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Mittelhochdeutsches Wörterbuch von Benecke, Müller, Zarncke Bibliographische AngabenLogo dfg
 
bis zabelîn (Bd. III, Sp. 832a bis 833a)
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Artikelverweis Lexer Zdie dentale aspirata, dem ahd.z, goth.t, gr. lat.d entsprechend, wird scharf und weich gesprochen. das scharfe z, unser heutiges z, erscheint im anlaut durchweg, im in- und auslaute nach l, r, n, dann auslautend in denjenigen worten, welche inlautend geminiertes z- (tz) haben; vielleicht auch in den mit -ez gebildeten vollwörtern. daraus ergeben sich die fälle, wo z (ʒ; jetzt ß, wie sz schon bei Isidor) weich oder als ein scharfes s gesprochen wird, von selbst. in fremden wörtern und namen entspricht z dem lateinischen c vor e und i, auch dem t in der sylbe ti vor vocalen, dem französischen c vor e und i und dem ç. doch wird dafür auch wohl, wie mitunter selbst in deutschen wörtern (vgl. lucel für luzel oder lützel Genes. fundgr. 48,21) c geschrieben. seltener entspricht das anlautende z dem lat.sc, wie in zepter ( lat.sceptrum) oder dem franz.ch, wie in zevalier ( franz.chevalier) Wigal. 4568. s. im allgemeinen Gr. 2,162. Graff 5,555.
 
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Lexer FindeB interj.vgl. rom.ça Roquef. 2,753. Gr. 3,309.
1.schlachtruf. jû vassell chevalier zâ krone 11. b Sch.
2.ruf, womit man hunde lockt oder hetzt. zâ, zâ, zâ die hunde zum fressen zu rufen Trist. 3013. dem hundel loctes und schrê zâ, petit crîu, zâ H. Trist. 4565.auch verdoppelt zazâ: zuo den hunden er dô sprach zazâ und gund si schupfen Reinh. 789. vgl. pilax (phylax hundename?) zazâ sumerl. 63,36.
 
Artikelverweis Lexer FindeB ZABELstm.brettspiel.ahd.zabal; vgl. lat.tabula Graff 5,579. Schmeller 4, 215.es wird darunter sowohl schach, wie andere brettspiele, namentlich ein dem heutigen triktrak ähnliches begriffen, wobei auch würfel angewandt werden. daher alea zabel sumerl. 1, 57. gl. Mone 7,601.guot ûf zabel wâgen Gregor. 1859. spilten zabels ûf dem bret krone 9. a Sch. kurzewîle von zabel und von seitspil Wigal. 10601. dem zabel ich daz gelîche, der in dirre werlde rîche den liuten volget warn. 1285.
 
Artikelverweis Lexer FindeB schâchzabelstn.spiel auf dem schachbrett. im reime auf snabel Ernst 2572. alea sumerl. 25,21. scacus schâchzagel Diefenb. gl. 244. schâfzabel myst. 164,1. schâfzagel voc. 1419. vgl. Schmeller 3,334. schâchzabels spiln Parz. 508,26. vgl. krone 231. b Sch. dô wart ouch schâchzabel erdâht erfunden troj. s. 266. c. die welt mit einem schâchzabel verglichen Renner 22495. myst. 164,1. swâ man des schâchzabels gert H. zeitschr. 6, 495 u. anm.schachbrett. Trist. 2219. 13510. krone 361. a Sch.
 
Artikelverweis BMZ schâchzabelbrët BMZ schâchzabelspil schachzabelgesteines. das zweite wort.
 
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Lexer FindeB schâchzabelehtadj.wie ein schachbrett, in viereckige felder getheilt, gewürfelt. blanc unde rôt, schâchzabeleht wart sîn glanzer schilt gesehen turn. 99.
 
Artikelverweis Lexer schâchzabelehteadv.ein fülle (unterfutter) geworht schâchzabelehte troj. s. 21. c.
 
Artikelverweis Lexer wurfzabelstn.triktrak. wurfzabel ich daʒ spil nenne, daʒ vant ein ritter, hieʒ Alcô, vor Troie Renner 11401. vgl. Wackernagel in Kurz u. Weissenbach beiträge zur geschichte und literatur s. 35. spilte wurfzabel Pass. K. 536,75. wurfzabel soltu vliehen Cato s. 32 Z. vier wurfzabel die vier zum triktrak gehörigen abtheilungen des spielbrettes, die früher einzeln zusammen gestellt wurden, statt daß sie jetzt aus zwei gewöhnlich durch gewinde verbundenen stücken bestehen Wigal. 10582.
 
Artikelverweis BMZ wurfzabelstein s. das zweite wort.
 
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BMZ zabelhûs BMZ zabelspil BMZ zabelstein BMZ zabelwort s. das zweite wort.
 
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Lexer zabelînstn. demin. zu zabel.daʒ zabelînes dinc stêt wol Helbl. 13,127.