Wörterbuchnetz
Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
äserlein bis assach (Bd. 1, Sp. 586 bis 587)
Abschnitt zurück Abschnitt vor
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) äserlein, n. diminutiv des vorigen:

künt sie da aber freuntlich mit mir leben,
ich künt ir wol eins ins eserlein geben. fastn. sp. 772, 11;

do stund ich uf, nam usz mim äserlin ein stücklin brot und asz. Tho. Plater 65. beide wörter, aser und äserlein sind auf âs esca, cibus zurückzuführen (vgl. ags. metebealg, metefätels, schw. matsäck, dän. madepose); doch hat sich ein ahd. âsari, mhd. æser bisher nicht dargeboten.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
asern, osern, im freien das jägermahl halten, aus der weidtasche zehren. Stalder 1, 113.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
asetze, vacuus, non occupatus, mhd. âsæʒe: und wirt ein hof hie asezze (mansus absus), das in einer wil verkoufen unde einen andern gewinnen. weisth. 1, 671; âsetze stân, unbesetzt.

[Bd. 1, Sp. 587]


Schöpflin Als. dipl. 2, 345; ist ouch dehein schöffel osetze da, den sol der herre do setzen an die stat, do er billich sitzen sol. weisth. 1, 700 das wort erscheint hier blosz im Elsasz und noch vor dem nhd. zeitraum.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
äsig, edax, cibi appetens, esculentus, sapidus: der mensch ist äsig, hat guten appetit; wo fehlts, dasz du so unäsig bist? so wenig issest; äsiges, schmackhaftes brot, unäsiges, verdorbenes; er hat viel äsiges, äsige mittel, lebensmittel. Stald. 1, 113. Tobler 29b. mehr schweizerisch und schwäbisch, als hochdeutsch, doch schreibt Fischart: da war ein wilder mönch, ein waldbien, ein bruder Claus in der clausen, aber ein äsiger, doch kein heuschreckenäsiger, sonder honigfräsiger. Garg. 225;

die schafe sollen salz lecken:
es hält sie äsig und gesund.
H. Sachs 1, 87c.

besser vielleicht zu schreiben äszig wie fräszig, obschon as und asz schwanken. s. DWB äszig.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
aslaipfig, desolatus: das die güter nicht öd noch aslaipfig werden, in einer Tiroler öfnung (weisth. 3, 735); die heutige form würde aschleifig, die mhd. âsleific fordern. Schmeller 3, 435 hat: ein landgut abschleifen abnutzen, und man darf aschleifig aus abschleifig erklären, wiewol auch das ahd. mhd. â- darin fortdauern kann. übrigens ein kraftvoller, bezeichnender ausdruck.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
asle, s. DWB assel.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
asparges, asparagus, spargel, noch bei Olearius pers. reiseb. 3, 2 und sonst in Niederdeutschland, franz. asperge, nnl. aspersie (dreisilbig), dän. asparges, engl. sperage und gar sparrowgrass.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
aspe, f. populus tremula, espe. ahd. aspa (Graff 1, 491), altn. espi n., ags. äspe, engl. asp:

der mund ist blasz wie blei, wie aspen ihre leiber.
Fleming;

zwischen schwarz- und weiszdorn, asp und schlehen.
Brockes 6, 49;

du zitterest wie ein aspenlaub. Spangenb. lustg. 443, man sagt auch zitterespe, flatterespe, beberesche. der wurzel nach können sich aspe und asch berühren, sk mit sp vertauschend, wofür spricht, dasz das volk in manchen gegenden esche für espe und flitteresche, zitteresche sagt.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
asperlein, n. eine türkische münze:

ein guete peut sie darvon brachtn,
ducaten, taler, asperlein.
Schmelzl zug 7b;

setz dir ein äsperl an drei burger. Saul 26b.


 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
ass, unio. s. DWB as.
 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) 
assach, n. hölzernes geräth und gefäsz, für aschach, s. oben asch. wie von alter her nicht komen, von stueln, penken, reitern etc. und dergleichen klain assach mawt zu geben. Chmel Maximil. s. 370; item welcher perggenosz sein assach oder pitting (bütte) in dem lesen in dem perg läszt, das soll im niemand on willen sein weg fueren noch tragen. weisth. 3, 709; welcher ainem wirt oder aim andern frumen man seine assech, gläser oder schliem fräflich zewurf. Kaltenbäck 1, 5a; so sol man im das perkrecht in ain schons assach, das ainen poden hab, gieszen ... wirdet denn das assach verlorn oder umbkert, so ist man dem pergherren furbas darum nichts mer schuldig. 150a. 160a; item, wer einem sein assach, es sei potigen, tretschaf, putten, undersetz, muelter nimpt an sein willen. 156b; wer zu ainem wein mit ainer kandl oder anderm assach wirft. 174b. 181b. 190b u. s. w.