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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
ä bis aalraupe (Bd. 1, Sp. 4 bis 5)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) ä, weheruf, von weinenden kindern gebraucht: man hört in der kammer ein kind schreien ä! ä! Göthe 13, 148; verschieden davon ein ruf des abscheus an kinder: das ist ä! und auch sonst: pfui was ist das ein ä geschmack! Göthe 13, 80. s. DWB aa, DWB äks.
 
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aa, f. einsilbig auszusprechen, name vieler flüsse und bäche in der Schweiz, in Westfalen und anderwärts, suffix vieler flusz- und ortsnamen wie Fulda Jossa Bibra, früher Fuldaha Jaʒaha Bibaraha (Graff 1, 110). es ist das ahd. aha, mhd. ahe, goth. ahva, lat. aqua, wasser, flusz.

[Bd. 1, Sp. 5]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) aa, m. merda, excrementum, zweisilbig und zweimal betont, ein uraltes wort, dem nur zeugnisse abgehn, anständiger als die gemeinen ausdrücke koth oder dreck, jetzt aber nur wenn mit kindern oder vertraulich gesprochen wird im gebrauch: das ist aa! aa machen, seine nothdurft verrichten, schweizerisch recks nit a, sist aa! sist agge! aa, agge machen (Stald. 1, 82), niederdeutsch einsilbig a: a don (brem. wb. 1, 1). früher wol mit allmälich geschwundenem kehllaut haha oder chacha, schweiz. agge, äggi und gaggi, gäggi, gaggeli, bair. gäckelein n. (Schm. 1, 24). wie gr. κάκκη f., it. sp. caca f., franz. caca m., dem lat. cacare zum grund liegend, finn. kakka, ir. cac, welsch cach, doch armorisch ach, each: ach eo ann drâzé, c'est du caca; vielleicht ahd. chachala testale (Graff 4, 361) zu vergleichen (s. DWB kachel). Die Böhmen sagen člowecčině, menschliches, humanum, quod ab hominis natura non abhorret. s. leutekoth, DWB menschenkoth.
 
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aal [al], m. anguilla, ahd. mhd. âl, nnl. aal, ags. æl, engl. eel, altn. âll, schw. l, dän. aal, scheint entsprungen aus ahal (wie noch Luther ahl schreibt), der verkleinerung oder ableitung eines verlornen aha schlange, skr. ahi, gr. ὄφις und ἔχις, wegen ähnlichkeit des fisches mit der schlange und natter. denn auch lat. anguilla gehört zu anguis, beide vor dem g ein n entwickelnd; mit r für l russ. ugor, böhm. auhoř, poln. węgórz, litt. ungurys, est. angrias. Der gewöhnliche pl. lautet aale, doch setzt Göthe 8, 126 äle, Möser 2, 190. 3, 41 dreiszig bund ähle, eine stiege ähle, wie schon mhd. æle Reinh. 647, 757, beidemal auszer reim; nnl. alen. B. Waldis gibt dem sg. ael und Hohberg 2, 514 braucht aal weiblich.
 
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aalbeere, f. s. DWB alantbeere.
 
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aalen, tubum purgare, kunstwort der röhrenmeister: eine verschlammte röhre lüften, indem man einen lebendigen aal durch sie schlüpfen läszt.
 
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aalfang, m. captura anguillarum, anstalt zum fangen der aale.
 
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aalglatt, glatt wie aal: aalglatter heuchler.
 
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aalhaut, f. cutis anguillae, eigentlich und uneigentlich von einer glatten, schlüpfrigen.
 
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aalmutter, f. blennius viviparus, ein seefisch, den die fischersage wol zur mutter des aals machte.
 
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aalraupe, f. gadus lota, sonst auch aalruppe, aalquappe, rufolke, nnl. puitaal, aalpuit, ein dem aal ähnlicher fisch, der wahrscheinlich für eine jüngere gestalt und raupe des aals galt.