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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
unterstopfer bis unterstreichen (Bd. 24, Sp. 1839 bis 1841)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) unterstopfer, m.: supplicatores unterstopper Corvinus fons lat. (1646) 629. —
 
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unterstöhnen, v. zu 1stöhnen 2 (Franck-van Wijk 664b); nl. ondersteunen, reich entwickelt: was wolt man sich hie dar widder streuben? am meisten, weil unser deudtscher den ort Esaie selbs herbracht und sich darmit unterstnen wolt, ist er widder ihn und seine lere Wicelius annotationes (1536) B 3a. veraltet.
 
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unterstören s. DWB unterstüren.
 
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unterstosz, m., theilweise gs. zum oberstosz (s. d.); ictus inferior Stieler 2181. mhd. understôʒ unterbrechung, unterschied. subuncula Schroers voc. 2792. a) stosz II 1 a entsprechend: die hemden der weiber und mädchen bestehen im oberen teile aus feinerer leinwand, etwa vom schwertbeinfortsatz an jedoch aus grober hausleinwand, und dieser angesetzte hemdteil heiszt understousz Schramek der Böhmerwaldbauer 18. nicht schriftsprachlich. b) 'treibstosz, u. (bergwerk) der kurze stosz oder die breite seite eines treibschachts, wodurch man die erze u. berge zu tage treibet' Jacobsson 4, 436a; vgl. DWB stosz II 4 b β; oberstosz. c) als schwanztheil gewisser vögel (stosz II 8 a): der u. bedeckt nur zur hälfte den oberstosz Brehm thierleben (1890) 5, 498.
 
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unterstoszen, v.; mhd. understôʒen; dän. støde under. veraltetes schw. praet. unterstoszeten Guarinonius greuel (1610) 1185.
A. mit 1unter III A 1 (sub).
I. trennbar.
1) eigentlich. intransitiv 'mit dem kopfe von unten her anstoszen' Schambach 242b; nicht schriftsprachlich. transitiv: nun denen springern sol man auch ein sttten understoszen, die seiner art Gesner-Forer thierb. (1563) 49b; man sol aber solche füllen ... einer andern stten z seugen in der finstern u. Heyden Plinius (1565) 228; wolche (personen) alle ertrunken, wen einsz das ander understiesz im wasser Grunau preusz. chron. 2, 402.
2) einem die füsze u. (vgl. ein bein unterschlagen u. dgl.), um ihn zu fall zu bringen: denn man uns die füsz untergestoszen und uns scheuszlich ausgehönet Harant christl. Ulysses (1678) 569. veraltet.
3) das feuer schüren; Lexer 2, 1805: als sie (die weiber) nun in dem holtz waren, stiesz Ulenspiegel als ie mer under und liesz den kessel mit den beltzen ston Eulenspiegel 46 ndr.; feuer anlegen: der setze sich auf der tonnen eine, so will ich feuer u. Luther tischreden (1568) 1, 56; Mathesius unter unterbüszen. veraltet.
4) unterschlagen (vgl. mhd. understôʒen verstecken, bei seite schaffen Lexer 2, 1805; 1779): quelle (1567) bei Fischer schwäb. wb. 6, 234, 2 b. veraltet.

[Bd. 24, Sp. 1840]



5) unterdrücken: aber deine augen und dein hertz stehen nicht also, sondern auf deinem geitz, auf unschüldig blut zu vergieszen, zu freveln und unterzustoszen Jerem. 22, 17; die warhait understoszen Luther 7, 242 W.;

darfür bitt gott der psalmist sehr,
dasz gott die lügen unterstosz
H. Sachs 18, 37, 10 G.;

den gottlosen, den freffler u. 19, 204, 3 G.; 18, 60 17 G. veraltet.
6) an die stelle setzen, einschieben; sufficere Alberus (1540) k k 3a: rechtssprachlich Schmeller-Fr. 2, 790; wie ich dem hailigen dieb (sacrilego) danck sagte, der uns disen hat undergestoszen (supponere) Neidhart Eunuchus 167 F. veraltet.
7) als ersatz aufzwingen, obtrudere: wan si nyemant undergestoszen werden mag Terenz (1499) 16a. veraltet.
II. untrennbar.
1) die meysten aber mit groszem lust und gelächter die füsz im lauffen ihnen selbsten unterstoszeten und uber hauffen nider fielen Guarinonius greuel (1610) 1185. veraltet.
2) imbuere, vielleicht aus depositionsgebrauch (taufen, in den sack stecken u. dgl. W. Fabricius d. akadem. deposition [1895] 28; 68; 57): industrius ... unterwiesen, unterstoszen, gelehrt, in den etwas gebawet ist Corvinus fons lat. (1646) 843; thut ihn nur unter meine reformation, ich will ihn schon u. Schoch studentenleben (1657) D 6b; man lasse sie (die kinder) nur abtretten, ich will hoffen, dasz sie in wenig tagen besser solten unterstoszen werden Kraus lutherischer scrupulant (1714) 166; weilen ich sehe, dasz ihr des wahren verstandes des angezogenen textes unkündig, so lasset euch in etwas u. d. hinkende löscher (1717) 20; in welchem (schreiben) mir miszliebig verwiesen, unterstoszen und verhaben wurde Lang Hammelburger reise (1818) 3, 31. veraltet.
B. mit 1unter III A 2 (inter, dis).
1) unterbrechen; Lexer 2, 1805; nachtrag 384: ofte ein man, wenne der anhebet zu reden, im werde dann understossen, nicht aufgehoren kan ackermann a. Böhmen 32, 2 B.; und als der herr wortmann N. F. anfing, die zu weihnachten gemachte artikel vorzubringen, wurde er unterstoszen quellen z. gesch. d. st. Kronstadt 6, 308; trennbar: dise reden alle sind also ze sagen, das die wort der magt ymerdar mit gelächter undergestoszen werden Neidhart Eunuchus 187 F.; verhindern, vereiteln:

was er im nam zu freuden fur,
das ward mit unhail im dick understoszen
Füeterer Merlin 7;

trennbar: und wo der bund nit anders helffen will, so were vil besser das spiel undergestoszen (unterblieben) Blarer briefe u. acten 1, 168. veraltet.
2) riegel u., vgl. unterschieben, -schieszen; Fischer schwäb. wb. 6, 254, 1 a:

bösz rigel wurden undtergstoszen
H. Sachs 3, 576, 18 K.

veraltet.
3) daruntermischen, theils trennbar, theils untrennbar: väterb. 2716 R.; erlanget er von Venedigern werck- und zeugmeister, auch schiffleuth, und understiesze dieselbige denen, die vorhin zu F. waren Dreyfelder hist. d. hauses Est (1580) 180a; deszgleichen die verzagten und wanckelmütigen sein so weiszlich eingetheilet und untergestoszen, horchen auch so fleiszig darauf, was man ihnen saget G. Maier hist. lustgarten (1625) 1, 469; bes. wie unterstecken von soldaten: Fischer schwäb. wb. 6, 254, 2 a; Kramer (1702) 2, 991c; unterstecken, u., incorporer Fäsch kriegs- ingenieur- u. seelex. (1735) 264a; Jacobsson 8, 58a: dieweil sie aber sehr schwach, stiesz B. sein fendlein unter (1560) quellen zur alten gesch. d. f. Bayreuth 2, 23; daselbsten hat man die fähnlein undergestoszen, und haben sich die knecht von einander getheilet Megiser annales Carinthiae (1612) 1398; ich ausz dem läger vor B. von den weymarischen herkäme, unter welche ich vor W. gefangen und untergestoszen worden Grimmelshausen Simpl. 365 Kögel; also dasz er die artollery und über 6000 mann gefangne, die hernach untergestoszen worden, dahinden lassen ... müssen Schwelin würtemberg. kl. chron. (1660) 437. veraltet.

[Bd. 24, Sp. 1841]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) unterstrahlen, v., unterhin seine strahlen werfen Campe, trennbar: dieser spiegel strahlte dann oben unter (unter die decke) Jung-Stilling (1835) 1, 139. untrennbar mit 1unter III A 2 b δ:

nun wundert sich der himmel selb,
wie zierlich unterstrahlet
mit gras und früchten, grün und gelb,
das erdreich sich gemahlet
Spee trutznachtigall 89 B.;

veraltet.
 
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unterstrasze, f., strada inferiore, bassa Kramer (1702) 2, 998a. canal souterrain, underground, subway Blaschke wb. d. elektrotechnik (1901) 131. —
 
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unterstrauchlete, f., entzündung am euter des viehes, Stalder, 2, 407, zu mhd. strûche, nhd. strauch, strauchen, m., f., pestis, coryza, catarrhus, rheuma Höfler 694b. nicht schriftsprachlich.
 
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unterstreber, m.: das personal der politischen ober-, mittel- und u. G. Keller 8, 90. gelegenheitsbildung.
 
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unterstrecken, v.; mhd. understrecken b. d. Maccabäer 204 H.:

Thraso geht wie Hercules, mit der lewenhaut bedeckt;
sags nur nicht! ein hasenbalg ist zum futter unterstreckt (darunter gebreitet)
Logau 665 E.;

ehe dieser (cessionsschein) unterstrekt (als unterlage?) producirt wird, erfolgen diese scheine nicht zurük Merck an Karl August (1781) 92 Gräf. unüblich.
 
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unterstreichen, v.; mhd. understrîchen; mnl. onderstriken; nl. onderstrijken; dän. understrege; schwed. understryka; engl. understroke.
A. mit 1unter III A 1 (sub).
I. trennbar.
1) darunter streichen: kalk u. Campe; hinunterschieben, in die erde senken: also wurden ... die eicheln untergeackert, ... mit dem pfluge auf 3 bis 4 zoll untergestrichen Döbel jägerpractica (1754) 4, 42.
2) darunterstützen:

der rath war gut: ich will ein holtz hier unterstreichen.
nun will ich drüben auch so thun
Abschatz d. treue schäffer 1, 97. veraltet.


3) die augen u., zu boden streichen lassen:

züchtiger frauen ist erlaubt,
das sie ir augen understreych
und gee ainer müeden ku gleych frauenspiegel bei Weller dicht. des 16. jahrhs. 89 lit. ver.

veraltet.
II. untrennbar.
1) eigentlich: eröffne die venulas und lasz wol bluten, darnach unterstreiche cum aqua brassatellae Paracelsus chir. (1618) 593 B.; sublinere, illinere Frisius 1256a; 647b; 'beim anstreicher, lackirer, unterstreicht man eine farbe, wenn man die stelle, welche angestrichen werden soll, gründet, sie mit einer schlechten farbe erst überzieht' Krünitz 200, 69; das unterstreichen, grundstreichen ebda; auch ist es (das mittelstück des begonnenen altarbildes) mit 2 gar guten farben unterstrichen, dasz ich doran anfange zu untermalen Dürer nachlasz 48, 9; das mittelblatt ist ... mit zwei vorzüglichen farben unterstrichen A. v. Eye leben u. wirken A. Dürers (1860) 250.
2) unauffällig (1unter III A 1 b δ) schmeicheln, liebkosen (striken Doornkaat-Koolman 3, 337b; vgl. nd. striken streicheln): später haben sie auch meine spaszhaftigkeit und scherzhaftigkeit, wie die alte tante S. ..., wann sie mich gelind u. wollte, gelind zu sagen pflegte, zuweilen gelobt Fr. Arndt bei E. M. Arndt (1845) 1, 152. nicht schriftsprachlich.
3) eine kappnat (th. 5, 201; zu 1kappen 3 kippen) machen Schambach 243a. nicht schriftsprachlich.
4) subsignare, underzeichnen, underschreyben, understreychen Frisius 1259a; Maaler 458d. veraltet.
5) in der nhd. hauptbed. rubrica oder linea subducta notare Frisius 1167b; Frisch (1741) 2, 346a; miniatula cera notare u. oder zeichnen, das es zu emendieren sey B. Faber (1587) 506a; tenuem lituram inducere literis etwas u. nomenclator Hamburg. (1634) 296; einen strich under etwas thun Hulsius-Ravellus (1616) 372b.
a) eigentlich: ideo sol mans u. Luther 32, 140 W.; die wort, so understrichen H. v. d. Planitz berichte 205; und sonderlich die letzte teyl, die ich ... offt durchlesen und unterstrichen und beschrieben habe Mathesius 3, 355 d. schr. a. Böhmen; so ist zum andern auch dieses

[Bd. 24, Sp. 1842]


mit kohlen zu u. Ensz fama austriaca (1627) 46b; etliche merckliche worte mit roter dinte u. Kramer (1702) 2, 1006c; die wenigen stücke, die ich zu behalten wünschte, habe ich mit rothstift doppelt unterstrichen Lessing 18, 232 M.; Göthe II 7, 105 W.; IV 8, 60 W.; 21, 176 W.; substantiviert: mit dem u. der zeilen Gottsched sprachkunst (1748) 63; A. W. Schlegel im Athenäum 3, 302.
b) übertragen. in ä. spr. mit der bed. des bestätigens, bekräftigens: den glauben ... damit u. und bestetigen Beier löwenschule (1611) 163; dieser unser herr hat uns den sichersten ablassbrief erworben, welchen der höchste notarius, der heilige geist, mit der rubricen desz bluts Christi unterstrichen Dannhawer catechismusmilch 7, 197. seit dem ende des 18. jahrhs. wird es für betonen, hervorheben gewöhnlich und in der gegenwart zum modewort: in der wahren prosa musz- alles unterstrichen seyn F. Schlegel im Athenäum 1, 122; es wäre wohl in dieser lauten und doch tauben und nichtssagenden zeit, wo sogar ein erbärmlicher krieg seinen erbärmlichen frieden ausspricht und roth genug unterstreicht (durch viele blutopfer bemerkenswerth macht), der mühe werth, dasz leute sich sprächen, die sich lieben Jean Paul 1805 an Tieck 3, 139 Holtei; stark unterstrichene stellen beim vortrag eines schauspielers Tieck (1828 ff.) 17, 329; man musz jetzt stets die worte u., wenn man sie verstanden haben will Lagarde d. schr. 518; für fehlerhaft halte ich es, diese ablehnung besonders zu u. Bismarck an L. v. Gerlach 159; der erste schritt war, diese lineare mimik dadurch zu u., dasz man die gratbögen mit rippen umzog Worringer formprobl. d. gotik (1918) 91; mit ... seinen malenden, unterstreichenden, überschwenglichen gebärden war er versöhnt Ompteda Eysen 1 (1900), 185; substantiviert: der goldene kern seelischer schönheit, den diese züge widerstrahlten, bedurfte nicht des unterstreichens W. v. Polenz ges. w. 8, 308; dazu unterstrichenheit, f.: nur mangelte jede u., kein bann durch das auge, kein bann durch das ohr! Bernoulli Overbeck u. Nietzsche 2, 134; doch in jedem raum wird sie ... für den freund einer schauspielkunst, die nicht in unterstrichenheiten verkaffern will, ... ein entdämmerndes wunder bleiben Kerr ges. schr. 5, 340.
B. mit 1unter III A 2 b (inter, dis) α, δ. Lexer 2, 1805: ein frow ertichte farw understrycht Riederer rhetoric (1493) C 5a. 'mit abwechselnden farben malen' mhd. wb. 2, 2, 687b: ein edelgestein ..., welches gantz durchsichtig mit roten feurigen tüpflen unterstrichen ist Heyden Plinius (1565) 192. veraltet.

 

unterstoszen
 A.  mit 1unter III A 1 (sub).
 I.  trennbar.
   1)  eigentlich. intransitiv 'mit dem kopfe von unten her anstoszen' Schambach 242b; nicht schriftsprachlich. transitiv: nun denen springern sol man auch ein sttten understoszen, die seiner art Gesner-Forer
   2)  einem die füsze u. (vgl. ein bein unterschlagen u. dgl.), um ihn zu fall zu bringen: denn man uns die füsz untergestoszen und uns scheuszlich ausgehönet Harant
   3)  das feuer schüren; Lexer 2, 1805: als sie (die weiber) nun in dem holtz waren, stiesz Ulenspiegel als ie mer under und liesz den kessel mit den beltzen ston Eulenspiegel 46 ndr.; feuer anlegen: der setze sich auf der tonnen eine,
   4)  unterschlagen (vgl. mhd. understôʒen verstecken, bei seite schaffen Lexer 2, 1805; 1779): quelle (1567) bei Fischer
   5)  unterdrücken: aber deine augen und dein hertz stehen nicht also, sondern auf deinem geitz, auf unschüldig blut zu vergieszen, zu freveln und unterzustoszen
   6)  an die stelle setzen, einschieben; sufficere Alberus (1540) k k 3a: rechtssprachlich Schmeller-Fr. 2, 790; wie ich dem hailigen dieb (sacrilego) danck sagte, der uns disen hat undergestoszen (supponere) Neidhart
   7)  als ersatz aufzwingen, obtrudere: wan si nyemant undergestoszen werden mag Terenz (1499) 16a. veraltet.
  II.  untrennbar.
   1)  die meysten aber mit groszem lust und gelächter die füsz im lauffen ihnen selbsten unterstoszeten und uber hauffen nider fielen Guarinonius
   2)  imbuere, vielleicht aus depositionsgebrauch (taufen, in den sack stecken u. dgl. W. Fabricius
 B.  mit 1unter III A 2 (inter, dis).
   1)  unterbrechen; Lexer 2, 1805; nachtrag 384: ofte ein man, wenne der anhebet zu reden, im werde dann understossen, nicht aufgehoren kan ackermann a. Böhmen 32, 2 B.; und als der herr wortmann N. F. anfing, die zu weihnachten gemachte artikel vorzubringen, wurde
   2)  riegel u., vgl. unterschieben, -schieszen; Fischer
   3)  daruntermischen, theils trennbar, theils untrennbar: väterb. 2716 R.; erlanget er von Venedigern werck- und zeugmeister, auch schiffleuth, und understiesze dieselbige denen, die vorhin zu F. waren Dreyfelder
 
unterstreichen
 A.  mit 1unter III A 1 (sub).
 I.  trennbar.
   1)  darunter streichen: kalk u. Campe; hinunterschieben, in die erde senken: also wurden ... die eicheln untergeackert, ... mit dem pfluge auf 3 bis 4 zoll untergestrichen Döbel
   2)  darunterstützen: der rath war gut: ich will ein holtz hier unterstreichen. nun will ich drüben auch so thun Abschatz
   3)  die augen u., zu boden streichen lassen: züchtiger frauen ist erlaubt, das sie ir augen understreych und gee ainer müeden ku gleych
  II.  untrennbar.
   1)  eigentlich: eröffne die venulas und lasz wol bluten, darnach unterstreiche cum aqua brassatellae Paracelsus
   2)  unauffällig (1unter III A 1 b δ) schmeicheln, liebkosen (striken Doornkaat-Koolman 3, 337b; vgl. nd. striken streicheln): später haben sie auch meine spaszhaftigkeit und scherzhaftigkeit, wie die alte tante S. ..., wann sie
   3)  eine kappnat (th. 5, 201; zu 1kappen 3 kippen) machen Schambach 243a. nicht schriftsprachlich.
   4)  subsignare, underzeichnen, underschreyben, understreychen Frisius 1259a; Maaler 458d. veraltet.
   5)  in der nhd. hauptbed. rubrica oder linea subducta notare Frisius 1167b; Frisch (1741) 2, 346a; miniatula cera notare u. oder zeichnen, das es zu emendieren sey B. Faber (1587) 506a; tenuem lituram
    a)  eigentlich: ideo sol mans u. Luther 32, 140 W.; die wort, so understrichen H. v. d. Planitz
    b)  übertragen. in ä. spr. mit der bed. des bestätigens, bekräftigens: den glauben ... damit u. und bestetigen Beier
 B.  mit 1unter III A 2 b (inter, dis) α, δ. Lexer 2, 1805: ein frow ertichte farw understrycht Riederer