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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
armutei bis armzeug (Bd. 1, Sp. 562 bis 563)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) armutei, f. was armut, scheint aus der alten weiblichen form aramuotî entstellt und in eine spätere ableitung übergesprungen:

drumb könd ir uns nicht wohnen bei,
wann da ist nichts denn armutei.
H. Sachs 5, 230d.

bei Frank steht bald armtei, bald armatei geschrieben: wirt ellendiglich in armtei zu Bethlehem geborn 84; mit diser armatei

[Bd. 1, Sp. 563]


vermeint der gt keiser solt der römisch stl content sein. chron. 521a; und ist doch alles narretei, thorheit, betlerei, unwissenheit, blindheit und armatei. paradoxa 120b. armetei wurde oben aufgeführt. noch heute hört man in verschiednen gegenden unter dem volk armetei, armutei.
 
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armütig, gleichviel mit armgeistig, armsinnig, den buchstaben nach ganz das ahd. armmuotig pauper und sehr zu beachten, weil es unverkennbaren bezug auf mut, sinn kund gibt: nein, spricht er, sondern mein geist wonet in einem armütigen, demütigen geist, der mein wort ehret. Luther 1, 391b.
 
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armütlein, n. recula, patrimonium exiguum, das bischen armut: etliche haben kirchen und klöstergüter geplündert, in welche arme leut ir armütlein geflöhet. Fronsp. kriegsb. 1, 112a. hier ist das n. an seiner stelle.
 
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armutselig, was armselig: armetselige menschen. Keisersb. irrig schaf 9;

ich bin das armutseligst weib,
beide an seel und auch an leib.
H. Sachs 1, 10d;

in armutseliger geber. 3, 1, 200b;

das er in sorg und engsten schwebt,
unsicher, armutselig lebt. 3, 3, 36b;

nach disem armutselign leben. 5, 61d;

haben gemeiniglich am wengsten gelt
und sein gar armutselig brüder.
Ayrer 225b;

in armutseliger zerrissener wat. 341b;

die elenden, zerlumpten und armutseligen verachteten menschen auf der erden sitzende. Kirchhof wendunm. 37; haben ein armutselig jämmerlich leben. mil. disc. 115; armutseligen kranken und halb todten menschen. 118;

so kommt doch plötzlich, man weisz nicht wie,
eine trübe, armutselige stund.
Tieck 13, 280.


 
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armutseligkeit, f. in groszer armtseligkeit und betrübnis. Keisersb. post. 3, 84;

seitdem erlitt sie still mit freudigkeit,
den frost, die blösze, armutseligkeit.
Tieck 2, 215.


 
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armutspfeil, m.

Zevs trift nie den lorberbaum mit den dreigeeckten keilen,
aber die, die dieser krönt, trift er oft mit armutspfeilen.
Logau 3, 9, 43.


 
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armutsschein, m.armutszeugnis,n.
 
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armutvoll:

wer gott hat, der hat was er soll,
und wär es sonst gleich armutvoll,
kann ihm doch kein gut mangeln. kirchenlied.


 
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armvoll, quantum brachio capi potest, in der volkssprache armfel, arfel (Stalder 1, 111. Tobler 26), wie für handvoll hampfel, für mundvoll mumpfel. ein armvoll holz, armvoll ruthen; man kann auch den gen. hinzu fügen: ein arm voll holzes; im pl. scheiden sich nom. und gen. nicht mehr: lief mit einem ganzen arm voll späne. unw. doct. 747.
 
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armwurf, m. amplexus, insultura in brachia: sie warf sich ihrer mutter in die arme. dieser armwurf —. Hippel lebensl. 4, 351.
 
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armzeug, n. armatura brachii: dasz ich denk, die stang und das ander theil vom knopf (des schwerts) hab mir zwischen dem handschuh und dem armzeug die hand herab geschlagen. Götz von Berl. lebensb. 79; gute stählin krägen, armzeug, rucken und krebs. Garg. 200b.