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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
grübling bis gruchzen (Bd. 9, Sp. 626)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) grübling, m.
1) name verschiedener pflanzen; besonders für die trüffel, tuber cibarium: grieblinge Amaranthes 2045; grübling oder trieffen Staub-Tobler 2, 692 (quelle von 1734); grübling Holl 136b; erdgriebling Dietrich 5, 643; nach ausweis der elsäss. form krìwlìn Martin-Lienhart 1, 268b zum vb. grübeln, weil der pilz ausgegraben wird; dann für die kartoffel: die Burgunder pflegen die äst zu biegen, mit erdtrich decken, und also mehr grübling zu bekommen Tabernämontanus kräuterb. (1625) 189b; tartuffeln oder griebling .. solanum tuberosum esculentum Hohberg georg. cur. 3, 387a; hierher wohl die wurtzel grübling, die einem mitgliede der fruchtbring. gesellschaft zugetheilt ist Neumark neuspr. teutscher palmb. 381; die bezeichnung ist gleicher ableitung wie das vorige, vielleicht einfach von der trüffel übertragen; vgl. Fischer schwäb. 3, 866; Schmeller 1, 139, wo auch griebeln, grübeln für kartoffel angegeben; weiter für den gichtschwamm, phallus impudicus Krünitz 20, 162; der hut dieses pilzes ist stark grubig, also dies zu grube; dazu auch grübling als name einer grubigen apfelsorte Krünitz a. a. o.; so schon bei Bauhin hist. fontis balneique Bollensis (1598) 4, 66 f.; Nemnich 212; 'bei Planer ein pflanzengeschlecht, bei welchem männliche und weibliche blumen auf einer pflanze wachsen (omphalea L.)' Campe; gröbling 'ein aus vielen eszbaren stockschwämmen .. zusammenhangendes gewächs der nusz- und weidenbäume' (österr.) Popowitsch 165 ist wohl anderen stammes (zu grob 'dick'?); fraglich ist, welche pflanze Klopstock meint:

grübling eilte voran, und mit erzitterndem blatte
folgte weichling von fern (bei der bestattung der toten rose) od. 2, 111 M.-P.


2) nur vereinzelt persönlich gefaszt, zu grübeln 3: wer jetzt einfeltig schreibt .., mus der klügling und grübling .. esel, Midas, Silenus sein J. Pomarius gr. post. (1590) 1, 106b; vgl. vorr. 2, 4a. —
 
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grüblingsbaum kartoffel Pritzel-Jessen 382; Fischer schwäb. 3, 865; grüblingbaum Tabernämontanus kräuterbuch (1625) 189a; grieblingsbaum quelle v. 1748 bei Staub-Tobler 2, 692; grübelnbaum Schmeller 1, 139. —
 
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grüblingsthor, zu grübling 2:

die morgenländer hie seyn keine grüblings-thoren,
sie haben nicht die zeit mit aberwiz verlohren
Rompler v. Löwenhalt erst. gebüsch 28.


 
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grübner, m., propago, alter weinstock, der wider eingesetzt wird Orsäus nomencl. 195. —
 
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grubpfennig, m., was gruberpfennig (s. d.) Unger - Khull 309b. —
 
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grubrebe, f.: grbräben oder eyngelegt und eyngegrbet gerten der weynräben mergus Frisius 817b; Staub-Tobler 6, 44; vgl. DWB grubenende. —
 
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grubrecht, n., abgabe für das zum kohlenbrennen gegebene holz, ält. spr. Unger-Khull 310a mit nachweisen.
 
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grubstock, m., rebensetzling österr. weisth. 8, 1119 (a. d. j. 1571).
 
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grübs, m., kernhaus des obstes, s. griebs sp. 254; diminuiert grübslein Fr. Kind ged. 2, 97.
 
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grübulant, m.: deswegen solte ich .. ihre actiones nicht aus dem grund erforschen, weil ich hierdurch auch ein gribuland, ausspintizant, explotant .. sein würde Jan Rebhu weltkucker (1678) 2, 115.
 
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gruchzen s. DWB grochzen.