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Mittelhochdeutsches Wörterbuch von Benecke, Müller, Zarncke Bibliographische AngabenLogo dfg
 
ABE bis pfingestâbent (Bd. I, Sp. 3a bis 4b)
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Artikelverweis Lexer NLexer FindeB ABEadv.
I,ab, herunter, hinunter, hinweg, von.
1,loses. Gunthêr mit sînen gesten gie von den schiffen abe Nib. 543,2. si reichet von den sternen abe Gfr. l. 2,22 (lobges. 65,5). gelücke daʒ gêt wunderlîchen an unde abe Gfr. l. 5,1. daʒ man in spurte abe odr an Trist. 15154. den zwîvel hin tuon eintweder abe oder an Trist. 15304. eines dinges ze ende komen eintweder abe oder an Trist. 15341.
2,mit pronominaladv.— mit dâ, oder wenn abe unmittelbar folgt, mit dar, der ältern form, in welchen fällen abe immer nachgesetzt wird. dâ wurden sî rîche abe Iw. 263. mêre dar abe gesagen Iw. 296. dâ rede niht abe H. Trist. 2496. — so auch nach hie und hin: hin abe und hie vone daher und deswegen Pilat. 181. — nach her: her abe Iw. 189. nach dannen: dannin abe was sîn gedanc.. wie er Pilat. 443. danne abe wovon ich iu gesaget hân Lampr. Alex. 65. a. ir einiger sun was tôt, dan abe si hete clage unde nôt kchron. 8. c. — nach wanne: im ne konde nieman gesagen, wan abe er wurde irslagen kchron. 67. b.
3,dem vollw. genauer zugehöriges.ern hât mir an noch abe gesagt. ich slahe daʒ ros abe. eʒ gêt mir abe ich nehme ab. ich kum des strîtes abe u. dgl. s. das vollwort.
4,dem nomen vorgesetzt.abeganc, abgot, abgründe, abholz, abhanc, abhâr, abekêr, abeklage, abkôse, ablîp, ablouf, abschrôt, abswinc, abegetroc, abetrunne, aptrünnic, abwenke, etc. s. das zweite wort. vgl. Gr. 2, 709.
II,abe, ab, ave präpos. mit dativ (Gr. 3,253. 4,800).
1.in eigentlichem sinne: herunter, von, weg von. enkumt niht ab dem bette Iw. 54. daʒ vingerlîn ab der hant gewinnen Iw. 123. ab der wer schouwen Iw. 142. diu üppege krône werltlîcher süeʒe vellet under füeʒe ab ir besten werdekeit a. H. 89. er viel ab sîner besten werdekeit a. H. 117. ab einer stiegen gân Nib. 1710,2. si hielten ab ir verte ritten nicht weiter Nib. 1542,1. ab ir munde ein küssen versteln MS. 1,64. b. ich wird ab aller leide erlôst MS. 2,114. b. ab dem pferde si dâ trat H. Trist. 4562. ab dem esel saʒ er dâ Boner. 52,17. 2. in tropischem sinne ausgehend, herrührend von, wegen, der ander chod, niuwens ware gihît, hat (habe) ein liebeʒ wîb, (pat sich mit huldin ave der insculdin) Genes. fdgr. 2,81,17. ab ir sol er (der mantel) iu glihen sîn Parz. 228,16. mirst getroumet ab der guoten MS. 2,115, a. ich hœr vil liute ab iu klagen Boner. 53,22.
 
Artikelverweis abher BMZ abhin s. unter dem zweiten worte.
 
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Lexer abef.? oder n.?abschüssige grenze. dannen huop ich mich san der werlt an daʒ ende, dâ der werlt abe stât unde der himmel umbe gât Lampr. Alex. 59. b.das vollw. 'er abet,' seine kräfte nehmen ab, ist in der Schweiz noch gewöhnlich.
 
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Lexer NLexer abec , ebic( ahd.abuh) adj.verkehrt.— ich setze dieses wort unter abe: das adj. äch, und das vw. ächen (Stalder 1,86) scheint nicht dagegen zu sein, das schwäbische 'gäbisch, gebsch' dafür. (Gr. 2,286. 305. 707. Graff 1,89). daʒ mensche lützel êrte, der imʒ ebche ûʒ kêrte Vrid. 21,21. ob einer koufte vür blâvüeze hebke, der kêrte dem rechten ûʒ daʒ ebke Renner 5521. auch die spielerei, ebic oder logica genannt (vgl. Museum für altd. lit. b. 2. s. 202. 222 ), gehört hierher.
 
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BMZ ABE ABs.BMZ AVER.
 
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Lexer FindeB ÂBÊCÊder karacter â b c muoser hân gelernet ê Parz. 453. 15. ich lêre in daʒ â bê cê Amis 295. der pfaffe Amîs was von künsten alsô wîs, daʒ er ein esel lêrte und dar an sanc daʒ âbêcê Reinh. f. 335. â bê cê dê daʒ tet im an dem êrsten wê fragm. 17. b.
 
Artikelverweis ÂbelAdams sohn von Cain erschlagen. Parz. 464,17. sît Âbel starp durch bruoders nît so lange die welt steht W. Wh. 51,30. lâʒ mir als Âbelen geschehen, des opfer du geruohtest enpfâhen altd. bl. 378. do er Âbeln sînen bruoder sluoc leseb.
 
Artikelverweis Âbenbercin Franken, alter grafensitz. der anger z' Âbenberc ein platz wo viel turniert wurde Parz. 227,13. aht hôhe grævinne, von Âbenberc des edeln hôch geborne kint Lohengr. 8.
 
Artikelverweis Lexer FindeB ÂBENT— des ( ahd.âbant) stm.abend.Die länge des a zeigt der reim gâbent Flore 28. b. so wie das dialectische ôbent, und die stellung des wortes âbent im einschnitte Nib. 1754,1 und 4304. H. âbent, als participiales substantiv angesehen, scheint ein vw. âben vorauszusetzen, das auf ein verlorenes starkes vw. zurück weisen würde (Gr. 2,50. 88). in der Schweiz sagt man noch 'es abet' der abend rückt heran, vgl. heilant, vâlant, vîant, wigant, vriunt. âbunt: wunt Bit. 37. b. 94. a. âbunden: funden Gudr. 376,3.do der abant zuo seich Gen. fgr. 2,34,4. also iʒ zuo deme abande seig das. 35, 26. der bringet ze abunde sin vihe heim das. 82,13. wan siht ouch dicke, daʒ schœn âbent rôt kumt nâch manigem morgen, der trœibe ist und timmer Ms. 2,180. a. si bran ûf vor mir schône sam der âbent rôt MS. 1,34. a. ein warmer âbent Iw. 238. eʒ gêt an den âbent Iw. 238. des âbents, des andern âbents Iw. 28. 88. an sunnewenden âbent Nib. 1754, 1. vor âbente (B. âbendes) nâhen kurz vor abend Nib. 556,1. hin ze âbnt gegen abend frauend. 334,15. 335,5. österr. dialect. an jeneme âbende Nib. 347,1. ô wê vil maniger âbent sender clage der schmerzvollen klage so vieler abende MS. 1, 15. b. daʒ kom an einem âbende daʒ in sô gelanc Gudr. 372,1.insbesondere der vorabend eines festes myst. 1,157,2. der heilige âbent der tag vor einem christlichen festtage Gerh. 3454. Der festtag selbst heißt der heilige tac und die darauf folgende nacht diu heilige naht das. 3451.der zwelfte âbent der vorabend vor dem dreizehnten tage nach dem christtage d. i. epiphania myst. 1,47,13.
 
Artikelverweis Lexer FindeB kristâbentstm.abend vor weihnachten myst. 1,27,3.
 
Artikelverweis Lexer FindeB pfingestâbentstm.abend vor pfingsten Ulr. 1108.