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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
kötterlein bis kotz (Bd. 11, Sp. 1900 bis 1901)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) kötterlein, n. demin. zu kotter häuschen, bair. vom narrenhäuschen (s. dort 1, b), narrenkötterlein, unter der aufsicht einer kötterleinmutter Schm. 2, 344:

wolan, wolan, wir wöllen ihn,
wie uns befolchen, führen hin
in der unsinnigen kötterlein. J. Bidermann Cenodoxus, übers. v.
Joach. Michel (München 1635) 28,

ebend. 26 ketterl, in der volksmäszigen form.
 
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kottfleisch, n. tripa. voc. th. 1482 r 2b, in der gemma gemm. Str. 1518 tripa, pletzer, sulz, kotfleisch, in einem rhein. voc. des 15. jh. omasum, kotfleis Mones anz. 7, 163, es ist wol was sonst kuttelfleck heiszt, fleisch aus der wamme, sächs. wellfleisch, das beste von der schlachtschüssel: wer ein woche gut leben haben will, der nem (thu) ein sau ab, so hat er kotfleisch ze essen. Keisersb. narrensch. 144a; an dem morgen früh, ee das du dich hast errüspert und der koder (schleim) noch in dir ligt, so mustu kutlen und kotfleisch zu morgen essen. brös. 1, 42b; wöllicher ein wochen wil gut leben (var. l. will haben), der nehm ein saw ab, so hat er kotfleisch und auch würst zu essen. Pauli sch. u. e. cap. 39 (96b); so ist ir saw wol feiszt, da mögen sie frei die nachbauren zum kotfleisch laden und mit dem groszen löffel aufschöpfen. Fischart bien. 205a (226a); auf hochzeiten, mezigerkeufen und fürnemlich bei dem kottfleisch, da geht es wie bei Nabals schafscheren ordenlich zu, da würstelirt man, sawmagirt man u. s. w. Garg. 48a (75); fleischdärm, eingehacktes und allerlei kdreckottfleisch. 81a (Sch. 139 kühdreck, kottfleisch) unter allerlei herrlichkeiten des schlachtfestes, das nach der vorigen stelle und dem folgenden schlechtweg kottfleisch genannt war. s. auch DWB kottler, von der zugehörigkeit unter kuttel. nrh. erscheint dafür kotz in kotzmart, kuttelmarkt, kotzmänger, kuttelverkäufer. Aachener mundart 124, vgl. DWB kotzenmenger und DWB kütz.
 
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kottfleischgast, m. schlachtfestgast, ergibt sich aus folg.: ir (der hausfrau) täglich und feirtäglich, ja fasttäglich, ostertäglich und kottfleischgästlich teller. Garg. 74b (127).
 
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kottler, m. kottler oder metzler, tutenarius. voc. theut. 1482 r 2b. 7b (in der gemma gemm. tucetarius, wurstmacher, s.tucetum, gehacktes fleisch, wurst Dief. 600c). der hausschlächter hiesz wol so, wie küter. s. DWB kuttel, DWB kuttler, auch kotter.
 
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kottler, m. der blauspecht, spechtmeise. Nemnich. wie er vom gebrauch des lehms beim nestbau der kleiber heiszt möchte auch diesz vielmehr kothler sein, s. DWB kötheln, DWB köthen.
 
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kottun, für kattun, auffallender weise schon im 14. jh., bei Walther v. Rheinau, wie mir Bech nachweist; da wird 31, 26 ff. neben flachs, wolle, bisse (byssus), phellor, sîden genannt: cottun în gestôʒen zwir (zweimal gefärbt?), mit fischblut rot gefärbt. danach ist das wort schon damals von den Niederlanden den Rhein hinauf gekommen.
 
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kotz, in flüchen, verhüllend für gotts, wie botz, potz 2, 279, grott Fromm. 4, 462, scheint aber erst neuer:

hu, Schweizer, kotz kreuz, zeuch von leder.
Weckherlin 526.

kotz wetter u. a. bei Grübel, kotz mord u. a. Schmidt westerw. id. 85, kotzôchel (gotts hagel) deutschböhm. Fromm. 2, 32, kotz maurnsapperment nürnb. 6, 265, vgl. Stöbers reiche sammlung ähnlicher flüche aus dem Elsasz das. 2, 501 ff.; dasz ich in die gehrt jungferer kotzjahmerlich verschameririert bin. Schwabe tintenf. 58, für gottsjämmerlich. ähnlich engl. by cock, bei gott, altengl. cocks bones.
 
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kotz, m.
1) auswurf, gekotztes, westerw. Schmidt 85, auf der Eifel Schmitz 227b (s. kotzen):

ein bach von kotz er do vergosz,
ein see von wst do von ihm flosz.
Wickgram kunst zu trinken (Freib. 1537) 3, L 1b.


2) der husten, westerw. u. a.; auch in Thüringen, Sachsen sagt man er hat den kotz, einen kurzen husten. bei Steinbach 1, 921 kotze fem.; vgl. mnd. snauekute catarrhus Dief. 106b. vergl. kätzen.
 
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kotz, f. iulus, die kotz oder wull an etlichen bäumen, ehe das sie die frucht geberen oder blen. Dasyp. 106c, kotz, zapfen, woll Frischlin nom. c. 19 (Dief. 311c), was sonst kätzchen, kätzlein. schwäb. auch kutzemulle n. und diesz in der kindersprache auch für katze. Schmid 323. also wie kutze ablautend zu katze? vergl. das gleichbed. kauz 4 und schwäbisch kotz f. stachelbeere Schmid 323.

[Bd. 11, Sp. 1901]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) kotz, f.? gramiae (augenbutter), augenzieger (käse), augenkotzen, butzen der augen. Dasypodius, im deutschen theil aber 'augenkootz', ausg. von 1587 augenkotz; augenkotzen Serranus k 5b. bei Dasyp. auch gramiosus, kotzaugig, kotzäugig. schwäb. gibt es ein kotz f., eiterbläschen auf der haut (Schmid 323. Schm. 2, 347), niederrh. köt f.; vgl. DWB köte geschwür, und koder, auch kätzlein 4.
 
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kotz, kutteln, eingeweide, s. kottfleisch am ende.