Wörterbuchnetz
Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
kothmuschel bis kothschnecke (Bd. 11, Sp. 1897 bis 1898)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) kothmuschel, f. die schlammmuschel, mactra lutaria.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
kothpfütze, f. kotpfutzen, voluptabrum, cenum. voc. inc. teut. n 5a.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
kothplette, f. ein fisch, cyprinus gibelio, östr. Höfer 2, 158.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
kothsack, m. geistliches kraftwort.
1) für den leib (vgl. DWB madensack, kothfang): denn wir wolten wol gerne .. wenn wir getauft sind, das evangelium gehöret und die speise zu uns genomen haben, das der leib auch flugs ganz heilig und rein were, also das wir den kotsack nicht lenger dürften am hals tragen. Luther 6, 264a; das du auch mich ausfüerest von disem kerker, von disem irdischen kotsack des flaischs. herzmaner 171a.
2) auch vom magen: der magen, der kotsack. Pauli sch. u. e. 160b. vom dickbauch: die da kotsäck vor inen tragen, ich main die faisten quetschbäuch, die den sack irs bauchs gefüllt haben u. s. w. Keisersb. sch. d. pen. 106 (Scherz 821).

[Bd. 11, Sp. 1898]



3) es ist übrigens weit älter. schon bei Hartlieb de fide meretr. 82, 4 Zarncke unter namen, quae meretrices dant suis amatoribus, quatsack, also schon bis zum scherz- und neckworte abgebraucht. geistlich schon im 14. jh. bei Nicolaus von Basel: einen irdenschen menschen, einen gefülleten quotsag. 171. 172; eime irdenschen quotsacke. 171, kwotsagk 137.
4) noch jetzt schwäb. kôsack (mit verlust des t vor s) für wanst Schmid 323, vgl. DWB quättsack 418. s. DWB koszbauch, DWB kothbauch.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
kothsasz, kotsasz, m. bewohner und inhaber einer kote, wie köter (s. d.).
1) hd. kotsasz, homo casatus. Stieler 2038, Frisch 1, 540c aus einer magdeb. verordnung; diese genies gehen daher .. meistens der welt .. verloren, und ein Sülly, Colbert, Pitt und Napoleon bleiben sitzen als bedeutende kothsassen im dorfe. J. Paul dämm. 88. Möser schreibt kottsassen osn. g. 1, 139, wie er kotte für kote hat.
2) gewöhnlicher ist kossate oder kossäte (Frisch 1, 540c): cossäten oder gärtner. Colerus hausb. 1, 11; brandenb. kossät Heynatz antib. Schon in dem Breslauer voc. von 1422 kossat, kussat vel gertener, achimus (mhd. wb. 1, 866a, 30), in andern md. vocc. kassate Dief. 11c, sodasz diese nd. form damals bis in md. lande herein galt. über kossäten in Schlesien und der mark Brandenb. vgl. Wohlbrück gesch. d. bisth. Lebus 1, 286 ff. auch flämisch kossaat, s. Schuermans 282a, bei Kil. kossate. diese form hat uns unrechter weise lateinischen klang gewonnen.
3) kossate ist nur bequem gemacht aus nd. kotsâte, kossäte aus kotsête (z. b. weisth. 4, 679. 680, vgl. schwäb. kôszack aus kothsack 4). daher auch mlat. cotsatus, cotsetus. aber kotsete ward auch weiter gekürzt theils zu koste (s. Wohlbrück a. a. 288) theils zu kotse, kotze (s. d.). von welch hohem alter das wort in sächs. landen ist, zeigt ags. cotsæta rusticus, villicus, auch cotsetla Schmid gesetze der Angels. 549b.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
kothschanz, f.? ich aber und noch ein anderer in bawrskleidern nahmen rückkörbe auf uns, die gewehr under den kothschänzen verborgen haltende. Philander 2, 687 (686); welcher auch jetzo diesen Westreicher kothschänzen wider die feinde .. zu hülf geloffen wäre. 1, 261 (1644 s. 208). körbe zum tragen von erde, steinen u. dgl. heiszen fränk. schanz, pl. schänzen (Schm. 3, 374), eig. schanzkörbe; das taugt leidlich für die erste stelle, in der zweiten aber werden todte so genannt.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
kothschaufel, f. pala. Kirsch cornuc., Campe.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
kothschäufler, m. der koth schaufelt: fewrschierer, straszenbesserer, kotscheufler, koler. Fischart groszm. 72 (Sch. 603), bei Rabelais aber allumetiers, rammoneurs de cheminées, charbonniers, Fischart hat wol chemins gelesen;

luftschlicker, nachtarbeiter grob,
kothschäufler, stadtlumpen ohn lob.
Scheibles flieg. bll. 165, v. j. 1621.


 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
kothschieber, m. eine art pfefferschwamm. Nemnich.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
kothschlinge, f. der schlingbaum, viburnum lantana. Adelung. Schmeller 3, 452.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
kothschnecke, f. helix ampullacea, schlammschnecke.