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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
gresing bis greszling (Bd. 9, Sp. 196 bis 197)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) gresing, -ich, m., potentilla anserina Diefenbach 450b, auch gressing geschrieben; nd. seitenform zu grensing, s. d.
 
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gresing, m.: gresinck chirogrillus Diefenbach 123a; unklar; etwa fehler für grefinck? s. Diefenbach a. a. o. und grebing, sp. 1.
 
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gress, m., schutt lux. ma. (1906) 154a (urk. von 1444 gerèss); gleichbedeutend grösch, m. 156a; daneben grèsi, m., schotter 154a; els. greis, m., trockener mörtel Martin-Lienhart 1, 181; ebenso lothr., Follmann 215a; identisch mit frz. grès sandstein, pflaster, sandsteinpulver? vgl. 2greis 2) sp. 82.
 
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gress(e), m. u. f., gründling, gobio fluviatilis, eine besonders im elsäss. und benachbarten dialecten übliche nebenform zu kresse (s. d.): gräss, grässer, m., demin. grässel(e), compos. grässelängele Martin-Lienhart 1, 281b; gebackene gressen des govions frits Duez nomencl. 30; gobio fluviatilis ein greszling, gresz, kresz, bachkressen Gesner fischbuch (1563) 159b; gresz Henisch 1741; cyprinus gobio heiszt (in der gegend um Mainz) die gresse allg. deutsche bibl. 83, 467; meine gedancken sind auch nicht dahin gegangen, dass ich grosse fisch wolle fangen, ich behelff mich gern mit grundlen und gressen Moscherosch gesichte (1650) 2, 885; auch vom gründling unterschieden: die fische dieses flusses (der Altmühl) sind ... der schneider, die gresse, der gründling allg. deutsche bibl. 104, 488; componiert: meergressen, spiering, meergrundel des loches de mer ou esparlans, ... aphyae vel apuae cobites Duez nomencl. 30; vgl. 3greszling.
 
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gresserwein, m., ein vorzüglicher wein, den die stiftsgeistlichen in Würzburg für ihre gressus, das mitgehen bei processionen bekommen Reinwald bei Schmeller

[Bd. 9, Sp. 197]


1, 1010; bei Sartorius würzburg. (1862) 49 dafür gressawein, gressenwein.
 
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gresserei, f., umherlaufen, umhersteigen, meist zusammengesetzt nachtgresserei Unger-Khull 306b; zu lat. grassari, vgl.graszer, graszerey Schmeller 1, 1009.
 
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gressig, s. gretzig.
 
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gressing, s. 1greszling.
 
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gresten, vb. 1) eilen, in eigener thätigkeit eilfertig sein; 2) andere zur eile antreiben; 3) inständig bitten, mahnen, zureden Staub-Tobler 2, 820 mit etymol. versuch; in der bedeutung 2 schon bei Redinger (1662): treiben, gresten, mennen urgere, agere, pellere Staub-Tobler 2, 819.
 
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greszling, m., junges waldbäumchen, besonders junge tanne: kainer sol mit geschlachten grüenen stämmen noch greszlingen zeunen tirol. waldordn. von 1551 nach Schmeller 1, 1013; in ein weiszdennen greszling 2 kreuz gehauen 1018; dafür auch gressing Unger-Khull 306b; ain veichten gressing, ain verchiner gressing Schmeller 1, 1018; im steir. auch ältere bezeichnung eines maszes für holz; umlautform zu graz, grazze sprosz, junge zweige von nadelholz Lexer 1, 1075 f.; vgl. DWB gretze.
 
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greszling, m., name des leinfinken, fringilla linaria: ein vogel, greszling genennet Gesner vogelbuch (1557) 67b; mhd. grezel:

er wergel, er grezel, er widehopf!
sol ich in ziehn bî sînem schopf?
K. v. Haslau jüngling 259 (zs. f. d. a. 8, 558);

nach Suolahti vogelnamen 123 zu mhd. graz tannen-, fichtensprossen (nahrung des vogels); auch grasl, gräszlein genannt Schmeller 1, 1010; Suolahti a. a. o.