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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
zappeln bis zappligkeit (Bd. 31, Sp. 275 bis 280)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) zappeln, verb. , dem hd. sprachgebiet eigen, grundform ahd. zabalôn, welche in der volkssprache als zawweln

[Bd. 31, Sp. 276]


(zabbeln) fast überall fortlebt. die form zappeln in schwäb., els. und rheinfrk. bezirken scheint vom intensivum zappen (s. d.) beeinfluszt zu sein; von diesem zappen ist die umgelautete bildung zäppeln, wie die bedeutung lehrt, abgeleitet. Obersachsen hat zapeln, die nd. grenzstriche noch zabbeln (-ww-). umlaut ist md. häufig. Luther und H. Sachs verwenden bereits zappeln neben häufigerem zabbeln oder zabeln. eine überhd. form zapffeln bei Ringwaldt evang. T 3 a. etymologisch zur weitverzweigten wurzel tab-, wozu u. a. zapfen gehört.
I. im perfectum mit haben verbunden.
1) sinnfällig: mit händen und füszen oder auch mit den füszen allein rasche, kurze bewegungen hin und her machen, aber auch von ganzen körpern, namentlich bei thieren, z. b. fischen.
a) subject ist ein mensch oder thier: ... hörete sie ... Piramum an dem schwert zabeln Steinhöwel Bocc. de cl. mul. 56 Dr.; die frembden kinder ... zabbeln in iren banden 2. Sam. 22, 46; wie die todten unter einander zabelten und grabelten Fischart Garg. 410 ndr.; wie die seelen (im fegefeuer) schrigen, loufen, grinen, zablen N. Manuel 123 Bächt.; vor edelleüte ist es doch eine heszliche sage (sache) ahm galgen zu zaplen Elis. Charlotte br. 290 Menzel;

vergeblich zappelt sie (die jungfrau) in seinen (des räubers) arm geschlossen
Wieland ges. schr. I 7, 45 ak.;

zappeln wie ein nasser budel Schiller 2, 85 G.;

hier schwing ich ihn (den kleinen knaben)
am beine hoch, du siehst ihn zappeln
maler Müller w. 3, 254;

eener der that so zappeln wie a sperling, dem man a kopp wegreiszt G. Hauptmann weber 115; mit zusatz der sich bewegenden glieder: Egg zablet mit füessen und händen N. Manuel 207 Bächt.; diese verbindung sehr üblich, vgl. Cl. Brentano ges. schr. 4, 130; Fouqué alts. bilders. 448; mit den füszen W. Hauff s. w. 4, 171; mit (den) gliedmaszen H. Seidel Leberecht Hühnchen 265; mit allen vieren Pfeffel poet. vers. 4, 93; von fischen: und er zog in (den fisch) auffs land, da zappelt er fur seinen fssen Tob. 6, 5; als der krebs im wasser zu seyn empfunde, zabelt er grillenvertreiber 146; wann die fisch gefangen sind, so ist besser, das sie ein wile zabeln in eynem frischen wasser, ee man sie bereytet Hier. Braunschweig liber pestilentialis 10a; der fisch sasz an der angel und zappelte erbärmlich H. Seidel vorstadtgesch. 180; gern in vergleichen von menschen: er ... zappelte wie ein fisch G. Keller ges. werke 4, 158; von anderen thieren: sahe er einen pracken angebunden und auss der massen sehr zabelen und whten buch der liebe 92a; das thier ... röchelte und zappelte zu den füszen des ritters Chph. v. Schmid ges. schr. 2, 138

und wer (kann) verbieten zu zappeln
den schafen unter der schur?
Göthe 6, 61 W.;

so zappelt das kaninchen in dem netz (York wird zum gefangenen gemacht) Skakespeare 8, 215; häufig von vögeln, vgl. Ramler fabellese 2, 444; die netze ..., unter denen ihre ... kameraden (birkenzeisige) zappeln J. A. Naumann naturgesch. d. vögel Deutschl. 5, 186; auch hier mit zufügung der bewegten gliedmaszen: sie (die mäuschen) ... setzten sich auf die hinterbeine und zappelten mit den vorderpfötchen Cl. Brentano ges. schr. 5, 37.
b) die bewegten glieder sind subject: ... die zunge ... an dem gaumen herum zappelt Chr. Weise erznarren (1704) 305; den zappelnden fusz Herder 26, 105 S.; tausend hände zappelten augenblicklich in die höhe Göthe 26, 324 W.;

... es zappelt der hals in der schlinge
Platen ges. w. (1839) 316;

... das scharfe schwerdt durchdringet
des säuglings zappelnd herz
Weichmann poesie d. Nieders. 1, 5;

Gryphius ged. 573 lit. ver.;

nicht nach vorurtheilen handeln
musz der edle, dem ein herz
an dem rechten flecke zappelt
Tieck schrift. 1, 392;

[Bd. 31, Sp. 277]


ungewöhnlich: der puls zappelt Musäus volksmärch. 1, 108; das junge blut zappelt ihm durch alle glieder U. Bräker s. schr. 2, 134.
c) collective und abstracte subjecte: da zappelt und kriebelt alles vor unterthanen Chr. Weise comöd.-probe (1695) 299; ... die ... erdennatur ... zappeln zu sehen Göthe IV 30, 90 W.; ... wenn ihr vaterland so zappelnd ... da liegt Klinger w. 10, 237; vom heldenmuth Neumark neuspross. teutsch. palmb. 22; galgen ..., an dem ihre genuesische freiheit sich zu todt zappeln soll Schiller 3, 20 G.; von der einbildungskraft Börne ges. schr. 4, 14.
2) übertragen: in unruhe, verlegenheit sein, vor angst oder erwartung innerlich erregt sein.
a) persönliche subjecte: als übergang vom anschaulich-körperlichen zappeln zu seelischer bewegung, vgl. DWB es zappelt alles an ihm nach etwas auszer ihm Lavater phys. frgm. 1, 73; bei Luther voll entwickelter gebrauch: (beim gedanken an den tod) mus er zappeln und zagen 14, 43 W.; yhnen schlottert das gehirn; sie zapplen und wissen nicht wohyn 20, 522; ... ainen trost ..., das Christus auch hie zapplet (hat) 10, 3, 76; die glaublosen in der angst hin und her pamplen, zapplen und wollen verzagen Dannhawer catechismusmilch 1, 134; ... die ... im glauben ... zweifelhafftig gezapelt hab S. Franck chronica zeytb. 393b; er hat meinem rath ... nicht gefolgt, nun wird er zappeln Göthe IV 8, 167 W.; die sollte zappeln (vor eifersucht) Fontane ges. w. I 6, 25; häufig wird der anlasz angegeben:

die frembden kinder elendiglich
verschmachten in der rach mit schanden
und zappeln in gefencknuss-banden
H. Sachs 18, 87 lit. ver.;

er mag in seinen flammen
ein wenig zappelen
Neumark poet. u. musik. lustw. 156;

in der schlinge (bildlich) z. Kotzebue s. dram. w. 5, 140; in einem netze z. G. Keller ges. w. 5, 93; er zappelt schon (vor eifersucht) an der leimruten Nestroy ges. w. 11, 247; vor liebe z. Rabener s. w. 4, 207; vor lust Holtei erz. schr. 13, 151; stark entwickelt und verbreitet ist die verbindung zappeln lassen: ist kein ander radt noch zuflucht denn zu dem, der uns lesset zappeln Luther 24, 571 W.; auch 8, 178; die zwen füren in mit gewalt dahin, lasen in zabeln und schreyen H. Sachs 14, 303 lit. ver.; lasset in (den feind im kampf) nur fechten und zablen, biss er wol md werd buch der liebe 134a; noch von rein körperlichen bewegungen: liesse ihn so lange zappeln (in der heiszen asche) Chr. Weise erznarren 128 ndr.; womit seelische affection verbunden ist: den betretenen ... in verwahrung zappeln zu lassen Göthe 31, 209 W.: wie 'nen maikäfer euch z. lassen am faden W. Alexis hosen 1, 92; meist aufs seelische bezogen: in unwissenheit z. lassen A. U. v. Braunschweig Octavia 3, 513; unter dem joch der ... kriegsinsolentz ... z. zu lassen Chemnitz schwed. krieg 2, 275; in der angst deutsche erzähler d. 18. jh. 63 Fürst; sehr häufig mit zeitangabe oder modalem adverb.: ein wenig z. l. Lessing 1, 357 L.-M.; tüchtig Cl. Brentano 5, 42; eine zeitlang Knigge umgang 1, 150; nicht lange Holtei erz. schr. 4, 246; als übertragen gefühlt: oder willst du mich 'zappeln' lassen und dich an meiner unruhe weiden, tigresse? Bismarck br. a. s. braut 74; sehr frei: Oesterreich läszt uns ganz anders zappeln, wenn wir von ihm etwas fordern Bismarck an Gerlach 85.
b) sächliche subjecte: zunächst vom herzen, z. th. noch wird die körperliche bewegung mitgefühlt (s. o. 1 b); in reformationsschriften stark verbreitete wendung: si es peccator, wird das cor zappeln Luther 34I, 204 W.; das ist ein hohe temptation, wen einer dohyn kumpt, das yhm seynn hertz zcappelt 11, 27; 8, 483; 16, 72. 186 u. ö.; in erwartung guter botschaft:

dann mein hertz im leib zappeln thut,
wie ein lausz in eim filtzhut
J. Ayrer 3, 2067 lit. ver.;

da zappelt und bebet das hertz Spener d. geistl. friede 9; (die schmeichelei) wird ... das hertz also treffen, dasz es zappelt und zittert wie der fisch Abr. a S. Clara

[Bd. 31, Sp. 278]


etw. f. alle 2, 363; Eberl. v. Günzb. s. schr. 3, 239 ndr.; G. Keller ges. w. 6, 92; vom gewissen: ... Carlstads gewissen ... zappelt und ungewis ist Luther 18, 161 W., vgl. 10II, 262; 8, 525;

als denn so zappelt ihr gewissen
und wird mit grosser angst gebissen
H. Sachs 15, 203 lit. ver.;

seyn gewissen zappelt allweg fur gott Eberl. v. Günzb. 3, 207 ndr.; vom schwachen glauben: der unglaube ..., der zappelt, zaget und spricht Luther 24, 246 W.; ir kleiner glaube fehet an zu zappeln und wancken Joh. Mathesius Sarepta 3b; mit fragesatz: sein glaube beginnet ... zu zapeln, ob gottes wort war sey ders. ausgew. w. 2, 76 Lösche; auf anderes bezogen:

mein' sel, was leist fur laid nider,
warum zaplest in mir doch?
P. Schede psalm. 164 ndr.;

vgl. Heinse s. w. 4, 51 Schüdd.; vom geist Hamann schr. 5, 288; von der natur Tauler sermones (1508) 82b;

denck, wie die hoffnung alzeit zabelt,
in sorg und forcht auf- und ab-wabelt
H. Sachs 22, 239 G.;

meine trauer zappelte an widerhaken Cl. Brentano 5, 15; die zappelnde angst Mommsen röm. gesch. 4 3, 376.
3) unruhig, hastig arbeiten, streben: darumb jedermann ... zabelt und grabelt Fischart Garg. 20 ndr.;

er nagel, zabel, fredt und schab
H. Sachs 5, 253 lit. ver.;

vertrauwen gott nitt, maynen, wann sy nitt zableten ..., das koren wyechss nitt Urb. Regius kurtze erkl. f 2;

denn wer nicht in dem heumond fleiszig gappelt,
und wer nicht in der erndte tüchtig zappelt, ...
Cl. Brentano 2, 590;

volksläufige fassungen dieses alten spruches u. a. bei Seiler 321, Schmeller wb. 2, 1072, Fischer 6, 1022, Martin-L. 2, 890a; liesz überall den vater sorgen und zappeln U. Bräker s. schr. 2, 283;

er (Faust) soll mir zappeln, starren, kleben
Göthe 14, 88 W.;

streben nach: weller geistlicher man zablet also nach ewigen dingen Keisersberg bei Martin-L.; (mehr im eigentlichen sinne:) die hände ausstrecken und darnach zappeln v. Droste-H. an L. Schücking 333; z. gegen etwas Klopstock an Ebert bei Lappenberg briefe 245.
4) verbalnomina.
a) partic. präs., sowohl in verbalem gebrauch: das (täubchen) zappelnd da lag Thümmel reise 7, 127; ... dreytaussent (juden zu pfingsten) ... tzappelnd (unruhig) zu den aposteln sprachen Luther 2, 137 W.; als auch häufig in rein adjectivischer verwendung, wobei sämtliche oben aufgewiesenen bedeutungen erscheinen; zunächst prädicativ: der teüfel ... macht dich zappelnd und zagend Luther 10III, 52 W.; sein flug ist ... z. J. A. Naumann naturgesch. d. vög. 2II, 897; am meisten attributiv: der zappelnden lämmer schaar Freiligrath ges. dicht. 4, 92; von hundert in der luft zappelnden händen G. Keller 3, 117; des ... in den maschen häuslicher sorgen zappelnden künstlers Börne ges. schr. 2, 52; in älterer sprache: mit zappeldem (ungläubigem) hertzen C. Schwenckfeldt apologie der Schlesier D 3 a; des zaplenden gwissens S. Franck chronica zeytbuch (1531) vorr. a 4a; neu bei ausdrücken des affectes u. ä.: zappelnde lebhaftigkeit J. v. Müller s. w. 4, 18, in zappelnder erwartung Jean Paul w. 1, 69 Hempel; auch substantivisch: der in selbstgelegten schlingen zappelnde Holtei erz. schr. 36, 265; sein sprung ... (bekommt) etwas zappelndes (von einem fisch) Brehm thierleben 8, 305 P.-L.
b) substant. infinitiv:

das lange zappeln in den schmertzen
Gryphius trauersp. 197 lit. ver.;

das schnellende z. eines rebhuhns J. A. Naumann naturg. d. vögel 6, 491; z. ihrer glieder (der opferthiere) Ritter erdk. 11, 313; im sinne von tumult, durcheinanderlaufen: ein zabeln, lauffen und löschen (bei einer feuersbrunst) Fischart binenkorb 22b, vgl. H. Sachs 4, 265 lit. ver.; unruhige arbeit:

vor wunder gleich mein hertz thet grüntzen,
ob diesem grossen arbeyten und zabeln
H. Sachs 3, 480 lit. ver.;

[Bd. 31, Sp. 279]


vgl. A. a S. Clara etw. f. alle 1, 432; für seelische unruhe: durch z. machst du's wahrlich nur ärger U. Bräker s. schr. 1, 137; in älterer sprache meist in verbindung mit synonymen: eyttel z. und zagen Luther 12, 682 W.; ein grosz zagen und z. kam sie an S. Franck chron. Germ. (1538) 136b; dieses z. und zagen und hoffen v. Platen tageb. 2, 245; ein z. und zittern Luther 19, 142 W.
5) besonderes:
a) reflexiv; nur in verbindung mit tot oder zu tode: an dem ihre ... freiheit sich zu todt z. soll Schiller 3, 20 G.; H. Heine w. 2, 65 E.; die insecten zappeln ... sich ... todt Fr. Th. Vischer ästhet. 2, 124.
b) mit innerem object: zum tanze gehen, ... cancan z. Gutzkow ges. w. 7, 368.
c) technisch vom matten gang des pendels oder der unruhe einer uhr Poppe encyklop. d. ges. maschinenwes. 5, 594, Campe 5, 814a.
d) lexikalisches und orthographisches: Dief. nov. gl. 277b palpitare; voc. theut. 1482 pp 4a (-pp-); Maaler 510b; aus zabbeln, 2. Sam. 22, 46, (wird) zappeln in den neuen bibeln C. Gueintz rechtschr. (1666) 21; Stieler 2591; Kramer (-pp-); Duez germ.-gall.-lat. nov. (1642) 467a (-b-); Frisch 2, 462b (-b-), 464c (-pp-); Steinbach 2, 1071; Adel., Campe; Schmeller2 2, 1072 (-b-), Seiler 321 (-b-), Stalder 2, 462 (-b-), Tobler 452 (-b-), Fischer 6, 1021 (-b-), Martin-L. 2, 890 (-ww- u. -pp-), Follmann 553 (-ww-), Pfister 344 (-bb-), Crecelius 931 (-ww-), lux. wb. 495a (-bb-), Hönig 206a (-bb-), Bauer-C. wald. 286 (-ww-), Müller - Fr. obers. 2, 691a (-p-).
II. im perfectum mit sein verbunden: mit kurzen, schnellen schritten gehn: passibus angustis et minutis incedere Stieler 2591; er ist fort gezappelt Adelung wb. 4, 1655; da kömmt er gezappelt Campe wb. 5, 814a; menlein, das ... daher zappelt Vogelgesang heiml. gespräch 5 ndr.; hinauf (auf den berg) zappeln B. Mayr päckch. satiren 70, und so vielfach in der umgangssprache; obd. volkssprachlich dafür zäppeln (als nebenform auch bei Stieler): mit iren füszen zepplende häreyn gond composito gradu incedebant Zürcher bibel (1530) Jesaias 3, 16; du zeppelst um wie a jung's reh Anzengruber ges. w. 5, 152; Schmeller 2, 1141, Unger-Kh. 644b, Hertel Thür. 262.
 
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zappelung, f., das zappeln, blosze grammatikerform Stieler 2591, Steinbach 2, 1071.
 
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zappen, verb., stammwort der sippe zapfen und zappeln (s. die bemerkungen sp. 258 und 276), intensive bildung, wie mnd. tâpen, das auch bereits in tappen ausweicht, zeigt. grundbedeutung: zupfend ziehen, vgl. DWB man scht vil list und weg, wie man das gt an sich zapp (reisze) Keisersberg bilgerschaft 147; alles zu inen zappen (an sich reiszen) satir. u. pasqu. 3, 33 Schade; Fischer 6, 1051; daraus mit der bei verben des ziehens häufigen bedeutungsübertragung der sinn: schleppend, schleichend, langsam gehn: zappe nicht so, ziehe nicht so geh nicht so langsam K. G. Anton Oberlausitzer wörter 6, 8; nam. von thieren Schmeller 2, 1141.
 
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zapper-, in umgangssprache und mundart als erster theil von beteuerungsausdrücken oder flüchen wie sapperment aus sacrament u. a. gebräuchlich.
 
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zäpperlen, verb., junge ableitung von zappern, 1) (perf. mit haben) ein wenig zappeln oder hasten, auch (Fischer 6, 1051) sehr langsam u. bedächtig arbeiten, 2) (perf. mit sein) mit kurzen schritten eilig gehn Stalder 2, 462, Unger - Kh. 641a, Tobler 459, Fischer 6, 1051; zu 2: darvon z. wie ein alts mterle gewont hat Maaler 511d; in die kirche ... zepperln (von alten leuten) Anzengruber ges. w. 5, 78, vgl. Schrader frz. wb. 2, 1665; 3) ein gewisses kartenspiel spielen Unger-Kh.
 
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zäpperlig, adj., ein wenig zappelnd, emsig trippelnd sich fortbewegend Stalder 2, 462 (-b-).
 
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zappern, verb., iterativum zu zappen, heftig zappeln, bes. wenn man etwas mit ungeduld erwartet Schöpf 825, Hintner 243. — hierzu zapperte, n., epilepsie H. Ostwald rinnsteinsprache 169.
 
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zappleder, m., s. 3zapp.
 
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zappler, m., 1) ein zappelnder, auch wer langsam und schleppend einhergeht Stieler 2591 (auch mit -ä-), unruhiges kind (Leipzig) Müller-Fr., litterar. Freiligrath ges. ged. 1, 161, mühsam und erfolglos arbeitender

[Bd. 31, Sp. 280]


Schmeller 2, 1072, Fischer 6, 1022; 2) als krankheitsbenennung: das zappeln Fischer (beleg von 1619).
 
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zapplig, zäpplig, -elig (-icht Stieler 2591, auch mit -ä-, Martin-L. 2, 890a) adj., unruhig beweglich, mit händen und füszen strampelnd:

auf meinem arm, in meinem schoos
wars freundlich, zappelich und gros
Göthe 39, 281 Weim.;

vgl. 24, 137; wie ein schlänglein schnell und zabblich ebda 38, 56; der zapplige kleine C. F. Meyer Jürg Jenatsch45 87; die zappeligen hände G. Keller 10, 137; vgl. Chamisso w. 3, 303; Stieler 2591, Stalder 2, 462, Follmann 553 (-ww-), Bauer-C. 105b; auch nervös hastig Fischer 6, 1023; man möchte zabbelig werden die geduld verlieren Crecelius 931, der zappelige alte Stelzhamer ausgew. dicht. 9, 78 Ros,; ferner in schlechtem, kurzem trab laufend Hertel Thür. 262.
 
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zappligkeit, f., unruhige beweglichkeit: stadium der höchsten unruhe, geradezu der zappeligkeit Joh. Scherr novellenbuch 3, 304 Hesse; Görres schr. 6, 137.