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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
sandlinde bis sandmumie (Bd. 14, Sp. 1769 bis 1770)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) sandlinde, f. die winterlinde, steinlinde, tilia folio minore. Nemnich 2, 1462, parvifolia Pritzel-Jessen 403b.
 
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sandloch, n. 1) loch im sande, sandgrube: ich hätte nicht gedacht, dasz das alte sandloch am strande von Long-Island und die verfallene vogelhütte darin mir je in meinem leben zu einem solchen spasz verhelfen würden. Freytag soll u. haben (1883) 1, 174. in Breslau sagt man von einem obdachlosen strolche scherzhaft: er wohnt sandloch nummer sieben. Wander 3, 1863. 2) loch, grube für sand. so in technischer sprache wie sandgrube 2.
 
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sandlöffel, m. groszer eiserner löffel, den die schmiede zum sanden des eisens brauchen. Jacobsson 3, 509b (vgl. DWB sanden 2): er (Eulenspiegel) macht ein hefftig feur und nimpt die zang, und schweiszet sie in den sand löffel und macht sie zsamen. Eulenspiegel 65 neudruck.
 
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sandmann, m. 1) mann, der sand fährt, sand feil hat. Adelung. Schm. 2, 304 Frommann, bair. der weisze oder rote sandmann, je nachdem er weiszen oder roten sand führt. ebenda. 2) den kindern sagt man, wenn sie vor müdigkeit blinzeln und sich die augen reiben, als ob sie sand darin hätten: der sandmann kommt. Adelung, sandmännchen, -männlein ist da, streut dir sand in die augen. Schm. 2, 304. Sartorius 179.

[Bd. 14, Sp. 1770]


Schmid 447. Schmidt 171. Spiesz 203. Albrecht 196b. Jecht 90b. Kehrein 1, 336. Pfister 243. Woeste 223b. Schambach 179a. Danneil 179b. Frischbier 2, 247a. Frommanns zeitschr. 3, 286 (nd.). nd. auch sandsaier, sandsäer. brem. wb. 4, 589. Schütze 4, 3. in Oberdeutschland auch pechmännlein (s. dieses). vgl. dazu W. Grimm kl. schriften 1, 401.
 
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sandmann, m., plur. sandmänner, sandleute, geschworener, freier zum richter ernannter landeigenthümer, in der ehemaligen holsteinschen gerichtsverfassung. Frisch 2, 148b. Adelung. Schiller-Lübben 4, 25; es ist eigentlich ein dänisches wort: sandemand, zu dän. sand, altnord. sannr, wahr, gehörig.
 
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sandmännchen, -männlein, n., s. DWB sandmann 2.
 
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sandmeer, n. weite, einem meere gleichende sandfläche. dichterisch, so Baggesen bei Campe.
 
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sandmergel, m. mit sand gemischter mergel. Jacobsson 7, 165a. Karmarsch-Heeren3 7, 529.
 
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sandmohn, m. papaver argemone. Nemnich 2, 849.
 
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sandmühle, f. ein kleines künstliches mühlenwerk, das durch den druck des aufgeschütteten sandes in bewegung gesetzt wird. Campe: bei gelegenheit eines kinderspielzeugs, vorstellend: Hanswurst an der sandmühle. Mörike (1878) 1, 325. im bilde: ein tanzmeister ist darum immer ein respectabler hebel in der sandmühle des lebens. Benzel-Sternau bei Campe.
 
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sandmumie, f. menschlicher oder thierischer körper, der im sande zur mumie ausgetrocknet ist. Adelung. Campe verdeutscht es sanddörrleiche.