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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
meudern bis meutenierer (Bd. 12, Sp. 2164 bis 2165)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) meudern, verb., nebenform zu maudern sp. 1772, von vögeln: wann sie sich meudern oder straubfederich werden. Hohberg 2, 686b.
 
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meuen, s. DWB mäuen sp. 1773.
 
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meulen, s. DWB mäulen sp. 1802.
 
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meusch, m. asperula odorata, wolriechendes megerkraut. Nemnich.
 
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meusch, meusche, meuschen, s. meisch, meische, meischen sp. 1945 f.
 
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meut, m. ein nichts, für meit sp. 1986 f., vergl. namentlich sp. 1988 nr. 5:

ja wol, sie geit kein mewt umb mich.
H. Sachs fastn. sp. 1, 151, 154.


 
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meute, f. koppel hunde zur hetzjagd; übernommen im 18. jh. aus dem franz. meute (von lat. mota), altfranz. mute und meute, welches zufrühest zug im allgemeinen bedeutet, seit dem 13. jh. aber schon auf die jagdhunde bezogen ist (Littré 2, 551b). das wort erscheint in Döbels eröffneter jägerpractica (1746) 2, 91b. 97a als jägerisches kunstwort schon mehrfach gebraucht (bei Göchhausen 1741 noch nicht), und erlangt dann auch allgemeinere verwendung: eine meute hunde. Arnim 1, 162; es hängt sich eine ganze meute hunde an mich. dessen schaubühne 1, 32;

ob hart gleich hinter drein
die meute rascher hunde bellt.
Bürger 151a;

die lüfte
hallen vom reitergalopp und gebell der spürenden meute. 246a;

es stellt sich der erschöpfte hirsch und zeigt
der meute sein gefürchtetes geweih.
Schiller Tell 1, 4;

hetzt sie die meute, die mordathmende,
die sie umringt, das schönste wild zu fangen.
H. v. Kleist Penthesilea, 22. auftr.;

laut bellte dort die meute,
vor der die hindin floh,
und fiel die blutge beute,
erscholl ein wild halloh.
Uhland ged. 375;

hirsch und säue, rudelweis,
hetzend hinterdrein die meute.
H. Heine 17, 67;

übertragen auf eine rotte von menschen: der eine regierende graf verschreibt sich eine meute jagdhunde, wie sie kein potentat in Europa hat; der angrenzende besoldet eine meute hofmusici, die wenigstens eben so viel lärm macht. Knigge umgang mit menschen 3, 37; von der meute der recensenten parforce gejagt zu werden. 196;

eine ganze meute
von geilen Römern, die den platz durchschweifte.
H. v. Kleist Hermannsschlacht 4, 6.


 
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meutemacher, m. s. unter meutmacher.
 
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meuten, verb. meuterei machen (das folgende meutenieren in deutscher form, wie auch nl. muyten neben mutenêren steht, s. unten meutenieren und meutmacher): meuten, agitare seditiones Schottel 1364;

willst du der frechen schaar, die nichts als meuten kan,
gebieten sonder furcht: so fang am höchsten an,
und schmeisz die köpfe weg, die ander überholen.
A. Gryphius (1698) 1, 502;

auch von Stieler 1275, aber als selten gegenüber meutenieren aufgeführt.
 
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meutenieren, verb. aufruhr erregen. ein wort der soldatensprache, welches, wie manches andere (vergl. DWB marsch und DWB marschieren sp. 1671. 1675) vor dem 30jährigen kriege aufgenommen worden ist aus dem franz. mutiner, d. h. être mutin, faire le mutin den rebell machen Littré 2, 677a; der wurzelhafte zusammenhang

[Bd. 12, Sp. 2165]


dieses mutin, mutiner mit franz. meute (s. oben) wird anzunehmen sein, auch franz. esmeute, émeute aufruhr lautete früher émute (Littré 1, 1344c), spanisch entspricht motin aufruhr, amotinar aufwiegeln, ital. ammutinare Diez 2, 376; ins englische. hat das wort als mutine, mutiny sich empören, aufnahme gefunden, wie ins niederl. als mutenêren und umgebildet muyten seditionem meditari, conspirare, turbas ciere, coire, coitionem facere (Kilian). die letztgenannte niederländische form hat bildungen schon im anfange des 16. jahrh. ans deutsche abgegeben, lange bevor meutenieren direct aus dem französ. entlehnt wurde; auch die form, in der diese entlehnung geschah (eu für franz. u) hängt von solchen niederländischen einflüssen ab, vgl. unten meutmacher, welches letztere die deutschen bildungen meuterer und meuterei hervorrief, wol auch meuten, das doch hochd. erst später bezeugt ist. im deutschen wird meutenieren in Böcklers kriegsschule (1668) unter den 'kriegswörtern' aufgeführt und erklärt: mutine, so da sich absondern, mutiniren, meüteniren oder sich absondern. s. 1027. später bei Stieler 1275 meuteniren, als häufigerer ausdruck gegen meuten; unruhigen köpfen anlasz geben, ubels zu tuhn, zu meuteniren. Butschky Patm. 855.
 
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meutenierer, m. seminator discordiae, rerum novarum studiosus, schismaticus. Stieler 1275; meutenirer seditiosus Frisch 1, 661c; indehm er die meutenirer unter sich uneins zu machen trachtet. Butschky Patm. 901.