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Mittelhochdeutsches Wörterbuch von Benecke, Müller, Zarncke Bibliographische AngabenLogo dfg
 
verkêre bis boumwollenkërn (Bd. I, Sp. 800a bis 800b)
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Artikelverweis Lexer verkêrestf.verkehrung. eines dinges verkêre und missewende haben g. Gerh. 1893.
 
Artikelverweis Lexer wandelkêrestf.umlauf. des mânen wandelkêre Parz. 490,7. 491,5.
 
Artikelverweis widerkêrestf.
1.rückkehr. widerkêre tuon zurückkehren Diemer 84, 24. Parz. 401,30. die widerkêre tuon Iw. 30. Stricker 3,173 und anm. wir enkomen nimmer mêre ze guoter widerkêre Trist. 17094.an der widerkâre Herb. 5252. vgl. ich kêre.
2.das hin- und zurückgehn. drî widerkêre het er nu genomen durch daʒ her anʒ ende Nib. 205, 1. vgl. 2229,3. Sîfrit mit sînen degen reit vil manege widerkêre für die hütten dan das. 553,3.
 
Artikelverweis Lexer rëhtverkêreswm.verdreher des rechts. du rehtverkêre MS. 2,211. b. vgl. ahd.kêro in hrukkichêro tergiversator Graff 4,479.
 
Artikelverweis Lexer bekêreadj.sich hinwendend. daʒ er beide an die zuht an prîs unde an êre mohte sîn bekêre Pilat. 180.
 
Artikelverweis Lexer bekêrecadj.leicht zu wenden. ein ors bekêric, swâ manʒ wider zôch Parz. 36,15.
 
Artikelverweis Lexer FindeB bekêrdestf.umkehrung.ahd.bikêrida Graff 4,479. besonders
1.crisis einer krankheit. crisis sumerl. 27,36. voc. o. 36,77.
2.bekehrung in kirchlichem sinne. daʒ unser bekêrde dem almehtigen gote anders vil ummære ist fundgr. 1,70,10. der diet bekêrde Ulr. 707. vgl. Griesh. pr. 1,50. Bihteb. 70. an sant Pauls bekêrde Griesh. chr. 36.
 
Artikelverweis Lexer verkêrdestf.das übel auslegen, verdrehen. leit er smâcheit anliegen verkêret spot schande myst. 1; 328,34.
 
Artikelverweis Lexer kërne , kërnswstm.kern. im gegensatz zu der schale.ahd.chërno Graff 4,493. mit korn zu einem verlorenen kirne, karn? Gr. 2,61. — diu nuʒ — dâ sint driu dinch ane, diu rinde, diu schale, der cherne leseb. 192, 27. als der kerne under der schalen büchl. 1,449. swer die schalen vor hin dan schelt, der siht alrêste den kernen W. Wh. 322,15.
2.das reine getreide im gegensatz zu der hülse und dem unkraute; besonders die reinen körner des speltes. vgl. Frisch 1,511. a. des rîches sint die klîen, sô wirt in der kern MS. 2,171, a. daʒ (unkraut) sâte er ûf den kernen und unter den guoten sâmen Griesh. pred. 2,37. vgl. 38.der mütte kernen quam umb einen phenninc kchr. 102. a.
3.das mark eines baumes. des zêderboumes kern Pass. 107,68. vgl. boumkern.
4.figürl. das innerste, das beste, das ausgezeichnetste. er was ein kerne zu tuone werde rittirschaf Ath. C. 114 und anm. sîn munt sîn ouge unt sîn nase was reht der minne kerne Parz. 429,25. sîn prîs hôch wahsen kunde ûʒ sînes herzen kernen das. 613,19. daʒ süeʒe lamp von Nazarêt — aller tugende kerne Geo. 2808. der gloube ist ein kerne aller guoten dinge vaterunser 3746. iedoch habet ir den kerne (: gerne) dirre rede wol gehört das. 4318. si ist grôʒer sûʒe ein kerne Marleg. 13,80.
 
Artikelverweis Lexer boumkërnmedulla arboris voc. 1429. bl. 18. a.
 
Artikelverweis Lexer boumwollenkërnbombax sumerl. 54,8.

 

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