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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
zaun bis zaunblume (Bd. 31, Sp. 406 bis 410)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) zaun, m. , pl. zäune. form: ahd., mhd. zûn, as., afrs., ags., altn., mnd. tûn, mnld. tuin, m., nur altn. n.; mlat. tuninus, tunimus; als i-stamm im plur. umgelautet; in gegenwirkung gegen die schwächung von m zu n tritt im obd. und md. weithin vermischung mit zaum (s. d.) auf: durch ain zaum zogen Hätzlerin liederb. 151; Paracelsus op. 2, 530a Hus.; B. Faber thes. 1166a; Martin-L. 2, 904b; vom zaum gebrochene ursach J. Prätorius philos. 38; Melissus Salinde 244; ein kräutlein, das an denen zäumen wächset Amaranthes frauenz.-lex. 704, bes. D. Stoppe Parn. 24. 338; s. Müller-Fr. 2, 693b; die entrundung im plur. veranlaszt zusammenfall mit zein und zeine (s. d.). bedeutung: dem nur im got. (dafür faþa) nicht bezeugten worte kommt in allen dialekten die auf dem deutschen bereich allein entwickelte bedeutung des zaunes im heutigen sinne zu; darüber hinaus schreiten das nord. und ags. zu der bedeutung des durch einen z. eingefriedigten raumes weiter, so dasz für altn. tûn, n., nur diese (eingehegter grasplatz vor dem hause, hofplatz, stadt) noch belegt ist, während das ags. noch alle staffeln bewahrt: zaun, hof, garten, stadt; im nordnld. gilt seit dem anfang des 16. jahrhs. die bedeutung garten neben der deutschen. auszerhalb des germ. entspricht gall. -dûnum in städtenamen und air. dûn burg, befestigte stadt. darüber hinaus ist eine anknüpfung unsicher; man denkt an griech. δύναμις kraft und an die unter zauen behandelte wurzel germ. *tu, die ziehen bedeutet. einen ähnlichen bedeutungswandel haben garten, das früh auch den zaun meint (altn. garðr zaun, th. 4, 1, 1390), und hag (th. 4, 2, 138) durchgemacht. synonym ist auch friede (th. 4, 1, 187). anlage und baustoff: aus kreisrunder form um gehöfte und siedlungen (saepibus in gyrum ductis sic cingitur aula: grundrisz von st. Gallen 820) zur freien linienführung,

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zunächst um ackerstücke, gelangend, bestand der z. aus dauernder hecke (lebendiger z.) oder totem holz (toter z.). dessen einfachste gestalt war ein leichtes weidengeflecht (circulos ... vimineos mönch v. St. Gallen 2, 1), das durch eine, andernorts drei, oben umlaufende starke ruthen (etter: superiorem vero virgam, quam etarcartea vocamus, quae sepis continet firmitatem lex Baj. 10, 17) halt gewann und jährlicher ausbesserung bedurfte, so dasz früh festere anlagen mit dornen, brettern, stangen u. s. w. errichtet wurden. die fremde hofmauer wird nur in ahd. zeit und gewisz nur aushilfsweise mit steinzûn und zûn bezeichnet (maceria steinzûn, stênzûn, zûn gll. 1, 59741; maceriae steinzûn Notker ps. 143, 14, marceriae depulsae nidergeduohtemo zûne ps. 61, 4). vgl. hierzu M. Heyne hausalt. 1, 99. der zweck eines zaunes ist abgrenzung und schutz; so wird der wohnort gegen die feldmark durch einen z. (im frk. und obd. gebiet früher nach den ettern, den starken halteruthen des oberen randes, selbst etter genannt, s. th. 3, 1180 u. bes. Fischer schwäb. wb. 2, 888) geschieden und schutzbedürftige theile der mark umfriedigt, vgl. eschz. saatzaun (Graff 5, 678, Schmeller 2 1, 167); beuntz. zaun um einen landwirtschaftlich genutzten, dem flurzwang entzogenen und im privateigenthum befindlichen raum (th. 1, 1748 und bes. Schmeller 2 1, 395); dieser auch friedz. genannt (th. 4, 1, 199 u. Schmeller 2 2, 1129); tratz. ein um theile der brache, welche für die dauer eines sommers mit flachs, rüben, kartoffeln bebaut werden, gezogener zaun (Schmeller 2 1, 395. 677; 2, 1129); steht nur von Georgi bis Martini; vgl.: herbstzune und meizune Jac. Grimm rechtsalt. 4 2, 79; brandz. (Schmeller 2 2, 1129) zaun um eine durch brandrodung entstandene waldwiese; gemachz. zaun um felder und weideplätze, der ohne geheisz der gemeinde errichtet und unterhalten wird (th. 4, 1, 3149; Schmeller2 1, 1560; 2, 1129; Unger-Kh. 280a); dieser wird nach zehnjährigem unangefochtenem bestand zum ehz., dessen errichtung und unterhaltung geboten ist (Schmeller 2 1, 5; 2, 1129), ebenso wie die des bannzaunes, der den gerichtsbann der gemeinde oder des hofes begrenzt (th. 1, 1119; Schmeller 2 2, 1129; Fischer 1, 621), der daher auch DWB etter oder dorfz. (th. 2, 1286; Fischer 2, 276) heiszt. das recht auf den zaun (um hof und garten) spricht sich in dem wort erbz. aus, dem in sitte und recht eine besondere rolle zufällt (th. 3, 744; rechtsalt. 4 1, 613; 2, 79); vgl. noch tirol. mietz. (Schmeller 2 1, 1693), wildz. (th. 14, 2, 133) und bizaun (Schmeller 2 1, 416; 2, 1130, Schöpf tirol. 42). nach der lage gibt es etter- (th. 3, 1181), feld- (th. 3, 1492), garten- (th. 4, 1, 1416), hof- (th. 4, 2, 1704), koppel-, pfad- (rechtsalt. 4 1, 140), wallzäune u. a. die lebendigen zäune werden gewöhnlich als rauhe oder rauch- (Schmeller2 2, 1129) und wildzäune (th. 14, 2, 133) bezeichnet; meist aber als busch-, hecken-, stauden- (sepimentum virgulteum Stieler 2349), dornzaun u. s. w. die toten zäune sind nach dem baustoff und der bauart 1) holzzäune: balken-, bohlen- (th. 2, 224), bretter-, flachten- (Schmeller 2 1, 785), hanichel- (ebda 1114), kreuz- (Kramer teutsch-it. 2, 1427a), lander- (Schmeller 2 2, 1129), latten- (th. 6, 281), licht- (th. 6, 895, lichz. sepes e sectilibus tabulis alias eine bleiche Stieler 2349; gegensatz dunkel-), palisaden-, pfahl- (th. 7, 1601), planken- (1893), reis-, nd. rick- (stangen-, th. 8, 909), ruten-, scheien- (th. 8, 2418), scheiter- (Schmeller2 2, 1129), nd. slêten- (zs. f. dtsche mdaa. 1910, 17), schwarten- (Martin-L. 2, 907a), spriegel- (th. 10, 2, 73; brand. -ö- zs. f. dtsche mdaa. 1910, 8), staketen- (th. 10, 2, 414), stangenzäune (ebda 820), s. auch unten II, 2) drahtzäune (aus der englischen landwirtschaft übernommen).
I. eine hölzerne umfriedigung eines grundstücks oder dorfes.
1) sachlich und geschichtlich:
a) sepes Frisius 1201b, Calepinus XI ling. 1331a, Hulsius-R. 426a, Schottel 1447, Wiederhold 431a, Reyher p 2 rb, Stieler 2348, Kramer teutsch-it. 2, 1427a, Dentzler 360a, Steinbach 2, 1074, Frisch 2, 465c, Ludwig 2562, Adelung, Campe; in der Schweiz durch hag beeinträchtigt: Hunziker 313, im holsteinischen und bis über Lübeck durch die hecken oder knicks; andernorts durch feldmauern: Just. Möser s. w. 1, 299, F. Nicolai reise 1, 177; die errichtung geschieht durch pflanzen: erzählte, wie er ... diesen z. gepflanzt habe Storm w. 1, 104; ein z.

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von hagedornen Zesen helik. ros. 63; zäune von dornstauden S. Geszner schr. 1, 28; (die weiszbuche ist) zu lebendigen zäunen und hecken nützlich Döbel jägerpract. 3, 8; grüner z. polit. maulaffe 28a; flechten: den zûn vlehten minnes. 3, 267 v. d. Hag.; (ein) z., geflochten eng H. Sachs 1, 384 K.; einen zûn macht er vil guot Reinhart fuchs 37 R.; beides noch gebräuchlich, seltener schon die mhd. wendung einen zûn ziunen (vgl. Helmbrecht 322); s. DWB zäunen 1 b; macht blancken zu dem z. Opitz teutsche poem. 296 ndr.; ein brett des z-s O. Ludwig ges. schr. 2, 314; (zäune) von unbehauenen fichtenstämmchen C. Viebig schlaf. heer 1, 3; lebensdauer, sprichwörtlich: ain z. wert drey jar Hätzlerin liederb. LXIX; Eyering prov. 2, 103; öft.; höhe und dicke ist in alten rechtssatzungen genau geregelt, s. Jac. Grimm rechtsalt. 4 1, 130. 140; 2, 79; thor und heck dienen für den durchgang, eine stiegel (nd. -e-) zum übersteigen: Hoops reallex. 4, 583b; nachbarrecht: was (von obst) über den z. fällt, ist des nachbars Binder 219; das recht über plaggen und heide und erbland auszerhalb des zauns ist geregelt: Jac. Grimm rechtsalt. 4 1, 80; 2, 79;
b) die rolle des zauns im leben des volkes ist an einzelzeugnissen, redensarten und sprichwörtern kenntlich: violen ... in gärten neben den zeunen gefunden werden Ryff confectb. 67a; nesseln ... hinder den zeunen Bock kreutterb. 1; wolfsmilch ... hinder den zäunen Wirsung artzneyb. reg.; hahnbutten an unserm z. ollapatrida 180 Wien. ndr.; nos iacuimus ut mendici unter den zeunen Luther 27, 202 W.; bettler am z. Zachariä poet. schr. 4, 55;

etwan unter eim zaun musz sterben
H. Sachs 12, 448 K.;

und hat nun funden einen dreck
hinderm zun
Murner schelm. 20 ndr.;

unsereins ist doch auch nicht hinter dem z-e hervorgewachsen H. Beck rettung 45; häufig: hinter dem z-e aufgelesen für niedrige, uneheliche herkunft; ir solt die kutten an ain z. hencken J. Nas antipap. 1, 134b, d. h. das mönchsleben fahren lassen; kutten und kappen ... Fischart bienenk. A 4a; vgl.: es mus einer die seele an z. hengen, der da jetzund einen handel anfahen sol Mathesius Syr. 2, 4a; so dasz sie ... das junge volck und kinder ... hin und wider an die zeune gespiesset M. C. Schütz hist. rer. Pruss. 1 D IIa; es ist gut, seine pferde an frembde zäune binden Kirchhof mil. discipl. 5; ... an der feinde z. Mathesius Syr. 89b;

an des verheerers zaun nunmehr den schild zu hencken
Besser schr. 1, 49 König;

er sticht durch den z., thut nichts offentlich, gehet keinem frey unter augen Luther tischred. (1568) 293a;

wer heimlich durch den zaun thut stechen,
mit list sich an sein feind zu rechen
B. Waldis Es. 1, 356 Kurz;

genuinum infigo ich lester heimlich, stech durch den z. Alberus 21b. 95a; Bas. Faber 905b; als beweis der verachtung:

ich sech dich durch ein zaun nit an
H. Sachs 17, 171 G.; 5, 217 K.;

denselben (Lazarus) hett der reiche man
nicht durch ein zaun gesehen an
B. Waldis Es. 1, 207 Kurz;

sonst sege men eine olde persone (als braut) mit dem luchteren oge dorch einen dubbelden thuen nicht an; dar ys den dat geldt de brudt gewesen N. Gryse wedew.-speg. K 5; sehr häufig; ein häszliches weib ist ein guter z. um den garten Binder 209; halten sie die ehliche trew wie der hundt die fasten, schreiten uber desz nachbarn z. und beflecken ihr ehebett D. Schaller theol. heroldt 95; seinem z-e nachgehen seine unterhaltung nach eigenem ermessen suchen Unger-Kh. 644a; den z. des gartens wegen grüszen der mutter schmeicheln, um die tochter zu bekommen Klein prov. 2, 242; wa der z. am nidersten ist, da will yederman über Tappius adag. 220b; allgemein; vgl.: es weyss der Sathan, ... wo wir am schwächsten seind, ... und weyss wol, wo der z. am nidrigsten ist, da springet er hinüber theatr. diab. 40b; eine wittwe ist ein niedriger z., worüber alles springt Kirchhofer schweiz. sprw. 203; nachbar[n] ubern z.,

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nachbar wider herüber Friedrich Wilhelm sprw.-reg. bb 2a; guck übern z., nachbar guck wieder herüber Lehmann flor. pol. (1662) 1, 230; nach gemainem sprichwort: ein gefatterschaft über den zon, die andern herwider Steinhöwel Äsop 335 Öst.; Murner uszleg. H 2b; H. Sachs 12, 39 K.; korn umb saltz, würst umb würst (vgl. die rda.: wurst wider wurst), gfatter uber den z., gfatter wider herüber S. Franck sprw. (1541) 2, 44b; subinvitare über einen z. laden Corvinus 987; mit dem nachbaurn hebt man den z. auff Bas. Faber thes. 937a; eine henne hat das recht über neun zäune Pistorius thes. paroem. 405; eine kinderlose frau soll der ehemann über neun erbzäune tragen und dort seine nachbarn anrufen, dasz sie ihm der leibesnoth seines weibes wehren helfen Grimm rechtsalt. 4 1, 613; aine (nonne) bringt es woll durch den neünden z. zu wegen, das sy an ain ... ampt kompt Keisersberg hasz Cc 1c; schrei nicht ju, seist dan uber den z. Fischart trostb. 43 Hauffen; he wilde idt godt klagen, dat he nicht also mit oone aver den tuin springen schulde (so ohne umstände verfahren) E. Beninga chron. v. Ostfriesl. 526 Hark.; dann also musz je einer dem andern uber den z. helffen Paracelsus op. 1, 623c Hu.; bey zeit auff die zeun, so trücknen die windeln S. Franck sprw. (1545) 1, 74b; Göthe 28, 201 W.; wenn er was nettes weisz, so hat die arme seele keine ruhe, bis er es auf den ersten besten z. gehängt hat A. v. Droste-H. an Schücking 150; wann die sonn uffgeht, so helf got dem reiff am z. S. Franck sprw. (1541) 2, 152a; gieng doch also ein kleines nach dem z. und ryss darauss ein starcken knittel V. Schumann nachtb. 232 B.; ursach ab aim z. reiszen Zimm. chron. 2, 498; Kirchhof wend. 1, 239 Öst.; brach im ain krieg ab ainem z. chron. dtsch. städte 5, 216; Luther 7, 674 W.;

brach offt ein hader von eim zaun
H. Sachs 17, 370 G.;

causam invenire eine ursach vom z. brechen Bas. Faber 150b;

man musz gelegenheit von einem zaune brechen
Ch. Fr. Henrici ernst-scherzh. ged. 1, 323;

sie künnen wol vom z-e etwas brechen oder in der luft ergreifen, damit sie sich schön machen und ihrer bettelei ein ferblein anstreichen Pape bettel- und garteteufel u 3b; man bricht nit kunst von eim z. sprw. w. klugreden 96d;

bräch ich mir nicht gar manche lust vom zaun
Göthe 5, 60 W.;

brach ... ästhetische discourse vom z. Eichendorf s. w. 2, 540; mit allerlei vom z. gebrochener philosophie Bettine Cl. Brentanos frühl. 270;
c) stabreimend: z. und zimmer; tunede unde timmer Jac. Grimm rechtsalt. 4 1, 10;
2) besonderes:
a) bildlich und übertragen: über den z. der schrift (der bibel) ... springen allg. dtsche bibl. 1, 2, 94; ein blizzender z. von schwerten Lenz ged. 25 W.; sie (die kirche) ist ... der z., der die heerde der gläubigen schüzt v. Haller rest. 4, 53; das der leib Christi definitive, das ist onbegrifflich und on z. sie im sacrament Öcolampadius Luthers buch schent nicht 173b; ohne gesetze, ohne zäune ... herumwandeln Hippel lebenst. 3, 2, 184; zerbrechen den z. aller zucht und erbarkeyt Eberlin v. Günzburg s. schr. 3, 209 ndr.; (der) von seufzern zerrissene z. der gegenwart Cl. Brentano ges. schr. 5, 11; z. des gesetzes W. H. Riehl arbeit 63; die zähne werden als beinen z. der zunge bezeichnet bei Eyering prov. 1, 101; zahn ... der zungen z. und zaum Harsdörfer tricht. 3, 496; Logau sinnged. 157 Eit.; Marperger küchendict. 1340a; nach Vossens gehege der zähne (homerisch ἕρκος ὀδόντων) bildet Göthe: die kühnen worte durch den z. der zähne (durchlassen) IV 28, 190 W.; augenbrau ist der augen schutzwehr und z. Treuer Däd. 1, 139;
b) einzelnes:
α) für saum:

der (rock) mss sin wiss, schwarz, grüen und brun
und unden drum ein gäler zun
N. Manuel papst 40 Bächtold;


β) septum lucidum der helle z. ist die durchsichtige, dünne wand, so die hölen (ventriculos) des hirns von einander scheidet Blancard med. wb. 502;
γ) pferch, nachtbucht, hürde: drey oder vier zeune (werden) gezeunet ...,

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die gleich als ställe und behältnis den schweinen über nacht seyn viehbüchlein (1667) 70; die hürden d. i. die beweglichen hecken oder geflochtene zäune, womit man die schafe umgiebt, wenn sie die nacht über auf einer stelle bleiben sollen Gottsched beob. 132; auch hier eignet dem worte z. nicht der begriff des eingezäunten raumes, ebenso nicht in folgenden fällen; vliust er (der hirt) ... kain rint, daz er oder sine knehte verwarlosent, daz si ez in die zne niht wider antwurtent gesundez Augsburg. stadtb. 35; s. Fischer wb. 6, 1063 und Schiller-Lübb. 4, 630b;
δ) ein wasserzaun, um eine fahrtrinne zu erzielen (s. DWB zäunen 1 b β): des gleichen hatt einer ein verborgne rynne oder z. in dem wasser ... und wirt dir verbothen, gepürt dir dyse klage clag antwurt (Augsb. 1497) 29b;
ε) mit lehm bekleidete stakenwand, alte, im ländlichen lehmfachwerk noch heute fortlebende bauweise: hinter der pitschke (der feuerwand, ist) der z., gleich einem bleichwercke, von holtze gestacket und dichte mit vermengten leime und strohe geklebet Hondorf saltzwerk zu Halle 72; ebenso mnld.: hutkens ... van tune geleemt myt cleye Verwijs-Verdam 8, 788; vgl. DWB zäunen 2 a β und zäunsel;
ζ) in erinnerung an die kreisrunde form des alten ruthenzauns auch das geflecht um eine flasche: tûn Schambach 236b.
II. grenz- und schutzwerk um feste plätze und städte; anfänglich gewisz aus leichtem zaunwerk bestehend, später mit schanzpfählen und palisaden verstärkt: Ulm ist allain mit einem statgraben und z. ... umbzeunt gewesen S. Franck chron. Germ. (1538) 314a; eyn grot korffhus van erde unde thune wart geslagen vor sunte Iligen dor chron. dtsch. städte 16, 373; so was es hinumb verzeunt mit den zeunen vor den gerten 2, 273; Schiller-Lübb. 4, 630a; er liess auch ausswendig (am schlosz) sein zeun und were zurichten Aymon i 2a; darauff (auf dem wall) werd ein liecht z. gesteckt A. Dürer underr. D 2a; Ranke dtsche gesch. 2, 153; dann das was der Römer brauch, wo sie das winterläger hin schlgen, do machten sie ... wrliche zeün S. Münster cosm. 700;

mit disem povel er do trat
gegen den zaun in dy vurstat
M. Beheim Wiener 174 Karajan;

vgl. Schmeller 2 2, 1129, dort auch schreck- und tüllzäune dielen-, bretterzäune (s. th. 2, 1099) genannt; palisade ... ein z. von schanzpfählen Kinderling rein. 141.
III. diminutiv: 1) zäunlein sepicula Steinbach 2, 1074;

(der garten war) mit schönen zeunlin underfangen
Wickram 4, 249 lit. ver.;

Sebiz feldbau 639; zäunlein von wachholderstauden Aitinger jagd- u. weidb. 263; 2) geiszblatt, = zaunkirsche 2: Corvinus 618 (eig. 648); Rädlein 1084a.
 
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zaun- in zusammensetzungen mit substantiven; die umgelautete form zäun- weist auf ableitung aus dem verbum: zaunaal, m.: (in Montpellier) werden die schlangen ... gegessen, ... und sie nennen solche z-en Hohberg georg. 2, 534. —
 
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-ähre, f.: andere nennen auch die zäunähre schechte Benzler lex. deichbau 2, 100. —
 
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-ammer, f., emberiza cirlus L.: J. A. Naumann natg. d. vög. 4, 251; Brehm thierl. 4, 344 P.-L.; Campe wb. 5, 821b. —
 
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-ananas, n., bromelia pinguis: Holl wb. 14b; Dietrich gärtn.-lex. 2, 300. —
 
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-apfel, m., apfel von einem baum am zaun: Unger-Kh. steir. 644a.
 
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zaunband, n.: girste, f., z. oder zaungurt Unger-Kh. 293b; Kramer teutsch-it. 2, 1427a. —
 
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-baum, m., dünnes, kleines bäumchen für zaunstecken: Unger-Kh. 644a. —
 
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-befestigung, f., eine gegen anspülung des ufers gefertigte befestigung mit einem zaun: Mothes baulex. 4, 248. —
 
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-billet, n.: er hat 'n z. (ist zaungast) Brendicke berl. 195a. —
 
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-blume, f., verschiedene arten des spinnenkrautes, anthericum: Holl wb. 427a; Pritzel-Jess. 32b; C. A. Fechner pflanzenn. 7; v. Perger 3, 66; allg. dtsche bibl. 63, 444; wie die sew. so die rosen verachten, aber in den z-n die zähn purgiren J. Nas antipap. 2, E 7b, daher auch beinbrechgras, knochenbrecher genannt (Campe wb. 5, 821b); nach Campe auch eine art des pfauenschwanzes, poinciana pulcherrima L.