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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
armschiene bis armsessel (Bd. 1, Sp. 560)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) armschiene, f. tibia brachii. die zergliederer nennen so das obere, kleinere bein des ellenbogens, was sonst speiche, spindel, spille, radius heiszt. dann aber bezeichnet es ein die armschiene deckendes blech: dasz mir das halbe theil (des schwertknopfs) in arm gieng, und drei armschienen damit, und lag der schwertknopf in armschienen. Götz von Berl. lebensb. 78; dieweil die armschienen ganz blieben. daselbst.
 
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armschild, m. clypeus; da jeder schild ursprünglich am arme hieng, so musz die benennung aufgekommen sein, seit man auch grosze, die füsze deckende setzschilde einführte.
 
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armschlagader, f. arteria brachii.
 
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armschlinge, f. mitella, band um den arm geschlungen.
 
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armschmalz, n. adeps, vigor brachii, ein kraftvoller ausdruck: armschmalz thuts. Simrock 460; schweiszwasser macht oder rürt gten mörtel, armschmalz, den rucken darhinder thn, thts. Frank sprichw. 2, 163b; aber so ein gut braucht händ und armschmalz. der arme mann im Tockenburg 14.
 
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armschmuck, m. armgeschmeide.
 
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armschnalle, f. fibula, zum festigen des armbands.
 
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armsdick, dick wie ein arm, von der dicke des arms: der baum ist schon armsdick; mit armsdickem knüttel schlagen.
 
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armselig, miser, ein nachdrücklicheres arm, nnl. armzalig, von personen wie sachen: als sich nun der armselige bub so köstlich anfieng heraus zu butzen. Galmy 228;

armselige! musz ich, weil ich dich wil befreien,
zum werkzeug deiner qual mich selbst unwissend leihen?
Gryphius 1, 170;

armselger Wentwort! ach du hast durch unser wütten
ein unverdiente straf, ich steh es zu, erlitten. 1, 330.

blünderten ihm seine kleider und gaben ihm darfür ein gebletzten armseligen küttel. Garg. 266b; ihre eigne, ländliche, kunstlose kleidung, die ihnen nun so armselig vorkommt. Wieland 8, 297; ihre armseligen aus koth und stroh zusammengeplackten hütten stehen jedem anfall der elemente offen. 7, 48; wie oft sehen wir die gröszten wirkungen durch die armseligsten ursachen hervorgebracht. 3, 50; wenn er endlich die erwartung, worin man so lange geschwebt hatte, mit einem armseligen 'das weisz ich nicht' betrog. 6, 41; armseliger tropf! Gerstenb. Ugol. 11; der armselige druck dieses armseligen dings. Schiller 134; vor der armseligen kirche, in dem kümmerlichen orte selbst. Tieck ges. nov. 1, 194. s. armutselig.
 
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armseligkeit, f. miseria: des spartanischen Chilons spruch, die armseligkeit sei des processes und rechtfertigens gefertin und ehgemahl und alle rechtfertiger seien armselig oder werdens. Garg. 159a [der spruch musz aber anderwärts stehn, als bei Diodor 9, 8—10 und bei Diogenes Laertius]; die christen glauben mehr armseligkeiten, als dasz sie die nicht auch noch glauben könnten. Lessing 2, 230; o armseligkeit aller armseligkeit! 10, 79; die armseligkeit unserer gewöhnlichen schlüsse. Kant 2, 229; der reiche stof der sinnlichkeit, wogegen die abstracten begriffe des verstandes oft nur schimmernde armseligkeiten sind. 10, 142. s. armutseligkeit.
 
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armsessel, m. mit armlehnen versehner. s. DWB armstuhl.