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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
kracke bis krackmandel (Bd. 11, Sp. 1930 bis 1931)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) kracke, f. vogelwicke, vicia cracca Nemnich, kärnt. krackerlitzen, grachl, grachalitz Lexer 120, der sloven. grah erbse, grahóriza wicke vergleicht (altsl. grachŭ bohne Mikl. 142a); lat. cracca eine wickenart bei Plinius. bei Nemnich aber auch krock m. vogelwicke, nl. krok (crock Junius nom. 85a), isl. krokagras.
 
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kracke, f. braucht Oken für dintenschnecke, sepia: die dintenschnecken ... die man auch kracken nennt. naturg. 1835 4, 572. 5, 495 ff.; in der 1. ausg. 1815 3, 321 ff. steht aber richtiger krake, s. dort.
 
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krackel, beim vogelfang, s. DWB krakel.
 
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krackelich, krumm, verbogen, z. b. von schlecht gewachsenen jungen bäumen, von schriftzügen (vgl. krakelig), hess. Vilmar 222, in Waldeck Curtze 479a. für gebückt oder grätschbeinig wie es scheint: zu der gieng sie so kracklicht als sie stunde (eine alte). Ettner unw. d. 336. Offenbar zu kracke verwachsenes ding. bei Vilmar 'auch wol krockelich', wie dort I, 4, b, β formen mit o erscheinen. s. auch DWB krakel.
 
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krackelisch, zänkisch (s.krackeln): dasz sie überaus zänkisch und krackelisch ist. Köhler kunst über alle k. 27, 8; solche zum zorn geneigte menschen sind neidisch, tückisch, krackelisch. Abelii leibmedicus der studenten (1720) 29. übrigens kann nach damaliger schreibung auch krakeelisch gemeint sein.
 
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krackeln, kräckeln, zanken, streiten.
1) krackeln ist bair., dazu krackler zänker, streiter Schm. 2, 381.
2) kräckeln ist wahrscheinlich enthalten in kreckeln altercari Frisch 1, 541b, obwol auch kräkeln (s. d.) damit gemeint sein könnte. auch schwed. kräckla krittlig zanken.
3) benannt ist darin das zanken von seinem unangenehmen klange, vgl. DWB kracken (2). krackeln, kräckeln gehören zusammen mit krakeln, kräkeln, auch krageln, krägeln, die doch mehr von vögelstimmen gelten. übrigens s auch krakeelen.
 
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kracken, m. ein ungeheuer, s. DWB krake.
 
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kracken , hd. nebenform zu krachen mit anderer auslautstufe, die zufällig mit der in nd. kraken zusammenfällt. sie ist schon ahd. bezeugt in subst. (s. DWB krack m.) und auch im zeitwort gegen jeden verdacht einer nd. entlehnung geschützt durch das kärntische unter 1; vgl. auch gekrack fragor (gekrach) Henisch 1450, und das ahd. wort unter kräcken.
1) kracken gleich knacken bei Rädlein 548 unter letzterm worte (nicht in der alph. reihe); es ist kärnt., kracken platzen, bersten Lexer 165. man vergl. kräcken II, 1.
2) quaken, von fröschen (man vgl. DWB krachen 7 und krachsen 2): frösch, die kracken allwegen. Keisersberg sünden des m. 33b (35a heiszt es gracklen, kärnt. gregeln);

als wenn im herbst die hagelstein
... auf die schindeltecher klecken,
so ward da ein kracken und kecken (von fröschen). froschmeus. Hh 2b (5b).

in einem bair. voc. des 15. jh. heiszt es grakkizen Fromm. 4, 296b. Freilich spielt hier, wie bei den folg., die unmittelbare lautnachahmung mit herein, wie denn z. b. auch böhm. das gequake křek, quaken křehotati heiszt, altsl. krektati Miklosich 310a.
3) krächzen, ich kracke wie der rab. Harsdörfer Jotham 2, 114; so noch z. b. 'cimbrisch', mhd. gracken (s. unter krack rabe 2, b); kracken für krähen, schreien steht Petr. 108b.
4) sich räuspern um auszuwerfen, rülpsen (wie kräcken II, 4), schweiz. gracken, grägglen; s. DWB krachsen 3. ebenso schwedisch kraka Rietz 349a.

[Bd. 11, Sp. 1931]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) kräcken, krecken, in doppelter geltung, theils umlautsnebenform zu kracken mit gleicher bedeutung (wie kräckeln zu krackeln, krächen zu krachen), theils causativum zu krachen, gleich 'krachen machen'. aber beide scharf zu scheiden ist im nhd. nicht mehr möglich, zumal die causativa da von selbst auch leicht in ihr intransitivum überspringen; zudem kann das causat. ebenso gut zu kracken wie zu krachen gehören, und schon in dem ahd. 'quassatam, kichracta' Graff 4, 589 liegt vermutlich das erstere vor (chreckian), zu chrac m., nicht zu chrahh gehörig.
I. Transitiv.
1) das causativum tritt noch rein heraus in luxemb. noss' kräcken Gangler 251, kärnt. nussen krecken Lexer 167, nüsse knacken, eigentlich 'krachen machen' (daneben aber auch nüsse krachen sp. 1921).
2) es wird aber auch enthalten sein in tirol. krecken, ein glied an hand oder fusz verrenken Schöpf 342, eig. knacken machen.
3) und wol auch in einem thür. krecken, den wagen beim schieben mittels der deichsel zur seite lenken, umlenken, zurück oder umkrecken; das querholz im wagengestelle, das dabei wesentlich mitwirkt, heiszt das kreckscheit. der wagen knarrt dabei stark.
II. Intransitiv.
1) kärnt. krecken, mit schall zerplatzen, schon im 15. jahrh. alem. zerkrecken (s. sp. 1054 unten).
2) knacken überhaupt, bei Wolkenstein 123 all meine pein krecken, vor sorge, vgl. DWB krachen II, 3.
3) quaken, wie kracken 2:

es krekken, krerekken und quekken grüngelblichte frösche.
Birken Pegnitzschäf. 35 (
Praetor. storchs winterqu. 227).


4) gleich kracken 4: ructare, krecken, auswerfen. Dief. wb. v. 1470 sp. 240. so noch in Posen, Oberlausitz (bair. krägezen). auch refl. sich krecken Ettner hebamme 885, wie sich kotzen.
 
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kräckig, bergm., kräckiges gebirge, mit klüften, höhlen durchsetzt. s. DWB krack m.
 
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krackmandel, f. gleich krachmandel.

 

krackeln
   1)  krackeln ist bair., dazu krackler zänker, streiter Schm. 2, 381.
   2)  kräckeln ist wahrscheinlich enthalten in kreckeln altercari Frisch 1, 541b, obwol auch kräkeln (s. d.) damit gemeint sein könnte. auch schwed. kräckla krittlig zanken.
   3)  benannt ist darin das zanken von seinem unangenehmen klange, vgl. kracken (2). krackeln, kräckeln gehören zusammen mit krakeln, kräkeln, auch krageln, krägeln, die doch mehr von vögelstimmen gelten. übrigens s auch krakeelen.
 
kracken
   1)  kracken gleich knacken bei Rädlein 548 unter letzterm worte (nicht in der alph. reihe); es ist kärnt., kracken platzen, bersten Lexer 165. man vergl. kräcken II, 1.
   2)  quaken, von fröschen (man vgl. krachen 7 und krachsen 2): frösch, die kracken allwegen. Keisersberg
   3)  krächzen, ich kracke wie der rab. Harsdörfer
   4)  sich räuspern um auszuwerfen, rülpsen (wie kräcken II, 4), schweiz. gracken, grägglen; s.krachsen 3. ebenso schwedisch kraka Rietz 349a.
 
kräcken
   I.  Transitiv.
      1)  das causativum tritt noch rein heraus in luxemb. noss' kräcken Gangler 251, kärnt. nussen krecken Lexer 167, nüsse knacken, eigentlich 'krachen machen' (daneben aber auch nüsse krachen sp. 1921).
      2)  es wird aber auch enthalten sein in tirol. krecken, ein glied an hand oder fusz verrenken Schöpf 342, eig. knacken machen.
      3)  und wol auch in einem thür. krecken, den wagen beim schieben mittels der deichsel zur seite lenken, umlenken, zurück oder umkrecken; das querholz im wagengestelle, das dabei wesentlich mitwirkt, heiszt das kreckscheit. der wagen knarrt dabei stark.
   II.  Intransitiv.
      1)  kärnt. krecken, mit schall zerplatzen, schon im 15. jahrh. alem. zerkrecken (s. sp. 1054 unten).
      2)  knacken überhaupt, bei Wolkenstein 123 all meine pein krecken, vor sorge, vgl. krachen II, 3.
      3)  quaken, wie kracken 2: es krekken, krerekken und quekken grüngelblichte frösche. Birken
      4)  gleich kracken 4: ructare, krecken, auswerfen. Dief.