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mand bis mandelbret (Bd. 12, Sp. 1534 bis 1536) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| [Bd. 12, Sp. 1534] 1) haufe frischgeschnittenen und gebundenen getreides, getreide- oder strohbund; als masc.: Boas .. legt sich hinder einen mandel. Ruth 3, 7; und zündet die (schwänze der füchse) an mit fewr, und lies sie unter das korn der Philister, und zündet also an die mandel, sampt dem stehenden korn. richt. 15, 5; am wasser Chebar ... da die mandel stunden. Hes. 3, 15; und haben so viel altar, als mandel auf dem felde stehen. Hos. 12, 12; plur. mandeln, auf feminines geschlecht weisend, welches später ausschlieszlich hervortritt: in der erndten, wenn du die mandeln solt erben. Jes. 17, 11; zur zeit der erndte sahe man die sperlinge haufenweise auf den mandeln sitzen und solches überflusses frölich genieszen. andachten (1721) 987; das getraide wird im felde zur erndtezeit, wann es gesammlet und aufgebunden ist, in mandeln gesetzt, da denn das ährenlesen hinter denen abgeführten mandeln nach, und nicht zwischen denen annoch stehenden, denen armen leuten vergönnet wird. öcon. lex. 1500; der moment, wegen der heranreifenden feldfrüchte, war sehr bedeutend. in Thüringen stand alles zum schönsten, im Fuldaischen fanden wir die mandeln auf dem felde und zwischen Hanau und Frankfurt nur noch die stoppeln. 43, 19; darauf schritten sie über die stoppeln zu den garben; der schnelle blick des landwirths übersah die zusammengelegten mandeln. handschr. 1, 97. die mandel wird ihrem umfange nach bestimmt: mandel, strues frugum ex quindecim mergitibus, quindena, funfzehn garben. 1, 638b; mandel, eine hocke von funfzehn garben. 2, 337; bair. mannl, mandel, mehrere (10 bis 15) getreidegarben, die auf dem felde aufrecht zusammengestellt, und an dem obern ende mit einer umgekehrten garbe, wie mit einem hute, bedeckt werden. 1, 1601 Fromm.; in Tirol besteht ein getreidehock aus zehn garben, sechs hocken bilden einen schober oder ein mandl, die oberste garbe heiszt huet. 6, 152; niederländ. mandele, manipulus, et duo fasces straminei, et mergites duodecim, vulgo mandula. Kilian. 2) mandel, eine anzahl von fünfzehn (auch, mit zugabe éines stückes, von sechszehn, was in Düringen eine bauernmandel heiszt): mandel, certus numerus, quindecim. 1361; als fem., mit der gleichen form im plural bei zahlwörtern, sonst mandeln: so wolden sie eine mandel haupthechte und 3 mandel zahlhechte ... nehmen. 1, 359; die lerchen asz ich nicht eher, als bisz eine mandel im weinkeller 20. groschen galt. erzn. 44 Braune; von einer mandel pfannkuchen solte mir wohl besser werden. comöd. 315; dasz gemeldter herr nicht eine, sondern wohl ganze mandeln der artigsten dames zu seinen guten freundinnen hätte. ehe eines mannes 338; eine halbe mandel worte. causenm. 77; eine mandel eier, eine mandel käse ... vier mandel machen ein schock aus. 3, 13a; hier ist das verzeichnis der weiblichen (charaktere, die in einem buche geschildert werden, 15 stück) ... eine schöne mandel! 4, 478; herr. wie viel habt ihr denn bis jetzt gefunden (von den goldenen eiern)? Papageno. ohngefähr zwei bis dritthalb schock ... herr. allerliebster Papageno, ihr lieszt mir wohl eine mandel zukommen? 11, 220; der rock kostet seine mandel thaler. Münchh. 3, 10; als neutrum: ein mandel hofleute. a. d. teuf. pap. 1, 29. 3) in der zweiten bedeutung reicht das wort landschaftlich zumal über das östliche Mitteldeutschland, und bis Schmalkalden ( 260), auch nach Niederdeutschland: mannl, die mandel, fünfzehn, auch die garbenmandel zusätze zu Danneils wörterb. 26, wo es alt bezeugt ist: quindena ein mandel nov. gloss. 311b (aus einem niederd. glossar von 1425 und aus Trochus), auch vom gelde: negen mandel nyger croschen. hallisches schöppenbuch bei 3, 22a; die erste bedeutung steht in der latinisierten form mandala schon in einer urkunde von 1242 des chartulars der abtei Mont S. Martin zu Cambray: viginti mandalas straminis .. in illis octo modiis [Bd. 12, Sp. 1535] siliginis et avenae et viginti mandalis straminis. 4, 220a, und wird, wie die früher vorkommende, so auch die ältere sein, aus der sich jene erst in manchen gegenden herausgebildet hat; sie ist auch die verbreitetere, da sie sich auszer dem nl. nd. md. im bairischen sprachgebiete findet, wo man mandl allerdings als diminutiv zu mann umgedeutet und an eine aufgerichtete menschliche figur gedacht hat (vergl. oben nr. 1 a. e.). der eigentliche begriff des wortes läszt sich sicher nicht feststellen, an mand, mande korb ist wol schwerlich anzuknüpfen, obschon dasselbe auch den gegenden angehört, wie mandel; eher an das fries. monda, manda gemeinschaft, mnd. mande gemeinschaft und gemeinschaftlich ( 3, 21b), so dasz man bei mandel zunächst an die vereinigung verschiedener garben zu einem bunde gedacht hätte. 1) ahd. nur im plur. mandilun, mandalon bezeugt ( 2, 817): jû leit in erde ich mein ouch die werden wip, (du) tust unter mandel pfirsingkeren ich scholt im kochen gute speis zu süsz für euch ist diser mandel. (die frau) trägt fette milch voll schaum südlich vom drei-spitzen-cap, lasz die wetter unterdessen, 2) mandel, auch der mandelbaum: wie er (der mandelbaum) denn .. in denen weinbergen am Main und Rheinstrom und Speyer und in der bergstraszen trefflich fortkommt, also [Bd. 12, Sp. 1536] dasz von denen dasigen bauern ganze wägen voll mandeln in die umliegende orte zu markt gebracht werden. öcon. lex. 1503; die lerche singt, die mandel blüht; es knospet 3) mandeln im halse, amygdalae, zwei mandelförmige oder länglicht runde schleimdrüsen, welche sich am anfang des schlundes, ein wenig unter dem zäpfchen befinden. 1, 244; geschwulst der mandeln, tonsillarum inflammatio. 1228. 4) versteinerte mandeln, mandelsteine, mandelförmige steine, amygdalites, mandelförmige steinspiele, welche bald in einer mutter, bald einzeln auszer der mutter gefunden werden. Nemnich. 5) mandel, eine muschelart, venus pectinata. ebenda 4, 1549. Medeen seh ich rasen: auch groszmuth macht dem alter raum, und, dicht in schatten eingeschleiert, fliegt er, der die sanfte lieblichkeit
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