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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
kotzenmacher bis kotzet (Bd. 11, Sp. 1907 bis 1908)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) kotzenmacher, m. verfertiger von kotzen (sp. 1902) Frisch 1, 541a: das ehrsame kotzenmacherhandwerk gerathet gänzlich in abschlag, weilen alle gaisz- und pferdhaare zur ausstaffierung deren parocken aufgekauft werden. Neiners tandelmarkt (Schm. 2, 347). noch in Östreich. decken- und kotzenmacher Weserzeitung 1853 no. 2965 in einer aufzählung der gewerbe der Siebenbürger Sachsen.
 
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kotzenmantel, m. mantel von kotzen, z. b. in seebädern, zum wärmen nach dem bade (in einem berichte der Augsb. allg. zeit. aus Dieppe). schon im 16. jahrh.: penula, kotzenmantel, regenmantel. Altenstaig (Dief. 423c). ein beleg aus d. 15. jh. bei Birlinger Augsb. wb.: daʒ teten si unter ainen koczenmantel, der was nit von edelm gewant (zeug).
 
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kotzenmenger, m. ein witzwort des 17. jh.: ich war zu dem gefangenen wild ein williger gast (schmauste tüchtig mit), welches dann mit so vielen kannen und gläsern begossen worden (so dazu getrunken), dasz etliche von der gesellschaft beinahe mit Gäbel dem kotzenmenger in querell gerathen weren, auch denselben mit granaden ausz einem feurmörser, in welchem eine zunge hangt (d. i. dem munde), beschossen hetten, wie dann auch natürlicher weise hette zugehen (d. i. es dahin kommen) können, dasz, demnach (nachdem) der has gefressen, der fuchs were geschossen worden. S. Boldrian allerh. seltzame würme 91. das ist ein rechtes stück geistreichigkeit des 17. jh.; denn wie den fuchs schieszen ein witzwort für speien ist (4, 334), so spielt das andere witzelnd um es herum; der kotzenmenger schlieszt sich an nrh. kotzmänger an, fleischverkäufer auf dem kotzmarkt, d. i. kaldaunenmarkt (Aach. mundart 124), sein name Gäbel ist nach nrh. göbbele speien, göbbel katzenjammer (das. 69) gewählt, man sagt in Aachen für speien sich met der (d. i. dem) nobber Göbbels schlon (mit nachbar G. schlagen), da letzteres dort ein häufiger name ist. wegen des nrh. kotz- s. kottfleisch a. e.
 
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kotzensohn, m. hurensohn, kotzensun. voc. th. 1482 r 1b. q 2a. in ältern rechten oft als schimpfwort verpönt, s. Schm. 2, 347.
 
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kotzentanz, m. ein tanz bei Fischart Garg.: hie gilts den scharrer, den zäuner, den kotzendanz, den moriscen. 83a (1575 J 4a, Sch. 142). zu kotze meretrix?
 
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kötzenträger, m. korbträger. Campe.
 
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kotzer, m. 1) vomitor. Maaler 250b. 2) bei Stieler, Steinbach auch huster, qualsterer, ein alter kotzer senex screator, wie koderer. letzteres noch henneb., westerw.; in Aachen kötzer der anhaltend hüstelt. 3) der husten selbst, kotz, westerw. Schmidt 85.
 
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kotzericht, kötzerig, vomitorius: dieweil sie ihm so kotzerecht und ketzerecht machen, das ihm die ssze gall ubergehet. Fischart bien. 203b (225a), bei Marnix 216b walghelick; saturnische saurseher, die mit ihrem lustigen angesicht und gespräch einen kötzerigen senittrank zu malvasier machen. Simpl. 1713 3, 581 (1684 s. 748), erbrechen erregend. vgl. DWB kotzern.

[Bd. 11, Sp. 1908]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) kotzerlich, dass., vomitorius Frisius 1407a, Maaler 250b (bei beiden ein druckf.), Stieler 1020: wie kotzerliche minen der arme tropf machte, bisz er dieses arzneitränklein in sich schüttete. Simpl. 2, 238 (3, 300 Kz.). schweiz. es ist mir kötzerlich, kötzelich. Stalder 2, 125.
 
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kotzern, nauseare Dasyp., Frisch, auch kötzern, impers., zum erbrechen reizen, ekeln, gebildet wie lächern, schläfern, mit acc., aber auch dat. (vgl. DWB kotzen selbst so 1, d): deren waren die därme aus dem hindern gezogen und wieder zum maul hinein geschoppt, welches so garstig aussahe, dasz (es) mich darob kotzerte. Simpl. 1, 168; dasz einem davor kotzert. Philander 2, 421; es kötzeret mich allemal, wenn es (das unreinliche mädchen) kocht und nicht die meisterfrau. Gotthelf 2, 96.
 
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kotzet, s. kotzicht.