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Mittelhochdeutsches Wörterbuch von Benecke, Müller, Zarncke Bibliographische AngabenLogo dfg
 
bis unëben (Bd. I, Sp. 406a bis 408a)
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Artikelverweis Lexer NLexer EWas hier über diesen buchstaben gesagt werden kann, müssen wir auf einige hauptsachen beschränken. im allgemeinen verweisen wir auf Gr. 13, 132 f. Graff 1,18. — Das kurze e ist kein ursprünglicher laut; es entsteht vielmehr
1.durch umlaut aus a, wenn die ableitungs- oder flexionssilbe i hat. z. b. gras, greselîn, wofür bisweilen auch ä eintritt. vgl. Gr. 13, 131.
2.aus i, wo im gothischen die brechungoder auch einfaches i statt findet; häufig findet sich dann ursprünglich ein a in der endung, welches als ursache der umwandelung angesehen werden kann. s. Holzmann in den Heidelb. jb. 1841, s. 770 f. J. Grimm in Haupt's zeitschr. 2,268. dieses e wird zweckmässig durch ë bezeichnet; es muß im mhd. sich noch mehr als jetzt in der aussprache von e unterschieden haben, da bei bessern dichtern e: ë im ganzen mit einschränkung reimen. vgl. Gr. 13, 139. Haupt zu Engelh. 1611. Sommer zu Flore 157. eine weitere ausdehnung hat ë in ursprünglich lateinischen oder romanischen wörtern z. b. Titurël, Jupitër (vgl. Gr. 13, 141) und in dem niederdeutschen. niederdeutsche denkmäler und solche, die sich zum niederdeutschen neigen, haben auch häufig ë für mhd.i, so z. b. nëder, wëder für nider, wider u. s. w. vgl. Gr. 1,455. 13, 255. Frommann zu Herbort 61. in hërre, mërre für hêrre, mêrre ist ë aus dem frühern ê entstanden. selten wechselt ä mit ë, wie in trähtin kl. 1410. sähs Roth. 1034; o mit ë in dërt für dort; ö mit ë in dröschen, löschen für drëschen, lëschen. vgl. Gr. 13, 131. 141. 153. 155.
3.ist tonloses e in ableitungs- u. flexionssilben an die stelle der manigfaltigsten kurzen und langen vokale eingetreten; die hauptfälle, wo statt dessen noch die ursprünglichen vokale erscheinen, erörtert Gr. 13, 165. den nicht seltenen wegfall dieses e zu erörtern, würde hier zu weit führen.das lange ê ist als eine verdichtung des diphth. ei ( goth.ai) anzusehn, die im auslaute und vor w, h, r statt findet, und macht keine schwierigkeit.
 
Artikelverweis 
BMZ Ê s.BMZ ÊWE.
 
Artikelverweis 
BMZ Ê s.BMZ ÊR.
 
Artikelverweis 
EBANUSs.BMZ EBENUS.
 
Artikelverweis 
ËBBEf.?m.?ebbe. s. Gr. 3,384. Graff 1,74.
 
Artikelverweis Lexer ëbbeswv.ebbe. eder sê undit und eppit sêre als daʒ mer tuot Leys. pred. 68,18.
 
Artikelverweis EBECs.BMZ ABE.
 
Artikelverweis 
Lexer NLexer FindeB ËBEN , ËBENE( ahd.ëban Gr. 1,745. 2, 165. Graff 1,95) adj.eben, glatt, gleich. daʒ lant ne sî dâr ebene Lampr. Alex. 4027 (4377). eben unt lûter was ir vel ihre haut Wigal. 872. linde unt eben was ir lîp das. 902. ebene zene MS. 1,49. b. ze rosse eben sîn das pferd in seiner gewalt haben Pilat. 169. er is mir wîlen ze hô, wîlen is er mir eben das. vorr. 43. er was sînen gelîchen ebene Herb. 137. wir sint eben unt sleht wir sind gleich, ich bin euch verpflichtet, ihr mir Flore 3147. eben ligen so sein, wie es sein soll Wiener jb. 32,223. eben gehaben gerade halten myst. 1,284,12. Minne mache eʒ alleʒ eben MS. 2,102. b. Hartmanns rede ist eben unt sleht, obe ieman schœne und ûfreht mit ebenen sinnen dar getrabe, daʒ er dar über iht besnabe Trist. 4659. sîn muot was ebener denne sleht Parz. 12,26. des mannes muot sol veste wesen als ein stein, ûf triuwe sleht und eben als ein vil wol gemahter zein Walth. 30,28.
 
Artikelverweis Lexer FindeB enëben(aus in ëben), später , nëbenadv. u. präpos.in gleicher linie, neben. vgl. Gr. 2,3. 763. 4,802. Graff 1, 96.adv.
1.ime in neben Mos. 77, 27. och ligt in hie neben bî der vil küene kl. 778. dô er disem bilde quam enneben Pass. 279,83. der schœnen hûsvrowen neben wart er gesetzet Kolocz. 151. krist, vater, sun dem geiste eneben Frl. 242,17. nebent bî dem esel Bon. 52,21. enneben noch bei Suochenw. 24,135.daʒ zart en neben (in eben dem augenblicke?) enzwei (so zu lesen) ir blickes wenken MS. 1,89. b.
2.präpos.
a.mit genit."> dâ wære du ie neben mîn kl. 863. der erbeiʒte nider neben sîn (: schîn) Bit. 10420. und lât eine neben sîn Ls. 3,300. nebent sînes orses fluges troj. 12571.
b.mit dat."> er was drî (a. drîer) ellen breit eneben sîner ahseln von einer schulter zur andern pf. K. 60,24. eneben ime vuorte Iw. 144. ob du iemer man gelobest neben im das. 75. si sach in enneben ir rîten Wigal. 1913. Karl 85. b.
c.mit accus."> her sazte si inebin in Roth. 1328. daʒ iʒ mit zuchten muge gesizin ineben dich das. 2223. der nebin dih an dem crûce stuont glaube 1844. si reit neben in Iw. 221. derzuct im neben sich sîn bein Parz. 64,6. sô gieng man nebent sich în myst. 1,301,21.
 
Artikelverweis Lexer FindeB benëbenadv. und präp.in gleicher linie, neben.adv.
1.beide besît und beneben Pass. 77,3. zu dem altere beneben quam der gute Pass. 6, 82.
2.präpos.
a.mit genit."> dâ wære du ie beneben mîn kl. 1905 H., bei L. (863) neben.
b.mit dat."> du solt ein künec gewaltic beneben (nach B. bîneben A) Etzelen sîn Nib. 2095,4.
 
Artikelverweis unëbenadj.ungleich. Graff 1,97.