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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
mietwohnung bis milbenkrätze (Bd. 12, Sp. 2183 bis 2184)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) mietwohnung, f. gemietete wohnung: eine mietwohnung inne haben. auch mietswohnung.
 
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mietzeit, f. zeitdauer eines mietverhältnisses: meine mietzeit in diesem hause dauert drei jahre.
 
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mietzins, m. pretium locationis. Stieler 2651: bald erreicht er zu fusz ein kleines dachstübchen, seine wohnung, wenn nicht die wirthin, ungeduldig den miethzins länger zu entbehren, ihm den schlüssel schon abgefordert hat. Göthe 36, 5; Fixlein samt einer mitbelehnschaft von drei stubengenossen bestritten den miethzins einer stube leicht. J. Paul Qu. Fixlein s. 77.
 
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miez ,
1) kosenamen für Maria; auf dem bairischen walde. Schm. 1, 1705 Fromm.; in Niederösterreich das dim. miazl, miadl Fromm. 3, 393; sonst Miezchen: gib mir noch eine tasse, Miezchen. Schiller hist.-krit. ausg. 4, 188.
2) lockruf für die katze, in Mitteldeutschland vornehmlich, z. b. obersächsisch und düringisch (in Leipzig Albrecht 170b), wie niederd. mies (s. oben; mîs Danneil 138a) und alemannisch bus, büs (th. 2, 562); im Waldeckschen minz Curtze 484b; im kärntn. mutz, muinz Lexer 194; kaum mit dem vorigen Miez zusammenhängend, wahrscheinlicher, wie alle dergleichen lockrufe, lautmalend nach der stimme des thieres; es hat sich nachher als schmeichelname der katze selbst ergeben, die miez und die mieze, auch verdeutlichend die miezekatze (Albrecht a. a. o.), im Nassauischen die mienz (Kehrein 280), unterfränkisch mînz, mînzerle Schm. 1, 1619 Fromm., im Spessart die mitz, miez katze 1705; dän. mis, und missekat katze (Kristiansen ordbog over gadesproget s. 209), schwed. miss und misse; wie auch im romanischen sprachgebiete ital. micio, micia, span. micho, mizo, miza, miz u. s. w. katze auf den lockruf zurückführt Diez wb. der rom. spr. 1, 276. dim. schlesisch mînzel, mîndel, mînel kätzchen, was dem kärntn. muindel neben muinde, muine, muinze, mautzi, mütze, mutze katze (Lexer a. a. o.) antwortet; schriftdeutsch miezchen: blosz mein weiszes miezgen marschierte schnurrend auf dem spieltisch herum — kein mensch denkt natürlicher weise auf die katze. J. Paul uns. loge 1, 16.
 
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miff, im ablautspiele mit muff, zur bezeichnung eines hustenden, bellenden tones:

s ist nichts mit den alten weibern ...
miff! muff! gehts im hause
den ganzen tag herum;
junge mädel gehn halt grade,
alte weiber gehn krumm. ein kleiner feiner almanach 1, 142.


 
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miha, das gewieher des pferdes malend Stieler 2534, mit mihaschreier, equus hinniens.
 
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milan, m. falco milvus, die weihe; nach dem franz. milan. Nemnich 2, 1580. bei Adelung auch die milane.
 
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milbe, f.
1) acarus. das hochdeutsche wort (niederd. dafür miete, s. d., niederl. mijte, obschon auch meluwe, milwe acarus bei Kilian) ist in der alten sprache auf das eine oder andere insect bezogen, welches milbt, d. h. gegenstände in mehl oder staub verwandelt: ahd. ni curet iu trisiuuen treso in erdu,

[Bd. 12, Sp. 2184]


thâr iʒ rost inti miliuua furmalent (ubi erugo et tinea demolitur). Tat. 36, 1 (Matth. 6, 19, bei Luther die motten und der rost); mhd. tinea milwe, milhe, milb, plur. milwin Dief. 584b; als (gleichwie) die milwen daʒ gewant freʒʒent und verderbent. Megenberg 87, 13;

daʒ ê blût sam diu lilje,
daʒ wirt als daʒ gewant daʒ diu milwe
beneget unt friʒʒet.
H. v. Melk erinnerung 684,

also unser schabe oder motte bezeichnend; cimex milben Dief. 119b; milben, ciplex, virea, erugo. voc. inc. theut. n 7a; gern aber, und später ausschlieszlich geht das wort auf das geschlecht acarus: acarus milb, mele Dief. 6b;

wê dir von Zweter Regimâr! ..
du speltest, als ein milwe, ein hâr. minnes. 2, 241a Hagen;

in vielen arten, auf thieren, früchten, käse, mehl (Nemnich 1, 14 ff.), vgl. bienenmilbe, haarmilbe, käsemilbe, kornmilbe u. s. w.; auch auf der haut des menschen, vgl. DWB krätzmilbe; die milwen wolten inen das salz essen, sie hetten so alt salz, sie solten inen raten, wie sie es behielten vor den würmen. Keisersberg narrensch. 101a; ein schatz von salz daʒ wolten jm die mülben fressen. Pauli schimpf 18b; für milben und anderm unraht im haar. Gäbelkhover arzneib. (1599) 2, 101; die milwen, acarus, wie sie auf dem käsz wachsend. Maaler 290b; der käse ist der milben kindbette, caseus est acarorum puerperium. Steinbach 2, 61; womit soll ich dich vergleichen, alte närrische erde? bist du ein käse, auf dem milben umher krabbeln? Immermann Münchh. 3, 216; als bild äuszerster kleinheit:

noch kleiner vil dann ist ein milbe
sô wil ich meʒʒen. Kolmarer meisterl. 82, 47.


2) milbe, bei den meistersängern, weglassung des schluszlautes eines wortes: mylben, sind fehler, wann am ende des verses, der reimung halber abgebrochen wird, da doch dasselbige wort von natur den buchstaben erfordert, als: von diesem dinge will ich jetzo singe. Wagenseil de civ. Norimb. 529.
3) milbe, am Rheine der fisch cyprinus aspius, rappfisch, auch mülbe, minne. Nemnich 2, 1355.
 
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milben, verb. zu mehl oder staub machen (vgl. wegen des innern b unter mehl 1 sp. 1864 und mehleln sp. 1867): und sol man da zuo nên (zum lautertranke nehmen) xii corn piperis, pertheram, gingiber, spic, wol gesotin honec unde xxx meʒ wînes. disiu alliu suln wol gemilwet sîn. Wackernagel kl. schr. 1, 106; salz milben, gemilbet salz Schm. 1, 1587 Fromm. (aus Loris bergr.).
 
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milbenkäse, m. käse mit milben.
 
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milbenkrätze, f. eine krankheit: dies insect (acarus exulcerans) verursacht die sogenannte milbenkrätze. Nemnich 1, 17.