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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
krass bis krater (Bd. 11, Sp. 2069)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) krass, plump, grob, derb, dann arg, schrecklich, fürchterlich, nach lat. crassus, doch vermengt mit grasz, gräszlich; ein in manchen kreisen beliebtes superlativisches kraftwort, bes. studentisch (krasser fuchs, kerl), seit ende 18. jh., wol eben aus der studentensprache: du krasser philister! Körner 248b;

gott sandte seinen rohen kindern
gesetz und ordnung, wissenschaft und kunst,
begabte sie mit aller himmelsgunst,
der erde krasses loos zu mindern.
Göthe 3, 180;

so will man sich auch gegen den krassen neptunismus verwahren. 51, 135, den übertriebenen, gröbsten, wie krasse orthodoxie, krasser unglaube, aberglaube u. dgl.; krasse unwissenheit; pfui! indecent und krasz! Tieck 13, 290; warum will man die absolution nothwendig crasz machen? absolviren wir uns nicht selbst täglich? Niebuhr leben N. 1, 472; die krassesten gegensätze, widersprüche, grellsten, ärgsten.
 
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krasse, f. m. gründling, s. das zweite kresse.
 
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krasselbeere, s. DWB kratzbeere 2.
 
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krässelkraut, n. 'crassula'. Megenberg 412, s. dickblatt. in vocc. des 15. jh. auch krettelkrut, kretzenkrut Dief. n. gl. 117b, angelehnt an kratte, krätze korb.
 
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krassen, vom geschrei des raben:

lasz die raben rufen ihr krassen. froschm. V 2a (2, 1, 6).

ebenso nl. krassen (auch vom hahne), frz. croasser; in einem voc. 15. jh. kossen Dief. 159a.
 
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krasteln, prasseln, schwäb. 15. jh.:

der scharpfen kiseln (hagelkörner) brasteln
und auch des donders krasteln.
Conrad Öttinger bei
Laszberg, Fritz von Zolre s. 35.

eig. gleich kraspeln (s. d. 3, a), gewiss öfter zu finden. vgl. böhm. křastiti schmettern. Dazu auch ein subst. krast, mhd.:

die sunn verlôs ir liehten glast,
hert vels dâ teten manigen krast (zersprangen krachend). Hätzl. 304a.


 
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krat, gleich karat (s. d.), z. b. M. Kramer 1787.
 
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krat, oberd. gleich gerad (s. d.), z. b. Uhland volksl. 654; dazu kradigkeit geschicklichkeit Schmid schwäb. wb. 324.
 
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krat, m. das krähen des hahns, s. DWB kraht.
 
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kräteln, nordd., kleinlich tadeln, mäkeln, wie kräkeln. Hermes Soph. reise 6, 233; vgl. hamb. krêteln zanken, zwisten Richey 138. s. auch krattelei.
 
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krater, m. der schlund, 'kessel' eines vulkans, lat. crater, gr. κρατήρ, eig. mischkessel:

und in den krater darf man niedersteigen,
aus dem die lava stieg.
Schiller 101a,

von Paris in bezug auf die revolution.