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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
unterstoff bis unterstreber (Bd. 24, Sp. 1839 bis 1841)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) unterstoff, m., untergelegter stoff (stoff II 1): an den den schienen zugekehrten seiten des unterstoffes ist eine kräftige schnur ... anzunähen Dillmont encyclopädie d. w. handarb. 151. vgl. nl. onderstof. —
 
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unterstopfen, v.; Schottel haubtspr. 651; nl. onderstoppen. a) trennbar: hier musz baumwolle untergestopft werden Tieck (1828) 3, 397; hab mir was untergestopft (gegen schläge) Alexis hosen 1, 305; Seidel vorstadtgesch. 183. substantiviert: das u. eines kissens M. Waldau aus d. junkerwelt (1851) 1, 283. b) untrennbar: die mit heu unterstopfte decke Alexis ruhe ist d. erste bürgerpflicht 1, 69; verlegte granitplatten werden mit dem stopfholze unterstopft Helfft landbaukunst (1836) 349; u. beim pflastern 383; eisenbahnschwellen u. Mothes baulex. (1882) 4, 276; Hoyer-Kreuter 1, 795; dazu unterstopfung Lueger 6, 586. —
 
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unterstopfer, m.: supplicatores unterstopper Corvinus fons lat. (1646) 629. —
 
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unterstöhnen, v. zu 1stöhnen 2 (Franck-van Wijk 664b); nl. ondersteunen, reich entwickelt: was wolt man sich hie dar widder streuben? am meisten, weil unser deudtscher den ort Esaie selbs herbracht und sich darmit unterstnen wolt, ist er widder ihn und seine lere Wicelius annotationes (1536) B 3a. veraltet.
 
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unterstören s. DWB unterstüren.
 
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unterstosz, m., theilweise gs. zum oberstosz (s. d.); ictus inferior Stieler 2181. mhd. understôʒ unterbrechung, unterschied. subuncula Schroers voc. 2792. a) stosz II 1 a entsprechend: die hemden der weiber und mädchen bestehen im oberen teile aus feinerer leinwand, etwa vom schwertbeinfortsatz an jedoch aus grober hausleinwand, und dieser angesetzte hemdteil heiszt understousz Schramek der Böhmerwaldbauer 18. nicht schriftsprachlich. b) 'treibstosz, u. (bergwerk) der kurze stosz oder die breite seite eines treibschachts, wodurch man die erze u. berge zu tage treibet' Jacobsson 4, 436a; vgl. DWB stosz II 4 b β; oberstosz. c) als schwanztheil gewisser vögel (stosz II 8 a): der u. bedeckt nur zur hälfte den oberstosz Brehm thierleben (1890) 5, 498.
 
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unterstoszen, v.; mhd. understôʒen; dän. støde under. veraltetes schw. praet. unterstoszeten Guarinonius greuel (1610) 1185.
A. mit 1unter III A 1 (sub).
I. trennbar.
1) eigentlich. intransitiv 'mit dem kopfe von unten her anstoszen' Schambach 242b; nicht schriftsprachlich. transitiv: nun denen springern sol man auch ein sttten understoszen, die seiner art Gesner-Forer thierb. (1563) 49b; man sol aber solche füllen ... einer andern stten z seugen in der finstern u. Heyden Plinius (1565) 228; wolche (personen) alle ertrunken, wen einsz das ander understiesz im wasser Grunau preusz. chron. 2, 402.
2) einem die füsze u. (vgl. ein bein unterschlagen u. dgl.), um ihn zu fall zu bringen: denn man uns die füsz untergestoszen und uns scheuszlich ausgehönet Harant christl. Ulysses (1678) 569. veraltet.
3) das feuer schüren; Lexer 2, 1805: als sie (die weiber) nun in dem holtz waren, stiesz Ulenspiegel als ie mer under und liesz den kessel mit den beltzen ston Eulenspiegel 46 ndr.; feuer anlegen: der setze sich auf der tonnen eine, so will ich feuer u. Luther tischreden (1568) 1, 56; Mathesius unter unterbüszen. veraltet.
4) unterschlagen (vgl. mhd. understôʒen verstecken, bei seite schaffen Lexer 2, 1805; 1779): quelle (1567) bei Fischer schwäb. wb. 6, 234, 2 b. veraltet.

[Bd. 24, Sp. 1840]



5) unterdrücken: aber deine augen und dein hertz stehen nicht also, sondern auf deinem geitz, auf unschüldig blut zu vergieszen, zu freveln und unterzustoszen Jerem. 22, 17; die warhait understoszen Luther 7, 242 W.;

darfür bitt gott der psalmist sehr,
dasz gott die lügen unterstosz
H. Sachs 18, 37, 10 G.;

den gottlosen, den freffler u. 19, 204, 3 G.; 18, 60 17 G. veraltet.
6) an die stelle setzen, einschieben; sufficere Alberus (1540) k k 3a: rechtssprachlich Schmeller-Fr. 2, 790; wie ich dem hailigen dieb (sacrilego) danck sagte, der uns disen hat undergestoszen (supponere) Neidhart Eunuchus 167 F. veraltet.
7) als ersatz aufzwingen, obtrudere: wan si nyemant undergestoszen werden mag Terenz (1499) 16a. veraltet.
II. untrennbar.
1) die meysten aber mit groszem lust und gelächter die füsz im lauffen ihnen selbsten unterstoszeten und uber hauffen nider fielen Guarinonius greuel (1610) 1185. veraltet.
2) imbuere, vielleicht aus depositionsgebrauch (taufen, in den sack stecken u. dgl. W. Fabricius d. akadem. deposition [1895] 28; 68; 57): industrius ... unterwiesen, unterstoszen, gelehrt, in den etwas gebawet ist Corvinus fons lat. (1646) 843; thut ihn nur unter meine reformation, ich will ihn schon u. Schoch studentenleben (1657) D 6b; man lasse sie (die kinder) nur abtretten, ich will hoffen, dasz sie in wenig tagen besser solten unterstoszen werden Kraus lutherischer scrupulant (1714) 166; weilen ich sehe, dasz ihr des wahren verstandes des angezogenen textes unkündig, so lasset euch in etwas u. d. hinkende löscher (1717) 20; in welchem (schreiben) mir miszliebig verwiesen, unterstoszen und verhaben wurde Lang Hammelburger reise (1818) 3, 31. veraltet.
B. mit 1unter III A 2 (inter, dis).
1) unterbrechen; Lexer 2, 1805; nachtrag 384: ofte ein man, wenne der anhebet zu reden, im werde dann understossen, nicht aufgehoren kan ackermann a. Böhmen 32, 2 B.; und als der herr wortmann N. F. anfing, die zu weihnachten gemachte artikel vorzubringen, wurde er unterstoszen quellen z. gesch. d. st. Kronstadt 6, 308; trennbar: dise reden alle sind also ze sagen, das die wort der magt ymerdar mit gelächter undergestoszen werden Neidhart Eunuchus 187 F.; verhindern, vereiteln:

was er im nam zu freuden fur,
das ward mit unhail im dick understoszen
Füeterer Merlin 7;

trennbar: und wo der bund nit anders helffen will, so were vil besser das spiel undergestoszen (unterblieben) Blarer briefe u. acten 1, 168. veraltet.
2) riegel u., vgl. unterschieben, -schieszen; Fischer schwäb. wb. 6, 254, 1 a:

bösz rigel wurden undtergstoszen
H. Sachs 3, 576, 18 K.

veraltet.
3) daruntermischen, theils trennbar, theils untrennbar: väterb. 2716 R.; erlanget er von Venedigern werck- und zeugmeister, auch schiffleuth, und understiesze dieselbige denen, die vorhin zu F. waren Dreyfelder hist. d. hauses Est (1580) 180a; deszgleichen die verzagten und wanckelmütigen sein so weiszlich eingetheilet und untergestoszen, horchen auch so fleiszig darauf, was man ihnen saget G. Maier hist. lustgarten (1625) 1, 469; bes. wie unterstecken von soldaten: Fischer schwäb. wb. 6, 254, 2 a; Kramer (1702) 2, 991c; unterstecken, u., incorporer Fäsch kriegs- ingenieur- u. seelex. (1735) 264a; Jacobsson 8, 58a: dieweil sie aber sehr schwach, stiesz B. sein fendlein unter (1560) quellen zur alten gesch. d. f. Bayreuth 2, 23; daselbsten hat man die fähnlein undergestoszen, und haben sich die knecht von einander getheilet Megiser annales Carinthiae (1612) 1398; ich ausz dem läger vor B. von den weymarischen herkäme, unter welche ich vor W. gefangen und untergestoszen worden Grimmelshausen Simpl. 365 Kögel; also dasz er die artollery und über 6000 mann gefangne, die hernach untergestoszen worden, dahinden lassen ... müssen Schwelin würtemberg. kl. chron. (1660) 437. veraltet.

[Bd. 24, Sp. 1841]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) unterstrahlen, v., unterhin seine strahlen werfen Campe, trennbar: dieser spiegel strahlte dann oben unter (unter die decke) Jung-Stilling (1835) 1, 139. untrennbar mit 1unter III A 2 b δ:

nun wundert sich der himmel selb,
wie zierlich unterstrahlet
mit gras und früchten, grün und gelb,
das erdreich sich gemahlet
Spee trutznachtigall 89 B.;

veraltet.
 
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unterstrasze, f., strada inferiore, bassa Kramer (1702) 2, 998a. canal souterrain, underground, subway Blaschke wb. d. elektrotechnik (1901) 131. —
 
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unterstrauchlete, f., entzündung am euter des viehes, Stalder, 2, 407, zu mhd. strûche, nhd. strauch, strauchen, m., f., pestis, coryza, catarrhus, rheuma Höfler 694b. nicht schriftsprachlich.
 
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unterstreber, m.: das personal der politischen ober-, mittel- und u. G. Keller 8, 90. gelegenheitsbildung.

 

unterstoszen
 A.  mit 1unter III A 1 (sub).
 I.  trennbar.
   1)  eigentlich. intransitiv 'mit dem kopfe von unten her anstoszen' Schambach 242b; nicht schriftsprachlich. transitiv: nun denen springern sol man auch ein sttten understoszen, die seiner art Gesner-Forer
   2)  einem die füsze u. (vgl. ein bein unterschlagen u. dgl.), um ihn zu fall zu bringen: denn man uns die füsz untergestoszen und uns scheuszlich ausgehönet Harant
   3)  das feuer schüren; Lexer 2, 1805: als sie (die weiber) nun in dem holtz waren, stiesz Ulenspiegel als ie mer under und liesz den kessel mit den beltzen ston Eulenspiegel 46 ndr.; feuer anlegen: der setze sich auf der tonnen eine,
   4)  unterschlagen (vgl. mhd. understôʒen verstecken, bei seite schaffen Lexer 2, 1805; 1779): quelle (1567) bei Fischer
   5)  unterdrücken: aber deine augen und dein hertz stehen nicht also, sondern auf deinem geitz, auf unschüldig blut zu vergieszen, zu freveln und unterzustoszen
   6)  an die stelle setzen, einschieben; sufficere Alberus (1540) k k 3a: rechtssprachlich Schmeller-Fr. 2, 790; wie ich dem hailigen dieb (sacrilego) danck sagte, der uns disen hat undergestoszen (supponere) Neidhart
   7)  als ersatz aufzwingen, obtrudere: wan si nyemant undergestoszen werden mag Terenz (1499) 16a. veraltet.
  II.  untrennbar.
   1)  die meysten aber mit groszem lust und gelächter die füsz im lauffen ihnen selbsten unterstoszeten und uber hauffen nider fielen Guarinonius
   2)  imbuere, vielleicht aus depositionsgebrauch (taufen, in den sack stecken u. dgl. W. Fabricius
 B.  mit 1unter III A 2 (inter, dis).
   1)  unterbrechen; Lexer 2, 1805; nachtrag 384: ofte ein man, wenne der anhebet zu reden, im werde dann understossen, nicht aufgehoren kan ackermann a. Böhmen 32, 2 B.; und als der herr wortmann N. F. anfing, die zu weihnachten gemachte artikel vorzubringen, wurde
   2)  riegel u., vgl. unterschieben, -schieszen; Fischer
   3)  daruntermischen, theils trennbar, theils untrennbar: väterb. 2716 R.; erlanget er von Venedigern werck- und zeugmeister, auch schiffleuth, und understiesze dieselbige denen, die vorhin zu F. waren Dreyfelder