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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
kracken bis krafist (Bd. 11, Sp. 1930 bis 1931)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) kracken, m. ein ungeheuer, s. DWB krake.
 
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kracken , hd. nebenform zu krachen mit anderer auslautstufe, die zufällig mit der in nd. kraken zusammenfällt. sie ist schon ahd. bezeugt in subst. (s. DWB krack m.) und auch im zeitwort gegen jeden verdacht einer nd. entlehnung geschützt durch das kärntische unter 1; vgl. auch gekrack fragor (gekrach) Henisch 1450, und das ahd. wort unter kräcken.
1) kracken gleich knacken bei Rädlein 548 unter letzterm worte (nicht in der alph. reihe); es ist kärnt., kracken platzen, bersten Lexer 165. man vergl. kräcken II, 1.
2) quaken, von fröschen (man vgl. DWB krachen 7 und krachsen 2): frösch, die kracken allwegen. Keisersberg sünden des m. 33b (35a heiszt es gracklen, kärnt. gregeln);

als wenn im herbst die hagelstein
... auf die schindeltecher klecken,
so ward da ein kracken und kecken (von fröschen). froschmeus. Hh 2b (5b).

in einem bair. voc. des 15. jh. heiszt es grakkizen Fromm. 4, 296b. Freilich spielt hier, wie bei den folg., die unmittelbare lautnachahmung mit herein, wie denn z. b. auch böhm. das gequake křek, quaken křehotati heiszt, altsl. krektati Miklosich 310a.
3) krächzen, ich kracke wie der rab. Harsdörfer Jotham 2, 114; so noch z. b. 'cimbrisch', mhd. gracken (s. unter krack rabe 2, b); kracken für krähen, schreien steht Petr. 108b.
4) sich räuspern um auszuwerfen, rülpsen (wie kräcken II, 4), schweiz. gracken, grägglen; s. DWB krachsen 3. ebenso schwedisch kraka Rietz 349a.

[Bd. 11, Sp. 1931]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) kräcken, krecken, in doppelter geltung, theils umlautsnebenform zu kracken mit gleicher bedeutung (wie kräckeln zu krackeln, krächen zu krachen), theils causativum zu krachen, gleich 'krachen machen'. aber beide scharf zu scheiden ist im nhd. nicht mehr möglich, zumal die causativa da von selbst auch leicht in ihr intransitivum überspringen; zudem kann das causat. ebenso gut zu kracken wie zu krachen gehören, und schon in dem ahd. 'quassatam, kichracta' Graff 4, 589 liegt vermutlich das erstere vor (chreckian), zu chrac m., nicht zu chrahh gehörig.
I. Transitiv.
1) das causativum tritt noch rein heraus in luxemb. noss' kräcken Gangler 251, kärnt. nussen krecken Lexer 167, nüsse knacken, eigentlich 'krachen machen' (daneben aber auch nüsse krachen sp. 1921).
2) es wird aber auch enthalten sein in tirol. krecken, ein glied an hand oder fusz verrenken Schöpf 342, eig. knacken machen.
3) und wol auch in einem thür. krecken, den wagen beim schieben mittels der deichsel zur seite lenken, umlenken, zurück oder umkrecken; das querholz im wagengestelle, das dabei wesentlich mitwirkt, heiszt das kreckscheit. der wagen knarrt dabei stark.
II. Intransitiv.
1) kärnt. krecken, mit schall zerplatzen, schon im 15. jahrh. alem. zerkrecken (s. sp. 1054 unten).
2) knacken überhaupt, bei Wolkenstein 123 all meine pein krecken, vor sorge, vgl. DWB krachen II, 3.
3) quaken, wie kracken 2:

es krekken, krerekken und quekken grüngelblichte frösche.
Birken Pegnitzschäf. 35 (
Praetor. storchs winterqu. 227).


4) gleich kracken 4: ructare, krecken, auswerfen. Dief. wb. v. 1470 sp. 240. so noch in Posen, Oberlausitz (bair. krägezen). auch refl. sich krecken Ettner hebamme 885, wie sich kotzen.
 
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kräckig, bergm., kräckiges gebirge, mit klüften, höhlen durchsetzt. s. DWB krack m.
 
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krackmandel, f. gleich krachmandel.
 
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krackse, s. DWB krachse.
 
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kracksen, kräcksen, gleich krächsen, s. dort; elsässisch gräxen Arnold pfingstm. 60. 139, zanken, krächzen.
 
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krackstein, s. kragstein.
 
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kradem, m. lärm, getöse, ahd. chradam, mhd. kradem, lebt noch schwäb. Schmid 421, niederöstr. Castelli 146.
 
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krafeel, cravel, n. eine art groszer kauffarteischiffe: a. 1489 d. 15. sept. da verging (gieng unter) Brosien Mallin mit seinem kraffeel mit seinen zweien söhnen und mit 200 auserlesenen volkes, davon borgten (retteten) sich 16 man. Henneberger preusz. landtafel 80; im sommer liesz Caspar von der Memel ein solch (so grosz) krafeel bauen als in vielen jahren keins gebauet war. 94;

führt ein cravel ein reicher schiffer.
Waldis Es. 3, 51, 36 Kurz;

bedinget mich auf ein cravel (zur fahrt nach Riga). 4, 13, 7.

nd. kravêl brem. wb. 2, 866 mit beleg aus dem 16. jh., als fem. Berckmann strals. chr. 187. Es ist ein roman. wort, frz. caravelle u. s. w. (Diez 1, 113), das aber selbst von germ. ursprunge ist, s. sp. 1800.
 
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krafist, m. gleich bofist (s. d.). Nemnich.

 

kracken
 1)  kracken gleich knacken bei Rädlein 548 unter letzterm worte (nicht in der alph. reihe); es ist kärnt., kracken platzen, bersten Lexer 165. man vergl. kräcken II, 1.
 2)  quaken, von fröschen (man vgl. krachen 7 und krachsen 2): frösch, die kracken allwegen. Keisersberg
 3)  krächzen, ich kracke wie der rab. Harsdörfer
 4)  sich räuspern um auszuwerfen, rülpsen (wie kräcken II, 4), schweiz. gracken, grägglen; s.krachsen 3. ebenso schwedisch kraka Rietz 349a.
 
kräcken
 I.  Transitiv.
  1)  das causativum tritt noch rein heraus in luxemb. noss' kräcken Gangler 251, kärnt. nussen krecken Lexer 167, nüsse knacken, eigentlich 'krachen machen' (daneben aber auch nüsse krachen sp. 1921).
  2)  es wird aber auch enthalten sein in tirol. krecken, ein glied an hand oder fusz verrenken Schöpf 342, eig. knacken machen.
  3)  und wol auch in einem thür. krecken, den wagen beim schieben mittels der deichsel zur seite lenken, umlenken, zurück oder umkrecken; das querholz im wagengestelle, das dabei wesentlich mitwirkt, heiszt das kreckscheit. der wagen knarrt dabei stark.
 II.  Intransitiv.
  1)  kärnt. krecken, mit schall zerplatzen, schon im 15. jahrh. alem. zerkrecken (s. sp. 1054 unten).
  2)  knacken überhaupt, bei Wolkenstein 123 all meine pein krecken, vor sorge, vgl. krachen II, 3.
  3)  quaken, wie kracken 2: es krekken, krerekken und quekken grüngelblichte frösche. Birken
  4)  gleich kracken 4: ructare, krecken, auswerfen. Dief.