (zu verheiraten).
Langbein (1854) 1, 131.

sich paaren mit:

und wenn sich lieb mit liebe part,
so gschieht es nicht auf solche art,
wie der han auf die henne springt
und gar geschwind das werk vollbringt.
Fischart flöhhatz (1610) 6b;

[Bd. 13, Sp. 1394]



mit der ich mich halse, mit der ich mich paare.
Logau 2, 6, 34 v. 13;

als ich mich mit ihm paaret (ihn heiratete), war er einfältiger als ein schaaf. Simpl. 2, 251, 10; sie bestimbte ihm eine nacht, in welcher sie sich mit ihm zu paren versprach. 568, 13.
5) das partic. gepaart kann vom transitiven oder reflexiven paaren gebildet sein:

so dasz die gepaarte (eheliche) treu
immer bleibe frisch und neu.
Logau 2, 2, 3 v. 49;

nun dann! so seit hiemit geparet (vermählt)!
S. v. Birken Margenis 222;

wie scherzt und hüpfet durch die felder
die oft gepaarte wachtelbrut!
Hagedorn 3, 35;

sie pflegte nichts so sehr wie langsamkeit zu hassen,
und rath und that war stets bei ihr gepaart.
Wieland Klelia u. Sinib. 3, 159;

ist nur Rosinchen erst gepaart (vermählt),
ist sie die glücklichste vom weiblichen geschlechte. 3, 330;

o ihr weisze, zarte schwene,
die ihr durch die wellen streichet,
von der liebe sanft gepaart.
F. Müller 384 Seuffert;

ein theil meiner freunde ist gepaart (hat eine begleiterin, ein liebchen), und mag sich dabei ganz wohl befinden, ein anderer ungepaart, der befindet sich höchst schlecht. Göthe 25, 28, vergl. 26, 346 f.; der vater, der uns manchmal durch wiesen und felder begleitete, war öfters nicht günstig gepaart (begleitet), ich gesellte mich deshalb zu ihm. 26, 16; daher auch er ist heute nicht gut gepaart, nicht bei guter laune. Hennig 178.
gepaart mit:

vielleicht macht treue blosz, mit etwas stolz gepaart,
den jungen mann so unbeweglich.
Wieland Idris 1, 30;

wie ich
aus jenen alten büchern mir gelesen,
war liebe stets mit hoher ritterthat
gepaart.
Schiller 13, 193 (jungfr. von Orl. 1, 2);

sie (die einwohner von Palermo) haben ihre conversationen .. wie die übrigen Italiäner, aber viel angenehmer, indem die weiber nicht alle mit einem cavaliere servente gepaart sind. Göthe 37, 167; seine lebenskräfte seien durch schreckliche zauberformeln mit der verwesung gepaart, er müsse sich verzehren und sterben. 42, 218.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
paarer, m. der paarende Stieler 1411; bair. 'jeder der vier kegel, die paarweise vor und hinter der reihe stehn, in welcher der könig ist'. Schm.2 1, 401.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
paarhölzer, plur. was inhölzer, franz. couples (weil je zwei einander gleich sind und paarweise anwachsen oder abnehmen). Jacobsson 3, 181a.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
paarig, adj. paarweise vorhanden, ein paar bildend, besonders in naturwissenschaftlichen werken gebraucht: paarige blätter, paarige flossen u. dergl.; zwölf paarig sich gleichende steuerfedern. Brehm thierl. 3, 403 (s. ein-, doppel-, mehr-, vielpaarig); schweiz. paarecht, einem mhd. pârëht entsprechend: Plinius schreibt, dasz die egochsen allzeit parecht gefunden werden. Forer Gesners thierbuch 161a.
 
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paarlich, adj. wie paarig Stieler 1411.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
paarmal, adv. in ein páarmal, zusammengerückt aus ein paar mal, zweimal oder einige male, öfter (s. DWB paar 2, a):

(du müsztest) billig schäferlich vorher ein paarmal für sie sterben.
Bürger (1778) 105;

das mädchen hats nicht übel genommen,
und ist noch ein paarmal wieder gekommen.
Göthe 5, 118;

auf einmal wurde er gewahr, dasz das pochen ihres pulses nachliesz, und dann wieder ein paarmal klopfte. Stilling jug. 62; ein paarmal gieng er die stube auf und ab. wanderschaft 31; ich wollte nur im haven ein paarmal auf- und abfahren. H. L. Wagner der wohlthätige unbekannte 38; ein paarmal hat er ordentlich gelacht, aber im schlaf nur. reue nach der that 119; nur dasz .. das wetter des jahrs wenigstens ein paarmal da einschlägt. Heinse Ardingh. 2, 244.
 
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paarmonatlich, adj. ein paar monate dauernd (s. DWB paar 2, a): auf deiner paarmonatlichen reise. Thümmel reise 6, 436.