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Mittelhochdeutsches Wörterbuch von Benecke, Müller, Zarncke Bibliographische AngabenLogo dfg
 
ADEL bis edele (Bd. I, Sp. 7b bis 8b)
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Artikelverweis Lexer NLexer FindeB ADELstn.(stm. Frl. 379,7. myst. 1,46, 13. ahd.adal) geschlecht von welchem man her stammt; besonders wenn es durch stammgut oder eigenthümliche vorzüge ausgezeichnet ist.— Die endsilbe el ist ableitungssilbe (Gr. 2,101 ), der stamm vielleicht adu, uod nr. 483, wonach das altn.ôðal, ags.êðel im ablautsverhältnisse stehen würden. vgl. Gr. 2,44, rechtsa. 265. iʒ ne zâme nieht adale, das zäme männern von euerem stande nicht. Gen. fgr. 2,57, 41. unser waren zwelfe, geboren von eime adele, wir waren eines mannes sune Gen. fundgr. 2,64,12. vgl. das. 63,3 von einem vater geborne. der von adele was geborn das. 87,1. welhes adels er wære Lanz. 33. daʒ er sich hêrlîche mit in begên mohte als sînem adel tohte Er. 1836. Clitemestrâ hête bôslîche mit eime ritter getân: den wolde sie zu adel hân zum großen herrn machen: er enhête burg noch lant Herb. 17257. vürst ist von adel, niht von kür Frl. 379,3. vgl. 380. sage wie geteilet wart daʒ adel von unminnen Frl. 32,12. der könig Darius sagt von seiner tochter si ist von adele geborn Lampr. Alex. 3516. Parîs der stæte von adel wære troj. 5111. 5147. er ist sîn kint von adel troj. 5092. daʒ si von adel komen sint Engelh. 771. sît daʒ der edeln veter kint von hôhem adel gunedelt sint MS. 2,128. b. 129. a. sô wol dir hôch gelopteʒ adel swâ man dich vindet unverwert MS. 2,244. b. sich ûf, du hôheʒ adel Frl. 49,1. swie man sîs adels ahtet niht gen eime zedel MS. 2,177. b. der (derjenigen) adel liutert immer MS. 2,177. b. sîn adel enthalten MS. 2,241. a. sin hôheʒ adel, sîn edeliu jugent H. Trist. 50. sîn adel von fürsten ist sô grôʒ daʒ er (Kandin) nicht hœher möhte sin U. Trist. 1584. ein vürste rîch, an adel künigen wol gelîch Maßm. Al. s. 118. a. den heiʒ ich edel swie er niht sî von adel der geborne MS. 2,177. b. bî tugenden prüevet man daʒ adel amg. 32. a. ein edel man von geburt, der sîn adel swachet mit untugenden amg. 32. b. dâ îst ûʒ adele unart worden, des tugent vür jenes adel man prîsen sol amg. 32. b. ich vant die stüele lære stân, dâ wîsheit adel und alter gwalteclîche sâʒen ê Walth. 102,18.ûf iren hôhesten adel zu ihrer höchsten vollkommenheit myst. 1,46,13. auch die stammart im thier- und pflanzenreiche heißt adel: der adelar, den sîn adel und sîn art in des luftes wilde twinget MS. 2,191. b. ein ieglich boum der ist gevar nâch sînem adel sunderlich Teichner, Doc. misc. 2,229.
 
Artikelverweis BMZ adelar BMZ adelbruoder BMZ adelerbe adelherre BMZ adelkint BMZ adelkleit BMZ adelrîche BMZ adelsarc BMZ adelsun BMZ adelvrî BMZ adelwîp s. das zweite wort
 
Artikelverweis 
Lexer FindeB unadelstn.hat eʒ ein unadels getân einer der nicht edel geboren ist Erec 9348, nach Lachmanns verbesserung des in der hs. stehenden unaldes. vgl. die anmerkung und Gr. 4, 720. der nominativ, den man bei diesem qualitativen genitive vermisset, läßt sich leicht herstellen, wenn man liest: hâtʒ ein unadels man getân. vgl. ein ediles man Otfr. 4,35,1.
 
Artikelverweis Lexer adelbæreadj.adelmäßig. adelbære liute troj. 1. b.
 
Artikelverweis Lexer NLexer FindeB adelhaftadj.adelmäßig. dîn wurze was vil adelhaft, von der uns dîn geslehte kam g. sm. 536. ein adelhaft gemüete Frl. 414,7. der schanden meil muoʒ swinden, swer adelhaft sîn kan ebd. 20.
 
Artikelverweis Lexer adelhefticadj. = adelhaft.adelheftic güete Frl. 414,12. ir sît niht adelheftic ebd. 414,2.
 
Artikelverweis Lexer NLexer FindeB adellichadj.mîn muot den valken tuot gelîch, die durch ir adellîchen art sich geilent mit der sunne MS. 1, 191. a.
 
Artikelverweis Lexer FindeB adellîchenadv.swer edel sî, daʒ sult ir hœren: daʒ ist der adellîchen tuot MS. 2,128. b. 129. a. 177. b. Frl. 88,7.
 
Artikelverweis Lexer NLexer FindeB adenlichadj.ir âten als ein muscatnuʒ kunde adenlîchen dræhen Troj. 19913. daʒ tier pflege als adenlîcher art daʒ nie kein tier sô edel wart troj. 20026.
 
Artikelverweis Lexer edelstn.= adel. von vollime edele geborn Aegid. 75 (fdgr. 1,247, 45). dehein edel dich vervienge selbst die höchste geburt würde dir nicht höhern adel geben können, als du bereits durch deine mannheit hast Er. 4454. des edels bernder frühte Suochenw. 6,39.
 
Artikelverweis Lexer FindeB edele , edel(Gr. 1,749. ahd.adal, edil, edili Graff 1,141).
1.von menschen, wol geborn, d. h. von hoher geburt; ausgezeichnet durch vortreffliche eigenschaften.Nur dem hohen adel oder den dynasten kam das prädicat edel zu; der besitz einer burg war dazu nicht hinreichend. vgl. Kopp bilder s. 26. edel hatte den rang vor vrî. diu edele und diu frîe Maria 1288. Diut. 1,411. 483. ir claget, daʒ ich niht sî ein edel man Gregor. 2350 (nirgends aber erscheint ein zusammengesetztes subst. gleich unserm 'edelmann'). edel unde rîch Iw. 122. 128. 242. Nib. 4,1. diu edele und diu schœne Iw. 267. der edel der hochgeborne MS. 2,205. b. der edel tôre Iw. 128. edel, rîcher lîp MS. 2,128. b. swer edel ist von mâgen unde niht von muote der brichet sîner edelen worte huote MS. 2,129. a. man giht daʒ nieman edel sî wan der edellîchen tuot MS. 2,161. b. Vrid. 54,6. 64,13. MS. 2,120. a. 128. 129. 177. b. 253. a. edeliu herzen Trist. 170. diu edeln wîp, ein edeliu frouwe Wigal. 5398. 5401. keiser, edel von geburt Silv. 3574.
2.von thieren; dem edeln tiere (dem lewen) Iw. 144.
3.von dingen: der edel stein (nie vereint); swer edel stein in kupfer legen wolde MS. 2,129. a. diu edele salbe Iw. 133. edeliu kriuter g. sm. 1325. daʒ er pflege edeler sîte MS. 2,119. a. edeliu veder Wigal. 2410. von edelme golde Barl. 152,18. der slange wart verwandelôt in eine gerte: daʒ was ein zeichen edele Exod. fundgr. 2, 93,33. an andern stellen vil scône, vil grôʒ, urmâre (fundgr. 2,94,38).