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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
unterstreuung bis unterstuhl (Bd. 24, Sp. 1843 bis 1845)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) unterstreuung, f., substratus Frisius 1259a; Hulsius-Ravellus (1616) 372b; substramen, substructio Stieler 2211; Campe.
 
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unterstrich, m.; vgl. unterstreichen und strich. 1) mit 1unter III B 1 a (sub). a) unterstreichung, das unterstreichen: u. von worten Sanders erg. wb. 535a; unüblich. b) understrich, ein lini oder schnitz, den

[Bd. 24, Sp. 1844]


man under etwas macht Hulsius-Ravellus (1616) 372b; litura, virgula censoria Stieler 2201; tupfel 2258; unter ein ding gezogener strich Campe. veraltet. bis auf verwendungen wie: die unterschrift Marie Antoinette in derben zügen mit energischem unterstriche Sybel kl. schr. 2, 177. c) beim anstreichen und malen der grundstrich Krünitz 200, 69 (unterstreichen A II 1). d) weil sie auszerhalb der Betaner insel sehr tief in solchem unterstriche (tiefer liegendem gelände?) wohnen Zesen beschreibung d. st. Amsterdam (1664) 8. veraltet. e) 'bei einigen name des comma zum unterschiede von dem oberstriche oder apostrophus' Adelung; Campe verd. wb. (1813) 203b; Mozin; Lucas. vgl. unterstrichlein für cedille Zesen rosenmând (1651) 119. unüblich. 2) mit 1unter III B 1 b (inter, dis). a) transtra unterstriche Orsäus nomenclator (1623) 152. veraltet. b) rubriceta, anstrich oder understrich, farb, darmit sich die weyber färbend Frisius 1167b; Maaler 458d. veraltet. c) heraldisch für pfahl (s. DWB pfahl 2); als ungeeignete ältere benennung von v. Querfurth krit. wb. d. herald. terminologie 165 abgelehnt.
 
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unterstricken, v.: subligo, subnodo, subnecto, ich bind under, understrick Alberus (1540) 56b. veraltet. mhd. understricken unter einander verbinden.
 
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unterstrom, m.; nl. onderstroom; engl. understream (undercurrent). a) eigentlich: unterer theil, unterlauf des stromes: bekommt auch alsdann der eine staat den hochstrom allein, der andere den u. für sich, so ist des kriegens ... kein ende Fr. L. Jahn werke (1884 ff.) 2, 581; strömung in meerestiefe (gs. oberstrom) Ule-Müller die natur (1852 ff.) ergänzung 6, 14a. adverbial: die häute oberstrom (stromaufwärts) und unterstrom (stromabwärts) mit groszen steinen verankern Rüstow-Köchly gesch. d. griech. kriegswesens (1852) 191; ungewöhnlich. b) wie das häufigere unterströmung und nl. onderstroom (nl. wb. 10, 1481; engl. undercurrent Murray 10, 1, 129c, 2) übertragen: weil der u. der gedanken in ganz anderer richtung zieht Bahnsen wie ich wurde 189; es war da ein u. in ihren gedanken, der ihr keine ruhe liesz Hugin Hahn Berta (1907) 167. —
 
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unterstromen, v., auf diebstahl ausgehen Grolman wb. d. spitzbubenspr. 73c; zu dem rotwelchen stromen vagari (s. d.), mit 1unter III A 1 b δ. —
 
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unterströmung, f.; s. DWB strömung und 1unter III B 1 a α und ε. erst gegen ende des 19. jahrhs. geläufig geworden. 'etwa courant inférieur' Sachs - Villatte (1874). a) eigentlich: hier ist das tiefe loch, in das die u. alles faulende zusammenfegt Löns aus forst u. flur 141; u. des meeres, der luft. b) übertragen: es ist mir auch ... stets gelungen, dem misztrauen die spitze abzubrechen, das wiederholt durch fremde und einheimische entstellungen und gelegentlich durch diesseitige militärische unterströmungen in ihm erregt wurde Bismarck gedanken u. erinn. (1898) 2, 286 volksausg.; die abhandlung legt ... die idealistische u. ... jüngerer parteiführer dar hwb. d. staatswiss. 52, 709; H. Prutz preusz. gesch. 3, 255; ich glaube wirklich, dasz eine gewisse sorgende und bangende u. in meinem lebensgefühle zum teil dem kummervollen gemüt der frau entspringt, die mich geboren hat A. v. Berger ges. schr. 1, 23; zweifellos auch gibt es bereits in den frühesten schriften unterströmungen, die über den pessimismus hinaus weisen Raoul Richter essays 220; instinkt ... nennen wir die geheime u. unseres wesens, die wir als die letzte instanz unseres empfindens ... in uns spüren Worringer formprobl. d. gotik (1918) 15. als gs. zu haupströmung: gegenüber jenen hauptströmungen existieren nun verschiedene unter- oder gegenströmungen nationalzeitung 33 (1881), 174.
 
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unterstrumpf, m., oft im plur.; gs. ober- und überstrumpf (s. d.); dän. understrømpe; schwed. understrumpa; vgl. nl. onderkous, engl. understockings. unterstrümpfe sotto-calzette Kramer (1702) 2, 1016b; sehr dünne ... strümpfe, die man unter seidene zieht, damit diese ... besser sitzen Krünitz 200, 69: Amando zog seine unterstrümpfe ... aus Weise d. drei klügsten leute (1675) 160; und läszt den ... weiszen unterstrumpf sehen Lichtenberg nachlasz 164; ich durfte nicht versäumen, feinlederne unterstrümpfe zu tragen, um mich gegen die rheinschnaken zu sichern Göthe 27, 249 W.; leinene unterstrümpfe III 1, 226 W.
 
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unterstube, f., gs. der

[Bd. 24, Sp. 1845]


oberstube (s. d. und vgl. untere stube Schmeller 22, 721); coenatio Siber gemma 88; coenaculum inferius Stieler 2216, vgl. DWB hausstube; im erdgeschosz liegende stube Krünitz 200, 70: diesem (wucherer) hatte vor einer zeit ... ein bauwer ... abgesehen, dasz er ... gelt in der unterstuben im tisch verwaret Kirchhof wendunmuth 2, 224 Ö.; unterdessen ward der gute stümper in der u. auff die seite geschafft Weise d. drei klügsten leute (1675) 216; Menantes n. briefe (1723) 642; Thümmel reise (1791) 5, 447; er ... lebte in einer weitläufigen, aber traurigen u. Göthe 26, 250 W.; Auerbach (1892 ff.) 16, 120. unterstüble 11, 67. —
 
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unterstück, n., unteres stück; nl. onderstuk; vgl. engl. underpiece: grundstein, das unterste vierkantige stück eines säulenstuhls, das u., die platte Vitruvius de architectura anhang 54 Rode; am ... u. eines ... ringels ist die gelenkpfanne (bei den insecten) Oken allgem. naturgesch. (1839 ff.) 4, 409; im bergwerk wie zwicker das unterste theil an einem bergbohrer oder das eigentliche bohrstück Jacobsson 4, 493b; Mothes baulex. (1882) 4, 396. —
 
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unterstufe, f., mit 1unter III B 1 a ε: für den positiv der comparation Kinderling (1795) 335; Campe verd. wb. (1813) 207a zieht untergrad vor. beides unüblich; eine u. der satyre ist die ironie Gutzkow (1872 ff.) 6, 146; gramm, einheit des metrischen gewichts, u. des kilogramms v. Alten handb. f. heer u. flotte 4, 335; die u. 1 b mit 2 silbergroschen steuer war nur für einzelsteuernde hwb. d. staatsw. 32, 390; die u. des unterrichts, der schule u. dgl.
 
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unterstuhl, m.; in der stuhlmacherei das gestell, worauf eigentlich der sitz eines stuhls, kanapees u. dgl. zu liegen kommt Jacobsson 4, 493b; Campe; Krünitz; mhd. understuol (1387 urk. u. regesten zur gesch. v. Göttweig 1, 710) abtritt (vgl. einfaches stuhl und gemachstuhl); im salzwerk der untere oder niedriger stehende stuhl oder haspel, zum unterschiede vom oberstuhl (s. d.) Adelung; Campe; Krünitz: wechsel der haspeler nach den ober- und unterstule Hondorf saltzwerk zu Halle (1670) 34. —