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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
abdampfen bis abdecken (Bd. 1, Sp. 18 bis 19)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) abdampfen, evaporari, in dampf aufsteigen, verfliegen. das wasser hat abgedampft.
 
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abdämpfen, in dampf aufsteigen machen. auch vollends dämpfen: die äpfel sind schon abgedämpft.
 
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abdanken, wie schon danken bedeutet höflich ablehnen, ausschlagen, unter danksagung, für etwas danken es nicht wollen,

[Bd. 1, Sp. 19]


drückt abdanken aus abdicare, abdicare se magistratu, sich vom amte losdanken, es niederlegen: der minister hat abgedankt, es kam dahin, dasz er abdanken muste. der zum letztenmal im jahr rufende nachtwächter dankt ab, im namen des austretenden, sein amt niederlegenden jahres. bei der leiche wird abgedankt, gleichsam dem todten selbst zum letztenmal und den freunden für das letzte geleit gedankt.
Häufig transitiv des dienstes und amtes mit dank entlassen, milder als absetzen: das reich abdanken, die krone niederlegen. Hahns gesch. 1, 182; das ganze heer abdanken. Schiller 215; seinen bedienten abdanken, die soldaten abdanken, die hunde abdanken, sie nach der jagd schmeichelnd entlassen, pferde und wagen abdanken, aufgeben. ein abgedankter hut, ein abgedanktes kleid, ein abgedankter soldat, sogar ein abgedankter kirchthurmknopf. J. Paul Fixl. 207.

Christen lieb ist reformiert, abgedanket sind bei ihr
werk und that.
Logau 3, 53, 82.

einen fehler abdanken, ablegen, abstellen.
Die ältere sprache fügt den dat. statt des acc. hinzu und dann kann gemeint sein: einem dank sagen: wird auch etlichen reutern und regimenten fuszvolks zu dem mal (beim waffenstillstand) abgedankt. Kirchhof mil. disc. 200; sintemal dem ganzen regiment überhaupt abgedankt worden. das. 211; wolt gern abdanken dem babsthum und ihrem klosterorden. volkslied von 1622 bei Soltau 467; eurem kriegsvolk dem danket ab. Ayrer 400b; wann ihnen der herzbruder nicht abgedankt hätte. Simplic. s. 459; der kaufmannschaft abdanken. pers. rosenth. 3, 21.
 
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abdankung, abdicatio, f. dienstentlassung. Schweinichen 1, 233. 2, 360, zumal leichenrede: bin ich zum begräbnis gebeten worden, habe auch auf dem kirchhofe die abdankung gethan. Schweinichen 2, 195; höre das gepräng der abdankung. Philander 1, 69; es verstehe sich alle stunden, dasz ein vornehmer mann sterben möchte, da würde er einen goldgülden zu verdienen, das ist die abdankung zu halten haben. Weise erzn. 166; welcher bei seinem trauerspiele in einer langen versart gleichsam die abdankung an die zuschauer hält. J. E. Schlegel 3, 11; er drang mir eine ausgearbeitetere abdankung auf. Hippel lebensl. 3, 171.
 
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abdarben, egendo detrahere, absparen durch enthaltsamkeit. sie darbten sich oft das frische wasser ab; ich darbe meinem munde ab, um es ihm zu geben. Gellert.
 
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abdarren, torrere, gilt vom malz. wir haben schon abgedarrt.
 
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abdauen, digerere, verdauen. früher abdäuwen: kümmel hilft die fisch, kalte speisen und frücht abdäuwen. Tabernaemontanus kräuterbuch. 1588 s. 175; stärken sie doch den erhitzigten magen, dasz er die andern speisen desto besser abdäuwen mag. s. 591; abtouwen. Keisersb. brösaml. 25c.
 
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abdauben, abdäuben, hebetare, überwältigen, abstumpfen, zähmen, ein jetzt seltnes wort. Frank sagt: so machen wir sein (gottes) schein nit liechter, sonder er däubt all unser fackeln ab; damit er das fleisch abdeub, zähme, abtödte. eurn feind den hab ich abgedaubt, euch beim leben erhalten. Ayrer 80d. es ist das ahd. doupôn, doubôn, untardoupôn domare, subigere, refrenare (Graff 5, 96), das doch mit toup surdus, hebes (Graff 5, 351) nahverwandt sein musz, die fackeln abdäuben ist dämpfen, stumpf, taub machen, also betäuben (was man nachsehe). mhd. betouben überwältigen. Haupt 5, 528.
 
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abdauung, f. digestio. Fischart Garg. 83a.
 
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abdeckeln, operculum tollere, den deckel abnehmen.
 
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abdecken, detegere, nnl. afdekken. das dach, die ziegel abdecken. der sturm hat das haus abgedeckt. in einem nu war die hütte abgedeckt. Göthe 24, 326. den tisch abdecken, was auch bloszes abdecken ausdrückt:

es schmeckt der guten frau, dies ist genug, deckt ab!
Gellert.

bei den jägern, das wild abdecken, auswirken, 'dem wilde die decke abnehmen'. dann allgemein abdecken, dem gefallnen vieh die haut abziehen, das vieh schinden. einen schandlichen ubeltheter lebendig abzudecken und der haut zu entheben. Spee g. T. 110. in Spanien ist das pflügen so schimpflich als in Deutschland das abdecken. Möser p. phant. 1, 150. todte pferde; bald aber fand man sie auch abgedeckt. Göthe 30, 135; abgedeckte und frisch ausgeschnittene

[Bd. 1, Sp. 20]


pferde. Göthe 30, 143. zuweilen auch abdecken wie zudecken für prügeln.