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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
kotzmarkt bis krabat (Bd. 11, Sp. 1908)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) kotzmarkt, kotzmenger, s. u. DWB kotzenmenger.
 
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kotzung, f. nausea. Dief. nov. gl. 262b.
 
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kotzvoll, voll zum speien. M. Kramer (1719) 2, 126b, kotzvoll sein, spouw-dronken zyn. auch flämisch kotsvol, aber derb für voll überhaupt, z. b. de kerk was kotsvol Schuermans 283b.
 
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kovent, s. DWB kofent.
 
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koy, s. DWB käu.
 
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kr! findet sich als interj., von schmetterndem lärm, krachen u. ä.: wenn .. der schauspieler wie ein sturmwind in die coulissen saust, dann donnert es im parterre krrrrrrr! und das ist ein abgang. Kotzebue neue schausp. 10, 505 (1803), der schauspieler wider willen 12. sc.
 
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kra! vom schrei der krähe, des raben:

das lämmchen macht mä mä!
die krähe macht kra kra!
bin ich in deiner näh,
wie selig bin ich da. alter canon;

um (für um'n, um den) kirchthurm schwatzen schon die dohlen
krakrakrakra!
Weisze kom. op. 2, 56.

Auch gedehnt krahah, um gezogene töne zu bezeichnen:

er schlieszt die augen, stöszt ein lang krahah!
Annette v. Droste 70.

Schon mhd. grâ grâ! als schrei des raben bei Laber 529. auch ital. cracrà. vgl. unter krähe.
 
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kra, f. alte nebenform von krähe, s. d.
 
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kra, n. in froschkra, laich, s. unter DWB kragen II, 3.
 
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kraak, s. DWB kracke. krab, s. DWB krabbe.
 
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krabat, krabate, m. die ältere form für Kroat, die unterm volke noch geltend oder herschend ist, sie ist hier aufzuführen, weil dieses slav. volk spuren in unserer sprache zurückgelassen hat. von der form s. 3.
1) ein wildes kind nennt man im scherze einen kleinen krabaten, wilden krabaten (wie ähnlich einen Panduren), wie es scheint allenthalben, oberd. (östr. bair. tir.) wie md. (schles. sächs. thür. hess.) und selbst nd. (brem. wb., Schambach, Danneil), die Kroaten sind ja im 30jähr. kriege in ganz Deutschland und

[Bd. 11, Sp. 1909]


noch später weit genug herumgekommen; selbst dänisch krabat, doch auch schlimmer, für schlechter kerl (sogar als adj., gleich unserm neuern famos), wie fläm. krawaat, s. Schuerm. 290a. Bürger gab dem ausdruck ohne not die lat. form, von wilden schulknaben:

kroaten hintern bänken,
laszt nach mit lärm und schwänken! 21a.


2) eignerweise hat aber das kroatische kriegsvolk seinen namen auch in einem modischen kleidungsstück hinterlassen, in cravatte (Diez 1, 145), das dann mit dem Pariser modestempel versehen über Europa hingieng: franz. cravate, ital. cravatta, aber auch croatta (in Parma crovata Malaspina 1, 507b), span. corbata, engl. cravat, crabat u. s. w. Im franz. erscheint es schon in der ersten hälfte des 17. jahrh. (s. Diez), also auch eine frucht des 30jähr. krieges; in den briefen der Elis. Charl. v. Orl. (1843) s. 404 vom jahre 1719.
3) Krabate war früher auch die schriftform, im 16. jh. z. b. wird das land angegeben 'Krabaten (das), Croatia' Maaler 250b; das ist richtig deutsch, das land mit dem pl. des volksnamens bezeichnet (eig. im dat., vgl. DWB Franken). unser Kroatien ist eben lateinisch, wie bei den Engländern z. b. Hungaria für Ungern, Austria für Österreich, d. h. ein rest der stubengelehrsamkeit, der ins leben eingedrungen ist. doch auch im 15. jahrh. schon halb gelehrt Krabazien Liliencron hist. volksl. 1, 230a. Übrigens galt nach dem deutschen auch franz. früher Cravate und ist durch Croate verdrängt worden, ebenso engl. sonst Cravat, jetzt Croat; ital. mundartlich Crovat (z. b. in Parma), gebildet Croato, span. dagegen Corvato. auch bei uns findet sich im 16. jh. Krobaten, vielleicht durchs ital. veranlaszt, aus dem auch das lat. Croatia gekommen sein musz. Alle diese formen suchen ursprünglich den schwierigen klang des slav. namens selbst, Hrvat, nachzuahmen, altsl. Chrŭvatinŭ Kroate, doch auch Charĭbate Miklosich 1098b.