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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
ditel bis dobel (Bd. 2, Sp. 1197)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) ditel, m. die jungfrau spricht zum messner, der um sie freit,

ee wolt ich mich lassen töten:
des glaub du, böser ditel,
ich darf nit solcher pitel (freier) Fastnachtsp. 615, 24.


 
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ditelkopf, m. Gargantua in der wiege liegend wagete wigete sich selber didelinend mit dem ditelkopf 112a, er warf den kopf hin und her; s. DWB didelinen.
 
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ditte, f. weibliche brust wie dutte dütte. ditten mamillae Henisch 719.
 
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ditten, wie deuten. ditten winken nicken nuere, innuere, significare Henisch 719.
 
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dittichen, n. dimin: von ditte mamilla. die mutter gibt dem kind das dittichen sagt man in Hessen.
 
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ditzen, s. überditzen.
 
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divan, m. franz. divan, ital. divano, aus dem pers. arab. diwan. 1. gerichtshof, staatsrat des türkischen kaisers. 2. ein buch von mehreren blättern, sammlung von schriften, gedichten, daher Göthes westöstlicher divan. 3. ein gepolsterter sitz nach morgenländischer weise, sopha.
 
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dobber, m. ankerboje, ankerwächter, bake, franz. bouée, engl. buoy. ein stück holz, eine kleine tonne, die mit einem seil an dem anker befestigt, auf der oberfläche schwimmt und den ort anzeigt, wo der anker auf dem grund liegt. das wort ist niederdeutsch Brem. wörterb. 1, 218.
 
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dobel, tollheit, hirnwut, von toben. er hat ein dobel insanit Henisch 720.
 
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dobel, m. lolium temulentum, toberling, tobhafer Nemnich, in Östreich tobkraut, toberig, sommertrespe Höfer 1, 158.
 
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dobel döbel tobel töbel,m. und n.
1. waldschlucht,

[Bd. 2, Sp. 1198]


waldthal, durch regengüsse entstandene bergschlucht, ein eng zusammenlaufendes thal, ravin, ahd. tubil m., gatubili n. convallis Graff 5, 352. dobel saltus, profunditas silvae inter montes Gerbert Gl. 50. mhd. tobel. in der Schweiz und Baiern tobel Stalder 1, 285. Schmeller 1, 424. Tobler 140b. s. DWB bachtobel, bachtöble. nach Westenrieder auch tiebel, tiefel, tief 582. Wackernagel bringt es in verbindung mit θάπτειν und τάφρος Glossar z. Lesebuch dxxv.

gebirge steic er unde tobel
reht als ein wilder steinboc.
Konr. v. Würzb. Troj. krieg 5959.

er hiez in dicke springen
über manegen tobel tief 6190.

der für den bolz flouc zuo dem zil
und über tiefen tobel spranc 14762.

kein pavelûn was sô hôch
noch kein tobel alsô wît,
man sæhe in drüber an der zît
gewalteclichen springen Straszb. handschr. bl. 188a.

Esaias spricht 'alle tal oder döbel erhöcht werden' S. Frank Güldin arch bl. 152a. und liesz sich durch ein loch usz in das tobel hinab Tschudi 1, 156. das schlosz Urstein im Hundwyler töbel an dem wasser Urnäsch, zwischen solchen zweien dörfern auf einem tobel ist gelegen das schlosz Rosenburg Stumpf Schweiz. chronik bl. 366b. Unteruznach auf dem tobel, dadurch die Aa das wasser heraus flieszt 415a. die blauflüsser unter den federspiel haben ihre nester in hohen felsen bei den wassern und tiefen töblern 561a. das tal Versanna sonst genannt Versennis tobel 585a. er baut ein vesten in einen dannen tobel, dem gab er den namen Hochentan Lirer Schwäb. chronik 12a. da ware auch in derselbigen zeit ein ganzer bchbaum in ein dobel hinunder gefallen Würtz Wundarznei 243. erschrack das ganze stift bei der zeitung, dasz an der hohen brücke das fasz in ein tobel gefallen Joh. Müller Schweizergeschichte 1, 223. am end der wiese rauschte ein wildangelaufner bach durch ein tobel Tockenb. V. ein thal welches sich zum tobel verengt Wysz Reise ins Berner oberland.
2. in Östreich eine flache, doch niedrig gelegene gegend Höfer Östreich. wörterb. 3, 229. es wird dann ein breiteres bergthal gemeint.
3. öder platz neben einem acker oder einer wiese, der zuweilen gemäht wird, rain zwischen feldern. hof, veld, wismad, holzwachs, gärten und töbel Monum. boica 4, 200 ad 1488. feld, waid, töbel, wismat 21, 544 ad 1467. kraft revisionssigl vom 11ten jul. 1771 sollen burger welche mit eigenen grundstücken nicht versehen, weder auf ihrer mitburger viel weniger auf anderer bauern reinen, vorhäuptern und doblen zu grasen sich unterstehen Wagner Civilbeamt. 2, 228.