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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
geier bis geierkönig (Bd. 5, Sp. 2559 bis 2562)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) geier, m. vultur.
1) die form.
a) ahd. kîr, gîr Graff 4, 236, mhd. aber gîr und gîre, wie mnd. Sch. u. L. 2, 113 fg. gleichfalls (raven unde gyer pl. 114a, 5); auch nhd. im 16. jahrh. noch schwach, geirn acc. sing.:

den wider, raben noch den geirn.
Waldis Es. IV, 94, 141.

im plur. sechs geyern, zwölf geyren H. Sachs 5, 253d (s. auch Fischart u. 2, a), neben starkem geyre pl. Luther Jes. 34, 14, wie mhd. gîre (neben gîren), ahd. gîri vultures. nl. gier. auch mlat. gira, s. Frisch 1, 346c, der auch altfranz. goire, goiran angibt.
b) die heutige zerdehnung (wie in feuer für feur, mauer für maur) schon im 15. jahrh. md.: vultur ein geier. Diefenb. wb. von 1470 sp. 288, selbst gyher Dief. 632c neben geyr, auch noch gir, gier, gire das.; auch im 16. jh. schwankt noch z. b. Luther mit geyr, plur. geyre (s. a), geyrflügel, geyrsnase Dietz 2, 48b neben geyer 3 Mos. 11, 14, geier 5 Mos. 14, 13; oberd. bei Dasyp. nur geir 338a, noch bei Maaler 181b geyr, geyradler, auch noch gyr 202b, ja noch im 18. jahrh. geyer und geyr Rädlein 385b. im 17. jahrh. auch geiger (s. 2, a), d. h. geier weiter zu geijer zerdehnt, vergl. bair. geiher (mit gesprochnem h) neben geir Schm. 2, 29.
c) das wort ist auf das gebiet des deutschen beschränkt (hd., nd., nl.), dem engl. und nord. fremd (altn. gammr), also von verhältnismäszig spätem ursprung; wenn Weigand diesen bei dem folg. adj. geier, gierig suchte, das gleichfalls einen beschränkten lebenskreis hat (vgl. auch schon Frisch a. a. o.), so stimmt das zum wesen des vogels, der als gefräszig bekannt ist, besonders auf aase und leichname begierig. wie der name des raubvogels mit gier, gierig im sprachgefühl verbunden war, zeigt sich besonders deutlich in mnd. ghyrmage des sulvers unde goldes Sch. u. L. 2, 114b, ein habgieriger, der geld verschlingt wie ein geiermagen.
2)
a) eigentlich heiszt so der bekannte raubvogel, in mehreren arten (vgl. schon Frisch 1, 346c), wie der gemeine, auch braune, graue geier, der aasgeier, keibgeier, rossgeier, geieradler, der hasengeier, hühnergeier, vogelgeier, der goldgeier, stoszgeier, bartgeier, verwandte arten der lämmergeier, jochgeier, fischgeier, steingeier, in vocc. des 15. jahrh. murius vel murinus musgyre, auch blosz geyer Dief. 372c, geyr nov. gl. 259b (in anderen musar, meusvogel das.); volksmäszig, z. b. bair. von jedem gröszeren raubvogel, er mag zum falken- oder habichtgeschlecht gehören Schm. 2, 29. von seiner gefräszigkeit:

hor, her hane, wat wultu spreken, dat sprek schyre.
ik en kan dyner nicht langer viren (feiern, entsagen),
ik bin noch hungerger wan ein gyre.
Haupt 5, 408,

worte des fuchses, der den hahnen verspeisen will, welcher ihn um frist zum beichten gebeten hat;

die gîre vliegent gerne dar,
dâ si des âses werdent gewar.
Freid. 142, 19;

swâ grôʒe herren varent über lant (in kriegsfahrt),
den volgent die gîre nâch sâ zehant ...
alsam varent die tiufel gern
(dahin) swâ strît ist, tanz und tabern,
wan sie der sêle wartent dâ. Renner 19465 ff.;

in diser not (d. h. als geiszbub an einem felsen klebend, wohin er sich verstiegen hatte) was mir aller ängstest, das ich die groszen giren forcht, die under mir in den lüften flugen .. wie denn etzwenn in den alpen beschicht, do die giren kind oder junge schaf hinweg tragend. Th. Platter 9; es ist allda (in Arabien) ein rechter gottsacker der cammel und ein stets hochzeitfest (hochzeitschmaus) der geyren. Fischart Garg. 222b (Sch. 415). er lauert auf das geflügel im hofe (vgl. das spiel

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unter e): der geyer hat uns die hüner geholet. Ludwig 777, besonders auf die küchlein:

wo der geier auf dem gatter sitzt,
da drühen (gedeihen) die küchlin selten.
Liliencr. 1, 450a,

ein sprichwort, in politischer anwendung auf die schädliche gewalt und habsucht (vgl. 3, a) der Vitzthume im lande Thüringen im 15. jh.; so von Kunz von Kaufungen als prinzenräuber:

der adler hat uf den fels gebaut
ein schönes nest mit jungen (Altenburg),
und wie er einst war geflogen aus,
holete ein geier die jungen vogel raus ...
wo der geir auf dem dache sitzt,
da trugen die küchlein selten. das. 483a (wunderh. 3, 234);

put put, meine liebe kinderlein (lockt die henne),
kriecht hier unter die flügel mein,
dasz euch der geiger nicht erhasch ... (polit.) vogelgesang o. o. 1634 bei
Opel u.
Cohn 30 jähr. krieg 439;

sucht a vögerl, a kleins, in der bruatzeit sein sitz,
a kleins a kleins nösterl, mit asterln zuadeckt,
dasz's der geyer nid findt, is's in mäuern versteckt.
A. Schosser naturbilder 96.

sprichwort wer einen geyer schindet, der hat einen magern vogel. Henisch 1441, 45.
b) daher in verwünschungen und ähnlichen redensarten, seit dem 15. jh., wahrscheinlich älter:

dasz dich der geier schende
hie unter meinen henden! schles. osterspiel bei
Wack. leseb. 1839 1021, 26, fundgr. 2, 320,

wobei eigentlich an den galgen gedacht sein wird, wie im folg.; dos dich bots geyr, bots raabe! Gryphius Dornr. 59, 19 P. (lustsp. 268 P.), geier und rabe, die auch sonst gesellt erscheinen (z. b. mnd. wb. 2, 114a), als wolbekannte gesellen vom schlachtfeld oder vom galgen her (vgl. botz todenbaum! II, 280), hier aber wie in gottes auftrag als rächer gedacht. ähnlich dann der geier als vertreter des teufels, mit dem er schon im Renner vorhin zusammengebracht ist:

aber ich halt das mich der geyr
gebunden hatt mit seinem fewr.
Ringwald tr. Eck. G 5b;

(wer ist) den nicht der satan hat beschnellt?
wen hat der schwarze geyer nicht
hier oft gar übel zugericht?
und ihm ... nicht manche feder ausgerauft. laut. warh. in
Brodkorbs bearb. 188;

dasz dich der geyer hole, dewce take you! Ludwig 777;

dasz du dem geier im schnabel wärst!
versetzt der junker grimmiglich.
Wieland 18, 328;

pack dich, du lump, im augenblick,
sonst hohle dich der geyer!
Langbein ged. (1800) 1, 165;

so soll ihn ja der geyer!
Fr. Müller 1, 290.


c) auch so dasz dabei eigentlich nur an den teufel gedacht werden kann und soll, dessen namen man doch damit zu nennen meidet: wen ober der geyer eme e water (wetter) derzwischen macht, wie mir .. Gryphius Dornr. 51, 5 P. (lustsp. 257 P.); vor tausend geyer nein! Fuchsmundi 66; wo geyer hastu die hände gehabt, dasz sie so fett und salzigt sein? Ettner unwürd. doctor 335; der geyer! sie sind wol gar ein Franzose? Lessing 1, 321. 326; was geyer, soll man auch thun? 1, 328; dasz sie bei dem geyer wären, die verdammten ausleger! 3, 278; wer geyer heiszt ihnen ein falsches system haben! oder vielmehr: wer geyer heiszt ihrem verstande sich ein system nach seiner grille machen u. s. w. 12, 59; ich möchte wol wissen, wie der geyer dich gerade auf einen roman hat führen müssen, dessen .. 12, 383; aber der geier und seine groszmutter! Wall die beiden billets 23; die prinzessin! schrie Pedrillo, fort ist sie, zum geier ist sie! Wieland 12, 17. auch kurz zum geier! eigentlich geh zum geier (wie zum kukuk! zum henker!): je, zum geier! was machen sie mit der eifersucht? 11, 224; zum geier! Lenz 1, 93. auch des geiers, eigentlich dasz du des geiers wärest o. ä., aber auch blosz noch als bekräftigung: ich und mein Caschper nit feil (faul) und treschn dir des geyers den balch so ab, dasz sie umgfalln ist wie ein alter strumpf (stumpf). Schwabe tintenf. A 7b; aber des geyers ich trau dem landfriedn net. 30, vergl. DWB das ding reiszt in beudel wie all der geier. A 4b. noch jetzt hol dich der geier, pfui geier! auch das weisz der geier (wie der teufel) u. ä.: und weisz der geier, sie war auch noch ganz hübsch und sauber. Gutzkow ritter v. g. 2, 73, hier freilich zugleich wie weisz gott!
d) nur mythologische, gelehrte geier, nicht aus dem leben, sind folgende:

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mein Thyrsis, lasz dich nicht von gram und furcht besiegen.
den geiern des gemüths!
E. Chr. v. Kleist (1771) 1, 23,

die am gemüt nagen, fressen, wie in der griechischen sage an der leber des Tityos in der unterwelt:

und zween geier saszen ihm links und rechts und zerhackten
unter der haut ihm die leber.
Voss Odyss. 11, 578.

s. auch unter geierpein.
e) ein spiel geier, vulturius Frischlin nom. 475; noch jetzt weit verbreitet (vgl. Zingerle kinderspiel im mitt. 41), ein pfänderspiel bei dem sich alle gegen den einen vereinigen, der als geier in den schwarm vögel stöszt Rochholz alem. kinderl. 410, der vom gyrenrupfen aus dem 17. jh. eine beschreibung von Amman nach Cats beibringt Zürich 1657:

das frächest in der bursch (schar) nimt an des geyren amt,
das klgst die gluckhän ist, die übrigen gesamt
an ihrem rugken stehn.der geyr setzt an den reyen
und pflegt sich hin und her zu krümmen und zu treyen (drehen),
die hnlein ducken sich u. s. w.;

vgl. auch Conr. Meyers 26 kinderspiel Zürich o. j. (17. jh.) nr. 7, mit kupferbild. im 16. jh. in politischer anspielung in den schweiz. religionskämpfen:

sie hand an mir (dem pabst) nüt (nichts) überhupft,
und mir den gyren gnaw berupft.
N. Manuel 38 Bächt. (345 Gr.),

s. in der anmerkung von einer streitschrift der zeit das gyrenrupfen (Gödeke grundr. 246, Utz Eckstein im kloster 8, 733), auch die gleichzeitige beschreibung als spiel, das junge gsellen mit einandren üebend (bei Meyer sind die hünlein mädchen), da einer in mitte sitzen msz, einer im hüeten (als hüter dienen), die andren all herz loufend, den sitzenden z roufen. danach zeigt das spiel wesentliche verschiedenheiten.
3) in noch anderer anwendung.
a) auch von menschen selber: geyer, ein schmarotzer, parasitus. Frisch 1, 346b, luxemb. geier m. der freszgierige Gangler 170, vgl. nl. bei Kil. ghier-wolf, heluo, un goulu (auch werwolf), fresser; vgl. das adj. geier 2. besonders auch von habgierigen, s. mnd. her gyre von einem geizhals Sch. u. L. 2, 114a (auch gyrhals das.), noch nd. de ole gyr, der alte geizhals Richey 74, vgl. auch das. gyrige Gerhard (an geren begehren angelehnt, vgl. DWB Gebhart) und gyren gierig verlangen, s. dazu u. geirig 3. bei Ludwig 776 ein geldgeyer, eine geizige frau (vgl. u. geierheit). so von habsucht, geldgier (vergl. dazu aus dem 15. jahrh. aus Liliencron unter 2, a) im Nathan 1, 3:

es taugt nun freilich nichts,
wenn fürsten geyer unter äsern sind.
doch sind sie äser unter geyern (lassen sich ausbeuten), taugts
noch zehnmal weniger.
Lessing 2, 208 fg.;

vergl. lat. vultur, vulturius so, z. b. Mart. 6, 62, 4 (zusammen mit cadaver), was Lessing gewiss bekannt war, aber heimische wendungen auch, um die stärkste gier zu bezeichnen, z. b. er fuhr wie ein geier darauf los, auch wie ein stoszgeier, er ist dahinter her wie ein geier. auch du fauler geier! Ettner unw. doct. 375. s. auch geiersnase.
b) in der Oberpfalz heiszt so auch eine art fischmöwe oder wasserschwalbe (vgl. geierschwalbe), 'vermutlich von ihrem geschrei gái gái!' s. Schmeller 2, 63, wo auch vom geyerschlag, dem fang und todtschlag der jungen; vgl. Adelung unter geyerschlag, der auch fischgeyer dafür angibt.
c) aber auch ein fisch, haifisch: galeos, ein geyer, kleiner hundfisch. Kirsch 1, 496a (Dief. 256a) mit berufung auf Gesner; γαλεός ist eine haifischart.
d) geier heiszt auch die ebene oben auf dem hochofen oder schacht (des ofens), worauf man herum gehen kann und von wo aus kohlen und eisensteine in den ofen gestürzt werden Hertwig bergb. 184. thiernamen sind viel in bergmännischer verwendung, s. z. b. kuhkamm, kupfersau, hund, im hochofen gans II, 4, d, die zu dem geier in ursprünglicher beziehung stehen könnte.
e) eigen sternengeier, bei Fischart:

wolher kauft ihr newzeitungschreyer,
hie ist was newes vom sternengeier. groszm. 140 (Sch. 662);

es scheint nl. sterrenkijker astrologus Kil., nrh. sternenkyker (s. unter kiken 5) in spielender umdeutung.
 
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geier , adj. gierig, im westlichen md., mhd. gîr.
1) geier, avidus Alberus dict. Vu 4a (s. auch geierlich, geierheit); von geldgier:

nun war der bawer all zu geier,
weil ihm die gans leit gülden eier.
er meint es solt ihm basz gelingen
und wolt zuhauf grosz reichthumb bringen.
Alberus Es. 20 (7);

[Bd. 5, Sp. 2562]



nam etlich von den hofeschranzen,
die geltfresser und geiren panzen,
gab in ein grosze summen gelts ...
Waldis Es. IV, 100, 82 (2, 294 Kz.),

geire panzen (wänste) wie niederd. gîrmage unter geier m. 1, c, gîrhals das. 3, a, das geld als frasz gedacht.
2) besonders auch freszgierig: catillo, liguritor ... schüssellecker, der sich zuthut (schmarotzerisch) wie langmaul, geier. Alberus ff 2a, vergl. ebenso geier m. 3, a, auch geiermaul; in dem sie nu vermerketen, dasz der junge etwas geyer ... wisbad. wisenbr. 1, 43. so noch westerw. geier unersättlich, wolfig, z. b. fräsz nött su geier, aber auch 'niedlich', d. h. wählerisch im essen Schmidt 65, das zweite auch wetterauisch Weigand (auch vergeiert, im essen verwöhnt), nassauisch Kehrein 156, auf dem Hundsrück Rottmann. auch für Thüringen oder Meiszen bezeugt durch geierheit (15. jh.).
3) ahd. gîri, mhd. gîre, gîr (Weigand wb. 1878 1, 639): Paulinum .. tés kûot tie 'hôvegîra' .. verslúnden hábetôn (cuius opes palatini canes .. deuorassent). Notker Boeth. 18 (20), als ahd. zeugnis für bedeutung 1 und 2 zugleich (vgl. 'gîrheit' unter geierheit); auch gíre avari Tat. 106, 7 mag gîr meinen (wie es Graff 4, 226 auffaszt), da î dort oft durch í bezeichnet ist. mhd. heiszt es z. b. von helden in höchster bedrängnis:

die helede von Tŷre (Tyrus),
des lebens vil gîre,
di fuchten sô di wilden swîn. Alex. 1162 W.;

sînes selbes ist er gîre (: Tŷre). 1465;

daʒ clagete vil sêre
der gier (l. gîre?) Leviatan.
Mones anz. 8, 54, 39;

der schatzgîre man.
Hartmann Greg. 3122.

auch mnd. kann es vorliegen z. b. in gyr des roves, raubgierig, s. mnd. wb. 2, 113b 'gir' neben ger, gierig (vergl. mnl. gijrich unter geirig), wie mhd. adj. gir und ger neben einander wb. 1, 530a; in 'gir' sind gîr oder gir für uns schwer oder nicht zu unterscheiden, wo nicht der reim zu hülfe kommt oder die alte längenbezeichnung, wie bei Notker, der freilich auch ger als gêr schreibt Mart. Cap. 72. aber echte länge ist durch nhd. geier sicher und die heutige beschränkung aufs westliche md. ist keinesfalls ursprünglich; s. auch geirig (im östlichen md.). weiteres unter gier.
 
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geieradler, m. vultur percnopterus, der aasgeier, auch bastardadler Nemnich 4, 1582, Adelung. im 16. jh. geyradler oripelargus Maaler 181b.
 
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geierblick, m.: Lessing hat einen blick, wie ich noch nie gesehen habe, in seinen blauen augen, einen rechten geierblick. Voss br. 1, 196;

schuldloses lamm, wie fröhlich irrtest du
mit deiner weide fröhlichen genossen,
indesz auf dich aus heitrer lüfte ruh
vormordend geierblicke niederschossen!
Lenau s. w. 1, 298.


 
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geiereule, f. strix accipitrina, mit dem schnabel eines geiers.
 
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geierfalke, m. falco gyrfalco Nemnich 2, 1577, geirfalk Frisch 1, 347a, der mhd. gervalke (s. DWB gehrfalke), auch girvalke, das vielleicht auch schon als gîrvalke aufgefaszt wurde, wie nl. ghiervalk vielleicht bei Kilian (ghier geier).
 
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geierflügel, m. geyrflügel Luther post. 1528 182a.
 
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geiergeschrei, n. pulpus, geyrgeschrey, vox et clamor vulturis. voc. inc. t. h 5a, geyrngeschrei voc. 1482 l 1a.
 
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geierheit, f. aviditas Alberus dict. Vu 4a, zu geier adj., gierig, geldgierig, gefräszig:

ich bins dy sunde der geyerheit genant.
Geffken bilderkat. 2, 18,

das bild zeigt eine frau, die auf der rechten hand einen geier trägt (wie sonst den falken), vgl. geier m. 3, a;

der bösen musz (man) ofte entgelten ..
die sich in schanden haben gecleit,
in hoffart und in geierheit.
Liliencron 1, 293b (thür. 15. jh.).

auch ahd. Graff 4, 226, alem.: 'gîrheit' cupiditas Boethius 45, rapacitas 48, also gewiss auch mhd. fortgeführt, wie geierheit zeigt. s. auch DWB geirigkeit.
 
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geierherz, n. cor vulturium, cui vires magnas quidam tribuunt. Henisch 1441, vgl. geierstein.
 
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geierkönig, m. vultur papa Nemnich, kuttengeier.