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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
sandberg bis sandbohrwurm (Bd. 14, Sp. 1761 bis 1762)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) sandberg, m. aus sand bestehender berg, hügel, tumulus arenarius. Stieler 160, cumulus arenae in littore maris. Frisch 2, 148b: von mittentag stiesz es (das land, der erste römische kreis) an gros wüesten und sandperg. Aventinus bair. chron. 1, 665, 2;

[Bd. 14, Sp. 1762]


wer ein sandberg uns (die wir in der hölle sind) vorgestelt,
viel grösser denn die ganze welt,
und ein vogl all tausent jahr kem,
auff einmahl nur ein körnlein nem,
und gott uns denn erlösen wolt,
wenn er das letzte körnlein hohlt.
so wer hofnung das unsr elende
zwar langsam abr doch hett ein ende.
Rollenhagen froschm. (1595) L 8b;

unten am zaun, wo die quell' aus dem sandberg roth und morastig
zwischen binsigen hügeln und schafthalm träge hinabflosz.
Voss 1, 20.

ein bauer, der von seinem edelmann hart geschatzt wird, sagt, sie ständen wie wind und sandberg, weil der wind sein spiel mit dem losen sandhügel treibt: nd.

gy weten dat myn edelman
und ick als wind und sandberg stan.
Hollonius somnium vitae humanae 34 neudr.

im nd. entgegnet man einem wohlbeleibten, der nicht gestehen will, dasz er gut iszt und trinkt: de wind weit wol sandbarge tosamen, awer nenen dicken buuk. Dähnert 396. in einer älteren nd. quelle heiszt es: de wynt weyet wol sandbarghe tohope, sunder nicht twe vette erse. Schiller-Lübben 4, 25; ähnlich fries. (Amrumer mundart): diar stüüw (wei) wel sunberger tu-p, man nian fêt eersbâler, es stäubt (weht) wol sandberge zusammen, aber keine fetten hinterbacken. Haupts zeitschrift 8, 365, 237.
 
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sandbiene, f. eine bienenart, die sich gern im sand aufhält, andrena flessae. Oken 5, 982.
 
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sandbier, n., nd. sandbeer, bier, das es beim sanden, beim bessern der wege durch sand, gibt. brem. wb. suppl. 267.
 
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sandbirne, f. eine birnenart von mittlerer grösze und grauer farbe. Nemnich.
 
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sandblatt, n.
1) bezeichnung der untersten, dem erdboden zunächst stehenden blätter des tabaks. so auch das dim. sandblättlein Spiesz 203.
2) name des huflattichs, tussilago farfara, im Weichseldelta. Frischbier 2, 246b. s. sandblume.
 
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sandblättlein, n., s. das vorige unter 1.
 
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sandblume, f. oder sandblackte, schweiz. der huflattich, tussilago farfara. Stalder 2, 300. in St. Gallen sandblüemli. Pritzel-Jessen 417b. s. DWB sandblatt 2.
 
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sandbocksdorn, m. astragalus arenarius. Campe.
 
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sandboden, m. 1) solum arenosum. Frisch 2, 148b. Adelung: (im bilde) endlich blieb er (W. Humboldt) in der speculativen grammatik hängen, und in diesem sandboden gediehen seine kartoffel. Grillparzer 14, 163. 2) boden (solarium), auf dem sand aufbewahrt wird. Adelung.
 
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sandbohrer, m. bohrer, werkzeug zum bohren, womit der sand auf dem grunde eines brunnens gebohrt und herausgeschafft wird. Jacobsson 3, 507a.
 
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sandbohrwurm, m. eine art röhrenförmiger muscheln, die sich in sand einzubohren pflegen, solen arenarius. Oken 5, 275. 282.