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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
krachmost bis krachung (Bd. 11, Sp. 1923 bis 1925)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) krachmost, m. oder krähmost, eine weinart im Breisgau, s. Nemnich wb. 324. 325. weiszer krachmost, erwähnt in einem oberbad. berichte über die weinernde 1859. vergl. DWB krachgutedel. die zweite form krähmost könnte auf krachen 7 deuten.
 
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krachsauer, wie kirrsauer, s. d.
 
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krachschnepfe, f. eine schnepfenart, scolopax limosa.
 
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krachse, krächse, kraxe, kräxe, u. a., f., tragreff u. ä., ein merkwürdiges oberd. wort, schon mhd. östr. chrechse in Enenkels fürstenbuch (Schmeller 2, 379).
1) die bedeutungen.
a) als hauptbed. gibt Schmeller reff, tragreff, wie es z. b. wandernde krämer, handlanger beim bauen u. a. haben; so schon das mhd. chrechse. dazu bair. buckelkrächsen, kopfkrächsen (die zugleich über den kopf vorragt), albenkrächsen (auf der alm gebraucht) u. a., vergl. krächsenträger. so bair., schwäbisch, auch kärnt. Lexer 165, tirolisch Schöpf 342. Belege: auf dem rücken trug er eine kraxe, die einen ungeheuren vogelbauer bildete. Spindler der vogelhändler von Imst 1, 163; ein mann mit einer kraxi auf dem rücken. Auerbach schatzk. des gev. 272; eine kraxi, wie die hausierer haben. 340; die neue Wiener holzklafter, so um fimf kraxen

[Bd. 11, Sp. 1924]


(d. i. holzkraxen, als masz) minder austragt. Zobels tagebuch bei Schöpf tirol. id. 342.
b) blosz entlehnt vom vorigen ist bair. krackse als hosenträger, hosenkracksn, wol weil er an gestalt dem reffe ähnlich erscheint und ähnlich auf dem rücken liegt; ebenso ofenkrackse, abzugsrohr des rauchs in den schlot, wol von seinen knieen, s. mehr Schmeller 2, 380.
c) aber selbständig und wesentlich ist eine bed. korb: niederöstr. graxn f., geflochtener rückenkorb Castelli 150, bei Höfer ebenso krâckse, der es völlig mit krätze rückenkorb gleichstellt (er gibt es auch als hosenträger), wie schon Heumanns voc. austr. 'krechzen, krezen, korb' (Tobler app. sprachsch. 118a, vgl. xlvii). ebenso in den sette comuni krackasa f., dem. kreckesle n., corbello, tragkorb Schmellers cimbr. wb. 138b. und deutsch-ungr. kräksen f. tragkorb Schröer nachtr. 37a.
d) an dieses wieder schlieszt sich an die bed. bütte, die Schröer auch gibt, und schlesisch wagenschmerkrechse, büchse Weinhold 47a, doch wol tragbar mit bändern, oder eig. geflochten?
e) oberpf. auch 'kleine person' Schm. 2, 380, östr. an ldi graxn, altes weib Castelli 150; doch möchte das unter kracke gehören und hier nur angelehnt sein.
2) formen und verwandtschaft.
a) die echte form wird das mhd. krechse (s. oben) geben und das jetzt herschende -cks (-x) erst aus -chs entstanden sein, wie mhd. -hs, z. b. in wahsen, in den allermeisten mundarten nhd. zu ks (x) vergröbert wurde. doch ist auch x (cks) schon früh bezeugt: clitella, ein kräxen da man auf trait (d. i. die bed. 1, a). voc. von 1421 bei Diefenb. nov. gl. 97a, wie bei Schönsleder g 3c kräxen clitellae, ferculum institorium, und das cimbr. krackasa könnte vielleicht für echtes ck sprechen; stehn doch auch in krach und krack, krachen und kracken hd. ch und ck nebeneinander. das krechzen unter 1, c mit seinem z ist vielleicht nur falsche auslegung der volksmäszigen aussprache (vergl. DWB krächzen und kräcksen).
b) auch das a wird von Schmeller, wie das ck, durchaus nur als sache der aussprache behandelt, 'die krächsen (krácksn), das krächslein (krácksl)' ist seine angabe, seine schriftlichen bair. belege aus dem 18. 17. jh. haben ä, nur vom j. 1820 bietet ein beleg aus München ofenkrachsen. dennoch ist wol auch echtes a denkbar.
c) verwandtschaft suchte Schmeller bei ahd. chracco haken (s. unter krack riegel) nach der gestalt des reffes. aber dabei bliebe die bed. korb unerklärt, das grundwort müszte sowol für korb wie reff sich schicken. krächse scheint wirklich mit krätze korb zusammenhang zu haben, s. dort.
 
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krächse, f. zäher speichel, bair. Schm. 2, 380. s. DWB krächsen 3.
 
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krächseln, kraxeln, ein bair. östr. wort.
1) auf dem rücken tragen, auch krächsenen Schm. 2, 380, von der krächse die man auf dem rücken trägt. ähnlich ist nassauisch kozeln auf dem rücken tragen Kehrein 242 wol von kötze korb.
2) anders aber 'krächseln (kracksln)' klettern, und kriechen, mühsam gehn wie alte leute oder kinder. Schm. 2, 380, dazu krächsler m. kletterer und alter mann (wie kracher). östr. kärnt. kraxeln klettern, dazu tir. beinkraxl n. frosch Fromm. 6, 302, der mit den beinen grätschelt, kräpelt. auch das musz alt sein, s. DWB kriechen, zunächst aber krageln (klettern, krabbeln) und kratteln. Adelung gibt krächzen, woher? wegen des z vgl.krechzen unter krächse 2, a zuletzt.
 
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krachsen, krächsen, kraxen, krexen, nebenform zu krächzen und samt diesem ableitung von krachen (7); ahd. wäre es chrachasôn und chrachisôn. doch gibt es auch mit anderm vocal krochsen. die formen mit chs und die mit x (cks) können nicht geschieden werden, da die letzteren nach der aussprache von chs als cks immer aus jenen entstanden sein können (vgl. u. krächse 2, a); doch ist echtes kräcksen durchaus wahrscheinlich, weil es auch kracken und kräcken gibt, s. auch DWB krackeln neben krächeln. übrigens kreuzt sich auch noch krächzen mit krächsen in folge vermengender aussprache. s. DWB kluchsen und DWB kluchzen, und klucksen und kluckzen nebeneinander.
1) krächzen u. ä.: lasz die raben krachsen. H. Reinhold reime dich (Nordh. 1673) 127;

wenn der raub' (raab?) ein langes krachsen macht. Kemp. (?) o.

kraxen vom raben Frisius 346a, Maaler 252a. vergl. übrigens kraksen, und unter krack rabe.
2) die frösche krächsen, quaken. M. Kramer 1787; vergl. DWB kracken 2.

[Bd. 11, Sp. 1925]



3) seufzen. M. Kramer: Pickelhering, mit einen groszen pacquet penalskleider, krechset und thut sehr matt und müde. Schoch stud. D 7a. thür., sächs. krexen, seufzen, gestoszen oder leicht stöhnen, bei schwerer arbeit (sprichw. 'krexen hilft'), bei brustbeklemmung, vgl. krächzen 2. elsäss. gräxen. auch ohne umlaut, kracksen, im Osterlande.
4) räuspernd husten (dazu krächse, zäher speichel), in Posen krecksen Bernd 143, auch oberlaus.; s. dazu krack! 3. entsprechend ist schwed. kräkas (refl.) von dem der sich brechen will. mit andern lautstufen schweiz. graggen, gracken Maaler, bair. krägezen, s. DWB krägeln. ganz nahe liegend auch böhm. chrkati rächsen, poln. chrachać, russ. charkat', altsl. chrakati screare, vgl. litt. krankti schnarchen, lett. kákt (á = an).
 
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krächsenträger, m. östr. bair., der mit einer krächse (reff) im lande umherzieht, hausierer, s. Schmeller 2, 379.
 
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krachstein, s. kragstein.
 
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kracht, m. krach, knack: dasz aber das auszgewichene bein widerumb in seiner pfannen sei, kan man ausz dem kracht, welchen es, wenn es widerumb in dieselbige hinein fellt, von sich leszt, leichtlich hören. Uffenbach 2, 228, wie krach 232. es dürfte eine mhd. bildung krachot, ahd. chrachôt dahinterliegen.
 
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krachung, f. krachen, brechen:

dan bricht das baulos haus (der leib)
und wirft da seine sél in krachung auch heraus.
Rompler 72.

 

krachse
 1)  die bedeutungen.
  a)  als hauptbed. gibt Schmeller reff, tragreff, wie es z. b. wandernde krämer, handlanger beim bauen u. a. haben; so schon das mhd. chrechse. dazu bair. buckelkrächsen, kopfkrächsen (die zugleich über den kopf vorragt), albenkrächsen (auf der alm gebraucht) u. a.,
  b)  blosz entlehnt vom vorigen ist bair. krackse als hosenträger, hosenkracksn, wol weil er an gestalt dem reffe ähnlich erscheint und ähnlich auf dem rücken liegt; ebenso ofenkrackse, abzugsrohr des rauchs in den schlot, wol von seinen knieen, s. mehr Schmeller 2, 380.
  c)  aber selbständig und wesentlich ist eine bed. korb: niederöstr. graxn f., geflochtener rückenkorb Castelli 150, bei Höfer ebenso krâckse, der es völlig mit krätze rückenkorb gleichstellt (er gibt es auch als hosenträger), wie schon
  d)  an dieses wieder schlieszt sich an die bed. bütte, die Schröer auch gibt, und schlesisch wagenschmerkrechse, büchse Weinhold 47a, doch wol tragbar mit bändern, oder eig. geflochten?
  e)  oberpf. auch 'kleine person' Schm. 2, 380, östr. an ldi graxn, altes weib Castelli 150; doch möchte das unter kracke gehören und hier nur angelehnt sein.
 2)  formen und verwandtschaft.
  a)  die echte form wird das mhd. krechse (s. oben) geben und das jetzt herschende -cks (-x) erst aus -chs entstanden sein, wie mhd. -hs, z. b. in wahsen, in den allermeisten mundarten nhd.
  b)  auch das a wird von Schmeller, wie das ck, durchaus nur als sache der aussprache behandelt, 'die krächsen (krácksn), das krächslein (krácksl)' ist seine angabe, seine schriftlichen bair. belege aus dem 18. 17. jh. haben ä, nur vom j. 1820
  c)  verwandtschaft suchte Schmeller bei ahd. chracco haken (s. unter krack riegel) nach der gestalt des reffes. aber dabei bliebe die bed. korb unerklärt, das grundwort müszte sowol für korb wie reff sich schicken. krächse scheint wirklich mit krätze korb
 
krächseln
 1)  auf dem rücken tragen, auch krächsenen Schm. 2, 380, von der krächse die man auf dem rücken trägt. ähnlich ist nassauisch kozeln auf dem rücken tragen Kehrein 242 wol von kötze korb.
 2)  anders aber 'krächseln (kracksln)' klettern, und kriechen, mühsam gehn wie alte leute oder kinder. Schm. 2, 380, dazu krächsler m. kletterer und alter mann (wie kracher). östr. kärnt. kraxeln klettern, dazu tir. beinkraxl n. frosch Fromm.
 
krachsen
 1)  krächzen u. ä.: lasz die raben krachsen. H. Reinhold reime dich (Nordh. 1673) 127; wenn der raub' (raab?) ein langes krachsen macht.
 2)  die frösche krächsen, quaken. M. Kramer 1787; vergl.kracken 2.
 3)  seufzen. M. Kramer: Pickelhering, mit einen groszen pacquet penalskleider, krechset und thut sehr matt und müde. Schoch
 4)  räuspernd husten (dazu krächse, zäher speichel), in Posen krecksen Bernd 143, auch oberlaus.; s. dazu krack! 3. entsprechend ist schwed. kräkas (refl.) von dem der sich brechen will. mit andern lautstufen schweiz. graggen, gracken Maaler,