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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
armütlein bis arne (Bd. 1, Sp. 563)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) armütlein, n. recula, patrimonium exiguum, das bischen armut: etliche haben kirchen und klöstergüter geplündert, in welche arme leut ir armütlein geflöhet. Fronsp. kriegsb. 1, 112a. hier ist das n. an seiner stelle.
 
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armutselig, was armselig: armetselige menschen. Keisersb. irrig schaf 9;

ich bin das armutseligst weib,
beide an seel und auch an leib.
H. Sachs 1, 10d;

in armutseliger geber. 3, 1, 200b;

das er in sorg und engsten schwebt,
unsicher, armutselig lebt. 3, 3, 36b;

nach disem armutselign leben. 5, 61d;

haben gemeiniglich am wengsten gelt
und sein gar armutselig brüder.
Ayrer 225b;

in armutseliger zerrissener wat. 341b;

die elenden, zerlumpten und armutseligen verachteten menschen auf der erden sitzende. Kirchhof wendunm. 37; haben ein armutselig jämmerlich leben. mil. disc. 115; armutseligen kranken und halb todten menschen. 118;

so kommt doch plötzlich, man weisz nicht wie,
eine trübe, armutselige stund.
Tieck 13, 280.


 
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armutseligkeit, f. in groszer armtseligkeit und betrübnis. Keisersb. post. 3, 84;

seitdem erlitt sie still mit freudigkeit,
den frost, die blösze, armutseligkeit.
Tieck 2, 215.


 
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armutspfeil, m.

Zevs trift nie den lorberbaum mit den dreigeeckten keilen,
aber die, die dieser krönt, trift er oft mit armutspfeilen.
Logau 3, 9, 43.


 
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armutsschein, m.armutszeugnis,n.
 
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armutvoll:

wer gott hat, der hat was er soll,
und wär es sonst gleich armutvoll,
kann ihm doch kein gut mangeln. kirchenlied.


 
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armvoll, quantum brachio capi potest, in der volkssprache armfel, arfel (Stalder 1, 111. Tobler 26), wie für handvoll hampfel, für mundvoll mumpfel. ein armvoll holz, armvoll ruthen; man kann auch den gen. hinzu fügen: ein arm voll holzes; im pl. scheiden sich nom. und gen. nicht mehr: lief mit einem ganzen arm voll späne. unw. doct. 747.
 
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armwurf, m. amplexus, insultura in brachia: sie warf sich ihrer mutter in die arme. dieser armwurf —. Hippel lebensl. 4, 351.
 
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armzeug, n. armatura brachii: dasz ich denk, die stang und das ander theil vom knopf (des schwerts) hab mir zwischen dem handschuh und dem armzeug die hand herab geschlagen. Götz von Berl. lebensb. 79; gute stählin krägen, armzeug, rucken und krebs. Garg. 200b.
 
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arn, m. aquila, eine schon mhd. auftauchende form, von welcher oben unter aar gehandelt wurde. nhd. braucht sie zumal Waldis:

er rief ihm nach und sprach, herr arn,
ich bitt lasz meine kinder fahrn. Esop 1, 59,

doch setzt in derselben fabel er auch adler und adelar. Stieler 30 führt arn noch auf;

wer aber bleibt, der wird zerrissen,
der arn friszt ihn für leckerbissen. froschm. 2, 2, 6.


 
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arne, f. messis bei Stieler 18. die aren, erne im vocab. inc. teut., ahd. arn, aran, mhd. erne. s. DWB ernte.