| Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm | · · ![]() | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
kothmauer bis kothschanz (Bd. 11, Sp. 1897 bis 1898) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| 1) für den leib (vgl. DWB madensack, kothfang): denn wir wolten wol gerne .. wenn wir getauft sind, das evangelium gehöret und die speise zu uns genomen haben, das der leib auch flugs ganz heilig und rein were, also das wir den kotsack nicht lenger dürften am hals tragen. 6, 264a; das du auch mich ausfüerest von disem kerker, von disem irdischen kotsack des flaischs. herzmaner 171a. 2) auch vom magen: der magen, der kotsack. sch. u. e. 160b. vom dickbauch: die da kotsäck vor inen tragen, ich main die faisten quetschbäuch, die den sack irs bauchs gefüllt haben u. s. w. sch. d. pen. 106 ( 821). [Bd. 11, Sp. 1898] 3) es ist übrigens weit älter. schon bei de fide meretr. 82, 4 Zarncke unter namen, quae meretrices dant suis amatoribus, quatsack, also schon bis zum scherz- und neckworte abgebraucht. geistlich schon im 14. jh. bei Nicolaus von Basel: einen irdenschen menschen, einen gefülleten quotsag. 171. 172; eime irdenschen quotsacke. 171, kwotsagk 137. 4) noch jetzt schwäb. kôsack (mit verlust des t vor s) für wanst 323, vgl. DWB quättsack 418. s. DWB koszbauch, DWB kothbauch. 1) hd. kotsasz, homo casatus. 2038, 1, 540c aus einer magdeb. verordnung; diese genies gehen daher .. meistens der welt .. verloren, und ein Sülly, Colbert, Pitt und Napoleon bleiben sitzen als bedeutende kothsassen im dorfe. dämm. 88. Möser schreibt kottsassen osn. g. 1, 139, wie er kotte für kote hat. 2) gewöhnlicher ist kossate oder kossäte ( 1, 540c): cossäten oder gärtner. hausb. 1, 11; brandenb. kossät antib. Schon in dem Breslauer voc. von 1422 kossat, kussat vel gertener, achimus (mhd. wb. 1, 866a, 30), in andern md. vocc. kassate 11c, sodasz diese nd. form damals bis in md. lande herein galt. über kossäten in Schlesien und der mark Brandenb. vgl. gesch. d. bisth. Lebus 1, 286 ff. auch flämisch kossaat, s. 282a, bei Kil. kossate. diese form hat uns unrechter weise lateinischen klang gewonnen. 3) kossate ist nur bequem gemacht aus nd. kotsâte, kossäte aus kotsête (z. b. weisth. 4, 679. 680, vgl. schwäb. kôszack aus kothsack 4). daher auch mlat. cotsatus, cotsetus. aber kotsete ward auch weiter gekürzt theils zu koste (s. a. a. 288) theils zu kotse, kotze (s. d.). von welch hohem alter das wort in sächs. landen ist, zeigt ags. cotsæta rusticus, villicus, auch cotsetla gesetze der Angels. 549b.
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