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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
aschtag bis aspe (Bd. 1, Sp. 586 bis 587)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) aschtag, m. dies cinerum, nnl. aschdag. s. aschermittwoche.
 
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äsen, gleichviel mit aasen, vom weiden und fressen grasender thiere, zumal der hirsche: wo der hirsch äset, da lauert auch der wolf; wann wir den jägern und forstknechten glauben wollen, so soll der hirsche und rothen wildprets äsen in den saaten und feldern nicht sonderlich schädlich fallen. Hohberg 2, 50a;

ho ho ho, mein lieber weidmann,
was hat der edle hirsch heut zu felde gethan?
jo ho ho, mein lieber weidmann,
das will ich dir bald sagen an:
er hat geäset den haber und das korn,
das hat erweckt den bauern manch groszen zorn. weidspr. 199.


 
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aser, m. loculus, crumena, pera: des burgers eser, mit siden genejet und edelstein darin gewurket ... er wolten im gern geben oder einen andern eser, der vil beszer wäre. Closener 40; da gap ich mim herrn vier albus in sinen eser. a. 1431. Oberlin 358. aus dem vocab. von 1445 hat Schmeller 1, 116 aser und einem den aser antuen, ihn belästigen. Stalder 1, 113 schreibt aser, aaser, oser, Pictorius 1a aaser, darin man ässigs gehalt, lineus fiscus; schuloser, worin sich die kinder speise mit in die schule nehmen; aser weidtasche, speisesack der jäger, schleckerbiszlin aus seinem weidöser werfen. weidw. buch 89a; jetzt auch blosz tasche in den kleidern; besehent dem worte Petri den aser basz, er treit etwas anders, denn ir meinent. Zwingli 1, 444.
 
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äserlein, n. diminutiv des vorigen:

künt sie da aber freuntlich mit mir leben,
ich künt ir wol eins ins eserlein geben. fastn. sp. 772, 11;

do stund ich uf, nam usz mim äserlin ein stücklin brot und asz. Tho. Plater 65. beide wörter, aser und äserlein sind auf âs esca, cibus zurückzuführen (vgl. ags. metebealg, metefätels, schw. matsäck, dän. madepose); doch hat sich ein ahd. âsari, mhd. æser bisher nicht dargeboten.
 
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asern, osern, im freien das jägermahl halten, aus der weidtasche zehren. Stalder 1, 113.
 
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asetze, vacuus, non occupatus, mhd. âsæʒe: und wirt ein hof hie asezze (mansus absus), das in einer wil verkoufen unde einen andern gewinnen. weisth. 1, 671; âsetze stân, unbesetzt.

[Bd. 1, Sp. 587]


Schöpflin Als. dipl. 2, 345; ist ouch dehein schöffel osetze da, den sol der herre do setzen an die stat, do er billich sitzen sol. weisth. 1, 700 das wort erscheint hier blosz im Elsasz und noch vor dem nhd. zeitraum.
 
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äsig, edax, cibi appetens, esculentus, sapidus: der mensch ist äsig, hat guten appetit; wo fehlts, dasz du so unäsig bist? so wenig issest; äsiges, schmackhaftes brot, unäsiges, verdorbenes; er hat viel äsiges, äsige mittel, lebensmittel. Stald. 1, 113. Tobler 29b. mehr schweizerisch und schwäbisch, als hochdeutsch, doch schreibt Fischart: da war ein wilder mönch, ein waldbien, ein bruder Claus in der clausen, aber ein äsiger, doch kein heuschreckenäsiger, sonder honigfräsiger. Garg. 225;

die schafe sollen salz lecken:
es hält sie äsig und gesund.
H. Sachs 1, 87c.

besser vielleicht zu schreiben äszig wie fräszig, obschon as und asz schwanken. s. DWB äszig.
 
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aslaipfig, desolatus: das die güter nicht öd noch aslaipfig werden, in einer Tiroler öfnung (weisth. 3, 735); die heutige form würde aschleifig, die mhd. âsleific fordern. Schmeller 3, 435 hat: ein landgut abschleifen abnutzen, und man darf aschleifig aus abschleifig erklären, wiewol auch das ahd. mhd. â- darin fortdauern kann. übrigens ein kraftvoller, bezeichnender ausdruck.
 
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asle, s. DWB assel.
 
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asparges, asparagus, spargel, noch bei Olearius pers. reiseb. 3, 2 und sonst in Niederdeutschland, franz. asperge, nnl. aspersie (dreisilbig), dän. asparges, engl. sperage und gar sparrowgrass.
 
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aspe, f. populus tremula, espe. ahd. aspa (Graff 1, 491), altn. espi n., ags. äspe, engl. asp:

der mund ist blasz wie blei, wie aspen ihre leiber.
Fleming;

zwischen schwarz- und weiszdorn, asp und schlehen.
Brockes 6, 49;

du zitterest wie ein aspenlaub. Spangenb. lustg. 443, man sagt auch zitterespe, flatterespe, beberesche. der wurzel nach können sich aspe und asch berühren, sk mit sp vertauschend, wofür spricht, dasz das volk in manchen gegenden esche für espe und flitteresche, zitteresche sagt.