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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
köter bis kothbauch (Bd. 11, Sp. 1888 bis 1895)
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[Bd. 11, Sp. 1888]


Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) köter, köther, kötter, m. nordd., inhaber einer kote (s. sp. 1883), hindersasz, häusler. auch mlat. schon früh cotarius, coterellus, s. Ducange.
1) der begriff zeigt starke schwankungen, d. h. er hat eine alte und reiche entwickelung, die ein gut stück des nordd. bäuerlichen gemeindelebens in sich schlieszt, aber hier nur anzudeuten ist.
a) der name schon, der sicher von hohem alter ist (s. 3, b), zeigt den ursprünglichen begriff als inhaber einer bloszen kote, im gegensatze zum ackerbesitzenden bauer: wie bei dem voll- und halbhofe (vgl. vollbauer, halbbauer) die hufe, so ist beim köther offenbar die wohnstätte, die casa, der grundbestandtheil des besitzthums. Stüve wesen u. verf. der landgemeinden 37; aber besitzthum hat er meistens doch, und, wie es dort weiter heiszt, nicht selten mag mit dieser casa (schon in alter zeit) eine einzelne hufe vereinigt und so der 'köthner' (zugleich) als 'höfeling' zu betrachten sein, namentlich wird dies bei den 'groszköthnern' vielleicht eine art regel bilden; vergl. kleinköter, wonach der westf. köter selbst drei pferde besitzen kann. aus dem Bremischen heiszt es: köther werden diejenigen freien genannt, welche nicht ganze höfe, sondern nur einzelne morgen freieigen besitzen und gewöhnlich eine nebenhantierung treiben. v. Kobbe Bremen u. Verden 1, 305, also doch ein freier mann, nicht leibeigen oder hörig, und selbst grundbesitzer, populär zu reden ein kleiner bauer. und doch scheint der casatus servus in den tradit. Fuld. (RA. 318) der bezeichnung nach auch schon ein köter zu sein; im 17. jh. übersetzte man letzteres mit casatus (Stieler 911), obwol da auch verwechselung mit cossatus (s. DWB kossate) mitwirken mochte.
b) die den kötern gegenüberstehenden eigentlichen bauern werden bezeichnet als die 'vollberechtigten' hausleute, höfner (Stüve a. a. o. 10), und beide gegensätze dürften sehr alt sein; der erste knüpft an das haus an im gegensatz zur kote (hûs hiesz ja auch die burg der adelichen und herren), der zweite an den gegensatz der kote zum hofe, da die kote keinen eigentlichen hof bildet. ebenso hofluide und kottere weisth. 3, 60, aber auch kater und hûvener Lacomblet arch. 1, 203, wie 204 die katstede von den hûven (hufen) unterschieden. auch ackermann erscheint als gegensatz, den ackerbesitz hervorhebend, z. b. in einem nd. weisthum 4, 679. 680 aus dem 15. jh., s. auch unter c. d; und markgenôte, markgenosse 3, 177 (westf.). wiederum ist aber doch auch von kothöfen die rede, schon im 14. jh. höve und kothöve Haltaus 1125, bauern- und kötergüter.
c) ein ungefähres bild von der geltung der köter geben ihre leistungen und rechte, wobei meist zwei köter für einen höfner gerechnet werden, z. b.: die hovener betalen eilftenhalven engels (d. i. englisch, wie es z. b. in der Limb. chr. heiszt), die kötter die halbscheid. weisth. 3, 61; sollen die gene, die op den hoeven wonnen, .. zu zins und pacht geven .. zweie schild (schildthaler) und veir honer, und die kottere half also vil, dat is einen schild ind zwei honer. 3, 60; dem ackermanne xiiij dage und dem koter veer weken (wochen). 4, 679, nur scheinbar umgekehrt im verhältnis, es handelt sich um eine gewisse vergünstigung, dem vermögen entsprechend. in einem weisthum 3, 253 musz zu einer gewissen leistung geben der ackermann das pferd nägst dem besten (das zweitbeste), der köhter die kuhe negst der besten. In folg. sind aber vier köter gleich einem bauern gerechnet: rühmlich ist, was herr Schottel in s. tract. de sing. et ant. in Germ. juribus § 8 schreibt, dasz in der fürstl. braunschw. landsordn. art. 37 befohlen sei, dasz ein jeder ackersmann jährlich müsse vier eichene und vier buchene stämme, ein köter oder hindersasz aber (wird ein häusler sein) einen eichenen und buchenen stamm .. pflanzen. Hohberg 2, 568a. oder auch drei für einen: wofern künftig ein ackermann über 30, ein halbspenner über 15 und ein köther über 10 häupter an schafvieh halten wird ... Haltaus 1125, braunschweigisch vom jahre 1699.
d) die manigfaltigkeit des begriffes, wie sie sich im lauf der zeit entwickelte, erscheint in den verschiedenen namen der köter, wie vollköthner, halbköthner, handköthner (Stüve a. a. o. 10. 18), erbkötter, markkötter (s. unter erbkotte), brinkköter. dagegen erscheint der begriff auch über seine genaue rechtsgrenze hinaus erweitert, an der Diemel z. b. heiszt köter jeder dorfbewohner der nicht ackermann ist (Vilmar 215).
2) die formen.
a) mnd. erscheint zuerst koter, z. b. weisth. 4, 679. 680 ('nach 1410', eine stelle s. unter 1, c), es war aber sicher schon alts. und älter (s. 3, b). ohne den umlaut auch koder (wie kode sp. 1883): da ein mann binnen dem lande feuer und rauch hat, und

[Bd. 11, Sp. 1889]


kein lehengut hat, der heiszt ein koder. Selterser weisth. bei Grimm RA. 318. und kotter, z. b. weisth. 3, 768. 60 ff., doch in letzterm wechselnd mit kötter, vermutlich in folge der älteren und jüngeren fassung die sich mischen.
b) die form mit tt ist wesentlich westfälisch (wie kotte für kote), schon im 14. jh. weisth. 3, 177, und noch z. b. bei Möser, Immermann: dasz ich den halbhüfner, den kötter .. jeden bei seiner gebühr nennen musz. Münchhausen 3, 56; dasz so ein hofschulte es wie eine gnade ansah, wenn er mit einem kötter trank. 4, 29; endlich erbarmte sich doch noch ein armer kötter über mich ... und überliesz uns sein backhäusgen. patr. phant. (1778) 3, 148, diesz backhäuschen ist das backs bei Strodtmann 18 (d. i. eig. backhaus), 'ein nebenhaus vom zweiten range', das ein erb- und markkötter 'unter sich hat auszer seinem kotten, den er bewohnet' (das. 113); kötter ist auch osnabr., vgl. kötterhahn oben unter köter 4 sp. 1887. aber auch nrh. kotter im 16. jh.: der huyn (zehndener) sal haben von einem iederen kotter, der in unsers herrn hocheit gesessen ist, dri rader albus. weisth. 4, 768, zwischen Bonn und Zülpich; erfen, anerfen, waltseisz ind cotter. 2, 686, in der gr. Jülich, auch coitter das., wie ein koytere Lacomblet urk. 3, 288.
c) zu kate für kote (sp. 274) gehört kater, z. b.: die kater to Lutingen, die wonen up des hoefs guede. Lacomblet arch. f. gesch. d. Niederrh. 1, 198; die kater soillen oir rechte behalden mit den huvenern, mar (aber) die kater sullen gein rechte wisen sonder (ohne) dei huvener. 203. Weiland bringt auch aus Overijssel katersplaats, katersstede gleich köterei, kotstätte. auch käter, in einem voc. des 15. jh. ketter achinus Dief. n. gl. 8a (das. achinus ein köter). auch kätener kommt vor, s. unter 3, a; s. auch kötnerei.
d) die schwache bildung von kote wirkt nach in köthner (s. Stüve unter 1, d), früher kötener, hessisch um 1600 mit d: a. 1606 seind an einläuftigen personen oder ködenern im ampt Rauschenberg gewesen 120. Vilmar 215, und ohne umlaut: ij alb. den kodenern vor brot, bier und keis, haben den scheürnehrn (die scheunentenne) umbgehackt. das., d. h. dafür dasz sie u. s. w.
e) sie heiszen übrigens auch kotsitter achinus Dief. 11c, d. i. kotsitzer (vgl. brinksitzer), und kotsâte, kotsête, d. i. kotsasse (s. d.), daraus kossate und kotze (s. d.). auch koster (d. i. kotsitter) Danneil 98a.
3) die verbreitung des wortes.
a) als mittelpunkt seines bereiches stellt sich bei uns Westfalen dar, es reicht von da südlich bis nach Hessen hinein, bis ins md. gebiet, südöstlich bis an den Harz (weisth. 4, 679 fg.), östlich auch über die Elbe in die Altmark (kätner, früher käter, köter nach Danneil 98a). sonst gilt im osten vielmehr kotsate (das aber auch am Harz mit koter sich kreuzt, s. weisth. 4, 679 fg. die var.); auch in Holstein ist es fremd. aber westlich greift es ins nrh., über den Rhein hinüber (s. unter 2, b), selbst ins flämische, denn Schuermans 239a gibt von heute keuter bauer mit nur einem pferde u. ä., landschaftlich auch kaoter, kutter (dazu selbst keuteren, ein kleinen bauernhof bewirtschaften, in Drenthe), vgl. 283b. 282b; auch nl. ein rest davon in koterboer (keuterboer) aus Gröningen bei Weiland unter kater, vgl. auch unter 2, c; aber auch kossaat ist fläm., s. unter DWB kotsasz.
b) aber merkwürdig auch auszer dem deutschen bereiche, schwedisch, wenigstens in Finnland ktur, kutur, kyttar armer häusler, hindersasz, s. Rietz 381a (finnisch koturi, der in einer hütte wohnt), und schottisch cottar, cotter, one who inhabits a cot or cottage, dependant on a farm, s. Jamieson suppl. 1, 255a, sie stehn noch über den bloszen handwerkern; s. dazu u. kote II, 1, d. es wird danach, wie dieses, in vorgeschichtliche zeit zurückgehn. und wie engl. cot zu den Gaelen kam, so haben sie auch coiteir a cottager, cotter.
 
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köterei, f. köterbesitzung, kossatengut (engl. cottage): sie wären herren meiner kötterei. Möser phant. 1, 121 u. ö.; vgl. kötnerei, kothof, DWB kotstelle. fläm. koterij von geringen gebäuden, s. Schuerm. 283b, aber auch keuterij in unserm sinne 239a.
 
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kotern, bei Fischart im ausspruch des esels, in dessen urtheil über den gesang der nachtigall, der er vorwirft, wie sie

koterts und kauets in der käln,
das man kein silb ir nach kan zehln. dichtungen 3, 66 Kurz,

der esel thut als hätte er einen meistersinger zu beurtheilen; kotern wird nichts sein als kodern, screare, das als scheltendes kraftwort für die gurgelnden töne des vogels trefflich passt, wie es von gewissem reden galt (sp. 1573).

[Bd. 11, Sp. 1890]



 
Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) kötern, ein nd. wort, aus und ein oder herum laufen wie köter, hunde (Richey, brem. wb., Danneil, bei letzterm auch von liederlichen dirnen, s. unter DWB köter 6). daher bei H. Heine:

hund mit hündischen gedanken
kötert er die ganze woche. romanzero 206.


 
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kötersfrau, f. die frau eines köters: eine geringe köttersfrau. Möser phant. (1775) 1, 118.
 
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kötervogt, m. köthervögte, gewisse beamte im nordd. gemeindeleben, s. Kobbe Bremen u. Verden 1, 81.
 
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kotfleisch, s. kottfleisch.
 
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koth, n. hütte, s. DWB kot.
 
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koth, m. , früher auch n., merda, lutum.
I. Formen und ursprung.
a) die form ist eigentlich kât (kaat, kaht, kath), wie noch bis ins 17. jh. neben kôt gesagt und geschrieben ward, z. b. (mehr s. unter II):

mach ihren raht wie kaht und (ihre) kunst wie dunst verschwinden.
Weckherlin 327.

diesz kât aber ist weiter entstanden aus quât (s. h), und das ô darum nicht blosz vergröberung von â (wie in schlôt aus slât, argwohn aus wân, ohne aus âne), sondern zugleich nachwirkung des u wie in kolster aus qualster, kone aus quene, kommen aus queman u. a.
b) doch findet sich einzeln auch quôt, z. b. lutum quot Dief. 340c, schon mhd.: darnâch hîʒ er si slahen mit geiselen durch die stat und gebôt den lûten, daʒ si solden an si werfen mit quôte unde mit steinen. Herm. v. Fritslar myst. 1, 13, 15; das ist alles irdensch und ist von quôte. Nic. v. Basel 171; das. auch quôtsac (s. DWB kothsack), wie bei Closener qwôtwerk (s. DWB kothwerk), also oberrh. und westmd. (vgl. auch Luther u. h). diesz quôt steht neben kât, wie quômen (spalte 1625 α) neben kâmen venerunt, in den zweiten formen ist aus dem unbequemen kuâ- einfach das u herausgedrückt, wie in keck, kemen kommen (sp. 1628).
c) das wort ist urspr. eine schonende, zart verhüllende bezeichnung, wie deren unsere vorfahren manche schufen für bedenkliche oder schmuzige dinge, z. b. niederkommen, eigentlich zu liegen kommen, sich legen müssen, entbinden, eig. von der bürde losbinden, abtritt, eig. stelle zum bei seite gehen. man übersehe nicht dasz da wie in folg. fällen auch religiöse scheu oder humor nichts zu thun haben, es ist wirklich reiner zartsinn, feine gesellschaftliche rücksicht, was sich da aus der seele unsrer vorfahren offenbart, die doch bei ihren eignen nachkommen für roh gelten. ebenso vom schlimmsten schmuz: unrat, eigentlich was zu nichts mehr zu brauchen ist, dessen man entraten kann (vgl. dagegen vorrat, geräte), unflat, eig. unschönes (3, 1728). so ist quât eig. schlechtes, von einem adj. quât schlecht, schlimm (s. d.). ganz so gibt merkw. ein Nürnb. voc. v. 1482 für coenum bosz Dief. 113a, d. i. doch wol böses, vgl. posheit lutulentus 340c.
d) dieses adj. ist freilich merkwürdiger weise nicht hd. (gr. 3, 606); ein paar mhd. spuren davon sind verdächtig. wenn Hartman im Erec 4663 den schmähsüchtigen Keie der kâtspreche nennt, so hat das im hd. keinen anhalt, wol aber noch heute in nl. kwaadspreker, ostfries. quâdspräker lästermaul Stürenb. 188b, dem dichter wird es aus nrh. quelle zugekommen sein als dem Keie anhaftendes beiwort; J. Grimm gesch. d. d. spr. 507 bringt mnl. quaetspreker bei und mnd. quât spreken maledicere. in einem aus dem nl. oder nrh. übersetzten ged. des 13. oder 14. jh. aber kann qwât aus der quelle beibehalten sein, im reime:

die knechte slûgen einen rât,
der im was in daʒ ende qwât.
Mones anz. 6, 192 (v. 120).

es ist nämlich heimisch im nrh. und nd.: altnrh. quât, quait, auch quot, quoit böse Fromm. 2, 442b. 1, 208; mnl. qwaet, nnl. kwaad, mnd. quâd, nnd. quaad; altfries. quâd, altengl. quâd, quêd, cwead Stratm. 134, ags. zur zeit unbezeugt, gewiss nur zufällig, wie alts. und goth.
e) umgekehrt ist unser subst. in den genannten sprachen, die das adj. haben, meist nicht vorhanden, nicht nnl., und wie es scheint auch nicht nnd., wo drek, strunt u. a. gelten; das gaut, was das br. wb. 2, 492 als braunschw. gibt und als verderbt für koth, bes. menschenkoth, kann nicht diesz wort sein, und die unbestimmte angabe das. 'in andern mundarten kaat' bezeugt fürs nd. nichts, da quât zu verlangen wäre. doch erscheint diesz wirklich im ostfries. landrecht 3, 81: dat he (ein verwundeter) licht in sin quade, dat is in sine fuelnisse (seinem eignen kothe); Kil. aber gibt auch nl. noch quaet, quat und selbst kaet, kat stercus

[Bd. 11, Sp. 1891]


ein zusammentreffen des adj. mit dem subst. ist auch im ältern nrh. zu erweisen, neben das adj. unter d stellt sich quât stercus:

umb dessen rait
engêve ich niet ein perdes quait. Karlm. 267, 41.

vermutlich auch md. (s. h a. e.), und in England, denn wenn ags. das adj. nicht verzeichnet und doch durch das altengl. quad (und qued an evil person, quede harm, evil, also the davil Halliwell 657a) bezeugt ist, erscheint ein subst. cvæd n. (Grimm g. d. spr. 507), bei Ettm. 401 cvead stercus koth (merkwürdig mit ea wie das altengl. adj. u. d a. e.), vgl. engl. dial. kades pl. schafdreck Hall. 488a. so mag denn die auffallende ungleiche vertheilung des adj. und subst. nur theils ein werk des zufalls theils späterer entwickelung sein: gewiss gab es auch ahd. ein adj. quât. Eine spur von urverwandtschaft zeigt sich wol in kymr. gwaeth schlechter; ob auch in skr. gûtha m. n., excremente, zend. gûtha m. schmuz (zu gu cacare) Justi 105b ? dann müszte freilich umgekehrt das adj. erst aus dem subst. erwachsen sein, wie noch den kleinen kindern das schlechte, das sie meiden sollen, von den ammen als a-a, d. i. merda (s. band 1, 5) bezeichnet wird.
f) norddeutsche schriftsteller brauchten übrigens das adj. auch in hd. rede, z. b. Schottel unter sprichw. alle krumme hölzer sind quaat zu richten 1133b, schwer, 'schlecht', vgl. quattähtig 530b; in einem kirchenliede des 16. jh. (allein auf gott setz dein vertraun), wie es scheint von B. Ringwald, dem 'goldnen abc', las man noch in gesangbüchern des 18. jh., im 16. verse, der mit Q zu beginnen hatte:

quad von niemand gedenk noch sprich.
Mützell geistl. lieder 717.

mundarten von mitteld. art besitzen es noch, so die Deutschen in der Zips quad, ekel, schwach, verzärtelt, die quade hand, die linke, eig. schlechte Schröer 85b; besonders am Niederrhein, im Siegerlande quoad böse, auf der Eifel quot zornig, 'böse' und daneben kott schlimm, wie in Aachen, Cöln kodd. aber auch am Mittelrhein, nass. quotig unverträglich, neidisch, quotsack 'neidsack' (s. DWB kothsack) Kehrein 319.
g) vielleicht ist das wort mehr versteckt noch weiter zu finden. wie es sicher vorliegt in nl. kwaad n., ostfries. quaad krankheit und in mnd. dat quât krîgen, wenn einem 'übel wird' Rein. vos 6328 (vergl. DWB koth II, 6), so gehört vielleicht mittelbar hierher ags. côð krank, côða krankheit, côðlîce male, misere; s. auch hd. köte geschwür und ahd. quedilla dort (sp. 1886) und vergl. damit 'das böse ding' vom fingergeschwür; mit qu- nrh. quadschen krank thun, nd. quadsch mit mühe, 'aegre' Schambach 162b. anderseits in der hd. bed. vielleicht quatsch, nasser koth, matsch (quats Fuchs mückenkr. 3, 831) u. s. w., vgl. nd. quaderig kothig, vom wetter, et quadert, es ist kothwetter Schamb. 319a; der Leipziger pöbel hat ein m. quattrich, breiter kothhaufe, kuhfladen, und ganz zu quât stimmend ein adj. quadig, kothig, von wegen (zu jenem vgl. DWB quatterloch unter kram 6, a).
h) das hd. subst., um zu dem zurückzukehren, erscheint schon im 12. jh. mit ô, chôt stercus, spurcitio Graff 4, 365, weit älter aber in echter form bezeugt es der name einer Mainzer gasse quâtgaʒʒa v. j. 776 (Kehrein samml. alt- u. md. wörter 69a). auch mhd. quât und kât nebeneinander (wb. 1. 792), ebenso im 15. jh. Dief. 551c, die urspr. form noch bei Luther: und also meine ich, bocks Emsers traum von zweierlei priesterschaft ligt im sand und quat. 1, 371b (1563); er hat auch quot: sie hängen sich an mich wie quot ans rad. vom bapstum zu Rom (Frisch 1, 540a), doch in der bibel nur kot. aber 'quat und quât', schlamm, koth gibt noch aus Hessen Vilmar 308, und wie nahe liegt das dem mrh. nrh. adj. unter f, sodasz auch auf md. boden das subst. und adj. sich berühren.
i) als nebenformen sind erwähnenswert kaut stercus Dief. 551c, cenum 113a (kautig adj. 551c), kaut mäusekoth nov. gl. 259b, au = â wie sonst alem.; besonders merkw. aber in einem mrh. voc. von 1414 woit cenum 113a, mit abgeworfnem k- wie wispel neben quispel sp. 1862 mitte.
k) das m. und n. wechseln früher bei demselben schriftsteller, z. b. bei Keisersberg unter II, 3, a; Maaler setzt n. an, schreibt aber selbst auch angesäszner kaat squalor. beide geschlechter galten schon mhd., vermutlich von je her.
II. Bedeutung und gebrauch.
1) stercus, das ist vielleicht die erste bed., sodasz es für die folgenden bed. eigentlich als kraftwort gemeint war, wie dreck, dessen nebenform nrh. dreet Dief. 157b, englisch dirt auf nrh. drieszen cacare Dief. 551c u. s. w. zurückgeht (s. sp. 15 mitte).
a) stercus kat Dief. 551c, merda 357b, kaat, menschenkaat Dasyp. 360b, Maaler 239a;

[Bd. 11, Sp. 1892]


und was mir dennoch scheiszens not,
und viel, das mir aus gieng das kot. fastn. sp. 564, 29;

da ging Ulenspiegel .. und thet ein haufen seines katz darin. Eul. s. 19 L.; darumb gab disen quinquobrockern (apothekern) Eulenspiegel zu Möllen ihr gespick trewlich wider, den kat für den wust. Garg. 189a (nach Eul. hist. 90). es ist noch heute weniger anstöszig als dreck, obwol der zart schonende sinn des wortes (I, c) dem bewusztsein längst entschwunden ist.
b) auch von thieren: diese thier haben kein wust, kaat oder excrement. Forer fischb. 114a; so sie das kat der hund rierten. S. Frank .... 32; die eule ist ein wüster unflätiger vogel, welcher die ort, da er sich haltet, mit seinem kath beschmeiszet. Philander 1, 255; reue ... grabende schlange, die ihren frasz wiederkäut und ihren eigenen koth wiederfriszt. Schiller 113a (2, 59 kr. ausg.). so pferdekoth u. s. w.
c) ein derber volksscherz vergleicht es mit einem lichte: nach dem euszerlichen ansehen ist kein finsterer (compar.) tag und scheinet, wie man spricht, als ein kot in der latern. Luther 5, 68a, s. DWB dreck so 3, 517a und oben 2, 1356, auch unter kerd.
2) unrat, wust, unflat aller art.
a) kaat, wst, alles so man in abgelaszne bäch oder brunnen schütt, das es verflötzt (verflöszt) werde, eluvies. Maaler 239a (die erklärung gehört eig. zu dem lat. worte); angesäszner kaat und unraat, aller wst der sich ausz hinläszigkeit zsamen sammlet, squalor. das.; die saw walzet sich nach der schwemme wider im kot. 2 Petr. 2, 22; und wil die nachkomen des hauses Jerobeam ausfegen, wie man kot ausfeget. 1 kön. 14, 10, in beiden stellen anfangs dreck, sodasz schon Luther koth als edler fühlte;

wer dein (des weins) zu viel geladen hat,
den legst du als ein schwein ins kaat. altd. bl. 1, 413;

man würf in durch die ganze stadt
mit faulen eiern und mit kat.
Waldis päpst. reich 2, 3;

wie das kot wil ich sie auszwerfen. Reiszner Jerus. 1, 13a;

die zuvor das beste geessen,
haben jetzt das koth geliebt. 2, 136a;

aus dem kath wachsen keffer, würm ... nicht dasz sich das kath in würm verwandelt. Paracelsus 1, 280c;

ich kenn ein höllisch volk, die brüder der Erinnen,
ein art, von auszen gold und lauter koth von innen.
Logau 3, 214.


b) oft gehäuft mit sinnverwandten wörtern:

hangt vol wst und kat.
Scheit grob. a 3;

als man spülget (pflegt) zethn, so man ein schlosz benötigen will. so samlet man allen unflat, kot und wst und würft den in das schlosz mit groszem gewalt. Keisersberg irrig schaf g 5a, zur sache s. u. kothwerk. ein spottendes sprichwort:

ja, vil es für ein unsinn deiten,
das man wil wust mit kat verkleiden.
Fischart ehz. 34 (Sch. 437).


c) auch für schmuz, wie wir wenigstens jetzt folgendes nennen würden: so man die groszen nägel noch an fingern stehend hat ... wenn so viel koth s. v. (d. i. salva venia) darunter verwahret liegt, dasz man könte spargel oder salatsamen hinein säen. rockenphil. 4. hund. 42. cap. aschenkoth, überbleibsel von ausgelaugter asche. Schmeller 2, 343. auch für eiter, wie franz. boue, so in den sog. cimbr. gemeinden koat n., auch in kothblatter. s. auch kothei.
3) besonders straszenkoth, schmutz.
a) so seit dem 15. jh. oder länger:

wer der leut spott frü und spot,
der fellt gar gern selber ins kot. fastn. sp. 370, 14;

der in in das kat würf pei dem har. 472, 4;

das ich uber in aber purzelet in das kot. 48, 11;

das ich vor kot nit wandern müg. 35, 5;

wenn aines ringet mit ainer, die im kat gelegen ist, stoszet si dich wol nit umb, so kumpstu doch nit unbeschissen (beschmuzt) von ir. Keisersberg has im pf. Aa 7c (a 5b); von einem bösen weib, die der man ... ins kat warf, das es ob ir zsamen schlg, und fragt ob sie noch nit schwig. da kert sie sich z im und mit frefler stimm, so fil sie vor kat reden mocht, sprach sie 'ich schweig noch nit'. also thn auch du, wenn der kot der anfechtung ob dir zsammen schlecht ... irrig schaf (4°) B 4b, das kat und der kot beisammen;

z Murten .. do im so not
z fliechen was, das im der kot
so hoch sin hosen hat beschlembt.
Brant 76, 24;

[Bd. 11, Sp. 1893]


warf si zur thür hinausz in den kaht, dasz sie uberall beschmirt ward. Kirchhof wendunm. 186a; ich wil sie wegreumen wie den kot auf der gassen. ps. 18, 43; zurtrette es wie kot auf der gassen. Jesa. 10, 6, wie ein kot auf der gassen Micha 7, 10; das es lautet, als wann ein galgen voll gestifelter bauren bei nacht durch das kot ins dorf stampften. Garg. 55b (Sch. 90); leget euch in die sach, mit den elenbogen ins kaht. 94b (165); secht, ist das nicht wol getroffen, mit der nas ins kat? bien. 148b;

Sanct Johannes im koth heiszt jene kirche; Venedig
nenn ich mit doppeltem recht heute St. Marcus im koth.
Göthe 1, 354.

ein sprichwort aber sagt: Venedig liegt im wasser und Sempach im koth. Simrock 10759.
b) daher kurz koth für kothiges, nasses wetter: ists kat, regnets. Fischart groszm. 128, wie wir wol sagen es ist heute rechter dreck. ein sprichwort sagt: morgenrot fällt in koth, oder morgens rot, abends koth. vgl. kothjahr, kothmonat.
c) besonders vom koth, der den wagen und die räder hindert, ist oft sprichwörtlich die rede: wir solten wol den karn recht ins kot hinein füren. Luther 5, 499b (s. mehr u. karre 1, e); ich füle wol das es nicht fort wil und der alte sack (das fleisch) mich imer zuruck zeucht, als der kot am rat. 6, 45b; der mensch henket sich (hemmend) an das grosz, wie kat ans rad. Agricola spr. 41a; es wil sich allzeit kat an das schön rad henken. Petr. 66b, in gleichem sinne; darzu haben sich die geistlichen unter die monarchen gemengt und angehenkt wie kaat ans eisen, wie dreck ans rad, sagen wir. Nigrinus inquis. 358; es wird hinfallen (ab, weg fallen) wie das kat vom rad (gleich wieder abfällt durch den schwung). Andr. Keller erkl. des 23. cap. Matth. bei Frisch.
d) wenn das meist nasser koth ist (pfützichter kot Cyrill. 50), so wird früher doch auch trockner straszenschmuz so genannt (es geht in 4 über), z. b.: und würt ihm ergehen, wie es allwegen groszen stetten ergangen ist, endlich in der aschen, dreck und kat ligen. Petr. 219b.
4) erde oder erdartige masse; kot, lutum, gleba. voc. inc. teut. n 5a.
a) der lehm z. b. wird früher so genannt, gleichwie lat. lutum auszer koth auch lehm, thonerde u. dgl. bezeichnet: und wird uber die gewaltigen gehen wie uber leimen (d. i. lehm) und wird den kot tretten wie ein töpfer. Jesa. 41, 25 (sept. πηλός, vulg. humus). beide verbunden:

der haf (topf) gemacht ausz leim und kat
seins maisters kunst nit wissens hat.
Schwarzenberg 128a.

die benennung wird daher rühren, dasz der nasse lehm durch treten zubereitet wird, ähnlich wie der straszenkoth getreten wird. vgl. chottig laim (lehm) für limus Dief. 330c. s. auch das adj. köthen, kothig am ende.
b) bairisch heiszen noch auch thon und mergel so, wie lutum, aus gleichem grunde.
c) feuchte erde, die ähnlich geknetet und verwendet wird: spützet er auf die erden und machet einen kot aus dem speichel und schmiret den kot auf des blinden augen. Joh. 9, 6. 11. 14. 15, wieder πηλός, vulg. lutum, aber der zugesetzte art., ein kot, ist altdeutsch und noch oberdeutsch, s. 3, 128 unten (ein brod, ein stück brod noch im Werther 1775 s. 216); er spützete und machte einen kaht. Kirchhof wendunm. 442b; oder es müszten anders die pfaffen auch aller plinden augen mit kaat und speichel beschmieren. Fischart bien. 167b (183b).
d) zum hausbau (vgl. unter kleiben sp. 1067): mit kaat bestreichen, oder mauren, lutare. Maaler 239a; da er in dem walde ein hütlin anfieng zu bawen, mit stro zu bedecken, mit dreck und kat die wende auffüren und kleiben. Petr. 115a; wer nicht kalk hat, der musz mit kot mauren. Luther 6, 142a, sprichw.; (hat man zu Nürnberg) ein wunderwirdigs werk im acht und zwenzigsten jar angfangen, nemlich die zwingermaur im grund fünf und zwenzig schch dick aufgefüret, zwischen derselben maur und statmaur mit kat ausgefüllet, das ein wunder ist zusehen. Frank Germ. chron. 1538 300b. s. weiter unter kothwerk.
e) natürlich leicht in verächtlichem sinne: (die Midianiter) die vertilget wurden bei Endor und wurden zu kot auf erden. ps. 83, 11;

Jesu leiden, pein und tod,
Jesu tiefe wunden
haben menschen, die nur koth,
heilsamlich verbunden.
P. Stockmann,

[Bd. 11, Sp. 1894]


vgl. Sir. 10, 10: was erhebet sich die arme erde und asche? ist er doch ein eitel schendlicher kot weil er noch lebet. man liebte damals die hinweisung, dasz alles lebendige zu koth werde, zu erde, staub, moder u. dgl.:

die lilje sonder glanz, die unter grimmen fusz
des pövels sich zu kott zutretten lassen musz.
A. Gryphius (1663) 353;

nichts als dörner seind geblieben
und die blum ist worden koth.
Harsdörfer bei Abele gerichtsh. 1, 460


f) man stellte auch besonders im 17. jh. gern gold und koth in gegensatz:

der falschheit gibt für witz (geist), wer dem gibt koth für gold,
zahlt ihn mit eigner münz und zahlet wol die schuld.
Logau 2, 8, 65,

er (der weise) weisz wol, gold und geld
sei nichts als theurer koht und tockenspiel der welt.
Opitz 3, 289 u. ähnlich oft;

die schätze dieser erden
sind ihr (der aogeschiednen seele) ein schwarzes koht.
Rist Parn. 161;

ein wurm ergetzt ein kind, ein gelber kot die alten.
Brockes 1, 102 (1728);

da des goldes theurer koth ...
macht die könige zu sclaven.
Canitz (1734) 221.


5) überhaupt für das nichtswerte, geringste, verächtlichste, oder für niedrigkeit, elend, verachtung, wie dreck auch.
a) vergleichend oder unmittelbar: denn alles gold ist gegen sie (weisheit) wie geringer sand, und silber ist wie kot gegen sie zu rechen. weish. Sal. 7, 9; fürchtet euch nicht fur der gottlosen trotz, denn ire herrligkeit ist kot und wurm. 1 Macc. 2, 62;

die dink sint alle nit ains kots wert. fastn. sp. 695, 11;

ich geb um euch alle pede ein kot. 89, 1;

was nicht erlaubt, das schätzen
wir als koth.
A. Gryphius (1698) 1, 153;

das ist mir leichter koth, ich tret ihn unter mich.
Hoffmannswaldau;

her hilt mich ie vor ein kot
und gunde mir nie der eren stat. Reinhart fuchs s. 432;

der Maro las das gold aus Enni koth mit lust,
ein ketzer lieset aus dem golde koth und wust.
Löber, Owenus 3, 83.


b) sittlich und geistlich.

wer samlet das zergenglich ist,
der grabt sein sel in kott und mist.
Brant 3, 34;

der des leibes zierden putzt, läszt den sinn im kote liegen.
Logau 3, 8, 79;

damit du nicht aufs neu im kohte mügest wahten
der ungerechtigkeit.
Rist Parn. 592;

der um zeitliches kothes willen den himmel verscherzet. Weise erzn. 463;

dann freud ist nur betrug und wäret kurze zeit.
was ist der schnöde wust, der eitle koth?
Abele gerichtsh. 1, 363.

Auch geradezu für sünde, schuld, verbrechen:

wir kömmend ouch mit unserem kaat,
bekennend allen unseren unflat. trag. Joh. C ij;

(wer) eim ieden deckt (hehlen hilft) sin kaat und mist,
der bberi gibt hilf und stür. C vj.


c) selbst persönlich so: koth von weib, wofür hältst du mich? Lenz 1, 124. vgl. tirol. kôt n., ekelhaftes thier, pl. köter von ungeziefer aller art. Frommann 6, 300. 4, 55, was doch vielleicht älter und selbständig von quât böse abgeleitet ist.
d) der straszenkoth bildlich, wie schlamm, dreck, schmuz, staub u. a., elende, verächtlichste lage, niedrigkeit u. dgl.:

dîn got ist ein tiufel und felt mit dir in daʒ kôt (: nôt). Wolfdietr. 633, 4 (Hagens heldenb. 1, 241);

er hebt den dürftigen aus dem staub und erhöhet den armen aus dem kot. 1 Sam. 2, 8. ps. 113, 7; errette mich aus dem kot, das ich nicht versinke. ps. 69, 15; aber von wegen dines tregen und armen herzens blibstu uf dem ertrich im kot (sagt der strausz zur henne). Cyrill bl. 28, eigentlich und bildlich; haben sie den unüberwindlichen groszen schaden dran, das ir ablaszkram da ligt im kot. Luther 6, 82a; gott ... mich aus dem koth herfür gezogen und wieder neben fürsten gesetzt (er war hofmarschall geworden). Schweinichen 2, 296; im koth liegen, in coeno jacere, verachtet sein. Frisch;

da fielen sie wie koht in den koth (dahin, wohin sie gehörten).
Weckherlin 71 (ps. 18, 75);

die schwachen zeucht er aus dem koht
und aus dem staub den armen. 257 (113, 9).

[Bd. 11, Sp. 1895]


als ausdruck der tiefsten verachtung:

wil ich beids ins kot tretten bald.
Heros ird. pilg. 23b, verschmähen.

von verkommenheit, gemeinheit: es wer die schön thurniersordnung nit (gedr. mit) aufgebracht, welche doch leider heut ist im hofkaat verschmacht. Garg. 271b (Sch. 514), im verfall des hoflebens in verachtung gekommen;

die epikurisch sau grunzt auch in ihrem katte.
Val. Andreae glaubenstr. 12;

nur wo wir im koth uns fanden,
da verstanden wir uns gleich.
H. Heine.

einen im koth herumziehen, mishandeln:

sie (die spieler) zogn mich nechten umb in kot,
verlor achtzig ducaten rot.
H. Sachs 3, 1, 146d (1588),

haben mich im spiel gerupft, geplündert. ähnlich einen mit koth bewerfen, in gemeiner weise schmähen, beschimpfen.
6) schweiz. koth m. eine krankheit der rinder, der angriff, fliegender brand. Stalder 1, 480. 2, 124, das stimmt zu der nl. ags. bed. krankheit sp. 1891 (I, g).
 
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kothbatze, m. kothklump: wie der glanz wider in die sonnen und alle wasser in das mör, aber der kothbatz und der erdklotz wider in sein mter (mhd. muoter schlamm). S. Frank chron. 402a. vgl. DWB dreckbatze.
 
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kothbauch, m. schlemmer: daʒ seind die grosz kotbeüch, deren bauch ir got ist. Keisersberg siben schaiden (granatapfel) k 5a. vgl. DWB koszbauch, DWB kothsack.