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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
malterholz bis malvenfalter (Bd. 12, Sp. 1512 bis 1513)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) malterholz, n. ein holzmasz im Düringer walde oder da, wo viele kohlen gebrannt, und wornach die scheite gemacht und gelegt werden. Jacobsson 3, 11b.
 
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mälterlein, n. kleines malter; mälterlin unter den namen von trinkgeschirren. Garg. 83b.
 
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maltersack, m. sack der einen malter hält:

het ich alles guotes einen maltersac. minnes. 2, 133b Hagen;

zu gutem glück find ich eine bauerngans (taschenmesser) in meinem hosensacke! ein maltersack voll dukaten und dublonen hätte mich nicht so gefreut. Wieland 15, 140; ich hab ja bei dir daheim einen maltersack hafer selber aufgeladen und auf die obere bühne getragen wie eine feder. Auerbach Brigitta (1880) 130.
 
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malung, f. das malen: pictura, scientia et artificium pingendi Stieler 1220; pictura malunge, molunge Dief. 433c; pictacio malunge 433b; darumb also zu verstehen ist, dasz alle creaturen ein mahlung ist desz höchsten arcanen, und ein angeworfen farb an der wand. Paracels. opp. 1, 6 C.
 
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malvasier, m.
1) griechischer wein, zufrühest aus der gegend von Napoli di Malvasia auf Morea, sodann auch von inseln des griechischen archipels und endlich selbst aus Sicilien importiert, als eine der edelsten sorten gepriesen; in verschiedenen leicht abweichenden formen des namens: malmasia, malfesya, malfesetum, malvaticum edel win, malmasie, malmasy, malmasier, malmatier, malmesie, malfeseyer, malfasyer Dief. 345a; vinum malmasinum, malmasetum, malvaticum malmasier, malvasier, malvoschy. 620c; von denen malfasier und malmasier im 14. bis 16. jahrh. besonders gebräuchlich sind: man sol ouch den kriechel und rômâner (zwei fremde weine) schenken ein ganzeʒ trinken umb zwêne zweinziger und ein halbeʒ trinken umb einen zweinziger, und malfasier ein trinken umb drî zweinziger und ein halbeʒ trinken umb anderhalben zweinziger. Meraner stadtrecht in Haupts ztschr. 6, 417; wie ein köpflin malfasyer das in ein vasz mit wein gelossen würt, das sich selbs verlürt, und würt zu wyn recht und redlich. Keisersberg post. 2, 67a; und nymt aber einen leimen klotzen, und macht dar usz ein rein lustlich trinkgeschirr, darin man malmasier und lutertrank der ewigen seligkeit in sol thn, das ist, er ordnet disen menschen z ewiger seligkeit.

[Bd. 12, Sp. 1513]


bilg. 78c; gleich als wenn man malmasier unter wenig wasser gösse, da ist wasser, aber so gar zu malmasier worden, das (dasz es) nicht mehr geschmeckt wird. Luther 3, 493b; was were aller wein und malmasier in aller welt, wenn wir solten einen tag wassers mangeln? 5, 44b; malmasy und ander wein, den man unserm herren dem künige und den fürsten .. zu liebung geben hat. d. städtechr. 2, 10, anm. 7;

muscatell und auch malmasier
das trink ich für saurs pier. fastn. sp. 726, 4;

das ich und darzu jr all drei
morgen zu nacht in meinem hausz
wollen wol leben in dem sausz!
da wöll wir malmasier zugieszen.
H. Sachs fastn. sp. 2, 46, 257 Götze;

später nur noch malvasier: malvasier, vinum Creticum, vinum Arvisium Hederich 1570; in Katalonien nahe bei Sitgis, einer kleinen stadt, wächst eine gattung weintrauben, die einen vortrefflichen malvasier giebt. Jacobsson 3, 11b;

da funden wir gut gepraten hasen,
gute forhen und gute esch,
und ausz dermaszen gut genesch:
reinfal, pinol und malvasier,
vernetz, welschwein und rumenier.
H. Sachs fastn. sp. 1, 73, 121 Götze;

da halten wir heint gros gasterei,
hecht, forhen wir peraiten lasen (lassen),
vögl, capaune, rephnr und hasen,
und drinken darzw malvasier. 2, 34, 241.


2) malvasier, auch hammelshoden, eine traubenart von groszen schwarzen guten beeren, die einen leichten gesindewein geben. Nemnich.
3) malvasier nennen östreichische vogelsteller den finken nach einer besondern art seines schlages. Nemnich 2, 1657.
 
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malvasierbirne, f. eine birnenart, auch apothekerbirne. Nemnich.
 
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malvasiertraube, f. eine traubenart. Jacobsson 8, 173. vgl. malvasier 2.
 
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malve, f. die pflanze malva, deutsch pappel (s. d.); der lateinische name hat sich seit dem 18. jahrh. eingebürgert: die pappel-stöcke ... dieses gewächse ist unter seinem lateinischen nahmen malva bei denen gartenliebhabern fast mehr bekannt als unter diesen. öcon. lex. 1816; ich sagte zu ihm, der mensch müszte sich wie die blätter der groszen malve, in den verschiednen tagzeiten seines lebens, bald nach morgen bald nach abend richten. J. Paul Qu. Fixl. 196;

mir sind cichorien, mir sind des ölbaums früchte
und leichte malven stets vergnügende gerichte.
Hagedorn 3, 25 (nach Horaz 1, 31);

und in der malve, die dort blühend steht,
erkenn ich froh des herbstes klare nähe.
Körner Rosamunde 3, 10;

wieder hab ich dich gesehen,
blasse malve! blühst du schon? ..
bist du doch des herbstes rose.
Uhland ged. 54.


 
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malvenartig, adj. malvaceus; in der botanik von einem besonderen bau der blumenkronen.
 
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malvenbaum, m. lavatera arborea, ein malvenartiger strauch. Nemnich 3, 348.
 
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malvenfalter, m. papilio malvae.