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Mittelhochdeutsches Wörterbuch von Benecke, Müller, Zarncke Bibliographische AngabenLogo dfg
 
bis sabenniuwe (Bd. II/2, Sp. 1a bis 2a)
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Artikelverweis Lexer NLexer Sdie spirans entspricht im anlaute dem s in den übrigen deutschen sprachen, wie im sanskrit, lateinischen, slawischen, litthauischen, irischen, wofür im zend, griechischen, welschen h steht; Gr. 1,583. 3,195. gesch. d. d. spr. 209. 707. im in- und auslaute wird goth.s (z) im mittelhochdeutschen, wie schon ahd., mehrfach zu r ( goth.basi, mais, mhd.ber, mêr), wie auch lateinisches lat.r mehrfach aus s (feriae aus fesiae) entstanden ist. die mittelhochdeutschen anlautenden sl, sm, sn, sw (slieʒen, smerze, snîden, swîgen) sind nhd. misbräuchlich durch schl, schm, schn, schw verdrängt. mhd.sch ist aus ahd.sc entstanden, welches sich auch in denkmälern des zwölften jahrhunderts noch mehrfach findet; Gr. 1,420. bisweilen findet sich selbst einfaches s für sch; vgl. gesuofe, silte für geschuofe, schilte Diemer 5,5. 188,16. ferner hübes für hübesch leseb. 744,7. laste für laschte Er. 1779. auch vals für valsch Vrid. 45,4. s. Hahn 1,35. umgekehrt auch scl für sl, wie scleht, sclief für sleht, slief in Griesh. pred. in ursprünglich romanischen worten ist sch entweder aus sc (schumpfentiure aus sconfitura), gewöhnlich aber aus ch (schapel aus chapel) entstanden; Gr. 1,420.im auslaute reimt s nach dem dreizehnten jahrhundert auch auf ʒ; Bon. 1,17. 6,31. 12, 39. 13,15. 23 u. m.
 
Artikelverweis Sproklit. aphär. für des. smorgens Parz. 32,11. 54,7. sâbents das. 175, 19. snahtes das. 272,25. skünges das. 391,23. Nib. 1897,3. sbâbstes Vrid. 151,25. — enklitisch verkürzt aus es, si.
 
Artikelverweis 
franz. seine. le roi et sa mehnîe Trist. 3257.
 
Artikelverweis Lexer FindeB interj.sâ, welch heilge wirt gekrônt, er endulde sundir krîgen Jerosch. 16. a. s. v. a. sê?
 
Artikelverweis 
Lexer FindeB adv.sogleich, alsbald.ahd.sâr, sâre Graff 6,22. Stalder 2,296. sâre noch Genes. fundgr. 34,19. 42, 25. 55,25. 58,24. 83,3. — des gehancte sâ diu chuneginne Diemer 33, 6. si santen ir boten sâ dan Jud. 140, 37. dâ entslieʒent sich die himel sâ tod. gehüg. 160. er kom aber sâ Iw. 177. 138 u. m. vgl. Parz. 124,5. Nib. 355,1. 881,4. Wigal. 1570. 5321. 5528. Barl. 7,27. 8,36. 18, 40.sâ vert er ûf zuo der sunnen fundgr. 1,46. sâ kêrter wider ûf in Iw. 189. sâ was ouch der werlde unmuoʒe dâ Trist. 11713. sâ ze dem worte spec. eccles. 113. dô sâ als man benande Pass. K. 14,82. sâ zehant Nib. 113,4. 310,1. MS. 1,74. b. Flore 5586. 5835 S. vgl. zehant. sâ zestunt Diemer 53,24. Nib. 297, 1. Parz. 52,16. 119,11. 220,24. Trist. 1137. MS. 1,201. sâ ze stunde Barl. 10,26. 12,14. sâ ze stunte Genes. fundgr. 19,16. sâ.. sâ bald.. bald. sâ in liebe, sâ in leide Türl. Wh. 11. a.nebenform sân: dô wiste der helt wole sân Roth. 2098. der knappe sprach zer muoter sân Parz. 119,16. vgl. 8,1. 20,27. 28,9. L. Alex. 4137. Nib. 1824,1. Wigal. 10192. 11078. 11244. Flore 7687 S. Herb. 1940. 1985. Albr. 1,731. 1116 u. m. U. Trist. 2584. H. Trist. 1354. sân daʒ alliʒ erbis glaube 2519. bisweilen im reime auf kurzes a Nib. 891,2. Parz. 447,8. U. Trist. 183. H. Trist. 1274. vgl. Pf. Germ. 6,242, wo noch mehr stellen angeführt werden und bemerkt wird, dass die schwäbisch-alamannischen dichter diese form kaum jemals, die baierischösterreichischen nur zuweilen, die mitteldeutschen dagegen, vorab die thüringer, häufig bis ins vierzehnte jahrhundert gebraucht haben. s. auch Bartsch über Karlm. s. 320. sân zehant Nib. 1347,4. sân zuhant Pass. K. 497,28. al zehant sân pr. Rud. G. 3.
 
Artikelverweis Lexer FindeB alsâadv. das verstärkte sâ Gudr. 736,1.
 
Artikelverweis Lexer FindeB iesâadv.sogleich. dâ von gesweic daʒ bilde iesâ Walth. 68,1. vgl. 111, 38. Trist. 12,35. 281,17. 363,8. Karl 4. a. 97. a. Erlös. 4791. iesô (im reime) das. 4727. 5694 u. anm., doch vgl. Pf. Germ. 7,4.
 
Artikelverweis BMZ sârie BMZ ie.
 
Artikelverweis 
sarig?adv.sogleich. du wirst sîn sârig inne H. zeitschr. 5,22.
 
Artikelverweis Lexer FindeB SABENstm.feine ungefärbte leinwand und daraus verfertigte kleidungsstücke, byssus.gr.σάβανον, mlat.sabanum, goth. ahd.saban Ulfil. wb. 152. Graff 6,67. Schmeller 3,184. Weinhold die deutschen frauen in dem mittelalter s. 417. sapt brünn. str. s. 388. ich weiʒ er in ane wâtet einen saben guot (vestivit eum stola byssina) Genes. fundgr. 61,13. dô bedahteʒ (sein gesicht) der guote mit sabene unde mit sînem huote Diemer 53,24. dô versneit er ir den saben, daʒ hemede joch daʒ roclîn kchron. 77. c. und ist ander sîn gezoc, kovertiur und wâfenroc, ein saben rôt von golde Lanz. 3273. von dem besten saben den man vant in des küneges lant von Marroc das. 4426. purpur und saben zusammengestellt Tundal. 62,67. U. Trist. 774.daʒ ir seine waschet die sabene und ander wât Gudr. 1189,3. vgl. 1191,3. 1273,3. 1280,1. si gâben hundert sabene das. 301,4. mit ir giengen meide in wîʒen sabenen das. 482,2.
 
Artikelverweis BMZ sabenniuwe BMZ sabenwîʒ s. das zweite wort.