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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
unterstuhl bis unterstützling (Bd. 24, Sp. 1845 bis 1850)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) unterstuhl, m.; in der stuhlmacherei das gestell, worauf eigentlich der sitz eines stuhls, kanapees u. dgl. zu liegen kommt Jacobsson 4, 493b; Campe; Krünitz; mhd. understuol (1387 urk. u. regesten zur gesch. v. Göttweig 1, 710) abtritt (vgl. einfaches stuhl und gemachstuhl); im salzwerk der untere oder niedriger stehende stuhl oder haspel, zum unterschiede vom oberstuhl (s. d.) Adelung; Campe; Krünitz: wechsel der haspeler nach den ober- und unterstule Hondorf saltzwerk zu Halle (1670) 34. —
 
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unterstülpen, v.; vgl. niederstülpen; nider- sive understulpen appronare, inclinare, devergere Stieler 2176; Kramer (1702) 2, 1024a; Campe: die haare u. (unter die schlafhaube) Kramer 2, 1024b. —
 
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unterstunden, adv., zu zeiten, von zeit zu zeit, bisweilen; mhd., mnd. understunden; mnl. onderstonden; Fischer schwäb. wb. 5, 1920; Schmeller 22, 769; Dähnert 505b; aliquando Diefenbach gl. 23a. veraltet: du solt merken, das der siechtumb von krankheit u. kompt und von unreinem pradem, der in das hirn gehet Ortolf v. Bayrland arzneib. (1477) 18b; item denselben jaidgesellen sol dann unterstunden in dem jar ain kellner umb gämbswild ... ze jagen erlauben österr. weisth. 1, 290, 14; understund 290, 30; alterthümelnd:

lassen unterstunden lange
auf ihr letztes wort uns warten
J. Wolff Tannhäuser (1880) 2, 17. —

unterstupfen, v.; unter etwas stupfen Campe; mit 1unter III A 2: interpunctus, understupft, mit puncten, düpfleinen oder strichlinen underscheyden Frisius 723b; Maaler 458d; Decimator thesaurus; veraltet.
 
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unterstüren, -stören, v., ignem accendere, subjicere, zu mhd. stüren stochern; B. Faber (1587) 398a; fewer unterstören oder schüren Corvinus fons lat. (1646) 428; feuer unter die saltzpfanne stöhren Schrader d. franz. wb. 2, 1462; understören Schambach 242b; veraltet: teuffel ..., die strohe und holtz zutragen und unterstöhren Kauffmann inquisitio Hispanica (1569) 69a.
 
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untersturz, m.; mhd. understurz; vgl. nieder- und übersturz: einen u. nehmen, eigentlich fastnachtspiele 1, 356, 22 K.; 3, 1120 K.; Weller dicht. d. 16. jahrhs. 43 lit. ver.; bildlich:

so forcht ich, freund, ir schubt zu kurz
und nemt der sachen ein untersturz (ihr verliert den procesz) fastnachtsp. 2, 546, 7 K.;

du hast gar oft und dick gesait,
wie Nüremberg laitern seind zu kurz,
das mstu nemen understurz hist. volkslieder 2, 511, 286 (1504) L.;

einen u. leiden:

so geht es im doch gar zurück,
das er durch groszes ungelück
oft leydet einen understurtz
H. Sachs 5, 100, 1 K.;

[Bd. 24, Sp. 1846]


unterwerfung, knechtschaft: so haben sie dennoch kein fremde gesetz angenommen noch einich untersturtz Alt b. d. cronicken (1493) 61a. veraltet.
 
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unterstürzen, v.; vgl. niederstürzen. a) transitiv. mnl. onderstorten suffundere. α) eigentlich; einen stein niederkippen: (die räuber) den stein palde aufgehaben und understülczelt (Weinhold alem. gramm. 162; bair. gr. 170) hetten Arigo decamerone 89, 23 K.; Montanus 163 lit. ver.; landwirtschaftlich: also musz man den mist im herbst zuvor ... hinaus führen und u. Grosser anleitung zu d. landtwirtschaft (1590) F 1a; Hohberg georgica (1682) 1, 134; schles. wirtschaftsb. (1712) 105. veraltet. β) übertragen: ich weisz, dasz einmal das darzu kommen werdt, dasz dieselben magnificenten werden untergestürtzt werden Paracelsus (1616) 1, 225 A;

dasz got dermaszen
sie alle musz von hertzen hassen
und entlich auch musz unterstürtzen
H. Sachs 18, 156, 20 G.

veraltet. γ) dichterisch sich u.:

in freudenthränen möcht ich mich verströmen,
mich unterstürzen in dem bad der lust
Tieck (1828) 1, 414.

δ) übereilen Fischer schwäb. wb. 6, 254. nicht schriftsprachlich. ε) für unterstützen (stürzen für stützen Fischer 5, 1938); 1941; 1943; eyn jung reisz, wenn es krump wechset, so lest sichs nit biegen, man understurtze es, wie man wolle Agricola sprichw. (1534) J 6b; Kirchhof wendunmuth 4, 131 Ö.; die hende dem haupte unterstürtzen Agricola sprichw. (1558) 330; die arme u. (aufstützen): J. P. ... stürtzt die arm unter Ayrer 2, 2619, 39 K.; ansatus ambulat, er stürtzt beyde arm unter Corvinus fons lat. (1646) 59; Tob. Schmidt chronica cynea (1656) 1, 137. veraltet. b) intransitiv (vgl. a β): under- et niderstürzen praecipitem volvi Stieler 2231; Campe; unüblich.
 
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unterstütz, -stutz, m., nicht immer von unterstütze, f., zu unterscheiden; nl. onderstut; columen ein understütz, pfeyler, aufenthalt Frisius 253a; sostentacolo, palo di viti ò alberi unterstutz, rebpfäle Hulsius (1618) 2, 383a; understutz der reben adminiculum vitis Aler (1727) 2, 2074a; die deichsel, unterstütz der gutschen Hulsius (1618) 2, 81a. uneigentlich: got ist ... der wanckenden understütz S. Franck chron. (1531) 1b;

und (die kunst) ringert im all sein beschwerd,
ist gleich des alters unterstütz
H. Sachs 7, 329, 6 K.;

ein junger sohn ... ein understütz meines hausz Schweickhart zu Helfenstein Basilius Magnus (1591) 260; er (gott) ist ihr gewaltiger schutz, ihr stärck und gewaltiger understutz Ägidius Albertinus hirnschleifer (1664) 197; lasteren ein unterstütz Kalchus Sallust (1629) 81. veraltet. gleichbedeutend ist unterstütze, -stutze, f.; mnd. understutte stütze, unterlage: die understütz columen Maaler 458d; hypomochlium die unterstütze Orsäus nomenclator (1623) 155; understütze der beume pedamen, pedamentum Stieler 2233; Rädlein (1711) 995b; Frisch (1730) 634; unterstutze Kramer (1719) 2, 210a: dasz die bolwerck an den orten mit understützen oder pfeilern bewart würden b. d. liebe (1587) 218d; ein brügk ... hat keine understutzen Acosta America (1605) 40; er gleicht den steinen, welche ihrem mitteltupfe nicht zutrachten, so lang sie auf geebenmäszigter unterstütze rasten Stubenberg Samson (1657) 183; veraltet. untere stütze Campe, unüblich.
 
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unterstützeln, v., nebenform zu unterstützen, wie stützeln (s. d.) zu stützen; Hulsius (1618) 2, 33b; ein gabel, damit man etwas unterstützelt 2, 159a; quocumque modo stabilire et communire Stieler 2233. eigentlich: eben zu demselbigen ende ... undergräbt man oder understützelt ihn (den thurm) Mendoza theoria et practica militaris (1619) 160. uneigentlich: im grund ist es ihnen umb die herrschafft zu thun, derselbigen haben sie sorge und unterstützeln sie fein mit eitel gottlosen, heuchlerischen lugen Jonas bei Luther 6, 452a Jen.; Melanchthon im corp. doctr. christ. (1560) 190; die schrifften, mit welchen diser mensch ... seine rotten unterstützelt, haben wir gehort Wicel v. d. christl.

[Bd. 24, Sp. 1847]


kirchen (1534) C 2a; Nigrinus von bruder J. Nasen esel (1570) E 2a; den römischen staat u. helffen Flitner sphinx (1625) 790; Weckherlin 2, 380. veraltet.
 
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unterstützen, v.; ahd. untarstutzen; mhd. understützen; mnd. understutten; mnl. nl. onderstutten; dän. understøtte; schwed. understödja. vgl. DWB unterstürzen a ε; der umlaut bleibt gelegentlich aus; unterstitzen Knebel chron. v. Kaisheim 194 lit. ver.; Wickram 7, 58, 3 B.; Aventin 1, 427, 33 L.; Abele gerichtshändel 266. under-, drunder- et hinderstützen Stieler 2232. die bedeutung beschränkt sich auf 1unter III A 1 a β, b β.
I. trennbar.
1) eigentlich; als eine stütze unter ein ding setzen Adelung; einen pfahl u. derselbe; orthostata ein aufrecht undergestützt bloch Frisius 933a; unterstützholz Hohberg georg. 1, 441; undergestützt fultus, innixus Stieler 2232; personen, welche wegen des hochobliegenden alters ... mit zwo krucken untergestitzt erschienen Abele gerichtshändel 266 (heute unterstützt); es wäre nichts gefährlicher als einer sinckenden wand seine achseln u. Lohenstein Arm. 2, 579a; indem ... ich meine schultern mit untergestützt hatte E. M. Arndt (1892) 1, 159 R.; die betrübten haben die gebärde, dasz sie die handt understützen dem haupt, dasz es nicht falle sch. w. klugreden (1548) 80a; er fand sie auf einem stuhl in ihren gedancken gantz vertieffet sitzen und das haupt mit einer hand untergestützet halten selzame liebeshändel (1691) 119; mit untergestützten armen Troilo reisebeschreibung (1676) 591; Lessing 2, 168 M.; Laube 8, 155; incubitus das liegen oder u. der arme Corvinus fons. lat. (1646) 239; mit untergestütztem elnbogen Barth weiberspiegel (1565) L 7b.
2) übertragen: ich fürsich würd faren Menedeme underzestützen (pergo suppeditare sumptibus M.) Terenz (1499) 91a; so dasz er ihr (seiner stiefmutter) unvermögliches alterthum, so nunmehr auch mit dürftigkeit zu drücken begunnte, danckbarlichst untergestützet Fr. Brandt bericht vom leben Taubmanns (1675) 11; wofern es (das glück) nicht vom reichtuhme untergestützet ist Butschky Pathmos (1677) 637. veraltet.
II. untrennbar.
1) eigentlich.
a) etwas stehendes durch stütze vor dem sinken bewahren; perfulcio wol understützen und stercken, starck und vest machen Frisius 980a; bestützen, u. Henisch (1616) 336, 54; einen stütz under etwas setzen Hulsius (1616) 373a; suffulciren Spanutius (1720) 427; Heyse-Böttger fremdwb. (1886) 795b: item 2 scot, die brucke zu undirstotzen Marienburger treszlerb. 51, 17 J.; ... der mauren, die von den feinden mit streben und gabeln understützet war Carbach Livius 366a; das wachs understützen sye (die bienen im korbe), so es fallen will Eppendorf Plinius (1543) 178; ein baufellig hausz u. Frisius 1216b; dafür auch nur stützen Adelung; ein unterstütztes haus Kramer (1702) 2, 1032b; Hoyer-Kreuter 1, 795; denen (hauptmauern) musz nun ein gutes, starckes, kräfftiges fundament unterstützt werden Hohberg georgica (1682) 1, 24 (verb. mit dativ veraltet); effulta columnis atria mit seulen understützt oder undersetzt Frisius 253a; ein gewölbter gang ..., unterstützt mit säulen Ramler einleitung in d. sch. wissenschaften (1758) 2, 251; doch hatte ich ... ein groszes holz zurechte gestellt und wie eine falle unterstützt, und wollte es auf meinen kopf schlagen lassen Göthe 43, 356 W.; von hinten zu war diese statüe unterstützet Vieth leibesübungen (1793) 1, 279; sei ohne sorge, ich will die thür u. (durch dahinter gestelltes stützen), dasz sie nicht einer gewaltsamkeit weiche Laube 2, 255. substantiviert: zum u. des zeuges Heppe lehrprinz (1751) 139.
b) von pflanzen: ein nüw zweig, das msz man anbinden, understützen, underweisen und im ze hilff kummen Keisersberg brösamlin 1, 31b;

wenn man das holtz nicht unterstützt,
so wird es krum und wenig nützt
Eyering proverbiorum copia (1601) 1, 119;

es ist ein groszer fehler an einem blumenstengel, wann er so dünne ist, dasz man ihn u. musz Hohberg georgica 3, 604a; sorgfältig unterstützte obstbäume Göthe 34, 4 W.; t. t. suffulciens und suffultorius, stützend oder unterstützend, was einem andern theile zum träger oder zur stütze dient Bischoff wb. d. beschr. botanik (1839) 201;

[Bd. 24, Sp. 1848]


frucht von dem bleibenden kelche unterstützt Muspratt chemie (1893) 4, 1080.
c) von andern gegenständen: beim schatzgraben musz man den schatz u., sonst kann der gräber unter dem schatz untergedruckt werden v. Fleming soldat (1726) 363b; unter den diamanten hatte ich drei knaben angebracht, die mit aufgehobenen händen den stein unterstützten Göthe 43, 131 W.; ein steilerer, aber von steinen unterstützter pfad Gutzkow zauberer (1858) 1, 131.
d) von körper und körpertheilen: das du das gelidt recht uf leist und understützest, das es nit under sich hange Braunschweig chirurgia (1498) 26a; Ryff anatomie (1541) K 5a; Aaron aber und Hur understutztend im seine hend Züricher bibel (1531) 2. Mos. 17 D; das hirn war ihm so schwer von grillen, dasz er es mit der hand understützen muste Schupp (1663) 872; sie fand ihn mit halbem leib auf einer grünen bank liegen, das haupt unterstützt Wieland Agathon 1, 253; Göthe 22, 79 W.; den kopf mit den rechten elebogen unterstützt A. U. v. Braunschweig Octavia 4, 2, 84; das schöne gesicht auf der unterstützenden hand S. Gessner schr. (1777) 1, 29; der mit der rechten hand den kinn oder barth unterstützete Micrälius Pommerland (1640) 2, 255; Herder 3, 78 S.; etliche plaudertaschen aber sprengten aus, es wäre nichts daran (an der schwangerschaft), sie unterstützte nur den leib, dasz er das falsche ansehen gewinne Paullini erbauliche lust (1695) 423; aber der faun stund da, beyde vor lachen erschütterte hüften unterstützt S. Gessner schr. (1777) 1, 97; A., der die linke schulter mit einem scepter unterstützt Göthe 48, 97 W.; B. ..., mit beiden ... auf den tisch gestemmten händen seinen übergebogenen körper unterstützend 49, 211 W.
e) von personen: er ist understützet mit den blmen der gottheit H. Seuse d. schr. 548, 20 B.; umblegend mich mit trauben und understützend mich mit öpfeln Züricher bibel (1531) hoheslied 2 a; Spee trutznachtigall (1649) 60; unterstützt ihn und verbindet ihn Göthe 11, 235 W.; Tasso 860.
f) von thieren: da einer (e. kranich) z müde wil werden, fallen ihrer zwen hinz und unterstützen ihne mit ihren flüglen Heyden Plinius (1565) 436; eine vorrichtung zum u. ... gelähmter pferde v. Alten handb. f. heer u. flotte 4, 621.
g) dasz die masse ruhe, musz ihr schwerpunkt unterstützt seyn Hegel 7, 81.
2) übertragen; hülfe allerlei art leisten, jemandes absichten, die wirkung einer ursache befördern Adelung; pousziren Kinderling (1795) 144.
a) halbsinnlich, bes. im bild und vergleich: wie kan das hertz eines cristenmenschen zweiflen an dem glauben, so er also understützt ist mit so vil stützen und seulen? Keisersberg narrenschiff (1520) 46b; wie wüst irret der, desz grundt mossig ist, der alle tag u. musz, damit er sein erdichten grund erhalt? Paracelsus (1616) 1, 33 A; Weckherlin 1, 306 F.; P. Fleming d. ged. 1, 72 L.; den grundbau einer sprache u. Knittel sinnenfrüchte (1677) vorr. 7; Morhof unterricht (1682), 2, 174; ja ich weisz es, ... dasz die anstrengung der geisteskraft auch einen matten körper u. könne F. H. Jacobi 4, 2, 166.
b) allgemein.
α) wiewol die Türckey von den verkaufften gefangen nit wenig unterstützet zunympt, so ... S. Franck Turkey (1530) C 4b; wie dann nicht lange bestehet, was nicht mit der warheit unterstützet ist Micrälius Pommerland (1640) 3, 338; Harsdörfer gesprechspiele 1, N 1a; wie allsolches der gepriesene L. mit unverwerfflichen gründen treulich unterstützet Paullini erbauliche lust (1695) 7; seine meinung mit gründen u. Göthe 47, 287 W.; den meineid, ratschläge, einen satz, die poesie, stimme, vorschläge, den despotism der schulen, die verdauung, die gute sache, ein gesuch, eine bitte, hypothese, absicht, ein beginnen, den müsziggang, die studien u. s. f. u. Dannhawer catechismusmilch 1, 471; Ziegler Banise 593; discourse der mahlern 2, 45; Neukirch anfangsgründe z. t. poesie 7; Ramler einleitung in d. schönen wiss. 4, 244; Wieland Agathon 1, 344; Kant 3, 21, 20 ak. ausg.; Bremser 221; Lichtenberg nachlasz (1899) 24, 10; Sturz (1779) 1, 19; Genz schr. 1, 207; W. v. Humboldt ges. schr. (1903) 1, 1; Schiller 4, 121 G.; 13, 42 G.; Shakespeare 6, 23; Dahlmann franz. revolution 17; wir wiederholten ihm unser voriges verlangen. da indessen auch dieses nicht fruchten wollte, so wurde die forderung etwas

[Bd. 24, Sp. 1849]


nachdrücklicher, nämlich durch eine ladung hagel unterztützt G. Forster 2, 133; einem durch vernünftigen unterricht gehörig unterstützten mutterwitze Gottsched das neueste 1, 421; kenntnisse ..., wenn sie nicht durch richtigen geschmack unterstützt ... sind Göthe 46, 81 W.; wie weich ... muszten diese hände sein, die in maszvoller bewegung die bedeutenderen gedanken seiner rede unterstützten! Gutzkow zauberer (1858) 2, 53; Hackerts anerbieten wurde von seinem staubbedeckten äuszern sehr wenig unterstützt ritter vom geiste (1850) 1, 59; diese richtung seines geistes, unterstützt von einer edeln erscheinung und feinen sitten Dahlmann franz. revolution 28; unterstützend kommt hinzu, dasz ... Mommsen röm. staatsrecht 1, 469.
β) von personen und persönlichem: der jugend ..., mit kainer ordnung des lebens understützet N. v. Wyle translat. 137, 30 K.; einer (wurde) ... durch zauberey und hilf des teuffels unterstützt Hedio chron. Germ. (1530) B 4b; da sie von niemant understutzt gewesen, haben sie nicht allein verloren, welches sie vor voren erobert ... Quad macht, reichthumb (1602) 65; der keiser werde darum so schlecht unterstützt, weil ... Ranke 1, 128; den geistlichen stand u. Zinkgref apophthegmata (1628) 98; da bedauchte michs zeit ..., dieses neuen christen seele ... zu u. Grimmelshausen 4, 627 Keller; die gemeine beim singen u. Scheibe crit. musicus (1745) vorw. b 5; künstler u. Cramer nord. aufseher 1, 52; feinde mit geld u. Lessing 3, 97 M.; stets bereit, ihn in geschäftsangelegenheiten mit rath und that zu u. O. Jahn Mozart 1, 35; einen in seinen ansprüchen u. Ranke 1, 103, beim gusz des erzes u. H. Grimm Michelangelo 1, 28; mit dem, was er mir zu verdienen gab, unterstützte ich meinen vater und mein haus Göthe 43, 35 W.; möchten sie doch dergestalt unterstützt und gestärkt zurückkommen, dasz dasjenige, was sie zu leisten im stande sind, nicht ganz verloren sey IV 21, 46 W.; ich werde ... durch eine vollkommen kräftige gesundheit unterstützt Solger nachgel. schr. (1826) 1, 201; unterstützt von einer sehr edlen gestalt ..., hätte er ... Gutzkow ritter vom geiste (1850) 3, 260; ich bin ihnen jedenfalls sehr dankbar, dasz sie mich so thatkräftig u. G. Hauptmann biberpelz 48; versuch doch mal das zu begreifen, Käthe! unterstütz mich doch mal n bissel einsame menschen 60. substantiviert: das u. der künstler W. v. Humboldt an Welcker 132; sowie beim u. armer verwandten immer wieder von vorn anzufangen ist Düringsfeld sprichw. (1875) 1, 245a; die ... von empfehlungen unterstützten Droste-Hülshoff an Levin Schücking 165.
γ) terminologisch: die schatten müssen in der malerei die lichter u. und geltend machen Jacobsson 4, 498b; musikalisch unterstützt der basz die andern stimmen: und die vollstimmigen griffe ..., wie jung klingen sie, wenn sie nicht ein tiefer basz unterstützt? Ph. E. Bach art das clavier zu spielen 1, 2; ich rathe zum ... unterstützten angriff (mit hilfe der unterstützungstruppe [s. d.], soutien) Klinger 1, 286; das pferd beim reiten mit hand, knieen und schenkeln u. Sachs-Villatte.
c) sich u.:

gesteh es, Deutschland, mir,
dasz ich zu dienste steif mich unterstützte dir
P. Fleming d. ged. 1, 455 L.;

und kann dein hohes haus sich fester unterstützen,
denn dasz den heldenthron sechs junge löwen schützen?
Besser 1, 12;

und wie unterstützt ich mich in trüben stunden an seiner brust! Göthe 11, 166 W.; nicht genug, dasz sich die freymäurer einer den andern u. ... Lessing 13, 347 M.; opern- und kirchenmusik ... unterstützten einander wechselseitig O. Jahn Mozart 1, 174; in der totalität des bestehenden ... unterstützt sich alles Ranke 2, 3.
d) der adjectivierung zustrebend:

die welt ist verbraucht, verschliffen, abgenützt,
gelapt, geflickt und understützt (baufällig)
B. Waldis Esopus 2, 297 K.;

ähnlich: so schwach kämpft Aristot mit unterstützten gründen Wieland 1, 102 ak. ausg.unterstützer, m.; bestützer, understützer suffulciens, adminiculans, statuminans Stieler 2292; nl. onderstutter; dän. understøtter; schwed. understödjare: ein u. der wissenschaften Klopstock gelehrtenrepublik (1774) 58; der u. einer familie

[Bd. 24, Sp. 1850]


Lichtenberg briefe (1901) 2, 168; u. (subscribent) eines werkes Brentano an die br. Grimm 158 Steig; u. der identität G. Keller 3, 117. unterstützerin allg. d. bibl. 8, 2, 311; Schubart leben 1, 28. — unterstützling, m. : tibicines, understützling, damit man die tach understützt Frisius 1310b. veraltet.

 

unterstützen
   I.  trennbar.
      1)  eigentlich; als eine stütze unter ein ding setzen Adelung; einen pfahl u. derselbe; orthostata ein aufrecht undergestützt bloch Frisius 933a; unterstützholz Hohberg
      2)  übertragen: ich fürsich würd faren Menedeme underzestützen (pergo suppeditare sumptibus M.) Terenz (1499) 91a; so dasz er ihr (seiner stiefmutter) unvermögliches alterthum, so nunmehr auch mit dürftigkeit zu drücken begunnte, danckbarlichst untergestützet Fr. Brandt
   II.  untrennbar.
      1)  eigentlich.
         a)  etwas stehendes durch stütze vor dem sinken bewahren; perfulcio wol understützen und stercken, starck und vest machen Frisius 980a; bestützen, u. Henisch (1616) 336, 54; einen stütz under etwas setzen Hulsius (1616) 373a; suffulciren
         b)  von pflanzen: ein nüw zweig, das msz man anbinden, understützen, underweisen und im ze hilff kummen Keisersberg
         c)  von andern gegenständen: beim schatzgraben musz man den schatz u., sonst kann der gräber unter dem schatz untergedruckt werden v. Fleming
         d)  von körper und körpertheilen: das du das gelidt recht uf leist und understützest, das es nit under sich hange Braunschweig
         e)  von personen: er ist understützet mit den blmen der gottheit H. Seuse
         f)  von thieren: da einer (e. kranich) z müde wil werden, fallen ihrer zwen hinz und unterstützen ihne mit ihren flüglen Heyden
         g)  dasz die masse ruhe, musz ihr schwerpunkt unterstützt seyn Hegel 7, 81.
      2)  übertragen; hülfe allerlei art leisten, jemandes absichten, die wirkung einer ursache befördern Adelung; pousziren Kinderling (1795) 144.
         a)  halbsinnlich, bes. im bild und vergleich: wie kan das hertz eines cristenmenschen zweiflen an dem glauben, so er also understützt ist mit so vil stützen und seulen? Keisersberg
         b)  allgemein.
            α)  wiewol die Türckey von den verkaufften gefangen nit wenig unterstützet zunympt, so ... S. Franck
            β)  von personen und persönlichem: der jugend ..., mit kainer ordnung des lebens understützet N. v. Wyle
            γ)  terminologisch: die schatten müssen in der malerei die lichter u. und geltend machen Jacobsson 4, 498b; musikalisch unterstützt der basz die andern stimmen: und die vollstimmigen griffe ..., wie jung klingen sie, wenn sie nicht ein tiefer basz unterstützt? Ph.
         c)  sich u.: gesteh es, Deutschland, mir, dasz ich zu dienste steif mich unterstützte dir P. Fleming
         d)  der adjectivierung zustrebend: die welt ist verbraucht, verschliffen, abgenützt, gelapt, geflickt und understützt (baufällig) B. Waldis