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Deutsches Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm Bibliographische AngabenLogo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg · Logo bbaw adwg dfg
 
gicks bis giebe (Bd. 7, Sp. 7319 bis 7323)
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Artikelverweis Artikel als PDF ausgeben (Test-Version) gicks, gickes, lautmalend für einen hellen, schrillen schrei, s. auch DWB gick, DWB kicks, nur in der schreibung weichen ab giggs, giks, gix.
1) als interjektion bei den verschiedensten anlässen, kinderspielen, als neckruf u. s. w., ausführliche belege s. bei Staub-Tobler 2, 569, Jos. Müller rhein. 2, 1231; als ausruf der schadenfreude, vgl. Tobler appenzell. 221: gicks, herr boader, dasz ihr mer nicht ne sât Wander sprichw. 1, 1685; redensartlich gix sagen mutire: er darf nit gix sagen canis mutus Staub-Tobler 2, 569, vgl. den entsprechenden gebrauch von gicken, gickern und gicksen. anders: wer einmal gix sagt, der muesz nacher gax auch sagn J. J. Schwabe tintenfäszl (1745) 31; wer gix gesagt hat, kann auch gax sagen Rother schles. sprichw. 173b; hausväter, welchen die weiber nicht gix nachsagen wollen, wenn sie gax vorgesagt Gotthelf ges. schr. (1856) 3, 210; ein andres gicks und gacks sagen sieh unten 4 b.
substantiviert für einen schrei, einen schrillen, scharfen ton, s. Staub-Tobler 2, 569, Seiler Basler 137, Hertel Thür. 106: am herde ... fühlte es (Vreneli) plötzlich was kaltes in der hand, erschrocken und mit einem kleinen gix drehte es sich um Gotthelf Uli d. pächter (1850) 336. vereinzelt für die gans:

schickt man eine gigs über den Rhein,
so kommt sie als gigag wieder heim bei
Fischer schwäb. 3, 657,

vgl. dasselbe sprichwort unter gickgack 2.

[Bd. 7, Sp. 7320]



2) gicks als 'schriller, miszlungener ton' in der musik, beim geigenspiel Unger-Khull 292a; als feststehender terminus beim billardspiel für einen 'fehlstosz' nach dem hellen ton des abglitschens der queue vom billardball, vgl. Adelung (1775) 2, 1569 u. kicks teil 5, 662; mundartlich weit verbreitet, z. b. Schmeller-Fr. 1, 884; Autenrieth pfälz. 54; Müller-Fraureuth 1, 419; Jos. Müller rhein. 2, 1219; auch als 'fehlschusz': verdorbne jägergixe bei Henrici ernst-scherzh. ged. 3 (1732) 357. übertragen als 'verstosz, fehltritt, fehler', vgl. Staub-Tobler 2, 569: wie die erde ihre finstern mittelalter hatte, so haben oft kinder finstere mitteltage voll lauter kapuzinaden und gikse Jean Paul s. w. 15, 65 Hempel.
3) in den maa. ist gicks, auch in formvarianten wie gickes, gigges u. a. noch in einer fülle von sonstigen bedeutungen verbreitet, bei denen z. t. mannigfache contaminationen vorliegen mögen; das lautmalende element tritt häufig zurück gegenüber begriffen wie 'dünkel, stolz, einbildung', vgl. auch gickel, z. b. gickes Christa Trier 97b, gicks Jos. Müller rhein. 2, 1219, gück(e)s stolz Fischer schwäb. 3, 899; häufig auch auf personen bezogen 'eitles weib' Jos. Müller rhein. 2, 1218; zu gicken 2 stellt sich gikes einer, der über eine sache fortwährend lachen kann ebda 2, 1230, vgl. gicks tölpel Loritza id. vien. 51; gigs kleiner mensch Schön Saarbrücken (1928) 82; dazu giggesli schwächliches kind, schmächtige person Staub-Tobler 2, 176.
4) älter bezeugt und besonders verbreitet ist gickes, gicks im ablautspiel mit gackes, gacks, auch in composition als gickesgackes, gicksgacks ähnlich wie gickgack (s. d. sp. 7318); vgl. auch gickelgackel. seit dem frühnhd. nachweisbar, vor allem alem. und sonst obd.; als gickes gackes, auch gickes geckes in älterer zeit, seit beginn des 17. jh. in den kurzformen gicks gacks, gix gax, die vom 18. jh. an schriftsprachlich vorherrschen, während gickes gackes der volkssprache verbleibt; vgl. auch DWB kicks 2 sowie kickskacks (teil 5, 663); gelegentlich mit langem vokal, z. b. giegesgages Nestroy ges. w. (1890) 2, 231.
a) dummes, stumpfsinniges geschwätz:

das weiszt man in den schlen wol ...
des rappens gschrey ist man do voll,
und lerend dannacht nüt dest mer
gickes geckes ist unser ler
Seb. Brant narrenschiff 29 Zarncke;

auch weist niemandts, seinds experiment oder canones oder gickis oder geckis Paracelsus op. (1590) 7, 421; darüber er inwendig im geschmier oder lappenbrief ... ein besonders gickes geckes und auszdeutung hergaiffert Sartorius schneider widerlegung (um 1610) 8; beliebt als spottende einleitung: gickes geckes, pfuch an galgen mit den hohen schulen Paracelsus op. (1616) 1, 148 Huser; wa bleibt daz warhafftig wort gottes, das es euch alles zfellt? ja gickes gackes, man blent die leut nit so mit augenscheinlichen lugen J. Nas nasenesel (1571) 52b;

ja gickes gacks, was hast viel meusz,
hörts wol, dasz ich solchs thu mit fleisz?
Mauritius comoedia v. Haman (1607) b 3.

häufig in scherzhaft steigernder zusammenstellung wie gickes gackes ofenloch und andere: ja gickes geckes ofenloch, die gänsz gehn barfsz Joh. Nas antipap. eins u. hundert (1567) 2, 199b; sieben lächerliche geschnältz oder gickesgackes ofenloch titel eines fliegenden blattes um 1620;

gickes gackes ofenloch,
wo bleibt so lang der kellner doch tafelconfect (Augsburg 1746) 1, 6;

gickes gackes eiermusz,
gänse laufen barfusz
Simrock dtsch. kinderbuch (1848) 159;

gickes gackes bloderzung
rede dannoch einmal bescheid.
sag, sterben müssen alt und jung,
sterben müssen alle leut
Abr. a s. Clara mercks Wien (1670) 13;

als obscöne umschreibung:

hie vergagens (verjagen) ein ander die floe,
dort gickes geckes awe gnoe
ein ander schlahens auf der trumpen fastnachtsp. 1, 383 Keller;

[Bd. 7, Sp. 7321]


mundartlich obd. und z. t. auch md. geläufig: ds is las nix, ds is lauta gigasggas Castelli Österr. 139; giggesgagges albernes geschwätz Albrecht Leipz. 123, die welt gaht gickes gäckes bald so, bald anders Fischer schwäb. 3, 12; in verbaler verbindung gickes gackes machen viele worte machen und nichts vernünftiges damit sagen 651; vereinzelt giegesgages für wirrwarr von tönen:

erhabne melodien
habn gar ein schönen klang, ...
drum darf bei diesen stellen
kein giegesgages sein
Joh. Nestroy ges. w. (1890) 2, 321.


b) alt in der redensart weder gickes noch gackes sagen, wissen als verstärkte negation, vgl. weder gick noch gack wissen oben sp. 7314, kicks noch kacks sagen, wissen teil 5, 663: es ist mit ihnen gleich als mit der nonnen psallieren, dieselbigen nonnen brauchen des psalters weis (melodie) und treiben gesang und wissen weiter weder gykes noch gagkes Paracelsus op. (1589) 2, 80; dann in der kurzform: der complementen und desz auffschneidens ist so viel, dasz keiner mehr weisz, ob es gix oder gax teutscher sprachverderber (1643) 6;

sechshundert tausend eitelkeiten,
die weder gicks noch gacks bedeuten
Chr. Weise grün. jugend 124 ndr.;

du weyst weder gigs noch gags darvon hanc rem non capis, non intellegis Stieler (1691) 594; er kan weder gigs noch gags davon Kramer teutsch-ital. 1 (1700) 446b;

ich, wie ihr wiszt, weisz weder giks noch gaks
davon, das weisz ich nur, ich hatt es von den feen.
Wieland s. w. (1796) 18, 150;

schulmeister ... in einer stadt und in etwas, von dem man im dorf weder gigs noch gags versteht Pestalozzi s. schr. 3, 121; er (in verlegenheit) sagt net gicks und net gax W. Weigand die ewige scholle (1927) 176; mundartlich weit verbreitet: der macht nit gicks noch gacks 'tut keinen zug', jetzt weisz ich weder gicks noch gacks Fischer schwäb. 3, 12; s. ferner Seiler Basler 137, Jos. Müller rhein. 2, 1219, Spiesz henneberg. 79, Anton Oberlausitz 18, 12, Frischbier preusz. 1, 232; vgl. auch gix sagen und gax sagen oben 1.
c) gicksgacks eigentlich gänsegeschrei, vgl. DWB gickgack, vereinzelt für hühnergegacker: wie haben wir müssen laufen, ... um zu lernen die kabbala, gicks gacks und kikriki, die grosze alektryomantie, bis wir endlich den spruch auf dem grabstein in der burg gockels verstehen konnten Cl. Brentano ges. schr. (1852) 5, 62. — gicksgacks für die gans selbst wie das einfache gicks (s. oben):

gicksgacks übers meer, gicksgacks wieder her (Oberaargau)
Wander sprichw. 1, 1686.

giggesgagges für den wiedehopf (Inntal) Schöpf tir. 190.
 
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gicksen, vb. , mit den hier vereinigten verwandten gickezen, gickzen, gixen, gigsen und der langvokalischen variante giegsen, gieksen. lautmalendes wort wie das mit ihm wechselnde kickezen (teil 5, 662), kicksen (ebda s. v. kicks); intensivbildung von 1gicken mit dentalsuffixen (vgl. Wilmanns 2, 106 u. 109), die teils ahd. *giccazen, -ezen-, -izen unmittelbar fortführt, teils jüngere mundartliche steigerung von gicken oder neue ableitung aus gicks, gick darstellt; vgl. zur bildung mucksen und piepsen. trotz gewisser unterschiede im gebrauch läszt sich eine trennung dieser schallwörter nicht durchführen, weil sie einander vertreten können. schriftsprachlich nur in älterer zeit verwendet, in neuerer bei dialektdichtern oder der mundart entnommen.
1) gickezen, gickzen, gicksen vom ton der menschlichen stimme seit alters im sinne 'leise, kleinlaut reden', dann auch 'stottern', vgl. DWB gackzen (teil 4, 1, 1, 1131); so schon ahd. irgiccazan mutire (12. jh.) ahd. gloss. 1, 379, 5 St.-S.; in den älteren wbb. häufig: gikatzen titubare, balbere, balbescere stamlen voc. incip. teut. (1471) i 7b, gigtzen Dasypodius dict. 2 (1536) 335a, gibtzen, gigtzen heimlich

[Bd. 7, Sp. 7322]


reden Schöpper syn. (1550) c 6c, gickzen, chucheter, mussitare Duez (1664) 201a, er darff nicht einmal gigzen Aler dict. (1727) 1, 946; in bair. maa. erhalten, vgl. gicketzen mit der zunge beim reden anstoszen Unger-Khull 292, giggazn unartikulierte töne hervorbringen, stottern Lexer kärnt. 114, Schöpf tirol. 190, gihezzn stottern (baier. Wald) Bayerns maa. 1, 255, gigken, gigkezen töne beim erschrecken, stottern, verhaltenem lachen Schmeller-Fr. 1, 884: du-u-u thuest ja a giiigatzen, ha a scham di-i dert (doch) Franz Stelzhammer ausgew. dicht. 1, 27 Rosegger; no fing der a stund zum gigazen und gagezen an Anzengruber ges. w. (1890) 6, 293. als gicksen, vgl. DWB gagsen, DWB gigsen gracchiare, gracidare, balbettare, stammeln, anstoszen Kramer teutsch-ital. (1700) 446a; sich nicht zu mucksen wagen, nicht einmal gicks (s. gicks 1) zu sagen sich unterstehn, vgl. DWB gicksen, gichsen ... er darf nicht gicksen, hy mag niet kikken, den mond open doen Kramer-Moerbeck (1768) 135a: dadurch die bürger ... erschreckt, sich nicht eräugnen noch giggsen dörfften H. Halverius Jovii warh. beschreib. (1570) 2, 120.
2) aus dem redensartlichen weder gicks noch gacks sagen, wissen entwickelt weder gicksen noch gacksen 'nichts sagen' Fischer schwäb. 3, 12: was sie (Avicenna und Galen) pfeifen, das tanzen ihr (die derzeitigen ärzte) und wissen weder gicksen noch gacksen darin Paracelsus op. (1616) 1, 1000 Huser; in anderer bedeutung: wenn du gegikst hast, so gakse auch hast du a gesagt, so sage auch b Weinhold schles. 104.
3) das stoszweise hervorbringen von hohen, hohlen tönen, vornehmlich von kranken personen, vgl. DWB gicksen, DWB gickzen abgestoszen und schwach mit einem eigenthümlichen laut husten Kehrein Nassau 1, 164; im stickhusten gîksen und gêksen die kinder, ebenso bei der häutigen bräune Vilmar kurhess. 126; gicksen schlucksen Askenasy Frankf. 217; daher er gickst und gackst alle tage ist kränklich (Niederlausitz) Wander 1, 1686, dazu gickshusten keuchhusten Jos. Müller rhein. 2, 1220, Askenasy Frankf. 158. hierher wohl auch gixen dahinsiechen, bes. von pflanzen Staub-Tobler 2, 570.
4) 'einen hellen laut, ton geben'; namentlich von kleineren tieren 'einen feinen schrei ausstoszen', vgl. gicksen gackern von hühnern Lenz Handschuhsh. 28; schreien von der gans, eule Jungandreas schles. zeitwortbild. 36; schrill schreien, z. b. von jungen vögeln Jos. Müller rhein. 2, 1220:

sich, es ist die fleiszige, ämsige, sitzende
giksende, gaksende, kratzende, kritzende
gickel, gackel, gallina nicht mehr
Cl. Brentano ges. schr. (1852) 5, 82;

vgl. auch gigitzen zwitschern von vögeln Fischer schwäb. 3, 657; mit langem vokal besonders alem. und rheinisch, z. t. neben kürze, vgl. gyksen 'einen kleinen laut geben, wie eine maus oder sonst ein kleines vieh' Spreng bei Seiler Basl. 138, gigse sibilare ut mures Schmidt id. bern. 31, die maus gixt (v. j. 1678) bei Staub-Tobler 2, 570, auch von menschen 'feine, unartikulierte töne aus der kehle ausstoszen, einen schrei ausstoszen' Seiler Basl. 137: das bauerntöchterchen gixt: herr jeses, pfi tusig bei Staub-Tobler 2, 570; vom knarren der räder, der türe, der schuhe Schmidt Straszb. 42, Müller rhein. 2, 1220; von dem ton beim sägefeilen Staub-Tobler 2, 570; das knirschen bei der käsebereitung Martiny milchwirtsch. (1907) 45:

neben an der ufen und neben an der abe
gigst der wage
J. P. Hebel s. w. (1838) 1, 31;

die gespenster, die in dem trüben licht der verregneten, im winde giegsenden dachlucke erschienen, waren ... schwere kisten E. Strausz freund Hein 246. das von einem hellen geräusch begleitete abrutschen beim billardstosz, vom billardballen abgleiten H. Jakob Wien. 69b, vgl. gicks 2.
5) häufig für einen falschen, quicksenden, schrillen ton erzeugen, bes. auf einem blasinstrument; so gixn Castelli Österr. 140; Ruckert unterfränk. 61; auf das singen übertragen, vom überschlagen der stimme Unger-Khull steir. 293a, Jakob Wien. 69b; mit heiserer stimme singen

[Bd. 7, Sp. 7323]


Staub-Tobler 2, 570; gigsen schlecht, falsch singen Fischer schwäb. 3, 657: stimme hatte der keine zum singen, sie gixte Rosegger schr. (1895) III 8, 177, vgl. gicks 2.
 
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gicksen, vb., stechen, s. DWB gieksen.
 
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gickser, m., schriller ton, deverbativ zu gicksen: 'schrei' Hertel Thür. 106, gixer Staub-Tobler 2, 570; zu gicksen 5 gigerzr, gixer das umschnappen der stimme beim singen Hügel Wien. 67; ton von der clarinette, oboe, der schrill, quicksend ausgestoszen ist gickser Ruckert unterfränk. 61: das erste horn kippte auf dem hohen es ... na nun, wieder ein gickser! aha, die verrufene hornstelle Söhle eroica (1907) 34; zu gicksen 4 der ton des abglitschenden queues vom billardballen, auch fehlstosz Hügel Wien. 67; Schmeller-Fr. 1, 884.
 
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gickserlein, n., turdus minor, ilias und tylos ... krametsvogel ... z Cöln heiszt er ein bitter, z Basel ein gixerle Heuszlin Gesners vogelb. (1575) 203a, vgl. gixerli gipser zipplerche Staub-Tobler 2, 570.
 
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gickzen, vb., s. gicksen 1.
 
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gidel, m., magensack, s. DWB güdel teil 4, 1, 6, 1045: die wunden des bauchs sind etwen das der gidel oder zirbus von in heraus gat Hier. Braunschweig chirurg. (1497) 78b.
 
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gidschel, n., dem. zu gitsche (s. d.) mädchen: hast du auch schwestern? eine, ist aber noch ein kleins gidschel von neun jahren Ayrenhoff w. (1814) 3, 281, 4.
 
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gieb, gib, güb, m., atemzug, bes. der letzte, der todesseufzer, zu gieben 2, vgl. auch 3giebel: die zwei giben sind jhres hertzens letzte seufftzer V. Herberger trawrbinden 5 (1618) 477; (die gottlosen hoffen, das ewige) noch wol auf den letzten güb zu erlangen W. Scherffer leichgesänge (1646) vorr. 2b;

weil sie vom ersten keim der auffgewachsnen jugend
bisz an den letzten gieb stets ihrem gott vertraut
H. Mühlpforth leichenged. 147 in: teutsche ged. (1686);

(die) treu, damit er gott ... und dem vaterlande bisz an seinen letzten gieb zugethan gewesen H. v. Aszig ges. schr. (1719) 215; vgl. im letzten giebe in agone mortis Steinbach dt. wb. (1734) 1, 593.
 
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giebe, f., drehbarer rahmen, haspel, mittels dessen etwas auf - oder abgewickelt wird. bes. in der weberei: harpedone, rota qua fila conglomerantur ein gibe A. Siber gemma (1581) als obersächsisches wort nach F. Ludin Sibers bearb. d. nomencl. G. Junii (diss. Freiburg 1898) 9; die gîbe vorrichtung zum aufwickeln der wolle Knothe schles. ma. i. Nordböhm. 256; vgl. schergiebe der tuchmacher, weber ourdissoir Schrader dt.-frz. (1781) 1, 545c, und zur sache scherrahmen teil 8, 2591. neben giebe stehen andere formen zur bezeichnung dieses gerätes, die zumal in der weberei stark wechseln: gippe Schröer maa. d. ungr. bergl. 244; kübe, scheerkübe Frisch dt.-lat. (1741) 1, 552b, auch scherküfe, scherkufe Adelung 3, 1426; ferner bes. schles. kiefe, zips. kieb, s. teil 5, 665, dazu kiffel (a. d. j. 1482) ebda 700; vgl. auch die redensart die geib scheren 'verspotten', teil 4, 1, 2, 2558, und mndl. spelen mitter gibe Verwijs-Verdam 2, 1943. dagegen scheint bei den nadlern, die das gerät als drahtwinde benutzen, giebe die einzige form zu sein, s. Adelung vers. 2, 677; Jacobsson 2 (1781) 88a; Krünitz 18, 393.
 
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giebe, f., fischname, sieh 2giebel.