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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
aschmann bis asern (Bd. 1, Sp. 586)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) aschmann, m. scheint mhd. die einfache benennung des aschenbrödels:

des nahtes wart er geleit
wider sîn gewonheit
in ein sô armeʒ hiuselîn,
daʒ eʒ niht armer mohte sîn,
daʒ was zevallen, âne dach.
man schuof dem fürsten solch gemach,
daʒ vil gar unmære
sînem aschman wære. Greg. 2866,

seinem niedrigsten küchenknecht. denn ans ahd. ascoman schiffer, seemann, seeräuber ist hier doch nicht zu denken. weisth. 1, 56 im j. 1572 tritt ein Hans Aschman auf, es könnte auch einen aschenhändler, böhm. popelář bedeuten, wie apfelmann ein apfelhändler ist. nnl. heiszt aschman, bei uns aschenmann einer der die asche in den häusern abholt.
 
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aschmeise, f. parus palustris, böhm. popelnjk, von ihrem grauen gefieder.
 
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aschmesser, m., hüttenarbeiter für den aschenvorrat.
 
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aschnitz, nach Nemnich eine benennung der alchemilla vulgaris, wahrscheinlich ein entstelltes wort.
 
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aschofen, m.
 
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äschschmalz, n. fett des fisches asch? gänseschmalz, äschschmalz, hasenschmalz. Pinter pferdesch. 380.
 
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aschtag, m. dies cinerum, nnl. aschdag. s. aschermittwoche.
 
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äsen, gleichviel mit aasen, vom weiden und fressen grasender thiere, zumal der hirsche: wo der hirsch äset, da lauert auch der wolf; wann wir den jägern und forstknechten glauben wollen, so soll der hirsche und rothen wildprets äsen in den saaten und feldern nicht sonderlich schädlich fallen. Hohberg 2, 50a;

ho ho ho, mein lieber weidmann,
was hat der edle hirsch heut zu felde gethan?
jo ho ho, mein lieber weidmann,
das will ich dir bald sagen an:
er hat geäset den haber und das korn,
das hat erweckt den bauern manch groszen zorn. weidspr. 199.


 
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aser, m. loculus, crumena, pera: des burgers eser, mit siden genejet und edelstein darin gewurket ... er wolten im gern geben oder einen andern eser, der vil beszer wäre. Closener 40; da gap ich mim herrn vier albus in sinen eser. a. 1431. Oberlin 358. aus dem vocab. von 1445 hat Schmeller 1, 116 aser und einem den aser antuen, ihn belästigen. Stalder 1, 113 schreibt aser, aaser, oser, Pictorius 1a aaser, darin man ässigs gehalt, lineus fiscus; schuloser, worin sich die kinder speise mit in die schule nehmen; aser weidtasche, speisesack der jäger, schleckerbiszlin aus seinem weidöser werfen. weidw. buch 89a; jetzt auch blosz tasche in den kleidern; besehent dem worte Petri den aser basz, er treit etwas anders, denn ir meinent. Zwingli 1, 444.
 
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äserlein, n. diminutiv des vorigen:

künt sie da aber freuntlich mit mir leben,
ich künt ir wol eins ins eserlein geben. fastn. sp. 772, 11;

do stund ich uf, nam usz mim äserlin ein stücklin brot und asz. Tho. Plater 65. beide wörter, aser und äserlein sind auf âs esca, cibus zurückzuführen (vgl. ags. metebealg, metefätels, schw. matsäck, dän. madepose); doch hat sich ein ahd. âsari, mhd. æser bisher nicht dargeboten.
 
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asern, osern, im freien das jägermahl halten, aus der weidtasche zehren. Stalder 1, 113.