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Mittelhochdeutsches Wörterbuch von Benecke, Müller, Zarncke Bibliographische AngabenLogo dfg
 
bis magetuom (Bd. II/1, Sp. 1a bis 2b)
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Artikelverweis Lexer NLexer Mein flüssiger laut, entspricht in den urverwandten wie in den übrigen deutschen sprachen u. dialecten im allgemeinen ebenfalls einem m; gegenüber dem l und r, neben n stehend, doch feiner und lebendiger als dieses (entsprechend dem verhältnis der media zur tenuis) und sich mit labialen bindend, während n mit gutturalen und lingualen. in der flexion ist es mhd. bereits durchgehends zu n geschwächt und vergröbert, mit ausnahme des dativs singularis der starken masculinform der adjectiva, doch auch hier zuweilen wenn auch vielleicht nur der aussprache nachgebend, s. Hahn zu Otte 10. W. Grimm zu Vrid. 165,16. roseng. LXXXIV, Gr. Rud. 7. M. Haupt zu Engelh. 43. Frommann zu Herb. 470. Lachmann zu Nibel. 856,1. (dem Gr. 4,576 beistimmt; anders W. Grimm) Rückert zu W. gast 63 (versucht eine übersicht der verschiedenen fälle), Wackernagel in Haupts zeitschr. 7, 142, anm. 2 und zum baseler bischofs- und dienstmannenrecht s. 29, u. a. auslautend wie inlautend reimt es zuweilen auf n, ohne dass hierin sich dialectische eigentümlichkeit zu verrathen scheint. so in den Nibel. 123,3. Engelh. 680. 784. 4117. Walth. 63,3. Bon. I, 1. III, 9. X, 1. XV, 63. s. Hahn zu Stricker s. X, 9, Lachmann zu Iw. 6296, meine ausgabe des narrenschiffs s. 283b ff. u. a.; dagegen Sommer zu Flore 307. in man steht statt des m zuweilen ein w, s. u. man. im allgemeinen noch s. Gr. 1,386. gesch. d. d. spr. 234 ff. 238. Graff 2, 565. Hahn 25.
 
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MABONAGRÎNn. pr.sohn von Clamides vettern. Parz. 178. 220. 583. W. Tit. 84. vergl. Er. 9383.
 
Artikelverweis Lexer FindeB MACstm.der sohn, knabe.goth.magus, gr.τέκνον, παῖς; alts.magu lat.puer, filius. ags.mäg, altn.mögr. vgl. Gr. 3,320. 2,426. Diefenb. g. wb. 2,2. ahd. und mhd. nur noch in zusammensetzungen. nach Gr. 2,27 = genitus, zu dem anomalen zeitwort magan posse, valere, gignere. vgl. Graff 2,629.
 
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Lexer NLexer FindeB magetstf.jungfrau.goth.magaþs, gr.παρθένος. ahd.im gen. magadî und daher auch noch mhd.magede neben megede wie magedîn (s. u.), so Mar. magede: ungesagede, s. Gr. 1, 332. daneben megde g. sm. XLVIII, 5. zusammengezogen meit, gen. meide, schon im 12. jh. s. Diut. 3,171 maide. vgl. Gr. 1,676. Diefenb. g. wb. 2,2. moviertes femininum von dem masculinum mac, s. Gr. 2,236. 3,322.
1.virgo, in eigentlicher bedeutung, ohne hinsicht auf stand oder verhältnis zu einer gebieterin. ich wil noch meit belîben Nibel. 586,3. manic frowe und manic meit das. 25,2. 263,2. 612, 2. maget unde wîp das. 551,1. 1826,4. manec maget unde wîp Iw. 11. magt noch wîp Iw. 22, u. ö. wie daʒ gesîn müge, daʒ ein magt ein kint gebar Bert. 120; Camilla wird angeredet frouwe maget En. 8922 (bei Ettm. 241,9.) s. vrouwe. der meide lant Lanz. 4685. insbesondere wird so genannt die jungfrau Maria, Diemer 229,5 ff. vgl. g. sm. XXXVI, 13 ff. maget ân ende; maget aller megede ebend. 255. XXXX, 30. vgl., von Christus. gesagt, der megde kint, sun, barn g. sm. XLVIII, 5. 30 ff. gerne verbunden mit muoter; muoter unde maget myst. 112,1. diu magit ungeborne Diemer 229,8 ist die Eva.
2.in übertragener bedeutung">
a,auch von männern, die ihre keuschheit bewahrt haben. daʒ weiz wol der werde Krist daʒ er noch lûter maget ist Diocl. 2420. Heinrich der heilig keiser, der beleib maget, rein und kiusche bî der ê Oberl. 974. aber S. Felix ward mit dem swert erslagen in dem 56 iare, do starb er magt ebend. er hete ein frowe genant S. Künigunt und bleip er und dieselbe frowe reine maget unz an ir bêder tôt ebend. die lebeten als heiliclîche miteinander dʒ si megde bliben bî der ê ebend. wir beide noch gar lûter maget wâren sagt Sigune von sich und Schionatulander W. Tit. 38,14. ich bin vor allen mannen maget, und bin den wîben bî gelegen frauend. 217,22 absichtlich unklar.
b,überhaupt unverletzt, unberührt, rein. mit vor (s. Gr. 4,877.): si ist vor allem valsche meit frauend. 507,8. diu muoʒ gar sîn vor wandel meit ebend. 573,4. dû sîst ein lewe des muotes unde vor schande ein maget Wartb. kr. Docens misc. 1,127. mit von: si ist von valschen dingen meit frauend. 535,10. ohne präpos. aller werlde wâfen thie muoʒen mich maget lâʒen stand auf der leiste von Rolands helm. pf. K. 117,14. diu erde diu ê was rein und maget Genes. fundgr. 2,26,1. dannoch was diu erde ein magt Parz. 464,13. es wird angenommen, es habe die erde ihr magetuom verloren, als Abels blut auf sie rann.
3.die dienerin, in beziehung auf ihre gebieterin (vrouwe). ir magt Iw. 82. 84. und machte ime eine hûsvrouwen von snê und machte kindere von snê und sprach 'nu mustu ouch haben gesinde', und machte eine maget und einen knecht myst. 215,7. Anastasia die gute drie megede alda bi ir hete, die an iegelicher stete dienstes wâren ir bereit Pass. K. 32,57. und auch sonst ganz gewöhnlich; und diese bedeutung schliesst nicht einmal die erste stets in sich. so heisst es bei Jerosch. hsgg. v. Pfeiffer: der Preusse kauft das weib, des helt er si als eine mait (: vorsait) 29a. der unterschied von dierne und maget wird von Hermann von Fritslar so angegeben: ein dirne heiʒet, die umme sust dinet oder ûffe genâde; aber ein maget heiʒet, di umme lôn dinet und umme kost myst. 112,9.
 
Artikelverweis Lexer NLexer FindeB dienestmagetstf.dienstmagd. dô sprach si: 'ich bin kristen und bin vrî von geburte alse alleʒ mîn geslechte wol bezûget, und bin ein maget unses herren Jêsu Kristi.' do sprach Quinciânus: 'wie mac daʒ bestên, daʒ du vrî bist unde doch ein maget bist und heldest dich alse ein dinstmaget?' myst. 85,7.
 
Artikelverweis Lexer gürtelmeitstf.kammerjungfer. das machte wol diu vrouwe schîn; wanne si ûf ir palas bî ir gurtelmeide was, si legete abe ir hêr gewant. si gienc ouch tugentlîche für ir gürtelmeide stân. 'vil lieben, also wil ich gân, unde armuot lîden.' die heil. Elisab. Diut. 1,376.
 
Artikelverweis Lexer FindeB muotermeitstf.von der jungfrau Maria gesagt. vgl. g. sm. XXXVI, 15.
 
Artikelverweis Lexer NLexer FindeB magetheitstf.die jungfräulichkeit. daʒ bezeichint dîne magetheit lied an d. jungfr. M. im leseb. 195,27. dîn reiniu kiusche magetheit g. sm. 894.
 
Artikelverweis Lexer magetbæreadj.jungfräulich. diu magetbæriu brût Parz. 202,27, die nach der brautnacht noch jungfrau ist.
 
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Lexer FindeB magetlîchadj.jungfräulich, für eine jungfrau passend.wegen des nicht eingetretenen umlauts vgl. Gr. 1,363. daneben megetlich myst. 271,25. meitlich und maidelich Diemer 384,4.elliu magtlîch êre W. Tit. 19,3. in meitlîchen zühten si schamte sich ein teil Nibel. 569,1. der jungeste darunder der ist so lobelîch, in magetlichen zühten sihe ich den degen rîch heisst es von Dancwart, Nibel. 394,14 in BC. vgl. MS. II, 139.zu deme funften mâle lobet man in umme sîne magetlîche kûscheit myst. 16,2 (vgl. maget 1, a.). ich spriche ouch von megetlîcher lûterkeit und sprach, man solte alle gegenwürtikeit fliehen und ursache von mannen, reht als ein ströuwîn man solte strîten mit eime fiurîn ritter myst. 271,25. her hate ouch lûtere meitlîche kûscheit glîch den engelîn myst. 144,32. und gelobite dô meitlîche kûscheit zu tragen biʒ in den tôt das. 196, 21. diu gebar die sunne der warheit mit maidelicher reinecheit Diemer 384,4. mit meitlîchen zeichin si offinlich berûmete, daʒ er si nî intblûmete Jerosch. 130c.
 
Artikelverweis Lexer NLexer FindeB magetuomstm. statt maget-tuom, s. Gr. 1,379. daneben maitum, meituom myst. 37,37. Nib. 783,4.die jungfräulichkeit, die jungferschaft. der dînen meituom gewan Nib. 783,4. ê Clâmidê solde haben mit gewalt mîn magetuom Parz. 195,25. magetuom nemen deflorare, Voc. v. 1429. also was in der reinen magt sente Marien die vollencomene minne, und die vollenkumene ganzicheit ires reinen magetumes Leys. pred. 37,24. wider der unkuscheit was sie gesalbet mit dem lyme des reinen magetumes, ebend. 47,3. die bescribunge der werlde die ist drier hande. etteliche sint beschriben zu dem echte, etteliche zu der kuscheit, etteliche zu dem magetume, ebend. 47,17. daʒ (Abels blut) benam ir (der erde) den magetuom Diemer 10,26. si behutent ir chuske unde ir magetuom Diemer 281,4. die êrsten sprechen: umme sîne juncfrowelîchen reinekeit, wan he ein juncfrowe was; wan der maitum treit di krône uber alle tugende. wan hât man alle tugende verlorn, di mac man wider erkrigen; wer aber den magetum verlûset, den mag man numêre wider irkrigen myst. 37,37. diu durch die gotes minne ir magetuom unt ir freude gap Parz. 435, 15. d. h. alle freude, die sie in ihren jüngeren jahren hätte geniessen können. vgl. diu schœne maget Marîne hieʒ... si kunde wol gevellen mit rehter jost die rîter nider. beidiu vordes und ouch sider an rîterschefte ir magetuom bejagete rîterlîchen ruom Wigal. 234,29. het irz niht für einen ruom sô trüege ich fluht noch magetuom sagt Parz. 455,1 der einsiedel Trevrizent, d. h. wenn es nicht ruhmredig klänge, so würde ich euch sagen, dass mir flucht ebenso fremd ist wie unerhörte liebe, ich bin ebensowenig ein zage wie ein junggeselle. dem helde erwarp mîn magetuom an rîterschefte manegen ruom Parz. 27, 11, dass ich mich ihm nicht zum weibe gab. der erde den magetuom benemen, ir magetuom was vervarn Parz. 464, 15. 19. diu verluren sît ir magetuom Vrid. 7,13. vgl. MS. II, 103.