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Mittelhochdeutsches Wörterbuch von Benecke, Müller, Zarncke Bibliographische AngabenLogo dfg
 
bis nabelblech (Bd. II/1, Sp. 282a bis 283a)
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Artikelverweis Lexer NLexer Nein flüssiger laut, entspricht im ganzen in den urverwandten u. den übrigen deutschen sprachen und dialecten ebenfalls einem n (Gr. 1,581); es steht neben m, den liquiden l und r gegenüber, ist schwächer u. unlebendiger als m, und verbindet sich mit gutturalen und lingualen, während m mit labialen (Gr. 1,581. gesch. d. d. spr.1 334 fg.), ja es geht vor letzteren u. vor m selbst in m über, vgl. Hahn gr. 1,26. in vielen fällen der flexion ist es aus m entstanden, auch im starken dativ sing. der adjectiva tritt es nicht selten an die stelle desselben (vgl. oben s. 1. a.) und sogar im auslaut des stammes kann es für m eintreten (mindestens auf m reimen), sowohl allein wie in verbindung mit andern consonanten (vgl. oben 1. a.; Gr. 1,386 fg. Barl. wtrb. s. 496, a. Boner. wtrb. s. 441). vor t und pf geht m auch wohl im innern des stammes in n über, z. b. sant, kenpfe, schinpf (vgl. Hahn gr. 1,25). für l tritt es ein in enelende (Gr. 1,386). in den obliquen casus des infinitiv wird nn frühe zu nd (vgl. Sommer zu Flore 65. Gr. 1,1022), ebenso in der flexion von ieman und nieman, wo nd sogar in den nominativ eindringt. unorganisch drängt es sich ein in die zweite person des plurals im präs. (und später sogar im präter.) ind., conj. und imp. (Gr. 1,932), sogar mit fortfall des t (Gr. 1,932. commentar z. narrensch. s. 285. a). ausnahmsweise und selten erscheint, namentlich in quellen, die dem niederd. sich zuneigen (doch auch in schwäbischen, z. b. Reinh. fuchs, Boner. u. a.), noch n statt des ahd.m in der ersten pers. präs. der zweiten und dritten schwachen conjugat., während es in der regel ganz fortgefallen ist; sogar in die erste schwache u. in die starke conjugat. drängt es sich ein (vgl. Gr. 1,958; Herb. troj. kr. anm. zu 718; myst. 263, 37 u. die anm.). apocopiert wird n ganz gewöhnlich in der ersten pers. plur. vor nachgesetztem wir (Gr. 1, 932, vgl. myst. zu 102,22), ohne dass eine örtliche oder zeitliche grenze gezogen werden dürfte; dagegen ist es eine eigenheit des thüringischen dialectes, das n vom infinitiv abzuwerfen (Gr. 1,931. vgl. Herb. troj. kr. zu 2128; Sommer zu Flore 352; Vrid. zu 85,22); ist hiemit zusammenzuhalten, dass viele nicht thüringische, sonst ziemlich genau reimende dichtungen, wie Gudrun, Nithart u. a. beim reime ein n übersehen? z. b. gerne: erlernen u. a.; ausnahmsweise scheint es im genit. des inf. fortzufallen, sterbes, meldes, trinkes, s. Lachm. zu Nib. 910,8. — vgl. noch Gr. gesch. d. d. spr.1 944 fg. und 953 fg. wechselt n auch im anlaute mit m? vgl. mespel und nespel, alt. bl. 1,350 (Gr. 2,154).
 
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BMZ s.BMZ NÂCH.
 
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Lexer NLexer FindeB NABEstf.ahd.naba Graff 2,995. die nabe, das ausgebohrte holz in der mitte des rades, durch welches die achse geht. modiolus nabe zeitschr. 5,415. sumerl. 11,50. 32,8. Diefenb. gl. 179. nab voc. o. 21,22. gumpha eyn nabe Diefenb. gl. 144. axa ein nabe an dem rade das. 48.bildlich: nâch der alten nabe durchloufen Frl. ML. 33,5, in gewohnter weise. — naben loch columbar voc. o. 21,29. naben nagel das. 21,28.
 
Artikelverweis nabeswv.ich bohre, führt Westenrieder im glossar s. 378 auf, doch ohne beleg. vgl. Schmeller 2,669, wo ebenfalls kein beleg angeführt wird. doch setzt die folgende bildliche anwendung jene bedeutung ausser zweifel.
 
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genabeswv.dasselbe. in obscönem sinne: biʒ sîn wîp genabt ein frömder in sîm garten Ls. 3,16,419.
 
Artikelverweis BMZ nabegêr s. das zweite wortdoch sind noch hinzuzufügen die formen nagewer sumerl. 32,49. nabiger Diefenb. 271. neiger Helbl. 1,175 (?). negbor voc. o. 12,10. letztere form verräth wohl eine etymologisierende umdeutung.
 
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Lexer nabegêrlînstn. fehlt oben 1,498.terebellum nagberlîn sumerl. 32,50. negborlîn voc. o. 12,11. vergl. nabegêr.
 
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Lexer FindeB nabele swm. u. , nabel stm.ahd.napalo Graff 2,995 fg. umbilicus nabele sumerl. 19,44. 29,35. 31,13. nabel Diefenb. gl. 285. nabl sumerl. 46,68. umblicus voc. o. 1,179. omphalos nabele sumerl. 28,13.sô tuot iʒ wê oberthalbe des nabels arzneib. Diemer l. VI. niderthalbe des nabels ebenda. man nemac si niwit wunden wen in den nabel unden Lampr. Al. im leseb. 257, 33. 37. von dem nabel unz ûf die füeʒe Königsh. im leseb. 934,15.
 
Artikelverweis krânichesnabelswstm.name einer pflanze. reumatica chranchesnabel sumerl. 23,36. vgl. Graff 2,996.
 
Artikelverweis Lexer rôtnabelswstm.name einer pflanze. marrubeum rotnabel Diefenb. gl. 178, wo in der anmerkung angeführt wird, dass viele pflanzennamen mit nabel zusammengesetzt seien.
 
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BMZ nabelblech s. das zweite wort.