| Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm | · · ![]() | ||
kotze bis kotzenkleid (Bd. 11, Sp. 1901 bis 1907) | |||
| I. Gebrauch und bedeutung. 1) als zeug. a) gausape, ein kotz, ein tch das auf beiden seiten gefotzet (zottig, lockig) ist, serg. 84c; pannus villosus, rauch, zottet tuch, vulgo kotze. 1582 209 (anders 1588 229 und bei Chytr.); ein vierteil von einem englischen kotzen. handlungsbuch 14. vgl. kotzenmacher. b) auch von filz, wie es scheint, nach 'kotz, filtrum' in einem voc. inc. teut. ( 250b s. v. fulcrum), vgl. kotzhut. 2) stück davon, als decke u. dgl.; entlehnt poln. koc m. a) als bettdecke u. ä., mhd. 8, 153 v. 280, lodex kotze voc. opt. 28a, voc. inc. teut. n 4a, voc. 1482 r 1b, culcitra kotz 161c, bei 366d kotz cento, teges, im voc. inc. teut. h 4a geferbte deck oder kocz, fulcrum, culcitra, im voc. th. 1482 pp 1a wullin kotz, lane owirra (?): [Bd. 11, Sp. 1902] dar zuo gib ich euch gestrak (zur aussteuer) b) pferdedecke, gausape orb. p. 1, 157: so sol man das ross mit einer kotzen bedecken. gebr. der ross 1, 1; lasz das pferd mit wüllenen kotzen fein warm zu decken. 2, 55; decke ihm (dem pferde) eine kotze oder einen sack .. über, dasz es fein wieder erwarmet. a. a. o. 263. c) es heiszen aber später auch andere als wollene decken so, z. b. leinene: wans etwe ein stückl hausleinwed zu hemeden, hosenfuetter, kotzn und leilachern brauchn thetn. tintenf. 40. von ziegen- und pferdehaaren: das ehrsame kotzenmacherhandwerk gerathet gänzlich in abschlag, weilen alle gais- und pferdhaare zur ausstaffierung deren parocken aufgekauft werden. tandelm. bei Schm. 2, 347. d) es ist noch südd. in voller geltung, östr. 2, 150, bair. kotzen, kutzen m. in allen drei bed. 2, 347, schwäbisch kotz f. wolldecke und bedeckung überhaupt 323. mittel- und nordd. jetzt unbekannt, während doch Stieler, Schottel, Steinbach, Rädlein es noch haben, vgl. unter 3. 3) als kleid, hauptsächlich mantel, als regenmantel, reisemantel, pilgerkleid, bei bauern und bettlern. so ahd. allein als lacerna, vestis fimbriata (zottig), birrus, paenula, mhd. z. b. Parz. 664, 27; er nam ainen rauhen kotzen (als pilger), er legt in an den leib. Wolfdietrich bei ouch dede hei an darnâ (sich verkleidend) seins kleids gewand von kamelhar II. Nebenformen und verwandtschaft. 1) die formen. a) zunächst ist wieder die vielseitige ausbildung als m. und f., stark und schwach zu beachten. das starke m. gehört z. b. dem Rheinlande an, denn die altmrh. gl. zu Heinr. summ. geben koz lacerna Germ. 9, 28, wie nrh. im Karlm. unter I, 3 kotz, oberrh. choz penula bei Graff aus einer Straszb. hs. b) die nebenformen mit u werden echt sein (bair. unter 2, d, schles. unter 3), denn auch ahd. zeigt sich ungebrochner vocal in umbichuzî f. amictus, pichuzan und umbichuzan amicire 4, 539, und so gibt noch voc. von 1420 s. 37a neben toga ein kocze togatus kuczt, eine übrigens md. quelle, womit bezeugt ist dasz die heutige beschränkung aufs oberd. nicht ursprünglich ist; auch in den md. Marienleg. 22, 151 ein praet. kuzte, legte als mantel um. c) selbst mit umlaut kütze, bei 2, 347 aus Nürnberg als grobes oberkleid, 'der teufel hat ihn bei der kützen', schon mhd. (wb. 1, 866b); die form stimmt zu dem ahd. umbichuzî unter b. 1020 gibt auch kötze f., pl. kötzen, gausape, storea, stragulum villosum (neben kotz f.), vgl. lacerna ketz nov. gl. 225b. das urspr. u bezeugen wol aber auch mhd. kutzmentelîn Renner 241b (vgl. 228a kurze mentelîn, verschrieben?) und kutzhuot für caliendrum ( nov. gl. 66b), das sonst mit filzhut glossiert wird (s. I, 1, b); vgl. DWB kotzhut und DWB kotzenmantel. d) merkwürdig aber auch küte, bettdecke, oberrh.: wann die kellerin uns das bett soll machen, so msz sie gar eben [Bd. 11, Sp. 1903] lgen, das sie das underlilach rechts leg, das die nät gegen dem bett sei, und das oberlilach lätz mit der nät gegen der küten oder sergen, uf das uns die nät nit schnatten (schwielen) hinin in die hut trucken. post. 3, 40a. das altfranz. coute bettdecke kann es nicht sein, denn dem entspricht kolte (s. d.); aber serge wird wie hier gleich küte, so bei (u. I, 1, a), also auch in Straszburg, gleich kotze genannt, und ebenso kommt kuthut bei Keisersb. anscheinend gleich kutzhut vor ( 850), und das gut hd. kutte liegt dem kotze I, 3 in sache und form so nahe, dasz ein hd. stamm kut neben kuz anzunehmen scheint. 2) die ursprüngliche verbreitung. a) wie es für früher sich auch als md. erwies (1, b), so war es noch früher auch nd., denn in der Freckenhorster heberolle erscheint einmal als abgabe I lakan, I cot ( kl. altnd. denkm. 135a), wol ein leinen und ein wollen tuch, wie nach dem Werdener heberegister zinspflichtige I kottum, II kottos gebẹn muszten (das.), nach dem trad. Fuld. 43, 11 xxviii Sclavi kozzos reddunt (andere das. pannos ex proprio lino, jenes alts. lakan); das ist alts. kot, wie hier altmd. koz oder kozzo in lat. form. b) ob es in den andern sprachen nd. lautstufe bestand? als spur davon kann ein isl. kot n. pectorale, thorax, en vest eller brystdug 1, 470b in frage kommen. das engl. coat rock scheint vielmehr aus dem franz. entlehnt, altengl. cote, coote 121, und daraus wieder gael. cota m. a coat, a petticoat. c) es geht nämlich auch durch die roman. sprachen (s. 1, 144): frz. cotte unterrock, altfrz. cote langes oberkleid (davon cotillon unterrock), prov. span. port. cota f. rock, waffenrock, panzer u. ä. (span. cotilla schnürbrust, an das isl. erinnernd), prov. auch cot m., it. cotta langer rock, kutte u. ä.; die Germanen werden das wort auf romanischen boden mitgebracht haben. es muszte bei ihnen ein gesamtname für oberkleid sein, da davon ein zeitwort für amicire überhaupt (s. II, 1, b) entstehen konnte; das war aber wol urspr. einfach ein stück wollenzeug, daher die bed. wollene decke u. ä. I, 2, die wolbemerkt ins rom. nicht mit übergieng. s. auch mlat. cota, cotta, cottus für rock bei Ducange (cottum, cotus für bettdecke), 'kottus kozzo' bei Graff und anz. 5, 232. 3) zur verwandtschaft. da in dem worte wahrscheinlich ein stück altgermanischer wollenweberei steckt, die bezeichnung aber wol von der art des gewebes, dem grob zottigen entnommen sein konnte (im gegensatz zur leinenweberei), so kommen gleichklingende wörter mit diesem begriffe als verwandt in frage: siebenb. verkôzen verwirren ( plan 24a), zips. kotzen wirres haar, nordenglisch cotted, cotty verwirrt, verflochten, cot wollabfall (Halliw.) und anderes, was unter katzen 2 zu finden ist. doch s. auch unter kötze am ende. I. Bedeutung und gebrauch. 1) korb: citella, sporta, kötze 127c 15. jh. (rhein.). a) hauptsächlich tragkorb, rückenkorb mit armbändern ( 2, 347, 221), corbis dorsuaria 1020: dein kötzen ist da worden leer. b) aber auch als doppelkorb den ein esel trägt, s. fastn. sp. 731, 21. 346, 1 (obscön angewandt). c) auch für vogelkorb, bei Dasyp. s. v. avis: aviarium, ein vogelkrätze oder kötze, ein ort da man vogel ziehet oder neret. 16b. als fischkorb s. II, 1, a. d) es gilt heutzutage, meist mit nebenform kütze (s. II, 1), in Franken, z. b. graskötz, tragkötz, mistkötz, hüenerkötz 2, 347, von da wesentlich das Main- und Rheinland abwärts, am Mittelrhein, in Nassau, Niederhessen ( 221, mit beschreibung [Bd. 11, Sp. 1904] der verschiedenen form des korbes), auf dem Westerwalde 95, der es auch als pfälz. angibt; auch ins nrh. greifend bei 5, 278b. 281, in Waldeck 478b (s. auch II, 1, a), anderseits südl. ins schwäbische ( a. a. o., vergl. übrigens II, 1, c). auch nordfränk., im henneb. 1, 86. 2, 74, in der Ruhl 151; nördl. aber selbst ins nd. gebiet greifend, götting. kœze, selbst kœte 110b, vgl. II, 2. 2) westerw. auch dicker bauch: sie hat eine kötze. 95, eig. wol als futterkorb, freszkorb gedacht. so schon kötz bauch bei H. Folz, in der anrede an einen trinker: wann du dein kötz seufest so vol. 3) andres flechtwerk: sind mit binzen und kötzen, ausz einem gemösz gemacht, bekleidet. weltb. 1567 197b. 4) merkwürdig für wiege bei cornuc. 1, 572a: incunabula, kindswiegen, kötze, doch wol eigentlich korbwiege. 5) fraglich scheint bei 1020 kötze als schrank; da er als andere aussprache dafür köde angibt (d. i. köte, s. d.), auch als korb, so liegt da wol eine vermengung vor. II. Formen und verwandtschaft. 1) die formen zeigen ziemliche manigfaltigkeit. a) kütze wird als neben kötze geltend angegeben nass., fränk., henneb., hier als 'feiner' von 1, 86. und wie dieser es auch aus Koblenz gibt, so ist es dort überrh. älter bezeugt: und wannie (für mhd. swanne) er einen weiszen fisch fanget, sol er ihme in den mund speien und die kütz bieten (hinhalten). felt er in die kütz, so ist er des gehofeners, felt er ausz, so ist er wiederumb des herren. weisth. 2, 528, ein fischkorb. trotzdem wird kötze bei seiner verbreitung auch echt sein. b) der vocal wird theils kurz theils lang angegeben, beides zugleich vom Westerwalde, aus Nassau, kötz und köz, kütz und küz (d. i. eig. küze u. s. w.) 1, 241, nur lang hess., waldeck., götting., auch pfälz. 'keeze' 1, 87 (vgl. c). ebenso schwanken kitze und kieze gleicher bed. (sp. 700). doch wird überall die kurze form die ursprüngliche sein. vergl. die doppelform kitze und kieze katze sp. 870. c) als nordschwäb. wird übrigens kätze angegeben, so aus Schw. Hall von 2, 74, und ebendaher ein älteres zeugnis, 'ketz tragkorb' bei 311, dessen e gleich ä sein wird: ein trunkener redt heraus wie eine ketz die keinen boden hat. lustgarten (1677); auch das pfälz. kêze unter b könnte daher gehören. so stellt sich aber in kitze, kütze, kätze völlige ablautung dar. und noch anders im vocal schwäb. käuze (kaize) f. bäckerkorb der auf dem rücken getragen wird 304. 2) für das alter des wortes ist die frage wichtig, ob es sich auch im nd. bereiche findet. das gött. köte unter I, 1, d, zudem als selten bezeichnet, ist als beweis nicht ausreichend, da es der hd. form entstammen kann; merkwürdig wäre daran die rückverschiebung des z zu t, die doch wirklich vorkommt (s. u. kerze). sonst find ich nur ein engl. wort das zu kitze stimmt: kit korb von stroh oder binsen für häringe oder sprotten, doch auch korb überhaupt 496a. 3) hohes alter wird ihm aber wol durch folgende merkwürdige gleichungen verbürgt. a) für wiege findet sich ein englisches cott (auch kleines bett) 272b, das für kötze wiege (I, 4) in frage kommen kann. die wiege heiszt aber hd. auch hotze (Frisch, 162b, nov. gl. 123b), und diesz scheint im grunde eins mit schweiz. hutte korb, hotte 1, 471a, vergl. das. hotzeln auf dem rücken tragen wie einen korb. also kötze korb, wiege : hotze wiege, korb, und beide gleich bis auf die anlautstufe. b) wie aber korb selbst auch häuschen, hütte ist, schon ahd. (sp. 1799), so stellt sich zu jenem hutte korb überraschend hütte selbst, und ebenso zu kötze korb das md. nd. kote hütte, engl. cot. beide wortpaare gleichen sich völlig in der sache, in der form dem lautstoffe nach auch, nur die lautstufe des anlauts ist gleichmäszig abweichend. das ganze aber ist ein neuer beweis, dasz in der vorzeit hütten, häuser auch durch flechtwerk, korbwerk hergestellt wurden (s. sp. 1800 β). vergl. auch kiepe korb mit kiffe häuschen? c) vielleicht findet auch kotze wollengewebe hier sein unterkommen. es traten dort II, 3 wörter auf mit dem begriff flechten (s. besonders kaute, kauze geflochtenes flachsbündel). das weben ist ja nichts als eine art flechten, und das älteste weben, das doch mit der hand geschehen muszte, war notwendig ein wirkliches [Bd. 11, Sp. 1905] flechten. noch jetzt tragen die Gottschewer hirten in Krain mäntel die sie sich von lindenbast machen (3. jahresber. d. vereins des krain. landesmus. 1862 s. 24), wie die Inder sich kleider aus bast flechten. für unsere vorzeit gibt eine andeutung gleicher kunst goth. snôrjô korb, flechtwerk verglichen mit hd. schnur, für die Slaven vielleicht böhm. koš korb vergl. mit košile hemde. ja man könnte kleid so zusammen bringen wollen mit nd. kloet korb (s. DWB klauer 2), klauder weidicht. d) einen einigungspunkt für unsere wörter und begriffe böte überraschend das finnische, da heiszt kudon zugleich stricken und weben und — bauen 1, 224b (ehstn. kuddoma stricken und weben); und der finnischen anklänge sind zu viel und zu bedeutsame, als dasz man sie schlechtweg zurückweisen könnte (s. z. b. unter kanker, kitzeln 3, a, kocke haufe 2, b, kasten 8, b, kitz II, 5). I. Formen, verbreitung, verwandtschaft. a) es erscheint zuerst im 15. jh. (ist aber sicher weit älter): kotzen, speien, vomere, debibere. voc. 1482 r 1a. ee 4b; koczen n. gl. 385b, hier auch schon, aus den ersten jahren des 15. jh., sich bekotzen. b) auch kutzen, in einem rhein. voc. des 15. jh. 629a, vgl. das kutzen unter II, 3 und gützen unter I, c; in Sachsen findet sich auch keuzen, also bewegung im vocal, vgl. kœzen unter d. vielleicht waltet selbst alter ablaut (I A U), denn nl. heiszt es kitsen (s. e) und tirol. katzlen, sich erbrechen, s. 6, 292; das a auch in tirol. kätzgen ekel empfinden und in kâz! was man den kindern zuruft wenn sie husten, auch kâzde! (kaz dich! brich aus was dich stört), s. 307. diesem zuruf entspricht wieder bair. kuz! oder kutzaus! 2, 347, dem kätzgen aber schweiz., vorarlb. kötzelen sich zum brechen ekeln, kötzelig, zum brechen widerlich. c) schweiz. mit doppeltem anlaut, neben kotzen (chotze) auch gützen, z. b. von kleinen kindern, dazu gutz m. das gebrochene (wie oben kotz) 1, 504. mit g auch schwäb. goazken durch heftiges räuspern aus dem halse stoszen 216 (vgl.gorzgen, das würgen beim erbrechen das. 238). k- und g- wechseln auch sonst bei diesen schallwörtern, s. unter DWB kackezen, DWB kauzen 2, käken, köcken I, d, bes. DWB kickezen 4, die übrigens alle auf éinen stamm zurückgehn müssen. d) und auch kotzen musz zuletzt dazu gehören, benannt von dem klange den es gibt. kotzen stellt sich zu köcken, wie katzlen (b), kätzen zu käken, kauzen 2 zu kaüken (sp. 371). freilich hat köken nur oder doch meist langen vocal, aber es gibt eben auch kœzen sich erbrechen, in Nassau ( 241). selbst eine entstehung der verba auf -z aus denen auf -k ist möglich, wie blitz aus blick ward durch blikz hindurch (2, 129), wie klucken gluckern durch kluchzen, kluckzen, klucksen hindurch vielleicht zu klutzen ward (vergl. DWB gackzen). in dem kätzgen, goazken unter c könnte auch eine umstellung aus k-kz zu k-zk vorliegen, wie in blitzgen aus blickzen (2, 134), gatzgen aus gackzen. doch scheint das nur auf hd. boden annehmbar, und kotzen greift weiter (e); ein urspr. koz- aber neben kok- ist auch nicht undenkbar, vgl. DWB klatzen. e) kotzen ist nicht nur hd. und md. allgemein, es ist eigner weise auch nd., z. b. bei 114a in der Altmark, 251b in Pommern, 221 im nd. Hessen. und wie nrh., so auch fläm. kotsen, nl. kodsen, im 16. jh. aber merkwürdig kitsen, kidsen vomere Kil., Plant. ob böhm. kuckati, sloven. kozláti nur zufällig anklingen? II. Bedeutung und gebrauch. 1) kotzen vomere, im 16. jh. bei (nauseare Dief. 376c), Alberus aa 3b, Dasypodius, Frisius, Maaler, Junius, noch heute allgemein gültig, und zwar meist als der derbste ausdruck. a) intrans.: der fieng an vor gestank zu kotzen. bei Steinhöwel 146b; seint guter ding und kotzt darneben. da tht man anders hören nicht [Bd. 11, Sp. 1906] den tollen macht der wein noch töller, b) auch trans.: und die hund auffressen, was sie (die trunkenen) gekotzt haben. trunkenh. E 4a, daher das gekotzte, vomitum: deswegen fütterte frau Sibylle den kleinen Adolph allemal so lange, bis er kotzete, und um recht sicher zu gehn, strich sie ihm das gekotzete auch wieder ein paarmal an, bis sie ganz gewiss wuszte dasz nichts mehr hinunter wollte. anweisung zu einer unvernünft. erziehung der kinder 166. c) ebenso mit praepos.: kotzen sie aus ihrem eigenen inneren magen denen jungen die speise vor, dieselben zu ersättigen. t. jäger 378a; die schwere völlerei, d) aber auch unpers. mir kotzet, wird zum kotzen übel: und macht damit (mit dem tabakspeien) ein solches unflätig geiferwerk um sich herumb, dasz einem darob kotzen möchte. Simpl. 1684 3, 99. so noch schweiz. mir kötzelet oder kötzerlet 2, 125. vgl. mir köket sp. 1567 (3). e) oft mag es übrigens nur als kraftwort für spucken stehen, deutlich z. b. in folg.: 'herr, ich wuszt nicht wo hin einsmals, darumb kotzt ich in s. Thomas kirch'. da lachet der heilig man, sprach 'lieber son, das ist alles nichts gethan, wir alle in unserm kloster kotzen täglich darein'. Bocc. 1, 16a (1. novelle), wo der it. text hat sputai una volta nella chiesa di dio. auch speien hat ja diese und jene bedeutung zugleich. s. auch 3, b. 2) bildlich. a) von dem, der ein unrecht, eig. ein übermasz büszen musz, wie der völler mit kotzen: so müssens nun doppel kotzen, was sie einfach gefressen. practica der pfaffen (Cammerlander) J 1b, doppelt büszen, was sie verschuldet; volle rähte (d. i. trunkene ratmannen) volle rathschläge, volles unglück, welches die arme unterthanen mit ihrem untergang speien und kotzen müssen. de politico 19, es gleicht der redensart ausessen müssen, was ein anderer eingebrockt. b) kotzen ab .., ekel, widerwillen empfinden gegen .., heftig verschmähen: der kotzet auch ab der ehe, si nicht besser dann hrerei achtende. chr. 1531 437b; also richtet der teüfel under diser warheit (der hussit. lehre) ein auflauf an, damit ers verdacht und der welt verhaszt machet, dʒ man darab als ab einem grewel kotzet und auf der alten ban blib. das. 1536 237a; vgl. mehr eigentlich: kaum hatten sie das gemantsche gekostet, als sie anfiengen dargegen zu kotzen und zu speien. nov. 13. so noch das schweiz. kötzelen unter 1, d, aber unpersönlich, taedere. c) selbst geistig, von sich kotzen, aus dem geiste entfernen: darumb, kaufman, mein rat ietz wer, d) auch für reden, verächtlich (wie köcken II, 4): warumb doch will ein jeder lapp 3) aber auch für bloszes starkes husten, der laut dieses hustens, der auch das brechen begleitet, ist gewiss der eig. inhalt des wortes, wie bei köcken (II, 1); vgl. DWB kotz, DWB kotzer 2, auch kutzen. a) kotzen husten geben z. b. 2, 390, 1, 921, 1768. 1787, und noch für heute wird es angegeben z. b. aus Tirol, Hessen, vom Mittelrhein (Kehrein). so wol in folg.: [Bd. 11, Sp. 1907] fieng an zu kotzen und zu schneuzen, b) als hessisch bei 221 kotzen sich räuspern, die kehle durch auswurf reinigen, mit einem beleg aus dem 17. jh.: hyena, welch thier wie ein mensch kotzen und schnupfen kan, wie im froschm. vorhin kotzen und schneuzen. westerw. mit auswurf husten 85. s. kotzicht mucosus, kotzigkeit katarrh. c) aber hessisch ausdrücklich auch blosz husten, besonders heftig husten ('sehr üblich'), dazu kotzer einer der mit einem starken husten behaftet ist. 4) was ist folg. gekotzt? in Grandgoschiers vorräten bütten voll geplotzter rettich und gekotzter mörrettich ausz dem Elsasz. Garg. 54a (1575 E 7a, Sch. 87). vgl. allenfalls kotzvoll.
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