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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
unterstallig bis unterstauchen (Bd. 24, Sp. 1820 bis 1823)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) unterstallig, adj., nl. onderstallig (nl. wb. 10, 1472 vom schiff, das voll wasser gelaufen ist): u., leggend, huisvestend Kramer-Moerbeek (1768) 2, 372a; qu'on met à fond de cale, unterstallige waren Schwan (1783) 2, 863b; Mozin; put in the hold of a ship Lucas 2, 2088b als wort der seemannsspr.
 
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unterstallmeister, m., gs. des oberstallmeisters (s. d.): Adelung; K. L. v. Haller restauration d. staatswiss. 2, 148.
 
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unterstamm, m.; a) stamm II 1 entsprechend, unterer theil des stammes: stolones, nebenschosz ausz dem u. oder wurtzeln Orsäus nomenclator (1623) 37; Metzger pflanzenkunde (1841) 567; diese ... gebüsche ... verschlieszen die öffnungen, die die ... unterstämme lassen Hirschfeld gartenkunst (1779 ff.) 4, 183; Ratzeburg waldverderbnis (1866) 2, 35; unterstammausschlag 2, 203. b) nach stamm II 3 c vorfahren mütterlicherseits Unger-Khull 609a. veraltet. b) nach stamm II 3 d, 1unter III B 1 a ε: eingeborene ..., welche in vier arten von unterstämmen zerfallen Ratzel völkerkunde 2, 63.
 
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unterstand, m. , zu unterstehen; mhd. mnd. understant; mnl. onderstant, nl. onderstand. vgl.ober-, DWB überstand.
I. mit 1unter III B 1 a (sub).
1) niedrigere holzarten, bes. im walde, syn. bodenschutzholz; vgl. DWB unterholz 1, unterwuchs: das vorzüglichste bodenschutzholz (unterstand) Ratzeburg waldverderbnis (1866) 1, 215; Schwappach forst- u. jagdgeschichte (1886) 2, 710.
2) weiln aber dieselbige puncta ausz dem umschweiff oder ring desz zirkuls als dem understand der eingeschlossen rund- und zuspizenden kegelsstimmung in gleichen winckeln zurückhallen, so musz der gegenhallenden

[Bd. 24, Sp. 1821]


linien end und terminus nothwendig der zirckul VX sein Cario hall- u. thonkunst (1684) 22. grundfläche? vgl. DWB stand 11 h fundament; mnl. wb. 5, 427, 1. veraltet.
3) nach 1unter III B 1 a α und δ ort, wo man untersteht (unterstehen A I 3), obdach, herberge, unterkunft, wohnung, sitz u. dgl.; aus einem wiedertäuferliede des 16. jahrhs. bezeugt (s. e), auch in mundarten (Fischer 6, 251; Schmeller 2, 767); nicht bei Stieler, Frisch, Adelung, Campe. a) die grotten sind ... in der hitz ein angenehmer u. Hohberg georgica (1682) 1, 591; selbst die istrische flotte ... fand in V. ihren u. F. Schlegel d. museum 4, 385; eine schaar ziegen rannte blökend ... den häusern zu, u. zu suchen Pichler gesch. a. Tirol 1, 25; es regnet fürchterlich! nur ein viertelstündchen u., bis der wagen kömmt Pocci lustiges komödienb. 3, 254; meine anfrage, ob ich während des gewitterregens in seinem haus u. halten dürfe Rosegger nixnutzig volk (1907) 125; sie (d. hütte) scheint auch nur mehr als u., nicht ... als wohnung des hirten benutzt zu werden Barth Kalkalpen 401. unterstandsstall für rinder Rosegger II 6, 178. b) ort für vorübergehenden menschlichen aufenthalt; 'zeitweiliger aufenthalt gegen bezahlung, nicht eigentlich wohnung' Wien, dazu unterstandsgeber ebda: herberge, wo alles herrenlose gesindel u. suchte und fand W. v. Chézy malefizbuch 1, 32; ich ... bitte um einen u. für die nacht, aber ich mache die bedingung, dasz es wirklich nichts weiter sei als ein u. Stifter 5, 1, 77; Mosenthal ges. w. 3, 199; Laube 15, 4;

und nahmen losier und unterstand,
wos eben uns gelegen war
J. Wolff landsknecht v. Cochem 264;

der bub geht von haus zu haus und findet jeden tag bei einem andern bauer verköstigung und u. Ebner-Eschenbach 5, 15; Rosegger (1895) 3, 231; Schönherr glaube u. heimat 19. unterstandshäuschen, -hütte, -bietung, -geber, -geberin Rosegger II 7, 112; 11, 216; Nestroy 3, 138; Rosegger III 3, 347. c) wohnung, herberge, dach und fach: es ist der fall vorgekommen, dasz ein kaplan doch keinen u. gefunden, und lief herum wie ein verloren schaf Holtei erz. schr. 15, 251; ich glaube schon, dasz du mich gerne vom hofe hättest, aber ich brauch anderswo keinen geschenkten u., da hab ich meinen, das ist mein recht Anzengruber (1890) 2, 302; da hat der M. F. sich erbarmt, mir kost und u. gegeben bei sich, bisz ich grosz gewesen bin Hel. Raff in d. rundschau 159, 168; zusammensetzungen: unterstandslos Rosegger (1895) 3, 318; übertragen: alle unterstandslosen neben- und halbfiguren Göthes Bayer skizzenb. 54 bibl. d. schr. a. Böhmen; substantiviert: die unterstandslosen Rosegger nixnutzig volk 399. unterstandsrecht K. Stieler kulturbilder a. Baiern 25. d) in militärischer spr. abri Sachs-Villatte (1874); Sanders erg. wb. 506a: hangar (franz. hangard), ältere bezeichnung für u. (zur deckung gegen geschosse) v. Alten handb. f. heer u. flotte 4, 621; aus stangenholz kann man eindeckungen für unterstände herstellen 2, 249; ich habe in mannschaftsunterständen der standschützen zugslisten gesehen, auf denen leute vom 15. bis zum 70. altersjahre verzeichnet waren Frankfurter zeitung 17. juli 1915, 1. morgenblatt; die unterstände ... richtete die truppe ... wohnlich ein Ludendorf kriegserinnerungen 142; der soldatenwitz bezeichnet den u. als bunker, feldherrnhalle, fuchsloch, heldenkeller, hölle, stall, tapferkeitsloch mittheil. d. schles. ges. f. volksk. 24, 60; 25, 50, 53, 57, 58; 26, 135, 136. e) allgemeiner etwa sitz:

gott ist in Juda wohl bekannt,
in Israel sein name schallt,
zu Salem ist sein unterstand
G. Keller 6, 351. veraltet.


4) subsidium, auxilium, adminiculum, fulcimen, opitulatio, hauptbed. der ä. spr. (mhd. wb. 2, 2, 590b; mnd. wb. 5, 36b; mnl. wb. 5, 427; nl. wb. 10, 1472); vgl. DWB unterstehen A II 1b: gott, verlene ... im understaint unser crancheit Kölner gebetb. des 15. jahrhs. Frommann d. mundarten 3, 49a; sust wais und sich ich warlich noch zr zeit wenig understand Blarer briefe u. acten 1, 298; wie denn alle diejenigen, so mitgewesen, bekennen müssen, dasz sie in dem vorigen zug ..., auch jetzt für Pleszkow in offentlichem felde kein entsatz noch u. vermerckt

[Bd. 24, Sp. 1822]


haben Rätel Curäi chron. (1607) 55; ungeachtet, dasz unsere feinde mit einem neuem u. von zwantzig segeln verstärcket worden Kramer seehelden (1681) 875. subsidien- oder unterstandsgelder Chr. B. v. Galen lebens- u. kriegsbeschreibung (1679) 444; nl. onderstandgeld. veraltet.
5) nach 1unter III B 1 a γ unterpfand, einstand 2: es ist auch kein festere büntnusz under inen, dann so manbare jungfräwlin z bürgen und understand setzen Franck chron. Germ. (1538) 7a. veraltet. mnl. onderstaen verpfändet sein (wb. 5, 425, 4 d).
6) zustand der untergebenheit (1unter III B 1 a ε):

wie denn gott selbst die thier so macht,
das der regent fürt seine pracht,
das die männlein pfaw und hauszhan
von gold und farben zierlich ghan
mehr denn die weiblein und gesind,
das sich im unterstande findt
Rollenhagen froschmeuseler (1595) F f 8a;

in u. nehmen, in schutz, zum unterthanen n. Campe aus dem osnabrückschen; Strodtmann 264. veraltet. vgl. DWB unterstehen A II 2.
7) niederer gesellschaftlicher stand (stand 8): der uberstandt yn allen seynen wercken ist alzeyt ferlicher dan der u., und wo sich der u. einmall furchten soll, da musz sich der uberstand zehen mal furchten Luther 6, 70 W.; unterabtheilung unter den ständen Fichte (1845) 3, 406. unüblich.
8) nach unterstehen A II 1 a γ adniti nisus, bemühung, unternehmen: mit gröszerm understand (nisu) der helsz Österreicher Columella 1, 66; derhalb es doch so gar ein wunder ist, dasz die gegenwertige gemeind den fromen keiser zu helffen nit allein kein understand gethan, sunder den todten lichnam bisz in die nacht ligen lassen Gholtz lebendige bilder (1557) B 1b. veraltet.
9) mystisch übersetzt u. subjectum (Tauler predigten 345, 15 V.), substantia, subsistentia, hypostasis, forma (mnl. wb. 5, 428, 3; vgl. unten unterstandung und var. zum ackerm. a. B. 16, 13 B.); erneuert von Schelling (1856 ff.) II 3, 297: oder es (die urpotenz) ist in seiner ruhe und wiederbringung nun als u. des göttlichen seyns gesetzt, als id, quod substat existentiae divinae explicitae. u. ist wieder nur eine variation vom worte verstand ... was einem anderen zum subjekt, u. geworden ist, hat .... für das grammatische subject ohne erfolg von der fruchtbringenden gesellschaft vorgeschlagen, von Campe als brauchbar empfohlen; Heynatz antibarb. 2, 535; Campe verd. wb. (1813) 571.
II. mit 1unter III B 1 b (dis, inter). nach III B 1 b β hemmung, hinderung, widerstand (vgl. DWB unterstehen B 3): di selbig freihat hat der richter zu F., das im niemanz kain u. thuen sol (16. jahrh.) österr. weisth. 6, 89, 17; Unger-Khull 609a; der unterscheid der innerlichen triebe und geschlechter (der um Amphion versammelten thiere) verhinderte so eine fridfertige versammlung nicht, und alle unterstände, die selbige machten, verliszen ihre natürliche widerwertigkeiten, sobald sie den wunderbahren ... laut einer laute höreten Butschky Pathmos 775. veraltet. desgleichen u. halten inter(sub)sistere Fischer schwäb. wb. 6, 252. —
 
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unterständer, m.; zu ständer 3: Müller-Mothes 955a; heraldisch s. DWB ständer 7. —
 
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unterständig, adj. adv., gs. zu oberständig; mnl. onderstandich subsidiarius, nl. onderstandig. a) vom baumwuchs, unterstand I 1, unterholz 1 entsprechend: sorgsame regelung des verhältnisses zwischen dem hauptbestand und dem treibenden, unter- oder beiständigen nebenbestande Bernhardt waldeigentum 3, 237; adv.: läszt sich die fichte herbei, hier und da u. den fusz reiner kiefernhorste zu decken, ... dann haben wir eine vernunftgemäsze mischung Salisch forstästhetik 1682. b) vom fehler oder von einer eigenthümlichkeit am thierischen körper: bei schlechter stellung des pferdes erscheinen die beine entweder vorgestreckt oder u. Schwerz praktischer ackerbau 636; unterständige stellung 637; das unterständige maul Brehm thierleben (1890) 3, 279. c) gs. zu oberständig, überständig 3, hypogynisch: Röhling-Mertens-Koch (1823) 1, 193; inferus Bischoff wb. d. beschr. botanik 103; Schlechtendal-Hallier 21, 121. unterständigkeit Sachs-Villatte. d) unterstand I b entsprechend: dazumal ist die grundablösung aufgekommen,

[Bd. 24, Sp. 1823]


dasz sich jeder von seiner unterständigkeit hat loskaufen können Rosegger II 1, 170. nicht allgemeinsprachlich.
 
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unterständnis, n., subjectum (vgl. DWB unterstand I 9): davon der eigen dienst, das heist substantiale, denn sein dienst ist substantialitas, und er ist ein unterstendnis seines dienstes Zobel sächsisch lehenrecht (1589) 143a. veraltet.
 
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unterstandung, f.; mhd. understendunge subjectum; mnd. understandinge interpositio; mnl. onderstanninge substantia. für subsistentia H. Seuse d. schr. 334, 8 B.; substantia Trebnitzer psalmen 38, 8 P.; wie unterständnis: wenn er (der eigne mann) ist ein understandung des dienstes Zobel weichbild u. lehenrecht (1537) 6b. zu unterstehen praesumere, audere: o der groszen unterstandung (confidentiam) Terenz (1499) 32b. interstitium, intervallum gemma (1508) n 3b. alles veraltet.
 
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unterstatt, f.: und also nam der abt mit scham ein die understadt, der vorhin oben sitzen wolt Bünting braunschw. chron. (1584) 73. veraltet.
 
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unterstatthalter, m.: J. Andersen orientalische reisebeschreibung 87 Olearius; G. Forster 4, 181; unterstatthalterschaft Bouterwek graf Donamar 2, 8. —
 
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unterstauchen, v.; s. DWB stauchen I 1 und niederstauchen:

du vermeinst mich unterzustauchen
H. Sachs 6, 171, 14 K.;

und duckte mit der geballten faust unter den tisch, als wenn er einen beim nacken unterstauche Alexis Roland 2, 181. —

 

unterstand
   I.  mit 1unter III B 1 a (sub).
      1)  niedrigere holzarten, bes. im walde, syn. bodenschutzholz; vgl.unterholz 1, unterwuchs: das vorzüglichste bodenschutzholz (unterstand) Ratzeburg
      2)  weiln aber dieselbige puncta ausz dem umschweiff oder ring desz zirkuls als dem understand der eingeschlossen rund- und zuspizenden kegelsstimmung in gleichen winckeln zurückhallen, so musz der gegenhallenden linien end und terminus nothwendig der zirckul VX sein Cario
      3)  nach 1unter III B 1 a α und δ ort, wo man untersteht (unterstehen A I 3), obdach, herberge, unterkunft, wohnung, sitz u. dgl.; aus einem wiedertäuferliede des 16. jahrhs. bezeugt (s. e), auch in mundarten
      4)  subsidium, auxilium, adminiculum, fulcimen, opitulatio, hauptbed. der ä. spr. (mhd. wb. 2, 2, 590b; mnd. wb. 5, 36b; mnl. wb. 5, 427; nl. wb. 10, 1472); vgl.unterstehen A II 1b: gott, verlene ...
      5)  nach 1unter III B 1 a γ unterpfand, einstand 2: es ist auch kein festere büntnusz under inen, dann so manbare jungfräwlin z bürgen und understand setzen Franck
      6)  zustand der untergebenheit (1unter III B 1 a ε): wie denn gott selbst die thier so macht, das der regent fürt seine pracht, das die männlein pfaw und hauszhan von gold und farben
      7)  niederer gesellschaftlicher stand (stand 8): der uberstandt yn allen seynen wercken ist alzeyt ferlicher dan der u., und wo sich der u. einmall furchten soll, da musz sich der uberstand zehen mal furchten Luther 6, 70 W.; unterabtheilung unter den ständen Fichte (1845)
      8)  nach unterstehen A II 1 a γ adniti nisus, bemühung, unternehmen: mit gröszerm understand (nisu) der helsz Österreicher
      9)  mystisch übersetzt u. subjectum (Tauler
   II.  mit 1unter III B 1 b (dis, inter). nach III B 1 b β hemmung, hinderung, widerstand (vgl.unterstehen B 3): di selbig freihat hat der richter zu F., das im niemanz kain u. thuen sol